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About this book

Holger Oppenhäuser analysiert in der Studie die Herausbildung einer nationalistischen Globalisierungskritik, welche an die Globalisierungsdebatte in den Leitmedien anschließt und sie in spezifischer Weise modifiziert. Viele der untersuchten Autoren gehören heute zum Umfeld der AfD. Methodisch ist die Arbeit als Diskursanalyse angelegt. Der Autor untersucht das erste Jahrzehnt seit Beginn der Debatte in den 1990er-Jahren. Für diesen Zeitraum arbeitet er zentrale Aussagen heraus, die in den Parteien NPD und Republikaner, in der Neonazi-Subkultur sowie im Bereich der 'neurechten' Intellektuellen regelmäßig reproduziert werden. Dabei kommt eine semantische Aktualisierung alter (wirtschafts-)politischer Vorstellungen zum Vorschein. Abschließend werden die zentralen Aussagen der nationalistischen Rechten zum Thema Globalisierung gesellschaftstheoretisch als Zuspitzung basaler Herrschaftsverhältnisse eingeordnet.

Table of Contents

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Am 28. November 2018 dokumentierte die FRANKFURTER RUNDSCHAU auszugsweise eine Rede des Literaturwissenschaftlers Heinrich Detering zur “Rhetorik der parlamentarischen Rechten” (Detering 2018), die er einige Tage zuvor beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken gehalten hatte. Anhand aktueller Äußerungen von Politiker*innen der ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND (AFD) beschreibt Detering unter anderem die folgenden Elemente: Ein alles dominierender Gegensatz zwischen ‘dem Volk’ und ‘den Ausländern’ beziehungsweise ‘Migranten’ (vgl. ebd.: 2), ein symbolischer Gegensatz zwischen Strömen-Fluten-Auflösung auf der einen und Wurzeln-Festigkeit auf der anderen Seite (vgl. ebd.: 2, 5), ein Geschichtsverständnis, nach dem 1945 eine Epoche des Niedergangs eingesetzt hat, beziehungsweise eine Phase der ‘Umerziehung und Amerikanisierung’ (vgl. ebd.: 4ff.) und ein deutlich vernehmbarer Vorbehalt beim Sprechen über Juden (vgl. ebd.: 7). Weiterhin weist Detering mit der Frage “Wer ist wir?” auf eine spezifische Gemeinschaftsbildung mittels der rechten Rhetorik hin.
Holger Oppenhäuser

Kapitel 2. Fragestellung und Methode

Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, wie die Globalisierungsdebatte in jenem Bereich aufgenommen wurde, den die Politikwissenschaft heute zumeist als ‘Rechtsextremismus’ bezeichnet. Im Folgenden wird aber nicht von ‘Rechtsextremismus’ die Rede sein, sondern es wird ein Feld spezifischer Aussagen rekonstruiert, das – der inhaltlichen Ausrichtung dieser Aussagen entsprechend – als nationalistischer Diskurs gefasst wird und es wird untersucht, wie sich das ‘Thema’ beziehungsweise das ‘diskursive Ereignis’ Globalisierung in dieses Aussagefeld einschreibt. Dieser Zugang liegt quer zur Rechtsextremismusforschung, die – bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen methodischen und theoretischen Zugänge – grundlegend in einem politischen Nomalitätsdispositiv verankert ist (vgl. Link 1990, Oppenhäuser 2011, FKR 2011).
Holger Oppenhäuser

Kapitel 3. Der nationalistische Interdiskurs

Zusammenfassung
Mit diesem Kapitel beginnt die Analyse des nationalistischen Interdiskurses. Zunächst wird in Abschnitt 3.1 die Rede eines ehemaligen NPD-Vorsitzenden ausführlich analysiert. Dabei wird der Gegensatz zwischen Volk und System rekonstruiert, der die Rede strukturiert.
Holger Oppenhäuser

Kapitel 4. Globalisierung im mediopolitischen Diskurs

Zusammenfassung
Die Thematisierung von Globalisierung im nationalistischen Interdiskurs findet in Auseinandersetzung mit anderen Interdiskursen, insbesondere dem mediopolitischen Interdiskurs – also der politischen Berichterstattung in den Leitmedien – statt. Im Folgenden werden die zentralen Aussagen dieser breiteren Globalisierungsdebatte rekonstruiert, um anschließend in den Kapiteln 5 und 6 zu untersuchen, in welcher Beziehung die Aussagen des nationalistischen Diskurses dazu stehen.
Holger Oppenhäuser

Kapitel 5. Globalisierung im Diskurs der nationalistischen Rechten

Zusammenfassung
Nachdem in Kapitel 3 die fundamentalen Aussagen des nationalistischen Diskurses am Beispiel der NPD und in Kapitel 4 die zentralen Muster der mediopolitischen Debatte zum Thema Globalisierung rekonstruiert wurden, wird es nun darum gehen, wie sich beides in den Texten der NPD verbindet. Als zentrale Gemeinsamkeit fällt hier zunächst die übereinstimmende Verwendung des Symbolkomplexes der DETERRITORIALISIERUNG beziehungsweise der RETERRITORIALISIERUNG auf.
Holger Oppenhäuser

Kapitel 6. Exemplarische Positionen nationalistischer Intellektueller

Zusammenfassung
Das bisher untersuchte Spektrum der nationalistischen Parteien und Bewegungsorganisationen ist mit einem institutionellen Geflecht von Verlagen verbunden, in deren Zeitschriften und Büchern Intellektuelle den nationalistischen Diskurs reproduzieren. Ein zentraler Referenzpunkt dieses Feldes ist die Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT (JF), die dementsprechend schon an mehreren Stellen der Untersuchung aufgetaucht ist. So bringt die JF nach dem Wahlerfolg der NPD in Sachsen 2004 ein ausführliches Interview mit dem Vorsitzenden Udo Voigt (vgl. 40/2004: 3).
Holger Oppenhäuser

Kapitel 7. Der nationalistische Diskurs und die Dispositive der Arbeitsteilung

Zusammenfassung
Im Zuge der empirischen Analysen in den Kapiteln 3, 5 und 6 wurde eine Reihe von Aussagen rekonstruiert, die den nationalistischen Interdiskurs insbesondere im Zusammenhang mit dem Thema Globalisierung definieren. In Abbildung 17 sind diese zentralen Aussagen in Anlehnung an eine schematische Darstellung Jürgen Links zur kollektivsymbolischen Strukturierung der Interdiskurse (Abbildung 16) dargestellt. In Kapitel 5.1.5 wurde bereits zusammengefasst, wie die Aussagen des nationalistischen Diskurses an die zentralen Aussagen der Globalisierungsdebatte im mediopolitischen Diskurs anknüpfen und auch in den folgenden Kapiteln werden entsprechende Übergänge beschrieben.
Holger Oppenhäuser

Kapitel 8. Ausblick

Zusammenfassung
Damit ist der Bogen zur aktuellen Situation geschlagen. An der Struktur des Diskurses, die in der vorliegenden Arbeit anhand von Quellen aus dem Zeitraum von Mitte der 1990er- bis Mitte der 2000er-Jahre rekonstruiert wurde, hat sich seither wenig geändert. Allerdings wird diese Aussagestruktur in der darauffolgenden, durch die globale ökonomische Krise ab 2007 (vgl. Atzmüller u.a. 2013) geprägten, Dekade gesellschaftlich wesentlich relevanter als im Untersuchungszeitraum.
Holger Oppenhäuser

Backmatter

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