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About this book

Der industrielle Einkauf befindet sich am Anfang eines gewaltigen Wandels. Er war bis Mitte der 90er Jahre in Wissenschaft und Praxis der 'verlorene Sohn der Betriebs­ wirtschaftslehre', dem im Vergleich zu anderen Funktionsbereichen nur wenig Interesse entgegengebracht wurde. So sind Marketing, Personal, Controlling, um nur einige Fachgebiete der Betriebswirtschaft zu nennen, seit Jahrzehnten etablierte Elemente der Wissenschaft, während einkaufsrelevante Themenstellungen vornehm­ lich an Lehrstühlen der industriellen Produktion behandelt wurden und werden. Ein vergleichbares Bild ergibt sich aus Praxissicht Befanden sich Anfang der neunziger Jahre annähernd die Hälfte aller Vertriebsleiter in Geschäftsführungspositionen, sind bis zur Gegenwart die Einkaufsleiter vielfach der Finanzbuchhaltung unterstellt. Die traditionelle Rolle des Einkaufs steht im Gegensatz zu seiner Verantwortung. In vielen Branchen beträgt der Materialaufwand über 50 Prozent der Gesamtleistung und repräsentiert damit die größte GuV-Position eines Industrieunternehmens. Die Wahrnehmung dieser Diskrepanz und die Erkenntnis, daß eine drastische Verbesse­ rung der Unternehmensergebnisse nur durch die Kombination einer schlanken Produk­ tion, dynamischen Produktentwicklung und prozeßorientierten Beschaffung möglich wird, sind der Ausgangspunkt zur Neudefinition des Einkaufs in Wissenschaft und Praxis seit Mitte der 90er Jahre.

Table of Contents

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
„Noch immer ringen in den meisten Betrieben die Einkäufer um die gerechte Anerkennung ihrer Leistung. Das drückt sich sowohl in der Hierarchie-Stellung des Einkaufs wie auch im Gehalt aus. In manchen Branchen und Betrieben beschafft die Einkaufsabteilung 60 bis 70 Prozent des Produktwertes, ohne die organisatorische Rangstellung zu genießen, die dem Einkauf auf Grund eines solchen Beschaffungswertanteils am Unternehmen zukommen müßte. Das traditionelle Übergewicht des Vertriebs und der Technik drängt den Einkauf oft in eine untergeordnete Funktion, deren organisatorische Gliederungsmängel manchem Unternehmen Millionenverluste jährlich unerkannt verursachen. Der Einkauf beschränkt sich dabei vielfach auf die Rolle eines ausführenden Organs und zeigt mehr Ähnlichkeiten mit der Betriebsfeuerwehr, der zentralen Bestell-Schreibstelle und einem Terminverfolgungs-Kommando als mit einer schöpferisch tätigen Produktiv-Instanz im Sinne der genannten Abteilungsaufgabe.“ (Boje 1967, S.13)
Volker Hamm

2. Evolution der Einkaufsabteilung

Zusammenfassung
Dieses Kapitel zeichnet die Evolution der funktionalen Einkaufsabteilung beginnend mit den 60er Jahren bis zur Gegenwart unter verschiedenen Sichten nach. In Abschnitt 2.3 werden die zu erwartenden Tendenzen für die Einkaufsabteilung vorgestellt. Das Kapitel endet mit einem Resümee und leitet zur prozessualen Perspektive der Arbeit über.
Volker Hamm

3. Prozeßorientiertes Purchasing Engineering

Zusammenfassung
Prozeßorientiertes Purchasing Engineering stellt einen Ansatz zur prozeßorientierten Neugestaltung des Einkaufs dar. Es basiert auf den Methoden des Prozeßorientierten Business Engineering. Als Technik zur Neugestaltung dienen ‚informationstechnikbasierte Referenzprozesse‘. Entsprechend bildet der Referenzprozeßentwurf den Schwerpunkt des dritten Kapitels. Das Kapitel beginnt mit einer Einführung in das Prozeßorientierte Business Engineering. Bild 3/1 zeigt den Aufbau des Kapitels.
Volker Hamm

4. Referenzmodelle Beschaffungsprozeß

Zusammenfassung
Das vierte Kapitel beginnt mit der Beschreibung der Ist-Situation der Praxis anhand des konventionellen Beschaffungsprozesses. Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt in der Diskussion der in Kapitel 3.4.4 identifizierten Referenzmodelle für den Beschaffungsprozeß. Bild 4/1 zeigt den Aufbau des vierten Kapitels.
Volker Hamm

5. Schlußbetrachtung und Ausblick

Zusammenfassung
Ausgangspunkt der Arbeit ist die Forderung der beschaffungswirtschaftlichen Literatur und der Praxis nach einem strategischen Einkauf.
Volker Hamm

Backmatter

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