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About this book

Das Buch bietet umfassende Informationen zu Schäden am historischen Mauerwerk, nicht nur zu Feuchte- und Salzschäden, sondern auch zu Schäden durch Risse und lose Füllschichten. Es beginnt mit der Geschichte des Mauerwerks, mit seinen Baustoffen und mit der Mauerwerksdiagnose. Es befasst sich mit der Bauphysik und gründlich mit den verschiedenen Untersuchungsmethoden hinsichtlich der Feuchte- und Salzschäden sowie der Störung und Minderung der Tragfähigkeit des Mauerwerks. Danach folgt die Beschreibung mechanischer, chemischer und elekro-osmotischer Instandsetzungsmethoden von feuchtem, versalzenem Mauerwerk und die Erläuterung von Maßnahmen zur Wiederherstellung der Tragfähigkeit, nämlich Mauerwerksaustausch, Verpressen, Vernadelung und Injektionen. Schließlich werden die Reinigungsverfahren, der Einsatz von Konservierungsmitteln und die zusätzlich erforderlichen Maßnahmen wie Einsatz von Sanierputz, Steinergänzung, Schall- und Wärmedämmung, Putz, Beschichtungen und die Instandsetzungsmöglichkeiten bei biologischer Korrosion wie Algen- und Schimmelbefall auf Wänden aus altem Mauerwerk dargestellt.

Die 2. verbesserte und erweiterte Auflage beinhaltet die aktuellen technischen Möglichkeiten bei der Instandsetzung von historischem Mauerwerk, die im Jahre 2002 noch kaum eine Rolle spielten. Auch Normen und Regelwerke sind seitdem hinzugekommen oder wurden geändert, dazu kommen neue Anforderungen zum Schall- und Wärmeschutz. Die energetische Sanierung ist heute ungleich wichtiger als damals. Die Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenwänden gemäß der EnEV 2009 und die Wärmedämmungstechniken zur Erfüllung der hohen Anforderungen werden dargestellt sowie die Vermeidung von Tauwasser an und im historschen Mauerwerk.

Table of Contents

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Seit alters gehörte die Instandsetzung von Mauerwerk zu den fast alltäglichen Aufgaben der Bauschaffenden und zu ihrem Grundwissen, wobei sie freilich wesentlich weniger effiziente Möglichkeiten dafür besaßen als die heutigen. Dies soll an einem historisch sehr gut überlieferten Schadensfall, der sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts ereignet hat, kurz dargestellt werden: (Evangelisch-Lutherische Kirche St. Bartholomäus in Oberdachstetten, Untersuchungen anhand historischer Quellen, 1992/1993).
Josef Maier

2. Geschichte des Mauerwerks

Zusammenfassung
Viele Baupraktiker meinen, es genüge, wenn sie bei der Sanierung alten Mauerwerks gründlich über Bestand und Zustand, über Baugefüge, Konstruktionen und Werkstoffe sowie über physikalisch-chemische Sanierungstechniken Bescheid wissen. Sie vergessen bei aller Euphorie über die Machbarkeit der Technik jedoch allzu oft, sich gründlich und ausreichend mit dem alten Mauerwerk selbst und seiner Geschichte zu befassen, bevor sie es behandeln oder gar misshandeln. Vor allem wenn historisches Mauerwerk Bestandteil eines Kultur- oder Baudenkmals ist, scheitert mancher gut gemeinter Sanierungsversuch daran, dass er die Originalsubstanz, nämlich das Mauerwerksgefüge, Steine und Mörtelfugen sowie insbesondere die Oberflächenstruktur, weitestgehend zerstört. Ohne Kenntnis der historischen Entwicklung ist oftmals nach Abschluss der Instandsetzung aus historischem Mauerwerk schließlich ein gänzlich anderes, neues Mauerwerk geworden.
Josef Maier

