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01-02-2018 | Immobilienwirtschaft | Im Fokus | Article

Logistikflächen profitieren von E-Commerce

Author:
Christoph Berger

Ganz kommen die Zahlen zum Flächenumsatz in der Logistik aus 2017 an die des Vorjahres nicht ran, doch die Experten sind sich einig: Eine nachlassende Nachfrage an Logistikflächen lässt sich daraus nicht ableiten. Im Gegenteil.

2017 ist laut JLL Germany zum dritten Mal in Folge auf dem Markt für Lager- und Logistikflächen die sechs Millionen-Quadratmeter-Marke überschritten worden. Umgesetzt wurden demnach durch Eigennutzer und Vermietungen 6,5 Millionen Quadratmeter. Zu ähnlichen Zahlen kommt auch der Anfang Februar 2018 erscheinende Logistikmarkt-Report 2018 von BNP Paribas Real Estate, aus dem bereits Ergebnisse veröffentlicht werden. Nach dem wurde die positive Tendenz der vergangenen Jahre mit einem nun festgestellten Flächenumsatz von 6,49 Millionen Quadratmetern erneut bestätigt.

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Standorte für Logistikimmobilien – Mit Kreativität gegen die Flächenknappheit

Der Logistikmarkt in Deutschland ist seit Jahren sehr dynamisch. Branchen wandeln sich, neue Vertriebswege kommen hinzu, Strukturen verändern sich. Der Bedarf an Lagerflächen wächst stetig, doch in Deutschland sind die Flächen nun einmal begrenzt. Wa


Den Rückgang von fünf Prozent gegenüber 2016 führt Christopher Raabe, Head of Industrial Letting bei BNP Paribas Real Estate, auf die von Jahr zu Jahr etwas variierende Anzahl an Großabschlüssen zurück. Frank Weber, Head of Industrial Agency JLL Germany, sagt: "Nach einigen starken Jahren ist der Markt zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, in ausreichendem Umfang Grundstücke für logistische Nutzung zu generieren." Dies sei ein Grund für den leichten Rückgang beim Umsatz – bei JLL liegt das Umsatzvolumen für 2017 drei Prozent unter 2016.

Mangelnde Grundstücksverfügbarkeit

Sowohl Raabe als auch Weber sind jedoch überzeugt, dass der leichte Rückgang 2017 nicht zu einem nennenswerten Rückgang an Logistikflächen führen wird. JLL ist davon überzeugt, dass aufgrund der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der anhaltend hohen Flächennachfrage, insbesondere in den etablierten Ballungsräumen, trotz der aufgezählten Einschränkungen auch 2018 die sechs Millionen-Quadratmeter-Marke wieder erreicht werden kann. Ebenso prognostiziert BNP Paribas-Experte Raabe einen weit überdurchschnittlichen Flächenumsatz in der Anlageklasse. Letztlich hänge das Erreichen der sechs Millionen-Quadratmeter-Marke aber davon ab, in welchem Umfang Großabschlüsse getätigt werden können. „Hierbei gewinnt auch eine sich immer weiter verengende Grundstücksverfügbarkeit zunehmend an Bedeutung“, so Raabe.

Mit dem Thema der knappen Flächen befasst sich auch Kuno Neumeier im Kapitel "Standorte für Logistikimmobilien – Mit Kreativität gegen die Flächenknappheit" des Springer Fachbuchs "Logistik – eine Industrie, die (sich) bewegt". Darin gibt er Antworten auf die Frage "Was tun angesichts der Flächenknappheit und der wachsenden Nachfrage nach guten Logistikimmobilienstandorten?“.

Onlinehandel und Logistikimmobilien

Laut Colliers International steht der Run auf Logistikimmobilien in Verbindung mit dem Boom im Online-Handel. Dieser würde zum einen für eine steigende Nachfrage bei neuen und modernen Logistikflächen in Deutschland sorgen und zum anderen die Mietpreise in den Logistikregionen steigen lassen. Eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC sieht es ähnlich und ist diesbezüglich zudem zu dem Ergebnis gekommen, dass rund ein Drittel der weltweiten Deals aus dem Logistik-Sektor auf Lagerhäuser und Distributionszentren fallen, sodass es auch dort heißt: Das starke Wachstum im Online-Handel macht solche Logistikimmobilien zu einer begehrten Anlageklasse.

Als weiteren Grund für das hohe Nachfrageniveau nennt Colliers International das große Interesse aus dem Ausland. 2017 seien vor allem Investoren aus dem asiatischen Raum auf der Suche nach attraktiven Anlagemöglichkeiten in einem wirtschaftlich, stabilen Umfeld gewesen und demnach auch bereit gewesen, mehr dafür auszugeben. Und schließlich hätte noch der erhöhte Wettbewerb die Kaufpreise ansteigen lassen.

Auch Christopher Garbe und Jan Dietrich Hempel kommen im Kapitel "Die Zukunft der Logistikimmobilie" zu dem Fazit, dass die mit der Zukunft im Blick gebaute Logistikimmobilie weiter ein attraktives Investment bleiben werde; der Markt für diese Asset-Klasse werde von Angebots- wie Nachfrageseite weiter wachsen. Dazu gehöre allerdings auch das entsprechende Know-how. Denn, so schreiben sie: „Nicht nur, aber gerade auch in sich sichtbar schnell entwickelnden Teilsegmenten des Marktes wie der E-Commerce-Logistik wird an vor nur zehn Jahren errichteten Gebäuden bereits heute deutlich, dass diese 'First-Mover'-Objekte inzwischen nach Bauform und Standorten oft auf dem besten Wege sind, durch fortschreitende Technik – zum Beispiel Ware-zum-Mann-Roboter anstatt Mann-zur-Ware-händisch-Kommissionierung – und Marktentwicklung – mehr kritische Masse und schnellere Lieferung führen zu Regionalisierung von Standorten – obsolet zu werden."

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