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About this book

Der Band nimmt Erwerbsformen und -verläufe in den Blick, die zwischen abhängiger und selbstständiger Beschäftigung changieren. Sie haben – u. a. getrieben durch die digitale Transformation der Arbeitswelt – einen großen Variantenreichtum ausgebildet. Ihnen gegenüber stoßen wissenschaftliche Kategorien und politische Gestaltungskonzepte an ihre Grenzen, da sie entweder auf Selbstständigkeit und Unternehmertum oder auf Abhängigkeit und Beschäftigtenstatus ausgelegt sind. Mit dem Band werden neue Möglichkeiten der Erfassung, Beschreibung und der politischen Gestaltung von hybriden Erwerbskonstellationen ausgelotet.

Table of Contents

Frontmatter

Einleitung

Arbeitsmärkte unterliegen einem beständigen Wandel. Arbeitsprozesse und Arbeitsorganisation verändern sich in Folge technischer Innovationen, beeinflusst durch gesetzliche Regelungen und getrieben durch Schwankungen von Angebot und Nachfrage. Die global zu beobachtenden, insbesondere sich aber auf dem deutschen und europäischen Arbeitsmarkt vollziehenden Veränderungen stehen stark unter den Vorzeichen der Digitalisierung.
Andrea D. Bührmann, Uwe Fachinger, Eva M. Welskop-Deffaa

Grundlegende Bedingungen hybrider Erwerbsformen

Frontmatter

Erwerbshybridisierung – Verbreitung und Entwicklung in Deutschland

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Dies drückt sich nicht nur in einer deutlichen Zunahme von Teilzeitarbeit, sondern auch in einer deutlichen Zunahme der sogenannten Erwerbshybridisierung aus. Unsere Analysen auf Basis des Nationalen Bildungspanels zeigen zweierlei: Sowohl die hybride Selbstständigkeit – also die parallele Ausübung von Selbstständigkeit und abhängiger Beschäftigung oder sonstigen, nicht primär auf Erwerb ausgerichteten Tätigkeiten – als auch der mehrfache Wechsel zwischen Selbstständigkeit und sonstigen Erwerbsformen haben in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. Dies zeigt sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Derzeit geht schätzungsweise etwa die Hälfte aller Personen, die eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen, noch einer weiteren Tätigkeit nach, und mindestens jede fünfte startet zum zweiten oder dritten Mal in die Selbstständigkeit.
Rosemarie Kay, Stefan Schneck, Olga Suprinovič

Diskontinuität und Diversität beruflicher Selbstständigkeit

Neben der vielfach dokumentierten Diversität selbstständigen Erwerbs sind die seltener erforschten typischen Diskontinuitäten in Forschung und Politik systematischer zu berücksichtigen, insbesondere im Hinblick auf die Solo-Selbstständigen. Auch wenn Diskontinuitäten vorwiegend durch Marktdynamiken verursacht sind, lassen sie sich nicht ausschließlich als betriebswirtschaftliche Herausforderung betrachten. Aus einer erwerbssoziologischen Perspektive wird deshalb die Erweiterung des Analyserahmens auf die Ökonomie des privaten Haushalts und auf mit den Lebensphasen variierende soziale Einflüsse vorgeschlagen. Die institutionellen Regelungen einzelner Berufsfelder schaffen dafür (z. B. mit Kontrollen des Berufszugangs und der Absicherung sozialer Risiken) unterschiedliche Voraussetzungen. Erwerbshybridisierung, als die parallele oder wechselnde Betätigung in selbstständigen und abhängigen Erwerbsformen, lässt sich vor diesem Hintergrund als Strategie zur Herstellung von Kontinuität der Erwerbslage verstehen. Solche Bewältigungspraxen diskontinuierlichen Erwerbs liefern wichtige Bezugspunkte für die künftige Gestaltung der Erwerbsbedingungen in beruflicher Selbstständigkeit.
Hans J. Pongratz, Andrea D. Bührmann