3. Baustoffe

Zusammenfassung
Historische Mauern können nur dann sinnvoll und richtig instandgesetzt werden, wenn der Schadensgutachter wie einst der königliche Civilbauinspektor Schulz ihre Bestandteile genau kennt. Daher ist es erforderlich, dass er sich mit den Baustoffen, aus denen die Mauern gebaut sind, und ihren wichtigsten Eigenschaften vertraut gemacht hat und infolgedessen über ein gutes Grundlagenwissen verfügt. Auf diese Weise ist es ihm möglich, später vor Ort schon durch bloßen Augenschein erste Erkenntnisse über die schadhafte Mauer zu gewinnen. Deshalb seien hier die wichtigsten Baustoffe für historisches Mauerwerk und ihre Merkmale kurz besprochen.
Josef Maier

4. Wasseraufnahme

Zusammenfassung
Die Wasseraufnahme bei Baustoffen findet grundsätzlich nur über die Poren des mineralischen Baustoffs statt (Weber, Bauinstandsetzen 5:487–514, 1997) Die Porosität insbesondere der Wandbaustoffe beeinflusst in erheblichen Ausmaßen die Frostbeständigkeit, die Wärmeleitfähigkeit und die Kapillarität. Deshalb stellt die Porosität den Schlüssel zum Verständnis der Problematik dar. Mit der Wasseraufnahme werden Schadstoffe, aber auch z. B. Injektionsmittel aufgenommen.
Josef Maier

5. Schäden und typische Schadensbilder

Zusammenfassung
Der Eigentümer eines Gebäudes erkennt leicht die unausweichliche Notwendigkeit einer Instandsetzungsmaßnahme anhand der auffällig gewordenen Unbrauchbarkeit. Er wird sich vor allem dann, wenn die Schäden die Nutzung allmählich immer mehr erschweren und schließlich unmöglich machen, an einen Fachmann wenden müssen, der den Verfall abwenden soll. Ein versierter Architekt, Ingenieur oder Restaurator im Maurerhandwerk kann schon bei der ersten Begehung eines Gebäudes gleichsam auf den ersten Blick eine Reihe von Schäden anhand typischer Schadensbilder erkennen. Dabei muss das Mauerwerk stets in seinem baukonstruktiven Kontext betrachtet werden: es steht zunächst in aller Regel mit oder ohne Fundament auf einem mehr oder minder tragfähigen Baugrund; es ist entweder innen und außen verputzt, verbandelt oder roh belassen, es trägt entweder eine Stockwerksdecke aus verschiedensten Materialien, ein Gewölbe oder eine Mauerkrone (Abb. 5.​1).
Josef Maier

6. Mauerwerksdiagnostik

Zusammenfassung
Wer erfolgreich historisches Mauerwerk sanieren will, darf allerdings beim bloßen Erkennen von Schäden nicht stehen bleiben, sondern muss zunächst den Bestand gründlich kennenlernen, um die Ursachen für die Schäden analysieren zu können. Die dafür dienlichen Untersuchungsmethoden und Bestandsaufnahmeverfahren umfassen mittlerweile einen sehr umfangreichen Katalog an Maßnahmen, die bezogen auf die vorhandene Mauerwerkssubstanz sich als zerstörungsfrei, zerstörungsarm oder zerstörungsintensiv klassifizieren lassen. Sie alle werden unter dem Oberbegriff „Mauerwerksdiagnostik“ zusammengefasst (WTA-Merkblatt, Beurteilung von Mauerwerk – Mauerwerksdiagnostik, 1999).
Josef Maier

