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10-05-2019 | Immobilienmanagement | Im Fokus | Article

Mehrwerte durch Zertifizierung

Author:
Christoph Berger

Im Rahmen einer Masterarbeit wurden Bauherren nach ihren Motivationen zur Gebäudezertifizierung gefragt sowie die durch eine Zertifizierung erzielten Mehrwerte untersucht. Ein Ergebnis: Es geht um mehr als Marketing.

Die Motivation für eine Gebäudezertifizierung nach DGNB-Standards liegen laut dem Report "Mehrwert zertifizierter Gebäude" zwar für 80 Prozent derjenigen, die sich für eine Zertifizierung entschlossen haben, in Marketing- und Imagevorteilen, doch auch die Punkte – es waren Mehrfachnennungen möglich – Qualitätssicherung und Steuerungsinstrument (67 %), eine erhöhte Nachfrage von Seiten der Investoren, Mieter und Kunden (66 %), eine gesteigerte Produktivität und das Wohlbefinden der Gebäudenutzer (65 %), Kosteneinsparungen durch Vermeidung des Sick-Building-Syndroms (64 %), eine Verringerung der Betriebskosten (58 %), die Optimierung des Risiko-/Renditeverhältnisses (52 %), ein geringeres Leerstandsrisiko oder ein schneller Verkauf (51 %) sowie die Reduktion des idiosynkratischen Risikos (50 %) wurden noch von bis zu 50 Prozent der Befragten als Gründe angegeben. Erstellt worden war der Report im Rahmen einer an der Universität Maastricht betreuten Masterarbeit.

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Was die Mehrwerte betrifft, so wurde der Wert der Immobilie durch die Zertifizierung um durchschnittlich sieben Prozent erhöht – entweder bei Miete oder Verkauf. Bei Büro- und Verwaltungsgebäuden sogar um 8,3 Prozent und bei Geschäftshäusern um 12,5 Prozent. Die Wertsteigerung bei Logistikgebäuden lag bei durchschnittlich 3,7 Prozent, die von Wohngebäuden bei 2,5 Prozent. Zwar seien nachhaltige Gebäude aufgrund höherer Materialqualitäten und anderer Gründe zunächst oft teurer, heißt es in dem Report, jedoch würden sich diese unter anderem aufgrund geringerer Kosten für Energie, Wasser, Pflege und Instandsetzung langfristig rechnen.

Einklang von formulierten und erreichten Zielen

Danach gefragt, ob sich die in eine Zertifizierung gesetzten Erwartungen und Ziele erfüllt haben, gaben 80 Prozent an, dass sich diese haben realisieren lassen, 82 Prozent würden sich auch wieder für eine Gebäudezertifizierung entscheiden.

Die Frage, ob zertifiziert werden sollte oder nicht, wird auch im Kapitel "Projektphasen" des Springer-Fachbuchs "Bau-Projekt-Management" behandelt. Darin heißt es unter anderem, dass das Projektmanagement mit dem Auftraggeber in der Phase "Projektvorbereitung" klären müsse, ob eine Zertifizierung der Baumaßnahme angestrebt wird: "Sollte dies gewünscht sein, ist die Koordination des Zertifizierungsprozesses eine Besondere Leistung, die vom Bauherrn extra zu vergüten ist. Bei klassischen Renditeobjekten ist dies inzwischen, aufgrund der besseren Vermarktungsmöglichkeiten, zum Standard geworden. Der Auftraggeber muss dann entscheiden, welches Gütesiegel bei welcher Organisation erreicht werden soll." Ist diese Entscheidung getroffen worden, sei ein Unternehmen zu suchen, das den Zertifizierungsprozess verantwortlich begleiten kann. Die Auswahl eines Anbieters erfolge in der Regel anhand von Referenzprojekten und dem verantwortlichen Auditor (Projektleiter) als Prozessverantwortlichen, schreiben die Autoren weiter.

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