Grundwissen Soziale Arbeit
Grundlagen, Methoden und Arbeitsfelder
- 2023
- Book
- Editors
- Matthias Buntrock
- Katharina Peinemann
- Book Series
- FOM-Edition
- Publisher
- Springer Fachmedien Wiesbaden
About this book
Das Buch behandelt beispielhaft das gesamte Themenspektrum der Sozialen Arbeit. Es vermittelt allgemeine Grundlagen, zeigt das methodische Vorgehen, liefert Hinweise für das wissenschaftliche Arbeiten, gibt Einblicke in die Tätigkeitsfelder und diskutiert spezifische Fachfragen der Disziplin Soziale Arbeit.
Autoren sind Professoren und Dozenten der FOM sowie ausgewählte Experten, die sich in ihren Beiträgen an den Modulen orientierten, die sie in der Lehre seit vielen Semestern vertreten. Somit fließen die Erfahrungen und Rückmeldungen der Studierenden in die Erstellung der Beiträge mit ein. Das Buch soll den Studierenden der Sozialen Arbeit Hilfestellung bei der Vor- und insbesondere Nachbereitung der entsprechenden Module bieten aber auch generell zu Anleitung und zum Verständnis der Wissenschaft Sozialer Arbeit in Theorie und Praxis dienen.Es kann zugleich als Nachschlagewerk und zum Selbststudium herangezogen werden.
Table of Contents
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Frontmatter
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Kapitel 1. Einführung in die Soziale Arbeit
René OmlorZusammenfassungDie Soziale Arbeit stellt innerhalb der psychosozialen Berufsgruppen und Professionen einen äußerst komplexen und einzigartigen Tätigkeitsbereich dar und wird geprägt von zahlreichen Merkmalen und Bestimmungen. Zugleich ist die Soziale Arbeit eine noch relativ junge Wissenschaft, deren Kern bzw. identitätsstiftendes Selbstverständnis nicht eindeutig geklärt ist und deren Eigenständigkeit mitunter noch infrage gestellt wird. Es ist ein schwieriges und aufwendiges Unterfangen zu beschreiben, was Soziale Arbeit nun genau bedeutet und wie sich ihre eigentliche Ziel- und Zweckbestimmung definieren lässt. Die Soziale Arbeit ist ein ebenso komplexer wie unübersichtlicher Gegenstand (vgl. Thole 2012, S. 19). Unstrittig ist dennoch, dass sich die Aufgaben der Sozialen Arbeit darin begründen, Menschen in Notlagen konkrete Hilfen zukommen zu lassen. Außerdem hilft die Soziale Arbeit den Menschen dabei, eine befriedigende Teilhabe am Leben zu erreichen und sich gesellschaftlich integrieren zu können. Auch wenn diese Aussage zur Ziel- und Zweckbestimmung der Sozialen Arbeit selbstverständlich klingt, macht es dennoch Sinn, sich zum Beginn seines Studiums der Sozialen Arbeit sowie vor oder während der Aufnahme und Ausübung seiner Tätigkeit versiert und genau mit dem eigentlichen Handlungszweck, den Grundprinzipien und den Merkmalen der Profession und Wissenschaft der Sozialen Arbeit auseinanderzusetzen. Mithilfe des vorliegenden Beitrags soll ein solcher erster Umgang mit dem Auftrag, den Begrifflichkeiten und den theoretischen Ansätzen der Sozialen Arbeit gelingen. Zugleich werden die Grundzüge, die Interventionsstrategien und die Merkmale des professionellen Handelns der Sozialen Arbeit erläutert. -
Kapitel 2. Soziologische Grundbegriffe und theoretische Grundlagen für die Soziale Arbeit – eine Einführung
Axel MüllerZusammenfassungDie Soziologie besitzt eine hohe Relevanz für die Soziale Arbeit, indem sie Begriffe, Theorien und Methoden vorgibt. Dieser Beitrag gibt in einer kurzen Überblicksdarstellung Hinweise darauf, wie mit soziologischen Erklärungsansätzen Problemstellungen der Sozialen Arbeit bewältigt werden können. Hierfür werden einige der zentralen Begriffe eingeführt und anhand des Modells der soziologischen Erklärung in eine Argumentation überführt, wie sie von Studierenden der Sozialen Arbeit erwartet wird. Es geht um Einblicke in die Allgemeine Soziologie und Anwendungen im Kontext der Sozialen Arbeit. -
