Skip to main content
main-content
Top

About this book

Die Herausgeber und die Autoren wollen mit dieser Festschrift den Kaufmann, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Vorstandsvorsitzenden der DATEV eG, Präsident des BITKOM e.V., Träger des Bundesverdienstkreuzes und vor allem den Menschen Professor Dieter Kempf ehren. Die Beiträge dieser Festschrift setzen sich in vielen Facetten und Blickwinkeln mit dem Thema „Informationstechnologien als Wegbereiter für den steuerberatenden Berufsstand“ auseinander. Dabei ist das Spektrum der Beiträge – ähnlich wie der Wirkungskreis von Dieter Kempf – sehr breit gefächert. Da allen Autoren eines gemein ist, eine gewisse persönliche Beziehung zu Dieter Kempf in Verbindung mit einer hohen persönlichen Wertschätzung des Menschen Dieter Kempf, finden in dieser Festschrift auch persönliche Worte ihren Platz.

Table of Contents

Frontmatter

Informationstechnologien

Frontmatter

1. Der digitale Wandel – Herausforderung für die bayerische Wirtschaft

Die Leistungsexplosion bei der Mikroelektronik und Netztechnik hat einen globalen Wandel entfesselt, der seinesgleichen sucht. Die Digitalisierung wird vieles verändern. Der Wandel betrifft uns alle.Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren alles, was digitalisiert werden kann, auch digitalisiert werden wird. Darauf muss sich die Wirtschaft einstellen.Ein einheitlicher Digitalbinnenmarkt schafft die kritische Masse für digitale Wertschöpfung und Konkurrenzfähigkeit auf Weltspitzenniveau. Europaweit abgestimmte Regeln und Standards sind hier wichtige Voraussetzungen.Bayern hat die Digitalisierung zu einem Schwerpunkt dieser Legislaturperiode gemacht. Im Rahmen der Initiative BAYERN DIGITAL stellt Bayern ein Volumen von rund 2 Milliarden Euro für die Digitalisierung des Standorts Bayern bereit.

Ilse Aigner

2. Führung in Zeiten der Digitalen Transformation – Der digitale Wandel und seine Wirkung auf die moderne Führung eines Unternehmens

In seinem Beitrag „Führung in Zeiten der digitalen Transformation“ schreibt Achim Berg, ehemaliger CEO der arvato AG, welche Chancen, Möglichkeiten und Herausforderungen die digitale Transformation bringt. Eines ist sicher: nichts wird bleiben, wie es ist.

Achim Berg

3. Die Entdeckung des Neuen

Der Pioniergeist, den einst Menschen wie Robert Bosch oder Konrad Zuse verkörperten, scheint in unserer heutigen Zeit aus der Mode gekommen. Man bekommt als Betrachter den Eindruck, dass es den Menschen stattdessen darauf ankommt, den Status Quo zu bewahren und Sicherheiten zu schaffen. Sich Veränderungen zu stellen oder auch einmal Risiken einzugehen ist eher ein Muss als eine bewusste und proaktive Entscheidung.Doch ist diese Entwicklung in Zeiten der Digitalisierung nicht besorgniserregend? Setzen wir damit unsere Rolle im internationalen Wettbewerb nicht aufs Spiel? Sollten wir als Volk der Erfinder und Erneuerer die Chance in den Veränderungen des 21. Jahrhunderts nicht beim Schopf packen und die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Innovationsentwicklung schaffen?Innovationsentwicklung ist für alle Branchen und Unternehmen heute zu einem Imperativ geworden, denn die Digitalisierung greift in alle Stufen der Wertschöpfung ein. Es braucht die Eigenschaften von Erfindern – nach Neuem zu streben, Unternehmer zu sein, Chancen zu sehen statt sich von Risiken einschüchtern zu lassen – um erfolgreich Innovationsentwicklung zu betreiben und sich an die sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Denn schaut man mit wachen Augen auf unsere heutige Zeit, dann wird deutlich: Die Suche nach dem Neuen ist für alle eine unausweichliche Notwendigkeit.

Ulrich Dietz

4. Die neue sozial-digitale Marktwirtschaft

Die Digitalisierung revolutioniert in einem disruptiven Prozess Wirtschaft und Gesellschaft. Am Anfang dieser Entwicklung stand die Medienbranche, gefolgt von Handel und Dienstleistungssektor. Wir erleben den Wandel zur Industrie 4.0 und gestalten bereits das nächste große digitale Innovationsfeld der Mobilität.Die Digitalisierung hat das Potenzial, die Wirtschaftsgeschichte industrialisierter Volkswirtschaften neu zu schreiben. Ob Deutschland Innovationsland bleibt oder Stagnationsland wird, hängt davon ab, ob es uns gelingt, unsere Innovationsführerschaft auch im digitalen Zeitalter zu behaupten.Deutschland hat die Chance auf ein digitales Wirtschaftswunder – wenn wir die Stärken der sozialen Marktwirtschaft nutzen, um den digitalen Wandel zu gestalten. Wir können den Sprung von der Industrie‐ und Dienstleistungsgesellschaft zur Innovationsgesellschaft 4.0 schaffen, wenn wir drei Aufgaben fest im Blick haben: schnelle Netze zu bauen, den Wettbewerb zu stärken und die Vernetzung voranzutreiben.

Alexander Dobrindt

5. Die öffentliche Hand – Kunden für IT-Dienstleister

Öffentlich‐rechtliche Körperschaften, die sich wirtschaftlich betätigen, müssen sich genauso organisieren und genauso behandeln lassen wie privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen. Schließlich treten sie als Konkurrenten im Wettbewerb auf. In der Praxis bereitet allerdings häufig die Abgrenzung dieser Tätigkeiten zu hoheitlichen Leistungen Probleme. Aber auch für diesen klassisch hoheitlichen Bereich werden von der Gesellschaft zunehmend Transparenz und eine Darstellung der finanziellen Situation gefordert.Damit ist die Erwartung verbunden, dass auch die Gebietskörperschaften, etwa Kommunen, über ein leistungsfähiges und modernes sowie aussagefähiges Rechnungswesen verfügen. Auch die zahlreichen Berufsverbände mit öffentlich‐rechtlichem Charakter sowie die sonstigen Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, Sozialversicherungsträger und Stiftungen des öffentlichen Rechts werden sich diesen Herausforderungen stellen müssen.

Georg Fahrenschon

6. Der Wachstumsturbo IT im Kontext des ökonomischen Paradigmenwechsels

Die Jahrzehnte von den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts bis heute waren und sind nicht nur geprägt von einem substanziellen ökonomischen Paradigmenwechsel, sondern auch von der Migration des Wesens der Informationstechnologien: Waren die achtziger und neunziger Jahre bis hin zum Anfang dieses Jahrtausends gekennzeichnet von primär wachstumstreibenden IT‐Innovationen, so veränderte sich gerade in den letzten Jahren das Wesen eben dieser IT‐Innovationen vom ursprünglichen „Turbo für Wachstum“ zu einem „Turbo des Wandels“ mit weitreichenden Wirkungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Dieser Wesensmigration auf den Grund zu gehen sowie Parallelen und ggfs. Zusammenhänge zwischen dieser Metamorphose der informations‐ und kommunikationstechnischen Entwicklung einerseits und dem – im Nachgang zur globalen Finanzmarktkrise 2008 induzierten bzw. forcierten – wirtschaftsordnungspolitischen Paradigmenwechsel andererseits aufzuzeigen, ist Kern dieses Beitrags. Hat die IT‐Entwicklung über lange Zeit hinweg primär Wachstum und Wohlstand gefördert, so stehen heute eher Kollateralwirkungen im Mittelpunkt des Diskurses, und zwar im Sinne einer Informationstechnologie als Wegbereiter und Katalysator für Veränderungen – im Nukleus Familie bis hin zu Weltwirtschaftsordnung und Weltsicherheitsarchitektur. Nichtsdestotrotz wird IT in der absehbaren Zukunft Turbo für Wachstum und Wandel sein.

