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2022 | Book

Hochsensibilität – Jobchance oder Karrierekiller in der VUCA-Welt

Erfahrungen aus Coaching, Leistungssport und Job

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About this book

„Du bist immer so empfindlich!“ Ein Satz, den hochsensible Menschen oft hören. Die heutige Arbeitswelt ist mehr denn je durch Reizüberflutung gekennzeichnet und VUCA scheint der natürliche Feind hochsensibler Menschen zu sein. Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität verstärken sich noch einmal, wenn sie auf besonders sensitive Menschen treffen. Oder ist genau das Gegenteil der Fall? Haben Menschen mit einem besonderen Gespür für den Moment, mit der Antenne für das Unbekannte besonders gute Chancen in einer Arbeitswelt, in der nichts mehr ist, wie es einmal war, und die geprägt ist von kontinuierlichem Wandel?

Torsten Schröder geht dieser Frage nach und gibt einen Überblick über das immer noch unscharf definierte Phänomen der Hochsensibilität (und seiner „False Friends“ ADHS, Impostor-Syndrom, Hochbegabung). Praxisbeispiele reflektieren Erfahrungen aus Berufsalltag, Sport und Coaching.

Table of Contents

Frontmatter
Kapitel 1. Einleitung

„Du bist immer so empfindlich!“, „Übertreib doch nicht so!“ – dies sind nur einige der Sätze, die zum Alltag vieler hochsensibler Menschen gehören. Hochsensibilität wird in der heutigen Gesellschaft häufig als Manko, eine Art Schwäche betrachtet. Seit einiger Zeit gilt sie gar als eine „Modediagnose“ – was einerseits faktisch falsch ist, da Hochsensibilität keine diagnostizierbare Krankheit, sondern eine Veranlagung ist, andererseits auch tatsächlich Betroffene verwirrt, vielmehr diskriminiert. In Zeiten des Umbruchs werden diese Fähigkeiten nun ähnlich pauschal wie die bisherige Klassifizierung als „Störung“ als „Ressource“ postuliert. Ob es hier ein richtig oder falsch gibt, ist nicht Gegenstand der Untersuchung. Vielmehr soll der Ansatz sein mehr Trennschärfe in Begrifflichkeiten zu bekommen und „Betroffene“ aus ihrer Perspektive schildern zu lassen, wie sie Leben, Beziehungen und Joballtag als hochsensible Menschen erfahren.