Kapitel 3. Management Basics im Gesundheits- und Sozialwesen
Karen KlotmannZusammenfassungIn den letzten Jahrzehnten haben finanzielle Einschnitte sowie Mittelkürzungen im Sozial- und Gesundheitswesen zu dem Erfordernis geführt, wirtschaftliches Denken mit gesundheitlichen und sozialen Fragestellungen zu verknüpfen. Das anfangs große Spannungsfeld zwischen den Disziplinen konnte zwar reduziert werden, doch nach wie vor besteht von beiden Seiten die Notwendigkeit, sich mit den jeweils anderen Bedingungen auseinanderzusetzen. Nur so können neue Handlungsfelder erschlossen und praxisorientierte Lösungen entwickelt werden. Hierfür sollten betriebswirtschaftliche Modelle und Konzepte vermehrt an die Gegebenheiten des Gesundheits- und speziell des Sozialwesens angepasst werden. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über wesentliche betriebswirtschaftliche Grundlagen und stellt den Bezug zum Gesundheits- und Sozialwesen her. Dieses Wissen legt die Basis eines grundlegenden Verständnisses für wirtschaftliches Denken im Gesundheits- und Sozialwesen. -
Kapitel 4. Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland: Beratung, Begleitung, Unterstützung und Förderung von Kindern, Jugendlichen und Eltern
Eva-Maria RottlaenderZusammenfassungDie Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland versteht sich als ein ausdifferenziertes Dienstleistungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern. Das Angebot geht in seiner Struktur und Zielsetzung auf die Formulierung des SGB VIII/KJHG (Kinder- und Jugendhilfegesetz) aus dem Jahre 1990 zurück. Die Zielsetzung der Angebote der Kinder- und Jugendhilfe besteht in der Verwirklichung des Rechts einer bzw. eines jeden Heranwachsenden auf Erziehung und Förderung seiner Entwicklung (§ 1 SGB VIII/KJHG). Dazu gestaltet die Kinder- und Jugendhilfe durch Institutionen der allgemeinen Regelversorgung wie Schulsozialarbeit, Jugendzentren oder Familienbildungsstätten die Lebenswelt der Heranwachsenden aktiv mit und bietet vielfältige Bildungs- und Unterstützungsmöglichkeiten an. In Kindertagesstätten und im Offenen Ganztag finden berufstätige Eltern die Möglichkeit der ganztägigen Betreuung, Bildung und Förderung ihrer Kinder. Hilfen zur Erziehung stehen allen Eltern zur Verfügung, die vorübergehend oder längerfristig Unterstützung bei der Erziehung und Versorgung ihrer Kinder benötigen. Sind Eltern gar nicht mehr oder für längere Zeit nicht in der Lage, ihren Erziehungspflichten und elterlichen Aufgaben nachzukommen, besteht die Möglichkeit deren Kinder stationär in Wohngruppen oder Pflegefamilien unterzubringen. Besteht ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung nach § 8a SGB VIII/KJHG, können Minderjährige auch gegen den Willen der Eltern in die Obhut des Jugendamtes genommen werden. -
Kapitel 5. Sozialpolitische Grundlagen der Sozialen Arbeit
Rüdiger MeierjürgenZusammenfassungDer Beitrag gibt einen einführenden Überblick über die Sozialpolitik und das System der sozialen Sicherung in Deutschland. Ausgehend von den Aufgaben und Entwicklungsetappen der Sozialpolitik werden die Strukturen des sozialen Sicherungssystems vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen Struktur- und Leitprinzipien, Leistungen und Finanzierungsformen, Regelungskompetenzen sowie die verschiedenen Träger der Sozialpolitik. Abschließend werden zentrale Herausforderungen der Sozialpolitik diskutiert. -