Roland A. Fleck

7. Anforderung an ein modernes Buchhaltungssystem aus steuerrechtlicher Sicht

Die Verwendung EDV‐gestützter Buchhaltungssysteme ist für Unternehmen unerlässlich. Dabei sind neben den handelsrechtlichen Vorgaben auch die steuerlichen Rahmenbedingungen zu beachten. Daraus lassen sich besondere Anforderungen ableiten, die das eingesetzte System erfüllen muss. Ansonsten drohen gegebenenfalls Sanktionen durch die Finanzverwaltung.

Stephan Götzl

8. Die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für die Industrie der Zukunft

Die digitale Transformation der Industrie schreitet rasant voran. Die deutsche und europäische Industrie hat gute Voraussetzung, zu den Gewinnern dieses Wandels zu gehören. Doch gibt es eklatante Standortschwächen. Politik und Wirtschaft haben gemeinsam die Verantwortung, wegweisende Entscheidungen zu treffen. Die Verbesserung der Breitbandversorgung, die Harmonisierung des Datenschutzes in der EU und die Stärkung der Cybersicherheit sind die vorrangigen Aufgaben. Schaffen Politik und Unternehmen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche, wiedererstarkte IKT‐Industrie, sind große Wertschöpfungspotentiale möglich.

Ulrich Grillo

9. Lage und Herausforderungen der Cyber-Sicherheit in Deutschland

Die Digitalisierung bietet ökonomische sowie gesellschaftliche Potentiale, auf die ein hochentwickeltes und industrialisiertes Land wie Deutschland nicht verzichten kann. Mit der Digitalisierung gehen umfangreiche neue Herausforderungen für die Cyber‐Sicherheit einher. Hiervon sind alle Nutzergruppen – Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürger – betroffen. Insbesondere Identitätsdiebstahl, APT‐Angriffe und nachrichtendienstliche Angriffe sind von den aktuellen Gefährdungen hervorzuheben. Für erfolgreiche Lösungsansätze bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Wissenschaft. Zielsetzung gemeinsamer Anstrengungen muss sein: Kompetenz, Lösungsorientierung, Kooperation und Transparenz im Handeln zu erreichen bzw. zu schaffen. Dies gilt insbesondere in den Bereichen Kryptosicherheit, Cyber‐Sicherheit und IT‐Sicherheitsmanagement.

Michael Hange

10. Cybersecurity for an Open, Safe and Secure Cyberspace in Europe

Information and communication technologies (ICT) are the backbone of every modern society. An open, safe and secure cyberspace is essential to achieving the objectives of the EU, its core values set down in the EU Charter of fundamental rights, and for the growth of our economies both within the European single market and globally.Today the security of network and information systems is essential to the security of all the critical sectors in society. Electronic communications, finance, energy, health care, emergency services, industry, and so on, are all dependent on the security and resilience of communications networks. This includes the internet and connected computers. This dependency will only increase, as in the near future we will witness the so‐called internet of things, in which all sorts of everyday objects (things) will be connected and accessible via the internet giving rise to the smart home and the smart cities of the future.The EU wants to be a front runner and become a more sustainable economy and society. In this direction, the European Commission and Member States have to make sure there is a resilient and secure digital infrastructure. Within this context, EU’s vision for a digital single market is a top priority. The EU Cloud Strategy and other policy initiatives such as the EU Cyber Security Strategy, aim to make Europe an open, safe and secure cyber space for the economic growth and wealth of the European citizens.

Udo Helmbrecht

11. Wege in ein digitales Wirtschaftswunder. Mobile & Cloud First: Wie die digitale Transformation Geschäftsmodelle, Arbeitswelt und Privatleben verändert

Ein digitaler Wandel durchdringt Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen. Er ist keine Option, rasant und nicht mehr reversibel. Das beweisen diejenigen Branchen, die schon eine intensive Transformationsphase hinter sich gebracht haben.Angesichts dieser Dynamik, ist die Begrifflichkeit „Digitales Wirtschaftswunder“ durchaus angemessen, denn das überproportionale Tempo der ökonomischen Prozesse lässt allenfalls erahnen, was in den kommenden Jahren noch auf uns zukommen wird. Hingegen sehr sicher können wir sein, wenn es darum geht, die Treiber des Wunders zu identifizieren. An erster Stelle stehen hier zwei Technologien, nämlich Cloud und Mobile. Diese beiden bilden die Basis der digitalen Transformation. Sie sind die Plattform für additive Technologien wie Social oder Big Data, auf ihnen findet der Wandel statt.Unternehmen müssen bei diesem Wandel offen für neue Technologien sein, sich mit deren Potential – im Positiven wie im Negativen – für ihr Geschäftsmodell beschäftigen. Sie sollten offen sein für Cloud Technologien und mobile Services, die Grundlage für weitere Technologien und Innovationen bilden.Letztlich geht es bei der Realisierung eines digitalen Wirtschaftswunders aber auch um gesamtgesellschaftliche Verantwortung und Chancen, denen wir uns alle stellen müssen. Die digitale Welt hat Spielregeln die global wirken, die wir aber aus Deutschland nutzen und mitgestalten können.

Christian P. Illek

12. Vertrauen – die Währung der digitalen Wirtschaft

Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sind in einer bevorzugten Ausgangsposition, um sich als professionelle Dienstleister in der digitalen Wirtschaft zu positionieren. Für sie ist es Routine, beim Umgang mit sensiblen Kundendaten durch Werte wie Vertrauen, Integrität und Verantwortungsbewusstsein zu überzeugen. Allerdings braucht es indes noch andere Rahmenbedingungen, damit die digitalen Pendants ihrer „analogen“ Tätigkeit eins‐zu‐eins entsprechen. Dazu gehören sichere Wertschöpfungsnetze, die von vorneherein vertrauenswürdig sind, ein grenzüberschreitender Rechtsrahmen, umfassende Sicherheit in netzbasierten Technologien und letztlich ein gewisses Maß an Innovationsbereitschaft. Denn auch für Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gibt es zahlreiche Ansatzpunkte, ihre Abläufe zu digitalisieren, ohne Einschränkungen hinsichtlich Sicherheit oder Vertraulichkeit in Kauf nehmen zu müssen.

Michael Kleinemeier

13. Big Data Analytics: Besser als der Blick in die Glaskugel – Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts

Das weltweite Datenvolumen wächst rasant und das Thema Big Data ist in aller Munde. Doch was ist Big Data und welche Daten sollten Unternehmen auswerten? Welche Methoden versprechen den größten Nutzen, welche Vorteile können Finanzabteilungen und wirtschaftsberatende Berufe aus der Datenauswertung ziehen und wie wird die Zukunft der Datenanalyse aussehen? Ein fundamentaler Wandel entsteht durch kognitive Systeme – eine neue Ära, in der Menschen und Maschinen intelligente Dialoge in natürlicher Sprache führen, bei denen beide Seiten gleichermaßen dazulernen und voneinander profitieren.