Erwerbshybridisierung: Sozialpolitische (Folge-) Probleme

Erwerbshybridisierung als die Ausprägung von Erwerbstätigkeitsformen, die zeitlich parallel ausgeübt werden, bedingt potenziell für jede Erwerbstätigkeit das Problem der Absicherung sozialer Risiken. Dies erweist sich insbesondere dann als problematisch, wenn keine oder nicht für alle Formen der Erwerbstätigkeit eine Risikoabsicherung vorhanden ist. Ein Lösungsweg wäre die Einführung einer Versicherungspflicht für jede Erwerbstätigkeit und bei monetären Sozialtransfers die Kumulation der Ansprüche, wobei vom Prinzip her eine einkommensabhängige Beitragszahlung aufgrund der unterschiedlichen Einkunftsquellen und der daraus sich ergebenden Sparbereitschaft und Sparfähigkeit nahe liegt.
Uwe Fachinger

Erwerbsverläufe digitaler Nomaden

Hybridisierung der Beschäftigungsmuster in der digitalen Transformation
Zahlreiche Hinweise sprechen dafür, dass die Digitalisierung die Hybridisierung der Erwerbsverläufe beschleunigt: In vielfältigen Mustern werden Einkommen aus abhängiger und Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit kombiniert und gemeinsam das Lebenserwerbseinkommen der Beschäftigten bilden. Das soziale Sicherungssystem muss an diese neuen Normalbiografien angepasst werden. Für die Nomaden der digitalen Ökonomie ist die Unsicherheit über die Zukunft groß. Vertrauen schaffende Regeln zu setzen und schrittweise anzupassen, gehört daher unabweisbar zu den sozialpolitischen Herausforderungen für Politik und Tarifpartner. Bestehende Systeme müssen vor Denunziation geschützt und für die Gestaltung des Übergangs genutzt werden.
Eva M. Welskop-Deffaa

Interessenvertretung von (zeitweise) Selbstständigen in der Medienbranche

Die Medienbranche ist seit jeher Vorreiterin in Sachen Flexibilisierung und damit auch wechselnder, hybrider Erwerbsformen. Seit Gründung der Bundesrepublik haben Gewerkschaften Erfahrungen mit der Interessenvertretung von (zeitweise) Selbstständigen gesammelt. Dabei waren sie konfrontiert mit Arbeitsformen, die dem Ideal der Selbstverwirklichung durch freiberufliches Schaffen entsprachen – aber auch mit der anderen Seite der Medaille: der Entbetrieblichung und der damit oftmals einhergehenden Ausbeutung formal Selbstständiger in miserabler ökonomischer und sozialer Abhängigkeit von Auftraggebern und Auftraggeberinnen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und ihre Vorgängerorganisationen, speziell die Industriegewerkschaft Medien, haben sich dieser Herausforderung gestellt und frühzeitig Ideen entwickelt, neue Formen der Kollektivierung – auch für die soziale Absicherung Selbstständiger – zu entwickeln. Eine Reflexion der in der Medienbranche gesammelten Erfahrungen mit verschiedenen Formen hybrider Erwerbsverläufe – noch bevor erkennbar wurde, wie sehr die Hybridisierung der Erwerbsbiografien zum Charakteristikum vieler Dienstleistungsbranchen würde – kann als good-practise-Beispiel gewerkschaftlicher Interessenvertretung die Weiterentwicklung kollektiver Interessenvertretung in der Arbeitswelt 4.0 inspirieren.
Veronika Mirschel