Kapitel 6. Sozialmedizin
Christian ThielscherZusammenfassungDie Sozialmedizin umfasst das Zusammenwirken von medizinischen Gegenständen (v. a. Krankheiten, aber z. B. auch Aspekte der medizinischen Versorgung) und „Sozialem“, wobei Letzteres je nach Wissenschaft (Soziologie, Soziale Arbeit u. a.) recht unterschiedlich verstanden und bearbeitet wird.Häufige Themen der Sozialmedizin sind der Zusammenhang zwischen sozialem Status, Gesundheit und Krankheit, Epidemiologie und sozialer Bedingtheit von (Einzel-)Krankheiten, Arbeitsmedizin, Gesundheitsförderung und Prävention, Soziologie der Medizin, soziale Sicherung, Soziale Arbeit und Krankheit. -
Kapitel 7. Interkulturelle Soziale Arbeit
Stefan SchmidZusammenfassungIn der deutschen Gesellschaft beträgt der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung ein Viertel – in vielen Großstädten rund die Hälfte. Studien zeigen, dass die Chancen für eine umfassende Teilhabe an der Gesellschaft für Personen mit Migrationshintergrund deutlich niedriger liegen als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Soziale Arbeit sieht ihre Aufgabe darin, verschiedenen Bevölkerungsgruppen eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen. Um diesem Anspruch auch für zugewanderte Mitbürgerinnen und Mitbürger gerecht zu werden, bedürfen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in allen Tätigkeitsfeldern interkultureller und migrationsbezogener Kompetenzen. Dabei dürfen diese Kompetenzen nicht mehr als Qualifikation ausschließlich für einzelne Spezialistinnen und Spezialisten gesehen werden, sondern echte Inklusion kann nur gelingen, wenn diese Kompetenzen als Querschnittsanforderung gesehen werden, vergleichbar zu Beratungs- und Gesprächsführungskompetenz. Im Folgenden werden Bereiche interkulturellen Lernens in der Sozialen Arbeit erläutert und Möglichkeiten zur Entwicklung einer migrationssensiblen Sozialen Arbeit aufgezeigt. -
Kapitel 8. Soziale Arbeit und Inklusion
Wie entwickelt sich die neue Sichtweise in Bezug auf Menschen mit und ohne Behinderung, die einer Inklusion bedürfen und was bedeutet dies für die Soziale Arbeit und ihre Akteure? Versuch einer allgemeinen Einführung Christian HerbergZusammenfassungIn diesem einführenden Impulsbeitrag wird neben einer allgemeinen Begriffsklärung ein ideengeschichtlicher Abriss zur Entwicklung von Inklusion bis in die Gegenwart angestrebt, welche mit der Diskussion um das heutige Verständnis von Inklusion schließt. Aus dieser Sichtweise entsteht eine menschenrechtliche Forderung von Inklusion in Bezug auf Teilhabeprozesse von Gesellschaft, welche auch die „Kategorie Behinderung“ mit anderen Diversitätsmerkmalen zusammenführt. Dies hat eine Ausweitung des herkömmlichen Verständnisses von Inklusion auf eine allgemeiner aufgefasste soziale Inklusion zur Folge. Es wird künftig nach dem jeweiligen Inklusionsverlauf des einzelnen Menschen in Bezug auf gesellschaftliche Partizipationsmöglichkeit unter expliziter Berücksichtigung der menschlichen Vielfalt samt der individuellen Präferenzen von Lebensführung gefragt. Hieraus ergibt sich eine neue Herangehensweise von Sozialer Arbeit, aus der sich ebenfalls ihre zentrale Aufgabenstellung ableitet und welche den weiteren Weg ihrer Professionalisierung prägt. -
Kapitel 9. Sucht und Suchthilfe
Nora WalterZusammenfassungDie Begriffe „Sucht“ und „Abhängigkeit“ sind im Volksmund weit verbreitet. Fast jeder hat schon einmal einen Satz gesagt wie „Ich bin süchtig nach Schokolade“ oder „Diese Chips machen süchtig“. Neue Wortschöpfungen, wie das Binge-Watching von Serien über Streamingdienste, gehören längst zu unserem Sprachgebrauch, ebenso werden wir in den Medien mit den neuen Phänomenen der Computerspielabhängigkeit, Social-Media- oder Smartphonesucht konfrontiert. -