Martina Koederitz

14. Die Bedeutung der Informationstechnologie für die Wirtschaft im Spannungsfeld mit den Rechten der Nutzer und Kunden

Ein Blick auf die deutsche und europäische Entwicklung der Informations‐ und Kommunikationstechnologie (IKT) zeigt, dass es einen riesigen Nachholbedarf gibt.Industrie 4.0 drückt als Schlagwort die vierte große industrielle Revolution aus – nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automation.Das Fraunhofer‐Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation rechnet bis 2020 mit weltweit 50 Mrd. vernetzten Endgeräten. Maschinen werden nach den Industrie 4.0 Vorstellungen untereinander und mit den Bedienern in Echtzeit digital kommunizieren. Die IKT wird danach künftige Geschäftsmodelle dominieren. Ein leistungsfähiger High‐Tech‐Sektor kann zum Innovationsmotor werden, den Europa im globalen Wettbewerb dringend braucht. Es gibt also große Chancen und Perspektiven auch in Europa. Und es gibt die Notwendigkeit, die Risiken zu sehen, die in einer vollständigen Vernetzung von Menschen, Prozessen und Dingen liegen, mit der neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäfte ermöglicht werden sollen.Mit der Digitalen Agenda will sich die Bundesregierung das Internet, von der Bundeskanzlerin als terra incognita bezeichnet, erschließen. Die große Koalition erhob diese Digitale Agenda, vorgestellt im August 2014, zum Vorzeigeprojekt mit vielen Einzelprojekten. Die drei zuständigen Minister richten einen Steuerungskreis digitale Agenda ein, aber was gesteuert werden soll, bleibt doch noch im Ungefähren.Die digitale globale Entwicklung findet bisher vorwiegend außerhalb Europas statt.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

15. Kundenintegration im Softwareentwicklungsprozess

Der Beitrag befasst sich mit den Chancen und Möglichkeiten, durch den Einsatz von Crowdsourcing im Rahmen des Innovationsmanagements Kundenbedürfnisse und ‑anforderungen interaktiv in den Softwareentwicklungsprozess zu integrieren. Er fasst dabei die Untersuchungsergebnisse einer Bachelorarbeit von Valeria Gregor zusammen, die Ansätze zur weiteren Intensivierung des Kundeneinbezugs in allen Phasen des Produktentwicklungsprozesses – von der Prototypenerstellung bis zur Diskussion nach erfolgtem Rollout – aufzeigt.

Walter Lösel, Henning Gulden

16. Das digitalisierte Kontrollorgan?

Vielfältige Informationen aus dem Wirtschaftsleben lassen erkennen, dass das lange Zeit in der Bundesrepublik anzutreffende konstruktive Vertrauensverhältnis zwischen Vorständen und Aufsichtsräten sowie anderen Kontrollorganen nicht mehr ohne Weiteres unterstellt werden kann. In Anlehnung an Kontrollmechanismen in anderen Feldern, z. B. im Flugverkehr oder in Kernkraftwerken, ist daran zu denken, die Kommunikation zwischen Unternehmensleitungen und ihren Kontrollorganen stärker zu automatisieren. Dabei ließen sich bewährte und neuere Entwicklungen der Wirtschaftsinformatik kombinieren.

Peter Mertens

17. Digitale Infrastruktur als Basis für einen optimalen Informationsfluss

Im heutigen digitalen Zeitalter haben Informations‐ und Telekommunikationstechnologien enorm an wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Bedeutung gewonnen. Diese sog. Schlüsseltechnologien dienen als Grundlage innovativer Geschäftsmodelle und der Erschließung neuer Märkte. Dabei sind die gesellschaftlichen Bereiche Wirtschaft und Gewerbe, Forschung und Lehre, öffentliche Verwaltung und Einrichtungen als auch das Privatleben einem maßgeblichen Wandel unterzogen. Mit Web 2.0 und Industrie 4.0 seien nur zwei der bedeutendsten Schlagworte genannt, die mit der Digitalisierung und der zunehmenden intelligenten Vernetzung von Systemen und gesellschaftlichen Bereichen einhergehen. Als Basis dieser Entwicklungen dient eine moderne Infrastruktur, die einen optimalen Informationsfluss aller Beteiligten ermöglichen muss. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der ITK als branchenübergreifender, strategischer Erfolgsfaktor wurde mittlerweile von Gesellschaft und auch Politik erkannt. Dennoch droht Deutschland den internationalen Anschluss zu verlieren, weshalb weitere Anstrengungen zum Ausbau digitaler Hochleistungsinfrastruktur notwendig sind, um die Trendwende herbeizuführen.

René Obermann, Markus Weiß

18. Datenverarbeitung ohne Papier – von der ersten Mail bis zu Big Data

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Datenverarbeitung und Kommunikation in den Büros massiv gewandelt. Von der „klassischen“ E‐Mail bis zum neuesten Trend Big Data – durch sinnvollen und strukturierten Einsatz dieser Instrumente können Unternehmen oft viele Ressourcen sparen.

Bernhard Rohleder

19. Die strategische Betrachtung eines neuen Preis- und Lizenzmodells in der Softwarebranche

Ein neues Preismodell ist mehr, als nur eine neue Preisliste zu drucken. Ein Preismodell in der Softwarebranche ist immer auch ein Lizenzmodell, das umfassend durchdacht und zwingend Teil der Unternehmensstrategie sein muss. Verändern sich die Unternehmensstrategie, das Marktumfeld oder technologische Rahmenbedingungen, dann muss nicht selten auch das Preis‐ und Lizenzmodell angepasst werden. Hierbei stellt sich die Frage: Revolution oder Evolution? Weder noch – eine revolutionäre Entwicklung in der Softwarebranche führt nicht zwangsläufig zu einer revolutionären Wandlung des Anwenderverhaltens. Das Beharrungsvermögen und der eher konservative Umgang der Mehrheit der deutschen Anwendercommunity mit der IT werden über einen längeren Zeitraum alte und neue Softwarewelten parallel am Leben halten. Preisstrategien und Lizenzmodelle müssen in vielen Fällen evolutionär angepasst werden, trotz vielleicht revolutionärer technologischer Veränderungen. Die Bandbreite an unterschiedlichen Preis‐ und Lizenzmodellen wird deshalb in den kommenden Jahren vermutlich zunehmen. Egal welche Entscheidungen die Softwareanbieter also vor dem Hintergrund aktueller Trends, z. B. dem Vormarsch von Software‐as‐a‐Service‐Lösungen, treffen, eine Überprüfung der bestehenden Preis‐ und Lizenzmodelle ist mehr denn je von strategischer Bedeutung für das Unternehmen.Verändert ein Unternehmen seine Preis‐ und Lizenzstrategie, gehen damit häufig auch Veränderungen bestehender Faktoren im Unternehmen einher, wie z. B. die Kundenbeziehung, das Angebotsportfolio oder auch die Vertriebsprozesse.Im folgenden Artikel werden im ersten Teil die Erfolgsfaktoren eines neu zu konzipierenden Preismodells in der Softwarebranche dargestellt, die im zweiten Teil am praktischen Beispiel der DATEV eG erläutert werden.