7. Instandsetzungsmaßnahmen

Zusammenfassung
Nirgendwo scheint die Scharlatanerie und Geschäftemacherei ein ertragreicheres Betätigungsfeld zu besitzen als bei der Instandsetzung von Mauerwerk. Was wurde seit vielen Jahrzehnten den Hausbesitzern nicht schon alles angedreht: Belüftungsröhrchen nach Knapen, Kunststoffröhrchen als Mauerlunge (Abb. 7.1). Umluftkanäle verschiedenster Bauart, Kosmospappe-Verfahren mit bituminierten, profilierten Wellpappen, Sperrputz e auf Zementbasis, Verfliesen der Sockelzonen oder ganzer Erdgeschosswände (Abb. 7.2). Luftschächte oder -kanäle vor der Wand, thermische Sanierung durch Beheizen der Wandflächen, Bohrlochinjektionen mit Wasserglas- und Bitumenlösungen als drucklose und unter Druck ausgeführte Infusion, passive elektrophysikalische Verfahren z. B. nach Ernst/Traber, Entstrahlungsgeräte, Mauerentfeuchtung durch drahtlose Elektroosmose oder Magnetokinese und andere elektrische Zauberkästchen aller Art. Ganze Straßenzüge in unseren Städten und Dörfern künden noch heute vom großen Verkaufserfolg dieser Branche. Dabei kann festgestellt werden, dass diese Verfahren entweder wenig erfolgreich oder völlig nutzlos sind. Im Gegenteil, sie haben sich manchmal auch als schädlich erwiesen, da z. B. in den Hohlräumen der Belüftungsröhrchen sich zumeist ein Mikroklima entwickelt, welches zusätzliches Kondenswasser bildet und folgerichtig die Durchfeuchtung der Mauer erhöht (Arendt, Untersuchungen in der Altbausanierung, 1994).
Josef Maier

8. Reinigung der Mauerwerksoberflächen

Zusammenfassung
Eine behutsame, die Oberfläche nicht oder zumindest nur geringfügig zerstörende Reinigung von Fassaden und von altem genauso wie von neu verfugtem Mauerwerksoberflächen stellt ein nicht immer leicht zu erfüllendes Postulat dar. Je hartnäckiger der Verschmutzung sgrad, je fester z. B. Altanstrichreste oder mutwillig aufgetragene Graffiti auf der Fassade haften, desto schärfer wird der Reinigungsprozess in die Substanz der Fassadenoberfläche eingreifen müssen und desto aggressiver werden die angewendeten Reinigungsmethoden sein. Es lässt sich oftmals nicht verhindern, dass dabei sehr giftige Reinigungsmittel zum Einsatz kommen, deren Unverträglichkeit mit unserer Umwelt und deren Gefährlichkeit für mit ihnen arbeitende Handwerker große Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit ihnen voraussetzt. In der Denkmalpflege jedoch gehen die Forderungen in die umgekehrte Richtung: Mauerwerksoberflächen sollen möglichst samt Patina erhalten bleiben.
Josef Maier

9. Konservieren

Zusammenfassung
Mauerwerk zu konservieren bedeutet stets den Versuch, den Alterungsprozess eines Mauerwerks wenigstens für einige Dauer zum Stillstand zu bringen (s. Einleitung) und vor allem die Verwitterung der Steine aufzuhalten. (Weber, Helmut, Steinkonservierung, Der Leitfaden zur Konservierung und Restaurierung von Natursteinen, Kontakt & Studium Bd. 59, Sindelfingen 19853). Betrachtet man nur das hervorstechendste Merkmal am Verwitterungsvorgang, nämlich den damit immer verbundenen Bindemittelverlust, kann das Konservieren als bewahrende Maßnahme sich in der Hauptsache auf die Zufuhr von Bindemitteln in die Steinoberfläche oder in den gesamten Naturstein hinein beschränken.
Josef Maier

10. Flankierende Maßnahmen

Zusammenfassung
Um eine Natursteinmauer erfolgreich instandzusetzen, können neben den Reinigungs- und Sanierungsmaßnahmen zusätzlich noch flankierende Maßnahmen erforderlich werden. Diese können aus baukonstruktiven Verbesserungen, Sanierputz , wärmedämmenden Maßnahme n, Putzen oder Beschichtungen bestehen. So kann ein farbiges Angleichen der restaurierten Flächen mit Hilfe von Farblasuren oder gar eine Farbfassung der Natursteine notwendig werden.
Josef Maier

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