Kapitel 10. Methoden der Sozialen Arbeit und methodisch-professionelles Handeln
Kathrin BielerZusammenfassungMethoden- und Handlungskompetenzen sind in der Sozialen Arbeit wesentliche Bestandteile professionellen Handelns. Das Wissen über die geschichtlichen Hintergründe, die Begriffsverortung und das Wissen über aktuelle Methoden der Sozialen Arbeit bilden quasi die Grundlage für die berufliche Identitätsentwicklung und letztlich für das eigene reflektierte Handeln. Zu diesem Wissen kommen dann vielfältige Erfahrungswerte aus der Praxis, die sich durch eine stetige Reflexion zum impliziten Können formen. Wissen und Können brauchen jedoch eine Haltung. Das wichtigste Werkzeug in der Sozialen Arbeit ist die eigene Person. Gut in der Sozialen Arbeit zu werden, setzt voraus, die eigene innere Einstellung und die eigenen Motive zu prüfen und eine professionelle Haltung hinsichtlich der Beziehungsgestaltung zu den Adressaten und Adressatinnen zu entwickeln und systematisch zu überprüfen. -
Kapitel 11. Beratung und Begleitung in der Sozialen Arbeit
Birgitt KillersreiterZusammenfassungMenschen, die sich in immer komplexeren Gesellschafts- und Kommunikationssystemen bewegen, benötigen Unterstützung und Rat in allen Lebensabschnitten. Die zunehmende Bürokratisierung in öffentlichen Verwaltungen und ausdifferenzierte gesetzliche Regelungen erfordern Fachwissen und Netzwerkkenntnisse. Nicht zuletzt müssen Beraterinnen und Berater in ihrer Grundhaltung Menschen mit ihren Ressourcen unterstützen und sie zu eigenständiger Handlungsfähigkeit und selbstständiger Entscheidungsfindung führen. Beratungsstrukturen, Kommunikationstechniken und eine klientenzentrierte Grundhaltung sind die Voraussetzungen für eine professionelle Beratung und Begleitung, die in diesem Kapitel ausgeführt werden. -
Kapitel 12. Anwendungsorientiertes Case Management in der Sozialen Arbeit
Jan TietmeyerZusammenfassungDie Soziale Arbeit ist geprägt von einer großen Vielfalt von Handlungsfeldern, von einer großen Methodenvielfalt und von einer sehr großen Trägervielfalt. Verstärkt durch die Versäulung in der Finanzierung und Zuständigkeit der Sozialverwaltung kann sich eine Schattenseite dieses positiven Rahmens bilden: hoch spezialisierte Angebote und Zuständigkeiten werden als Einzelmaßnahmen nicht ganzheitlich im Sinne der Nutzerinnen und Nutzer betrachtet und führen somit zu einem nur bruchstückhaften Hilfeprozess, der an Wirkung verliert. An dieser Stelle soll das Case Management ansetzen. Es soll dazu führen, dass durch eine stringente und passgenaue Steuerung der Hilfe über die Grenzen von Zuständigkeiten und Spezialisierungen hinweg eine Lebenssituation positiv bewältigt werden kann. Dabei sind Case Managerinnen und Case Manager vollkommen transparent in ihren Handlungen. -
Kapitel 13. Projektmanagement in der Sozialen Arbeit
Katharina PeinemannZusammenfassungDer vorliegende Beitrag befasst sich mit dem Thema des Projektmanagements innerhalb der Sozialen Arbeit. Es wird aufgezeigt, was unter Projektmanagement zu verstehen ist und welche Rolle dies innerhalb der Disziplin der Sozialen Arbeit einnimmt. Es werden die einzelnen Phasen des Projektmanagements dargelegt und an einem Beispiel verdeutlicht. Ziel ist es, sowohl einen Überblick zu geben als auch den Einsatz der professionellen Methoden des Projektmanagements innerhalb der Sozialen Arbeit zu fördern. -