Eckhard Schwarzer

20. Software verändert die Welt: Die Zukunft gehört dem digitalen Unternehmen

Die Digitalisierung ist mehr als ein weltweiter Technologietrend. Mit ihr ist ein neues Zeitalter angebrochen, dessen Anfänge wir gerade erleben. Die fortschreitende Digitalisierung sämtlicher Arbeits‐ und Lebensbereiche sorgt für kontinuierlich wachsende Datenmengen, eröffnet Unternehmen neue Wachstumsfelder und bringt Volkswirtschaften enorme Effizienzgewinne. Es ist deshalb unerlässlich, die Auswirkungen der Digitalisierung auf bestehende Geschäftsmodelle zu verstehen und die erforderlichen Veränderungen voranzutreiben. Nur so gelingt die digitale Transformation, denn die Zukunft gehört dem „digitalen Unternehmen“.

Karl-Heinz Streibich

21. Es ist genau so – oder auch genau anders!?

Eine kurze Recherche in Wikipedia führt zu mindestens acht unterschiedlichen Definitionen des Begriffes „Wahrheit“. Diese Begriffsvielfalt hat den Verfasser dazu bewogen, einige der sogenannten Wahrheiten kritisch zu beleuchten. Es stellt sich dabei heraus, dass schon in der Bibel ein‐ und derselbe Sachverhalt unterschiedlichen Wahrheitsinterpretationen unterliegt. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass es in einer Welt der Informationsvielfalt und einer nur begrenzten menschlichen Informationsverarbeitungskapazität immer schwerer fällt, zwischen wahr und falsch, richtig oder unrichtig, es ist genau so oder auch genau anders zu differenzieren. Und die Medienhoheit hat in der Regel das Spektakuläre.Mit ebendiesem Phänomen beschäftigt sich der nachfolgende Beitrag. Und wer sollte dieses Phänomen nicht besser verstehen als Kenner der Steuerberatung und der Marktforschung.

Klaus L. Wübbenhorst

22. Cybercrime als Herausforderung für die Internetgesellschaft

Die moderne Gesellschaft ist weltweit vernetzt, Kommunikation hat sich beschleunigt und viele sind nahezu immer „online“. Globalisierung, Technisierung und Digitalisierung haben heutige Lebens‐ und Arbeitswelten grundlegend verändert. Damit einhergehend hat sich auch die Kriminalität gewandelt. Kriminelle nutzen die Möglichkeiten der digitalen Welt gnadenlos aus. Anonymisierung und Kryptierung tragen dazu bei, dass die Strafverfolgungsbehörden massive Probleme bei der Aufklärung von Straftaten der sogenannten Cybercrime haben. Doch nicht nur Privatpersonen, auch Wirtschaftsunternehmen sind von Cybercrime betroffen. Dies kann von Ausspähungen über Hacks von Servern zu Angriffen auf Kritische Infrastrukturen reichen. Die Sicherheitsbehörden benötigen Detailkenntnisse zu solchen Angriffen, um wirkungsvolle koordinierte Maßnahmen ergreifen zu können. Dazu sind sie auf Anzeigen der Unternehmen angewiesen. Der Vernetzung der Täter müssen Netzwerke der Sicherheit entgegen gesetzt werden. Eine vertrauensvolle Kooperation von Sicherheitsbehörden mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ist unerlässlich. Zudem müssen die Auswirkungen von Cybercrime auf das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit im deutschen Rechtsstaat diskutiert werden. Auf wieviel Privatsphäre können die Nutzerinnen und Nutzer zu ihrer Sicherheit verzichten, wenn sie sich in der digitalen Welt bewegen? Das Strafrecht gilt auch im Cyberspace und muss den veränderten Gegebenheiten angepasst werden.

Jörg Ziercke

23. Herausforderungen der Digitalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft

Das Leben vor dem Internet war schön. Man hat sich noch „richtig“ verabredet, Gespräche fanden von Angesicht zu Angesicht oder zumindest am Telefon statt, wenn Feierabend war, dann war eben Feierabend. Heute ist man sogar während des Essens mit seinem Smartphone beschäftigt, der letzte Blick vor dem Schlafengehen geht auf ein Display und der Anbieter des von uns bevorzugten Betriebssystems weiß mehr über uns als unser Lebenspartner.Niemand hat vorhergesehen, was vor mehr als 30 Jahren mit dem Empfang der ersten Email in Deutschland begann. Nicht nur Unternehmenslenker und Führungskräfte, sondern auch viele Arbeitnehmer sind heute rund um die Uhr erreichbar. Von einer Sekunde auf die andere kann sich der Kollege oder die Kollegin im Werk in China mit der Personalabteilung in Deutschland in Verbindung setzen. Das Smartphone – von einigen bereits als „elektronische Fußfessel“ bezeichnet – leuchtet ohne Erbarmen auch nach dem offiziellen Dienstschluss auf. Surfen, mailen, Verabredungen treffen, Waren bestellen, Rechnungen stellen, Geld überweisen, soziale Netze nutzen – Computer und Internet sind am Arbeitsplatz und zu Hause längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Das Zeit‐ und ortsunabhängige Arbeiten und organisieren des Familienlebens ist keine Utopie sondern für viele der Normalfall. Ist das Segen oder Fluch – oder beides zugleich?

Brigitte Zypries

Der steuerberatende Berufsstand

Frontmatter

24. Auswirkungen legislativer Vorgaben auf Software-Migrationsprojekte im kaufmännischen Bereich

Laufend werden neue gesetzliche Vorgaben erlassen, die Auswirkungen auf unternehmerische Tätigkeiten haben, indem sie eine gesamte Volkswirtschaft, Märkte, das Unternehmensumfeld, Geschäftsprozesse oder gar einzelne wirtschaftliche Entscheidungen beeinflussen. Diesem legislativen Druck steht in den kaufmännischen Bereichen ein Bedarf an Soft‐ und Hardwarelösungen gegenüber, deren Zusammenspiel und Integration durch die zunehmende Digitalisierung von Prozessen und Arbeitsabläufen massiv an Bedeutung gewinnen. Für diese Integration und zur Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen bedarf es der Durchführung von Software‐Migrationsprojekten. Hierzu muss ein geeignetes Projektmanagement initiiert werden, das eine erfolgreiche Migration in die unternehmerischen Prozesse sicherstellt. Durch den fehlenden oder zumindest stark reduzierten Handlungsspielraum und eine zwingende Umsetzung – bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Vorgaben – unterscheiden sich jedoch Software‐Migrationsprojekte, die aufgrund legislativ induzierter Veränderungen durchgeführt werden, von Software‐Migrationsprojekten ohne diesen legislativen Veränderungsdruck. Die Gewichtungen und Schwerpunkte einzelner Themenfelder innerhalb des Projektmanagements verschieben sich teilwiese deutlich.

Christian Bär, Michael Hau

25. Das Baetge-Bilanz-Rating in der Unternehmens- und Steuerberatung sowie in der Wirtschaftsprüfung

Der Beitrag erläutert, wie das Baetge‐Bilanz‐Rating (BBR) als Beispiel für ein „modernes“ Verfahren der Bilanzanalyse erfolgreich in der Unternehmens‐ und Steuerberatung sowie in der Wirtschaftsprüfung eingesetzt werden kann. Zunächst werden die Funktionsweise von Künstlichen Neuronalen Netzen bei der Mustererkennung erläutert und die Einsatzmöglichkeiten zur objektivierten Bilanzanalyse gezeigt. Anschließend wird das Baetge‐Bilanz‐Rating, das auf der Künstlichen Neuronalen Netz‐Analyse basiert, vorgestellt und erläutert, wie die Ergebnisse einer BBR‐Auswertung in Beratung und Prüfung des analysierten Unternehmens genutzt werden können.

