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15-02-2016 | Honorarberatung | Interview | Article

„Mifid II wird den Markt dramatisch verändern“

Authors:
Stefanie Burgmaier, Stefanie Hüthig
2:30 min reading time
Interviewee:
Karl Matthäus Schmidt

Der studierte Betriebswirt Karl Matthäus Schmitt ist Vorstandsvorsitzender der Quirin Bank. Er verantwortet unter anderem die Bereiche Privatkunden und Strategie sowie die Online-Vermögensverwaltung Quirion.

Karl Matthäus Schmidt spricht im Interview mit Bankmagazin über Honorarberatung im In- und Ausland, über die Folgen der Finanzmarkt-Richtlinie sowie die Unterschiede zwischen der digitalen Vermögensverwaltung Quirion und anderen Fintechs.

Springer Professional: Herr Schmidt, 95 Prozent der Deutschen wollen laut einer Studie von Netfonds, dass ihr Berater unvoreingenommen bei der Auswahl von Finanzprodukten ist. Die Mehrheit der Anleger würde also für eine unabhängige Beratung Geld bezahlen. Warum kommt der Markt für Honorarberatung hierzulande dennoch nicht so richtig in Schwung?

Schmidt: Als Quirin Bank sind wir schon seit neun Jahren in diesem Markt unterwegs und stellen zwei Punkte immer wieder fest: Der Kunde ist bereit, unabhängige Beratung zu entlohnen, wenn ihm das Prinzip erklärt wird. Die meisten Privatkunden können sich aber nicht vorstellen, dass es eine Bank gibt, die ausschließlich vom Kunden bezahlt wird und keine Provisionen vereinnahmt. Deshalb ist nach wie vor viel Aufklärung notwendig, um diese prinzipielle Bereitschaft von 95 Prozent in eine tatsächliche Nutzung der Honorarberatung umzuwandeln. Der Markt entwickelt sich gerade. Wir befinden uns noch immer in der Phase, in der sich nur informierte Kunden, die wissen, wie Banken Geld verdienen, um hochwertige Beratung Gedanken machen. Also müssen wir die Menschen ansprechen.

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01-02-2016 | BANKMAGAZIN-Gespräch | Issue 2-3/2016

„Mifid II wird den Markt dramatisch verändern“

Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Quirin Bank, über Honorarberatung im In- und Ausland, über die Folgen der Finanzmarkt-Richtlinie sowie die Unterschiede zwischen der digitalen Vermögens-verwaltung Quirion und anderen Fintechs.

In welchem Land funktioniert denn die Ansprache der Kunden schon heute?

In den USA sind die Verbraucher besser aufgeklärt, weil sie sich stärker um ihr Vermögen kümmern müssen, um für das Alter vorzusorgen. Damit ist auch die Honorarberatung dort wesentlich weiter verbreitet. Sie hat in etwa 25 Prozent Marktanteil und ist das am schnellsten wachsende Segment. In Europa sehen wir unterschiedliche Trends. Die Briten beispielsweise haben schon zehn Jahre früher als Deutschland begonnen, Transparenzvorschriften zu erlassen. Das hat aber nicht geholfen, denn die Kunden konnten trotzdem nicht einschätzen, ob sie Provisionen zahlen und wie teuer die Finanzprodukte wirklich sind. Deshalb haben sowohl die britische Bankenaufsicht FCA und — das ist entscheidend — auch die Bankindustrie selbst die Notwendigkeit gesehen, Provisionen und Kick-backs zu verbieten und stattdessen die Berater direkt zu entlohnen. Ähnlich gingen die Niederlande vor, dort gilt ein Provisionsverbot seit Januar 2014. Auch Australien ist diesen Weg sehr konsequent gegangen.

Was waren die Folgen des Provisionsverbots?

Natürlich sind ein paar Berater, salopp formuliert, „aus der Kurve geflogen“. Wobei ich glaube, dass es sich dabei eher um Verkäufer als um Berater gehandelt hat. Das heißt, es gibt heute weniger Berater in England, die dafür aber eine höhere Qualität anbieten. Auch die Menge der Produkte hat abgenommen und zugleich ist die Qualität der Produkte gestiegen. Denn die Produkte verkaufen sich nicht mehr von selbst, die Anbieter müssen nun auch qualitative Argumente finden, die den Verbraucher überzeugen.

Das vollständige Interview mit Karl Matthäus Schmidt lesen Sie in der Februar-Ausgabe von Bankmagazin.

Background information for this content

01-07-2010 | Kunden + Vertrieb | Issue 7/2010

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01-09-2014 | Aktuelles Thema | Issue 10/2014

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