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09-05-2022 | Immobilienwirtschaft | Nachricht | Article

Mit dem Bildungsniveau steigen die Immobilienpreise

Author: Angelika Breinich-Schilly

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Die Menschen wohnen gerne in Metropolen und Ballungsräumen. Das hat die Mieten und Kaufpreise in deutschen Großstädten in der Vergangenheit hochgetrieben. Doch auch eine bessere Bildung und eine steigende Kaufkraft beeinflussen die Preisstrukturen bestimmter Regionen.

"In den vergangenen zehn Jahren sind die deutschen Immobilienpreise beispiellos gestiegen", sagt Stephan L. Thomsen, der das Institut für Wirtschaftspolitik an der Leibniz Universität Hannover (LUH) leitet. Gemeinsam mit seinem Kollegen Johannes Trunzer und Lars Brausewetter vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat er Daten zum Wohnungsmarkt aus den Jahren 2008 bis 2019 untersucht. 

Wohnraum in Großstädten besonders teuer

Besonders stark gestiegen sind die Immobilienpreise in den Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf. Aber auch in Süddeutschland und in Regionen mit höheren Anfangspreisniveaus müssen Menschen für den Kauf oder die Miete von Wohnraum deutlich tiefer in die Tasche greifen.

So kostet die Nettokaltmiete in Hamburg laut Statistischem Bundesamt im Durchschnitt 9,1 Euro pro Quadratmeter. In Sachsen-Anhalt sind es 5,3 Euro. Wie die Studie "Explaining Regional Disparities in Housing Prices across German Districts" außerdem zeigt, stehen Miet- und Kaufpreise unter anderem auch im Zusammenhang mit dem Bildungsniveau einer Regeion oder Stadt.

Bildung und Kaufkraft treiben die Immobilienpreise

"Zunehmende Bevölkerungsdichte, höhere Anteile akademisch gebildeter Arbeitnehmer sowie steigende Kaufkraft erklären unsere Ergebnisse", führt Thomsen aus. Haushalte mit höherem Bildungsniveau verdienen mehr und hätten deshalb eine bessere Kreditwürdigkeit. Sie sind daher in der Lage, höhere Mieten oder Hypotheken zu stemmen - mit Folgen für das Preisgefüge. 

Werden mehr neue Wohnungen gebaut, hat das zwar kurzfristig keinen Effekt. Dennoch zeigt die Analyse, dass eine Ausweitung des Wohnungsangebots "über den gesamten Beobachtungszeitraum durchaus mit geringeren Preisanstiegen einhergeht, was auf eine mittel- und langfristige Rolle von Angebotsengpässen hindeutet", erkläutert der Experte für Wirtschaftspolitik.

Hintergrund: Für ihre empirische Analyse haben die Forscher Wohnungspreisdaten mit sozioökonomischen Daten aus verschiedenen Quellen auf Kreisebene kombiniert. Hierfür nutzten sie qualitätsbereinigte Mietpreise sowie Kaufpreise für Häuser und Wohnungen aus dem RWI-GEO-REDX Datensatz des FDZ Ruhr am IWH. Der untersuchte Zeitraum umfasst Perioden mit moderatem (2008 bis 2013) und starkem Preiswachstum (2014 bis 2019).

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