Jörg Baetge, Alexander Flügel, Jan Conrad

26. E-Bilanz: Herausforderungen und Erfahrungen

Die E‐Bilanz ist nach der Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung von Steuererklärungen im Unternehmensbereich ein weiterer Schritt zur Realisierung des E‐Government‐Projektes der Bundesregierung. Mit ihrer Einführung wurden durch Gesetzgeber und Verwaltung Rahmenbedingungen geschaffen, die weitreichende Auswirkungen auf unternehmerische Prozesse und Dienstleistungen haben. Durch Einbeziehung der Betroffenen in die Projektorganisation sollte diesem Gesichtspunkt Rechnung getragen und ein angemessener Interessenausgleich zwischen Verwaltung und Wirtschaft herbeigeführt werden. Bei der Umsetzung waren und sind viele Herausforderungen technischer Art seitens der IT‐Dienstleister, aber auch fachlicher und organisatorischer Art seitens der Unternehmen und des steuerberatenden Berufsstands zu bewältigen. Auch wenn die Praxiseinführung im ersten Jahr relativ problemlos verlief, stellen die Bewältigung der zweiten Stufe ab Veranlagungszeitraum 2015 sowie die zunehmende Verpflichtung zur Übermittlung strukturierter Daten IT‐Dienstleister, Unternehmen und steuerberatenden Berufsstand weitere Herausforderungen dar.

Manfred Dehler, Lars Meyer-Pries

27. Abschied vom Papierarchiv – Steuerberater schaffen Grundlage zum rechtssicheren ersetzenden Scannen und leisten damit einen Beitrag zur Entbürokratisierung

In der Diskussion um den Bürokratieabbau in Deutschland wird häufig betont, dass insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland Nutznießer sein sollen. Gleichwohl kommen die Entbürokratisierungsbemühungen oftmals nicht bei ihnen an. So verursacht beispielsweise das Handling und die Archivierung von Papierrechnungen jährliche Kosten in Höhe von 3,2 Mrd. Euro.Die Steuerberater wollen und können hier als Multiplikatoren wirken, um das Thema Entbürokratisierung in die KMU zu tragen. Denn die Übernahme von Aufgaben im Bereich der Buchführungs‐ und Aufbewahrungspflichten ist nach wie vor eine Kerntätigkeit des steuerberatenden Berufs. Hierbei wird zunehmend mit digitalen und digitalisierten (gescannten) Belegen gearbeitet. In der Praxis führt dies allerdings bislang zu einer Verdopplung des Arbeitsaufwandes, indem sowohl die Papier‐ als auch die gescannten Belege aufbewahrt werden, da bei den KMU und den Berufsangehörigen häufig noch Unsicherheit bei der praktischen Durchführung eines ersetzenden Scannens, d. h. der Vernichtung des Papierbelegs nach dem Scanvorgang, besteht.Vor diesem Hintergrund haben der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) und die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) gemeinsam eine Muster‐Verfahrensdokumentation zur Digitalisierung und elektronischen Aufbewahrung von Belegen inkl. Vernichtung der Papierbelege entwickelt, die im März 2014 veröffentlicht wurde. Sie bietet als erstes branchenspezifisches Vorgehensmodell für Berufsangehörige und KMU eine Hilfestellung, Belege in einem strukturierten Verfahren zu scannen und sodann zu vernichten, ohne gegen geltende Ordnungsmäßigkeitsnormen zu verstoßen.

Richard Deußen

28. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer als Coaches ihrer Mandanten bei Unternehmensführung und IT-Sicherheit

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer beraten ihre Mandanten längst nicht mehr nur in steuerlichen Angelegenheiten. Einen immer größeren Stellenwert in ihrem Beratungsportfolio nehmen heute bereits Fragen der Unternehmensführung ein, wenn es beispielsweise um die betriebswirtschaftliche Beratung zu Finanz‐ und Erfolgsplanungen oder bei Unternehmensnachfolgen geht. Aber auch Fragen der IT‐Sicherheit gewinnen nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Diskussionen um das Ausspähen von Daten oder sog. Identitätsdiebstähle zunehmend an Bedeutung.Hier können Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ihre Mandanten zielgerichtet und „ganzheitlich“ beraten. Neben ihrem verlässlichen Know‐how im Bereich der klassischen Beratung in Steuer‐ oder Prüfungsfragen bieten sie mit ihrem Spezialwissen zugleich auch im Bereich der betriebswirtschaftlichen Beratung den notwendigen Gesamtüberblick.Damit werden Steuerberater und Wirtschaftsprüfer immer mehr als interdisziplinäre Coaches wahrgenommen, welche die Unternehmen aktiv dabei unterstützen, ihre Wettbewerbssituation am Markt auch in Zeiten des demografischen Wandels zu verbessern und sie vor Angriffen zu schützen. Zudem genießen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer bei ihren Mandanten ein großes Vertrauen. Damit sind sie die qualifizierten Wegbegleiter, wie sie sich der Mittelstand wünscht.

Harald Elster

29. Vergleich von Bilanzratings

Ratingverfahren haben den Anspruch, insolvenzgefährdete Unternehmen rechtzeitig zu identifizieren und damit das Investitionsrisiko der Bank bzw. des Investors adäquat abzubilden. Dabei wäre es grundsätzlich zu erwarten, dass die verschiedenen Bilanzratingsysteme von Banken und Ratingagenturen zu einer weitgehend einheitlichen Bonitätseinschätzung gelangen, wenn sie auf eine einheitliche Datenbasis der zu beurteilenden Unternehmen zurückgreifen. Der Beitrag zeigt anhand der grundsätzlichen Konzeption von Bilanzratingmodellen sowie den Ergebnissen einer empirischen Untersuchung auf, in welchem Umfang und aus welchen Gründen die Bonitätseinschätzungen von Banken und Ratingagenturen bei gleichem Dateninput voneinander abweichen können.

Josef Fischer, Andreas T. Fischer

30. Faszination Steuerberatung: Leitbild und Informationstechnologie – Grundpfeiler der Steuerberatung

Die Tätigkeit als Steuerberater ist faszinierend, weil fast täglich neue, unerwartete geistige Herausforderungen auf den Berufsangehörigen warten, denn von ihm, als einem Pfadfinder durch das Dickicht des Steuerrechts, erwarten die Ratsuchenden, dass er sein ganzes Wissen nutzt, um ihre Steuerlast zu minimieren. Wie bei allen Freien Berufen beruht der Erfolg seiner Tätigkeit auf dem Vertrauen seiner Mandanten. Einen Pfeiler dieses Vertrauensverhältnisses bilden die Berufsgrundsätze, wie gewissenhafte Berufsausübung, eigenverantwortliches Handeln, Verpflichtung zur Verschwiegenheit und Pflicht zur Fortbildung, zu deren Einhaltung jeder Steuerberater sich bei seiner Bestellung verpflichtet. Der andere Pfeiler, auf dem dieses Vertrauen ruht, ist die Anwendung der modernsten Informationstechnologien, wie sie beispielsweise von der DATEV zur Verfügung gestellt werden. Um die Bedeutung der Berufspflichten zu betonen, auch gegenüber der Öffentlichkeit, hat der Berufsstand sie im Leitbild des steuerberatenden Berufs besonders herausgearbeitet. Die Bewahrung der Grundsätze dieses Leitbilds und ihre Umsetzung im gelebten Selbstverständnis gegenüber den Mandanten gewährleisten den Fortbestand des steuerberatenden Berufs, ob in der jetzigen – regulierten – Form oder als werthaltige „Marke“ Steuerberater.