Kapitel 14. Erfolgreiches Sozial-Sponsoring durch Sphärensprung
Hermann SiedlerZusammenfassungSponsoring im sozialen Bereich ist ein gutes Instrument, um für ausgewählte Projekte zusätzliche Finanzierungsquellen zu erschließen. Der Beitrag versucht, sehr grundsätzliche Fragen zu beantworten: Was unterscheidet Spenden- von Sponsoringaktionen? Ist dieses Instrument auch für kleinere soziale Organisationen geeignet? Und wie geht man ganz konkret bei der Umsetzung vor? Dabei wird aufgefächert, was die wichtigen Faktoren für ein Gelingen sind. Weiterhin wird beleuchtet, mit welchem Ansatz die Zusammenarbeit zwischen mittelgebender und mittelerhaltender Organisation für beide Seiten stimmig und anschlussfähig gestaltet werden kann. Die These wird sein: Sozial-Sponsoring ist dann erfolgreich, wenn es zum „Sphärensprung“ kommt. -
Kapitel 15. Führung und Soziale Arbeit
Führung in Ökonomie/Management und Sozialer Arbeit: ein Spannungsfeld in der Vergangenheit, eine Chance für die Zukunft? Christian HerbergZusammenfassungEs wird der Frage nachgegangen, in welcher Beziehung Wirtschaft und Sozialwesen hinsichtlich ihrer Vorstellungen von Führung stehen. Gemeinhin wird angenommen, dass Tätigkeiten in einer profitorientierten oder gemeinwesenorientierten Organisation grundlegend andere Anforderungen an die führenden Akteurinnen und Akteure stellen, weil hier andere Antriebe die Arbeit prägen. Dies wird mit den jeweiligen Entwicklungsverläufen sowie den verschiedenartigen Grundprämissen begründet, lässt sich aber bei genauer kritischer Überlegung gerade heutzutage nicht mehr schlüssig aufrechterhalten. Die Entwicklungen der letzten 30 Jahre, die auch von deutlichen Neuorientierungen hinsichtlich der Ausgestaltung von Wirtschafts- und auch Sozialunternehmen in Bezug auf jeweilige Führungsanforderungen geprägt sind, begründen diese Überlegung. Der Fachbeitrag versucht das möglicherweise nur vermeintliche, unversöhnliche Spannungsfeld beider Bereiche dahingehend zu untersuchen, ob Synergieeffekte hinsichtlich der zukünftigen Herausforderungen und Ausgestaltung von Führungsstrukturen und -kulturen umfangreicher nutzbar sind als bisher angenommen. -
Kapitel 16. Recht in der Sozialen Arbeit
Hans-Joachim FlockeZusammenfassungDer nachfolgende Beitrag geht gezielt auf rechtliche Zweifelsfragen ein, die nach den Erfahrungen aus vielen Vorlesungen für Praktikerinnen und Praktiker der sozialen Arbeit auftauchen. Hier soll konkrete Hilfestellung gegeben werden. Darum beginnen die Ausführungen mit der verfassungsrechtlich zentralen Frage der Menschenwürde und ihren Implikationen für die soziale Arbeit. Danach wird die Grundlage für zivilrechtliche Rechtsbeziehungen dargestellt, in denen das Arbeitsrecht eine besondere Rolle spielt. Das Verhalten von Behörden und möglicher Rechtsschutz dagegen ist Gegenstand der verwaltungsrechtlichen Ausführungen, bei denen Wert darauf gelegt wird, dass das keineswegs eine schwierige und Expertinnen bzw. Experten vorbehaltene Materie ist. Den größten Teil nimmt das Sozialrecht mit den Schwerpunkten Sozialversicherung, Sozialhilfe, Kinder- und Jugendhilfe und das Recht der Behinderten ein. Den Schluss bilden dann strafrechtliche Ausführungen zu den für die soziale Arbeit besonders bedeutsamen Tatbeständen. -
Kapitel 17. Fundraising
Thomas KreuzerZusammenfassungWährend Fundraising bislang als Teil des Marketings aufgefasst wurde, wird hier ein neueres Verständnis favorisiert, das Fundraising interdisziplinär vom Gabehandeln her versteht. Im Blick auf die grundlegenden ethischen Dimensionen des Fundraisings werden mehrere Spannungsfelder aufgezeigt, zwischen denen die Fundraising-Praxis sich bewegt. Weiterhin werden unterschiedliche Gebelogiken ausgeführt, die für die Fundraising-Praxis charakteristisch sind. Der Artikel enthält zudem eine Auflistung der wichtigsten Fundraising-Instrumente sowie mögliche Positionierungen im Organigramm. -