Torsten Schröder
Kapitel 2. Hochsensibilität – Definition, Forschung, Status quo
Zusammenfassung
Hochsensibilität umfasst eine ganze Bandbreite von Phänomenen: „Potenziell jeder Sinnesreiz kann verstärkt empfunden werden.“ Hochsensibilitäten lassen sich grob in drei Bereiche unterteilen: körperlich/sensorisch, seelisch/gefühlsbetont und geistig/intellektuell. Die konkrete Bezifferung des Anteils hochsensibler Personen an der Gesamtbevölkerung erweist sich aufgrund eines Mangels an verbindlichen, standardisierten Diagnoseverfahren als schwierig. Der oft genannte hohe Prozentsatz von 15 bis 20 % Betroffener steht in „krassem Kontrast“ zu den Erfahrungen vieler Hochsensibler, die ja das Gefühl haben, mit ihrer biologischen Eigenart alleine dazustehen. Möglicherweise wird Hochsensibilität in bestimmten Konstellationen nicht auffällig – oder aber manche Betroffene versuchen, ihre „Andersartigkeit“ zu unterdrücken, um gesellschaftliche Erwartungen zu erfüllen. Insofern es sich bei dieser erhöhten Reizsensitivität nicht um eine physische oder psychische Störung im Sinne einer Krankheit handelt, ist ein Befund „Hochsensibilität“ kaum verbindlich.
Torsten Schröder
Kapitel 3. Zwischen Introvertiertheit, Hyperaktivität, Hochbegabung und Impostor-Syndrom – Ausprägungen, Rollen und Zuschreibungen
Zusammenfassung
Keine der folgenden Beschreibungen der Wesensarten eines Menschen – oder seines Temperaments – ist exklusiv. Manche Ausprägungen sind bewusst isoliert und pointiert erwähnt, um das Bewusstsein für diese besonderen Merkmale zu schärfen. In der Realität wird es tatsächlich stärker um Mischformen gehen. Keine (mit Ausnahme von ADHS) ist eine Krankheit im Sinne der WHO-Klassifizierung. Und doch wird es für die Zukunft mehr und mehr wichtig sein, hinter die Fassade des Menschen, des Teammitglieds, des Kollegen zu schauen: Wie tickt sie oder er? Können wir uns gut riechen? Sind wir auf einer Wellenlänge und haben wir einen Draht zueinander? Stehen wir auf der gleichen Seite? All diese Fragen geben schon einen Hinweis darauf, dass es nicht ausreicht, sich auf Qualifikationen und Zertifikate zu verlassen, wenn wir im Team arbeiten. Und wenn wir Flexibilität als eine der wichtigsten Zukunftskompetenzen postulieren.
Torsten Schröder
Kapitel 4. VUCA – Status quo, Arbeitswelt, New Work und was dann?
Zusammenfassung
Nichts bleibt wie es ist und alles wird anders – kaum eine Phase beweist das so sehr wie die aktuelle. An der Stelle ist es sinnvoll einmal „weg vom Menschen“ und „hin zum Unternehmen“ zu schauen: was bedeuten diese Buzzwords von Change, Disruption und Transformation ganz konkret im Joballtag? Die Menschheit war noch nie in ihrer Geschichte so gut informiert, so stark untereinander vernetzt, so intensiv ineinander verwoben, wie heute. Genau darin liegt auch ein Handlungsauftrag, den die VUCA-Welt an alle Menschen stellt: Es ist eine Aufforderung den eigenen Weg zu suchen, schnell Entscheidungen zu treffen, die Zusammenhänge besser zu verstehen und die Komplexität des Lebens besser zu bewältigen. Dazu gehört auch emphatisches Verhalten zu entwickeln. Diese Mischung aus Kompetenz und Emotion ist eine in der Unternehmenswelt völlig neue Entwicklung (und sie ist noch längst nicht abgeschlossen).
Torsten Schröder
Kapitel 5. Fachbeiträge aus der Praxis
Zusammenfassung
Im Folgenden kommen Menschen zu Wort, die sich selbst als hochsensible oder als „anders“ bezeichnen. Menschen, die an sich selbst Wesensmerkmale festgestellt haben, durch die sie sich vermeintlich normalen Zusammenhängen weniger zugehörig fühlen. Oder die besondere Leistungen erbracht haben. Es geht nicht darum zu beschreiben, inwiefern Charakterzüge richtig oder falsch, früh oder spät diagnostiziert wurden, sondern darum, wie diese Menschen ticken und sich fühlen. Sie haben alle Erfahrungen gesammelt, die im Alltag helfen können. In einer Welt, in der zunehmend Veränderung determiniert und nicht Sicherheit. Sie haben auf die eine oder andere Weise Wege gefunden und Skills entwickelt ihre „Andersartigkeit“ gewinnbringend zu nutzen – mal mehr und mal weniger. Sie haben Veränderungen als Chance begriffen. Das ist ein Prozess und kein Zustand. Es geht um kontinuierliche Arbeit an der eigenen Persönlichkeit und die Kommunikation mit einem Umfeld, das erst sukzessive und langsamer begreift, was Wandel bedeutet.
Torsten Schröder
Kapitel 6. Fazit
Zusammenfassung
Um in der VUCA-Welt auch künftig erfolgreich zu sein, sind neue Fähigkeiten erforderlich. Erfolg wird zukünftig mehr und mehr definiert werden als eine Mischung aus beruflichem und privatem Wohlbefinden sein, ein in sich selbst ruhender und von außen wertgeschätzter Zustand. Tradierte Erfahrungen und zertifizierte Expertisen zeigen keinen Effekt mehr und sind für die Welt, wie sie uns heute begegnet nicht mehr en vogue. Dabei handelt es sich bei dieser Veränderung keineswegs um eine Modeerscheinung, sondern um einen Megatrend. Schlichtweg alles benötigt eine flexible Herangehensweise. Diese Anpassungsfähigkeit schließt ein permanentes Erlernen und Dazulernen, aber auch ein Verlernen dessen, was „man immer schon so gemacht hat“ mit ein.
Torsten Schröder
Metadata
Title
Hochsensibilität – Jobchance oder Karrierekiller in der VUCA-Welt
Author
Torsten Schröder
Copyright Year
2022
Electronic ISBN
978-3-658-37987-2
Print ISBN
978-3-658-37986-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-37987-2

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