Klaus Heilgeist

31. Abschlussanalyse 4.0

Als Abschlussanalyse 4.0 kann man IT‐gestützte Verfahren bezeichnen, die sich zur Urteilsbildung nicht auf Kennzahlen beschränken, die (fast ausschließlich) aus monetären Größen gebildet wurden. Gegenstand einer automatisierten Auswertung ist vielmehr der als Datei vorliegende komplette Abschlussinhalt einschließlich seiner nicht‐monetären quantitativen und verbal‐qualitativen Inhalte, die sich insbesondere in Anhang und Lagebericht finden („footnote disclosure“). Der Beitrag gibt einen Überblick zu bereits nutzbaren Methoden und einen Ausblick auf die mögliche künftige Entwicklung.

Klaus Henselmann

32. Software zur Unternehmensbewertung. Was leistet die Software und was wird vom Anwender erwartet?

Die Berechnung von Unternehmenswerten ist mit einer Vielzahl von Rechenschritten verbunden. PC‐Programme können diese Rechenarbeiten übernehmen und bei der Vergangenheitsanalyse Unterstützung bei der Aufbereitung des Zahlenmaterials liefern. Eine Unterstützung kann ebenfalls bei der Unternehmensplanung erfolgen. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass mit der Unternehmensbewertung eine Vielzahl von Entscheidungen verbunden ist, die nicht vom Computer übernommen werden können. Hilfreich ist die Durchrechnung beispielsweise der persönlichen Steuern und die Ermittlung von Sensitivitäten. Ohne grundlegende Kenntnisse der Unternehmensbewertung und einer Beschäftigung mit dem Unternehmen und den Märkten kann aber keine zuverlässige und sachgerechte Unternehmensbewertung entstehen.

Volker H. Peemöller

33. Datenschutz und Datensicherheit im steuerberatenden Berufsstand – Wegbereiter oder Bremse?

Der Umgang mit vertraulichen oder sicherungsbedürftigen Daten spielt seit jeher im steuerberatenden Berufsstand eine wichtige Rolle. Denn genau diese Wesensmerkmale gehören zu den Berufspflichten eines jeden Steuerberaters und unterliegen besonderen gesetzlichen Vorschriften. Die voranschreitende Digitalisierung und das damit einhergehende explosiv wachsende Datenvolumen stellen den Berufsstand vor die zukünftige Herausforderung, Mandantendaten sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig einen adäquaten Schutz zu gewährleisten. Eine Betrachtung der Chancen, Risiken und Herausforderungen im Prozess einer zukunftsfähigen Kanzlei unter diesem Blickwinkel zeigt, dass das Streben nach maximaler Datensicherheit bei möglichst geringem Aufwand und Einschränkungen im Benutzerkomfort nicht nur im steuerberatenden Berufsstand wohl ein Wunschdenken bleiben wird. Schließlich erfordert die Sicherstellung eines entsprechenden Datenschutz‐ und Datensicherheitsniveaus bei sich stetig verändernden Anforderungen ausgefeilte Sicherheitskonzepte und organisatorische und technische Schutzmaßnahmen.

Simone Pfeffer, Silke Stein

34. IT-Prüfung als Entwicklungspotenzial für den Abschlussprüfer

Die künftigen Trends in der Informations‐ und Kommunikationstechnologie liegen in unterschiedlichen Bereichen, wobei zweifelsohne Industrie 4.0 und Big Data wesentliche Elemente darstellen. Nachdem sich diese Trends in erheblichem Maße auf die Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle bzw. Geschäftsprozesse auswirken, müssen sich auch die Abschlussprüfer damit beschäftigen, da sich die Folgewirkungen aus diesen Veränderungen in den finanziellen Informationen der Unternehmen widerspiegeln werden. Diese Entwicklung ist aber gleichzeitig eine Chance für die Abschlussprüfer, eigene Entwicklungspotenziale zu erkennen und neue Geschäftschancen zu realisieren. Mit der IT‐Prüfung im weiteren Sinne kann der Abschlussprüfer neue Tätigkeitsbereiche besetzen und darüber hinaus auch seine Prüfungstätigkeit verbessern. Dadurch wird es gelingen, einen Mehrwert für die geprüften Unternehmen, die Adressaten der Abschlussinformationen und die Abschlussprüfer selbst zu realisieren. Voraussetzung ist allerdings, dass der Abschlussprüfer die richtigen technischen, personellen und organisatorischen Rahmenbedingungen dafür schafft.

Bernd Rödl, Bernd Keller

35. Der Innovationsbeitrag der IT für das Rechnungswesen

Eine der historisch ersten Anwendungen der Elektronischen Datenverarbeitung in Unternehmen war die Finanzbuchführung. Ihr Einsatz wurde von dem hohen Datenvolumen, dem Zwang zur Einhaltung von Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung, ihrer hohen Standardisierung und algorithmischen Einfachheit getrieben. Später kam das innerbetriebliche Rechnungswesen dazu und durch die Notwendigkeit, die Daten der Geschäftsvorfälle leicht zu erfassen, die Integration zu den operativen betrieblichen Anwendungen. Das Rechnungswesen wurde damit zum Treiber der Entwicklung der ERP (Enterprise Resource Planning)‐Systeme, die heute in nahezu allen größeren Unternehmen eingesetzt werden.Aber auch das Rechnungswesen wurde durch die Möglichkeiten der Informationstechnik verändert. Von strengen periodenbezogenen Verfahren wird mehr auf fallbezogene und ad‐hoc‐Verfahren übergegangen. Die schnelle Verfügbarkeit von Massendaten und einfache Tabellenkalkulatoren sowie Datamining‐Algorithmen erlauben den Einsatz neuartiger Analyseverfahren zur Entscheidungsunterstützung.Durch meine wissenschaftlichen Arbeiten zu integrierten Informationssystemen, der Optimierung von Geschäftsprozessen und zur Unternehmensmodellierung habe ich engen Kontakt zu der Verbindung von Rechnungswesen und Wirtschaftsinformatik gehalten. Durch die von Wolfgang Kilger und mir veranstalteten „Saarbrücker Arbeitstagungen“ (1979–2004) (Scheer 2004) und meine Zusammenarbeit mit der Plaut AG und der SAP AG konnte ich viele Entwicklungen zeitnah verfolgen und z. T. mitgestalten.In diesem Beitrag möchte ich auf einige für mich besonders wichtige und auch erhellende Zusammenhänge zwischen den beiden Fachgebieten näher eingehen.Dabei ist es mir eine Freude, den Beitrag Dieter Kempf und seinen Leistungen für die DATEV eG zu widmen.