Branchenbilder

Frontmatter

Pflegearbeit im Wandel

Zur Diversität von (selbstständigen) Erwerbsformen in der Pflege
Der Beitrag untersucht den Wandel der Erwerbstätigkeit in der Pflege, einem frauendominierten Berufsfeld. Die Pflegebranche zeichnet sich seit der Einführung der Pflegeversicherung durch Vermarktlichung, Kostendruck und hohe Arbeitsbelastung aus. Zugleich handelt es sich um einen Mangelberuf mit einer ungedeckten Nachfrage nach Arbeitskräften. Vor dem Hintergrund einer starken Zunahme hybrider Erwerbsformen, wie der Teilzeitselbstständigkeit, geht der Beitrag den Motiven von Pflegekräften für den Schritt in die Selbstständigkeit nach. Basierend auf qualitativen Interviews mit Selbstständigen im Pflegeberuf wird gezeigt, dass der Eintritt in den selbstständigen Erwerb angesichts von hohen Belastungen sowie einer niedrigen sozialen Wertschätzung und Vergütung eine Strategie des Berufsverbleibs darstellt. Die mit der selbstständigen Erwerbsform verbundenen Risiken werden von den Solo- bzw. Kleinselbstständigen dabei jedoch tendenziell unterschätzt.
Lena Schürmann, Claudia Gather

Hoch qualifizierte Solo-Selbstständige in IT und Medizin

In den letzten zwei Jahrzehnten lässt sich auf dem Arbeitsmarkt ein steigender Anteil Solo-Selbstständiger beobachten. Insbesondere unter hoch qualifizierten Arbeitskräften entwickelte sich diese Erwerbsform dynamisch, auch in Kombination mit anderen Erwerbstätigkeiten, und wird so zu einem Treiber der Erwerbshybridisierung. Hoch qualifizierte Solo-Selbstständige sind allerdings nur lückenhaft sozial-, arbeits- und mitbestimmungsrechtlich integriert. In diesem Beitrag analysieren wir Regulierungsbedarfe aus der Perspektive hoch qualifizierter Solo-Selbstständiger vor dem Hintergrund der Erwerbshybridisierung in Bezug auf die Integration in Sozialversicherung und Interessenvertretung. Die empirische Basis des Beitrags bilden zwei qualitative Studien mit Solo-Selbstständigen sowie mit Vertreterinnen und Vertretern traditioneller (Gewerkschaften und Berufsverbände) und neuer Intermediäre (Agenturen und Genossenschaften) in den IT-Dienstleistungen und in der Medizin. Die Analyse der Interviews zeigt, dass sich die hoch qualifizierten Solo-Selbstständigen in IT und Medizin hinsichtlich der Vergütung und ihrer (fachlichen) Autonomie gegenüber dem Status der abhängigen Beschäftigung im Vorteil sehen. Aus den komplexen Aushandlungen von Verträgen und aus der aktuell intensivierten Diskussion um Scheinselbstständigkeit erwächst jedoch ein großer Bedarf an Unterstützung und Beratung, der im Wesentlichen von neuen intermediären Akteuren adressiert wird.
Caroline Ruiner, Birgit Apitzsch, Maximiliane Wilkesmann

Selbstständige Arbeit als Grenzgang

Erwerbshybridisierungen im Kulturbereich
Der Artikel beleuchtet das Thema Erwerbshybridisierung am Beispiel des Kulturbereiches. Dort zeichnet sich ab, dass Erwerbsverläufe zunehmend mehrgleisig sind und eine steigende Anzahl an Erwerbstätigen zu Grenzgängern und Grenzgängerinnen werden, die die Grenzen der unterschiedlichen Erwerbsformen ausloten. Die These ist, dass Grenzgänger und Grenzgängerinnen die Erwerbsform Selbstständigkeit flexibel nutzen, um Berufs- und Lebenskonzepte mit Arbeitsmarktrealitäten zu synchronisieren. Eine praxisnahe Betrachtung von Arbeitsverhältnissen sollte sich dem Phänomen der Erwerbshybridisierung zuwenden, da Grenzgänge zwischen Erwerbsformen, zwischen Arbeitsverhältnissen sowie zwischen Erwerbsfeldern als eine Verschränkung der Flexibilisierung von Arbeit mit individuellen Erwerbsstrategien zu verstehen sind. Es wird untersucht, in welchen Formen Grenzgänge im Kulturbereich auftreten und zwischen drei Dimensionen unterschieden.
1.
Die erste Dimension bezieht sich auf Grenzgänge zwischen Erwerbsfeldern.
 