Kapitel 18. Wissenschaftliches Arbeiten
Clemens Jäger, Alexander FlorenzZusammenfassungWas ist Wissenschaft? Was versteht man unter wissenschaftlichem Arbeiten? Und: Was ist bei der Themenwahl zu beachten? Diese und weitere Fragen sollen in dem folgenden Artikel näher beleuchtet werden, da diese Aspekte gerade in einem wissenschaftlichen Studiengang von essentieller Bedeutung sind. Ferner wird auf den Aufbau und Inhalt sowie den Schreibstil einer wissenschaftlichen Arbeit eingegangen sowie auf deren formelle Struktur, zum Beispiel die richtige Zitierweise. Kurzum, der Leserin und dem Leser soll verdeutlicht werden, worauf es beim wissenschaftlichen Arbeiten ankommt und welche Grundlagen zu berücksichtigen sind. -
Kapitel 19. Qualitative Forschung in der Sozialen Arbeit
Marion MüllerZusammenfassungDas Kapitel beschäftigt sich mit der Bedeutung und Anwendung qualitativer Forschungsmethoden in der Sozialen Arbeit. Es wird dargelegt, warum und in welcher Weise qualitative Forschung in der Sozialen Arbeit eingesetzt werden kann. Ziel ist, den Leserinnen und Lesern die Potenziale eines qualitativen Forschungsvorgehens mit Blick auf die vielfältigen Möglichkeiten des Einsatzes innerhalb der Sozialen Arbeit beispielhaft zu vermitteln und einen Einblick in zentrale Charakteristika und forschungspraktische Komponenten qualitativer Forschungsmethoden zu geben. Hierzu wird beschrieben, was qualitative Forschung ist und ausmacht, welche zentralen Prinzipien und welchen Anspruch sie verfolgt. Auf dieser Grundlage werden anhand eines Fallbeispiels die zentralen Schritte eines qualitativen Forschungsprozesses und die damit verbundenen zentralen forschungspraktischen Komponenten beleuchtet. -
Kapitel 20. Jugendliche mit rechtsextremistischen Einstellungen: Ein quantitatives Methodenbeispiel für eine evidenzbasierte Soziale Arbeit
Dennis KlinkhammerZusammenfassungAm Beispiel von Jugendlichen mit rechtsextremistischen Einstellungen werden die theoretischen Grundlagen der Radikalisierungsforschung zu den Themen Radikalismus und Extremismus vorgestellt, um Radikalisierung als soziales Phänomen und sukzessiven Prozess nachzuzeichnen. Unter Rückgriff auf die Rechtsextremismusskala soll der Einfluss einer Intervention aus dem Kontext der Sozialen Arbeit auf die Jugendlichen mit rechtsextremistischen Einstellungen untersucht werden. Dabei scheint sich die Intervention aus dem Kontext der Sozialen Arbeit positiv auf die Einstellungen der Jugendlichen hinsichtlich der Ausländerfeindlichkeit, des Antisemitismus und der Befürwortung einer Diktatur auszuwirken. Bei den Jugendlichen, welche über die Rechtsextremismusskala eine Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus angedeutet haben, scheint eine solche Intervention allerdings weniger wirksam zu sein. Zusätzlich zu den Befunden werden alle quantitativen Analyseschritte transparent ausgewiesen, um die Leserinnen und Leser an die Möglichkeiten einer quantitativen Datenanalyse heranzuführen.
- Title
- Grundwissen Soziale Arbeit
- Editors
-
Matthias Buntrock
Katharina Peinemann
- Copyright Year
- 2023
- Publisher
- Springer Fachmedien Wiesbaden
- Electronic ISBN
- 978-3-658-39707-4
- Print ISBN
- 978-3-658-39706-7
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-39707-4
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