August-Wilhelm Scheer

36. Vertrieb über das Internet als Ansatzpunkt zur Steuerplanung bei reinem Inlandsgeschäft

Durch den Vertrieb über das Internet lässt sich die Steuerbelastung auch dann deutlich reduzieren, wenn die Leistungserbringung vom Inland aus und nur gegenüber inländischen Abnehmern erbracht wird. Hauptursache sind die Unterschiede zwischen den von den Gemeinden festgesetzten Gewerbesteuerhebesätzen. Wie sich diese Hebesatzdifferenzen für steuerplanerische Zwecke nutzen lassen, wird beispielhaft für den Vertrieb von Software, Büchern und Online‐Seminaren erläutert. Der Kern des Vorschlags besteht darin, diese Leistungen über eine Tochterpersonengesellschaft zu erbringen, die von einer Gemeinde mit einem niedrigen Hebesatz aus agiert. Durch diese Gestaltung lässt sich die Steuerbelastung häufig leichter verringern als durch eine grenzüberschreitende Erfolgsverlagerung, weil viele steuerrechtliche Korrekturvorschriften lediglich auf grenzüberschreitende Sachverhalte angewandt werden. Die für den speziellen Anwendungsfall vorgestellten Überlegungen lassen sich analog auf andere (standortelastische) Funktionen übertragen.

Wolfram Scheffler

37. Die „Vollmachtsdatenbank“ (VDB) als Bindeglied zwischen Berufsstand und Exekutive

Mit der Einführung der Vollmachtsdatenbank (VDB) gibt es erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine Konstellation, in der Daten von Steuerpflichtigen (nämlich die seines steuerlichen Beraters und der Umfang der ihm eingeräumten Vollmachten) außerhalb der Exekutive (nämlich bei den Berufskammern) gespeichert und gepflegt werden; auf die aber im Rahmen des Steuererhebungs‐ und Steuerfestsetzungsverfahrens durch die Finanzverwaltung als Teil der Exekutive zugegriffen werden muss. Die Einordnung der VDB in das Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland und die Bedeutung dieser Einführung insbesondere für den Berufsstand als Bindeglied zur Exekutive stellt der Beitrag von Dirk Schmale dar.

Dirk Schmale

38. Die elektronische Kommunikation zwischen Steuerbürger, seinem Berater und der Finanzverwaltung: Anmerkungen zum Diskussionsentwurf „Modernisierung des Besteuerungsverfahrens“

Mit dem Diskussionsentwurf „Modernisierung des Besteuerungsverfahrens“ (BMF 2014a, Stand der Bearbeitung: März 2015) von Oktober 2014 hat das Bundesministerium für Finanzen (BMF) zu einem weiteren Schritt in Richtung digitales Besteuerungsverfahren angesetzt. Das Bestreben der Finanzverwaltung zielt darauf ab, künftig nur noch risikobehaftete Steuerfälle personell zu bearbeiten, die anhand von Risikomanagementsystemen ausgesteuert und dem Sachbearbeiter vorgelegt würden (BMF 2014a, RN 62). Ein weiterer zentraler Punkt des Diskussionsentwurfs ist die zeitgemäße elektronische Kommunikation zwischen den am Besteuerungsverfahren Beteiligten: nach Abgabe der elektronischen Steuererklärung würden nun auch die sich anschließende Kommunikation mit der Finanzverwaltung in elektronischer Form sowie der elektronische Steuerbescheid samt elektronischem Rechtsbehelfsverfahren Einzug ins Besteuerungsverfahren finden (BMF 2014a, RN 29 ff., RN 38 ff. und RN 42 ff.). Unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus der Vergangenheit sowie der Belange von Steuerpflichtigem und seinem Berater kann die bevorstehende Gesetzesänderung einen ganzheitlichen Erfolg versprechen.

Hartmut L. Schwab, Annamaria Scaraggi-Kreitmayer

39. Genossenschaftliche MemberValue-Strategien für Cloud-Lösungen

Die Nutzung von Cloud‐Lösungen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Dennoch zögern gerade mittlere und kleine Unternehmen häufig, entsprechende Abhängigkeiten einzugehen und Leistungen aus der Cloud nachzufragen, auch dann wenn dies mit einzelwirtschaftlichen Vorteilen verbunden ist. Rechtliche Unsicherheiten und die Gefahr von Datenverlusten werden als plausible Ursachen dafür angegeben, was mit dem Fehlen von Vertrauen in externe Dienstleister und ihre Angebote zusammenhängen dürfte. Dies ist der Ausgangspunkt für die Überlegungen dieses Beitrages. Er geht nicht von zusätzlichen vertrags‐ und datenschutzrechtlichen Regeln und technischen Mechanismen aus, die vertrauensfördernd wirken könnten. Es wird vielmehr nach organisatorischen Lösungen gesucht, mit denen Systemvertrauen verbunden ist. Konkret wird geprüft, ob die Ausgestaltung einer Cloud als Genossenschaft eine solche sein könnte. Die Besonderheit von Genossenschaften ist die Einbindung ihrer einzigartigen unternehmerischen Orientierung, nämlich der MemberValue‐Strategie, in ein konsistentes Geflecht aus Anreiz‐, Entscheidungs‐ und Koordinationsstrukturen und ein dazu passenden Wertegerüst. Das Ergebnis dieses Beitrags besteht in der Empfehlung, Genossenschaften in den Optionenraum der Organisationsformen für Clouds einzubeziehen.

Theresia Theurl

40. „Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens – Herausforderung für den Berufsstand?“

Die Nutzung der elektronischen Datenverarbeitung gehört für Steuerberater seit Jahren zum Alltagsgeschäft. Das elektronische Steuerverfahren ist aus der Kommunikation des Steuerpflichtigen/Steuerberaters mit dem Finanzamt nicht mehr wegzudenken. Daher ist der eingeschlagene Weg „Elektronik statt Papier“ auch aus Sicht der Steuerberater der richtige Weg. Bemerkenswert ist, dass der Berufsstand bei der Weiterentwicklung der elektronischen Datenverarbeitung der Finanzverwaltung in der Regel einen Schritt voraus ist. Neue Wege können, auch Dank der starken EDV‐Dienstleister, wie der DATEV, von den Berufsangehörigen problemlos beschritten werden. Die eingangs aufgeworfene Frage „Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens – Herausforderung für den Berufsstand?“ kann daher nur mit „Nein“ beantwortet werden. Der Berufsstand begleitet die anstehenden neuen Prozesse stets aktiv und kritisch konstruktiv und ist daher für die weitere Digitalisierung gut aufgestellt.

Horst Vinken

41. Der Ehrbare Kaufmann: Tradition und Verpflichtung

Gerade in Zeiten globaler wirtschaftlicher Verwerfungen rückt ein Thema aufgrund seiner Einfachheit und doch fundamentalen Relevanz in besonderer Art und Weise in den Fokus: das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns, welches nicht nur Selbstverständnis der alten Hansekaufleute war, sondern ebenso auch heutiger Manager sein sollte. Die mit dem Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns einhergehenden Verhaltensrichtlinien waren zum einen ein Grundstein des historischen Erfolgs der wirtschaftlichen Selbstverwaltung, zum anderen sind sie ebenso auch immer Bedingungen für den zukünftigen Erfolg von Unternehmen. Insofern ermöglicht es das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen, und ist damit Tradition und zukünftige Verpflichtung zugleich – letzteres im wohlverstandenen Interesse jedes einzelnen Unternehmens. Die Aktualität und Relevanz der Leitidee des Ehrbaren Kaufmanns zeigt sich derzeit in aller Deutlichkeit vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Vertrauensverlusts in Marktwirtschaft, Unternehmen und Gewinnorientierung. Diverse unternehmerische Fehlverhalten in der Vergangenheit sowie die aktuelle Finanz‐ und Wirtschaftskrise leisten dem Vorurteil Vorschub, dass wirtschaftliche Aktivitäten und gesellschaftliche Interessen im Widerspruch zueinander stehen. Insofern kann es wenig verwundern, dass zunehmend in pauschaler Weise mehr Verantwortung von wirtschaftlichen Akteuren eingefordert wird. Für Unternehmen stellt sich heute mehr denn je die Frage, worin sich ihre Verantwortung konkretisiert und wie sie dieser nachkommen können. Eine Rückbesinnung auf die Tugenden des Ehrbaren Kaufmanns scheint geeignet, gesellschaftliches Vertrauen in Unternehmen aufzubauen und zu erhalten.