2.
Die zweite Dimension bezieht sich auf das Pendeln zwischen selbstständiger und abhängiger Arbeit.
 
3.
Die dritte Dimension ist ein berufsethisch motivierter Grenzgang, der als Standbein-Spielbein-Strategie ausgeführt wird.
 
Exemplarisch werden diese Phänomene am Beispiel qualitativer Daten diskutiert, die aus einer soziologischen Feldstudie der Designbranche stammen.
Alexandra Manske

Übergangsphänomen Crowdworking: Die Dinge, die da kommen werden

Crowdworking und Crowdworkingplattformen sind zentrale Phänomene des Übergangs von der traditionellen arbeitsteiligen Hierarchie zur netzwerkartigen Plattformorganisation. In dieser Transition entstehen hybride Erwerbsbiografien, da Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die oftmals noch reguläre Anstellungen aufweisen, beginnen, Fähigkeiten und Credentials auf Plattformen zu generieren und es entstehen hybride Organisationsformen, Netarchien, welche aus traditionellen Strukturen bestehen, aber auch schon kleinere oder größere Elemente aufweisen können, die Produkte und Dienstleistungen über Plattformen entwickeln und vertreiben. Crowdworking ermöglicht derart sowohl der Unternehmung als auch den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, die neue Funktionsweise der Plattformökonomie zu erlernen und – oft experimentell – auszugestalten. Gleichzeitig determiniert diese Rolle als Crowdworker aber auch den Zielzustand im digitalen Kapitalismus. Es erscheint bemerkenswert, dass die bisherigen Mechanismen der Solidarität durchbrochen werden. Gewerkschaften werden sich deshalb ebenfalls rekonstituieren müssen, um einen Interessensausgleich in der Digitalen Wirtschaft zu erreichen.
Ayad Al-Ani, Stefan Stumpp

Gestaltungsansätze für die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

Zugriff auf Arbeitskraft in der vernetzten Arbeitswelt

Stand und Perspektiven eines abgestuften arbeitsrechtlichen Schutzes für Arbeitskräfte im Grenzbereich zwischen abhängiger und selbstständiger Tätigkeit
Der Beitrag untersucht aus arbeitsrechtlicher Perspektive den Zugriff auf Arbeitskraft im Zwischenbereich zwischen abhängiger und selbstständiger Tätigkeit. Es wird analysiert, ob und wie das Arbeitsrecht diesen Zwischenbereich regelt. Konkret geht es um hybride Erwerbsformen, worunter hier Fälle gefasst werden, in denen Arbeitskräfte zeitlich gestaffelt, abwechselnd abhängige Arbeit als Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer und selbstständige Tätigkeit als Solo-Selbstständige verrichten, sowie Konstellationen, in denen zeitlich parallel selbstständige und abhängige Arbeit ausgeübt wird, und schließlich das Phänomen, dass die Tätigkeiten von Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmern und Solo-Selbstständigen sich angleichen. Es wird die These entwickelt, dass das arbeitsrechtliche System derzeit nur unzureichend auf hybride Erwerbsverläufe und Erwerbsformen eingestellt ist, und das für arbeitnehmerähnliche Personen geltende abgestufte Arbeitsrecht einer systematischen Fortentwicklung bedarf. Defizite des derzeitigen abgestuften Arbeitsrechts werden herausgearbeitet und Vorschläge für dessen Fortentwicklung präsentiert.
Andreas Bücker

Hybridisierung der Erwerbsformen – Arbeits- und sozialrechtliche Antworten

Der Wandel der Arbeitswelt, neue Informations- und Kommunikationstechniken, die Möglichkeit örtlich und zeitlich flexibel zu arbeiten, der Strukturwandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft und neue Arbeitsformen (Projektarbeit etc.) bringen nicht nur neue Belastungen für die Erwerbstätigen mit sich. Der Wandel der Arbeitswelt löst auch vielfach klare Bilder und Vorstellung davon auf, was wir herkömmlich unter Arbeitern, Angestellten – oder weiter gefasst – abhängig Beschäftigten verstehen. Erwerbsverläufe enthalten Phasen abhängiger und Phasen sonstiger Erwerbstätigkeit im Wechsel. Die Hybridisierung der Erwerbsarbeit schreitet voran. Herkömmliche Abgrenzungskriterien wie das Weisungsrecht nach Art, Zeit und Ort der Tätigkeit oder die Eingliederung in den Betrieb scheinen nicht mehr zu passen und können die wünschenswerte Vorhersehbarkeit und damit Rechtssicherheit für die Vertragspartner in zahlreichen Bereichen nicht mehr hinreichend gewährleisten. Herausgefordert sind sowohl die Rechtsprechung, die klären muss, ob die herkömmlichen Instrumente ausreichen oder zu schärfen bzw. weiterzuentwickeln sind. Der Gesetzgeber steht vor der Frage: Wen soll das Sozialrecht, insbesondere die Sozialversicherung schützen, ist es nicht an der Zeit, den Schritt hin zu einer Erwerbstätigenversicherung zu gehen und die Bedingungen hierfür zu schaffen, insbesondere die heiklen Finanzierungsfragen zu klären?
Rainer Schlegel

Erwerbs- und Einkommenshybridisierung

Herausforderung für die Soziale Sicherung
Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren zu hybriden Erwerbs- und Einkommensformen geführt; dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen. Die Alterssicherungssysteme, insbesondere die Rentenversicherung, sind von dieser Entwicklung sowohl auf der Finanzierungs- als auch auf der Leistungsseite betroffen. Soll die Alterssicherung ihrer Einkommensersatzfunktion wie bisher gerecht werden, müssen die maßgeblichen rechtlichen Regelungen an die veränderten Bedingungen angepasst werden. So wäre es aus systematischer Sicht naheliegend, alle Einkunftsarten, die regelmäßig zur Finanzierung des Lebensunterhaltes dienen und die im Alter typischerweise wegfallen, in die obligatorische Alterssicherung einzubeziehen. Das beträfe zum einen die Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, zum anderen aber auch alle anderen Einkünfte, die – z. B. über Crowdworking – zur Sicherung des Lebensunterhaltes generiert werden und im Alter entfallen. Falls Produkte oder Dienstleistungen über Internetplattformen angeboten, gegen Entgelt genutzt oder veräußert werden, ist eine Erfassung in aller Regel technisch möglich und sollte genutzt werden. Wenn den Sozialversicherungen die symmetrische Nutzung dieser technischen Möglichkeiten eröffnet wird, können sie unter den Bedingungen des digitalen Zeitalters der Einkommensersatzfunktion auch in Zukunft nachkommen.
Reinhold Thiede

Erwerbshybridisierung in Europa – sozialpolitische Herausforderungen

Die zunehmende Erwerbshybridisierung in Europa ist mit besonderen Herausforderungen an die Sozialpolitik verbunden. Werden die Systeme der sozialen Sicherung der Dynamik der Entwicklung gerecht? Inwiefern tragen Regelungen auf der EU-Ebene zur sozialen Sicherung der betreffenden Erwerbstätigen bei? Auf der EU-Ebene erscheinen die Initiativen zur sozialen Sicherung von hybrider Erwerbstätigkeit widersprüchlich und unzureichend. Auf der Ebene der Mitgliedsländer stellt sich der Sachverhalt anders dar. So erweist sich ländervergleichend das auf einer Grundrente basierende niederländische System hinsichtlich der Bewältigung der Risiken durch zunehmend flexible Arbeitsmärkte als überzeugender als leistungs- und äquivalenzbasierte Systeme. Das Beispiel Österreich zeigt aber, dass ein relativ hohes Niveau der Absicherung und klare, transparente und universelle Regelungen für alle Erwerbstätigen einschließlich der Selbstständigen auch für ein leistungs- und äquivalenzbasiertes System gelten können.
Karin Schulze Buschoff

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