Dirk von Vopelius

42. Online-Seminare im Kanzleiumfeld: Substitut oder Add-On?

Aufgrund zunehmend komplexerer Tätigkeiten, sich laufend ändernder gesetzlicher Vorgaben oder der fortschreitenden Globalisierung werden das Fachwissen der Mitarbeiter/innen und damit auch deren betriebliche Weiterbildung für Unternehmen, d. h. sowohl für Kanzleien als auch deren Mandanten, mehr und mehr zu einem der entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. Neben klassischen Präsenzschulungen werden vermehrt auch E‐Learning Angebote nachgefragt, um Mitarbeiter/innen just in time und kostengünstig zu qualifizieren. Dabei stellt sich die Frage, ob Online‐Seminare zu einer Verdrängung von klassischen Präsenzseminaren führen oder lediglich ein Add‐On in einem bedarfsgerechten und individuellen Weiterbildungsmarkt darstellen. Der vorliegende Beitrag untersucht diese Fragestellung anhand einer empirischen Untersuchung der Nachfrageentwicklung im Seminargeschäft bei der DATEV eG.

Markus Weiß, Christian Bär, Andreas T. Fischer, Henning Gulden

43. Die Software als Buchhalter – Das Berufsbild des Buchhalters in 10 Jahren

Die Digitalisierung schreitet unermüdlich voran. Smartphones, Tablets und Co sind aus unserem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken. Auch die Softwareanwendungen nehmen zu und übernehmen standardisierbare Tätigkeiten in den verschiedensten Bereichen. Dies trifft insbesondere auch auf die Buchhaltung zu, wo durch die Übernahme digitaler Daten und Belege schon eine Vielzahl an Buchungen bzw. Buchungsschritten automatisierbar ist. Dies wird zu einer großen Herausforderung an den Berufsstand der Buchhalter bzw. Steuerberater, bei denen Buchhaltung noch einen großen Teil der gesamten Tätigkeiten einnimmt. Einerseits werden sich das Tätigkeitsfeld und somit auch das Leistungsangebot der Buchhalter verändern müssen, um auch in 10 Jahren noch am Markt nachgefragt zu werden. Andererseits bedingt dies auch eine Anpassung in der Ausbildung eines Buchhalters. Die gute Nachricht ist: Auch in 10 Jahren wird der Buchhalter noch gebraucht werden, womöglich mehr als jemals zuvor.

Manfred Wesonig

Die DATEV eG

Frontmatter

44. Die Stellung der DATEV als IT Dienstleister für den steuerberatenden Beruf

Der vorliegende Beitrag soll die Aufgabe verdeutlichen, die die DATEV aus meiner Sicht für den steuerberatenden Berufsstand hat und aufzeigen, welche Bedeutung und welcher Stellenwert sich aus dieser Aufgabe ergeben. Aus der genossenschaftlichen Verankerung im steuerberatenden Berufstand ergeben sich einerseits besondere Chancen, weil der Zugang zu den Berufsangehörigen einfacher ist, aber andererseits auch erhebliche Restriktionen, weil eben nur Maßnahmen zulässig sind, die den Berufstand oder seine Mitglieder fördern. Das bedeutet, dass die DATEV als Genossenschaft des steuerberatenden Berufsstandes besonderen Verpflichtungen und insbesondere auch Beschränkungen hinsichtlich ihrer geschäftlichen Betätigung unterliegt. Sie hat eine wichtige Funktion als Dienstleister für die Berufsangehörigen, aber auch für den Berufsstand als Ganzes. Diese Verpflichtung nimmt sie ernst, und hält sich an die Vorgaben und Beschränkungen dieses genossenschaftlichen Förderauftrages. Beispiele zeigen, wie die DATEV dies konkret umsetzt und mit ihrer wirtschaftlichen Kraft und Leistungsfähigkeit sowie ihrem Know‐how viele Projekte erfolgreich vorantreibt. Weil die DATEV sich aufgrund ihres Förderauftrages in erheblichem Maße für den Berufstand als Ganzes und für die Berufsangehörigen im Besonderen einsetzt, und auf die Wahrnehmung von Geschäftschancen verzichten muss, hat sie nach meiner Ansicht Anspruch auf ein gewisses Maß an Solidarität der berufsständischen Gremien. Leider muss sie darauf manchmal verzichten.

Harald Grürmann

45. Hochschulen und Wirtschaft – Plädoyer für ein unverkrampftes Miteinander

Die Beziehungen zwischen Hochschulen und der Wirtschaft sind nicht nur vielfältig und differenziert, sie werden auch genau so vielfältig und mehr oder weniger differenziert von den Medien, der Politik und verschiedenen Interessengruppen wahrgenommen. Dabei sind diese Wahrnehmungen je nach Standpunkt und Sichtweise äußerst kontrovers. Sie reichen von klarer Ablehnung (Wirtschaft habe in der Universität nichts zu suchen) über Generalverdacht (Wirtschaft nehme interessengeleitet zunehmend Einfluss auf Forschung und Lehre) bis hin zu der entschiedenen Forderung, dass erfolgreicher Wissens‐ und Technologietransfer eine noch viel stärkere Partnerschaft zwischen Hochschulen und Wirtschaft erfordert (die wirtschaftliche Innovationskraft der Europäischen Union hänge von der Forschungsstärke der Hochschulen ab). In diesem Zusammenhang ist häufig von der „Ökonomisierung der Universitäten“ die Rede, ein Schlagwort, das in der Regel negativ belegt wird und das auf ganz unterschiedliche Sachverhalte angewendet wird.Der folgende Beitrag versucht, die unterschiedlichen Ebenen der Diskussion zu identifizieren, Chancen und Risiken der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und der Wirtschaft vor dem Hintergrund grundlegender Herausforderungen zu klären und zu abgewogenen Schlussfolgerungen zu gelangen. Dabei spielen auch die DATEV und hier die Person des Jubilars Dieter Kempf in ihrem Verhältnis zur Friedrich‐Alexander‐Universität Erlangen‐Nürnberg (FAU) eine beispielhafte Rolle. Zunächst ist aber zu klären, welche Formen der Beziehungen zwischen Hochschulen und Wirtschaft bestehen und warum es überhaupt zu einer Zusammenarbeit kommt, obwohl wir uns in ganz unterschiedlichen Welten bewegen.

Karl-Dieter Grüske

46. Was wir in den Jahren 1972 bis 2014 von DATEV gelernt haben

Die partnerschaftliche Beziehung zwischen der DATEV eG und der japanischen TKC Corporation hat eine lange Tradition. Ihren Ursprung fand diese im Januar 1972, als sich die Herren Dr. Takeshi Iizuka, Shigekazu Ito und Masaharu Iizuka gemeinsam aufmachten, um den Hauptsitz der DATEV in Nürnberg, Deutschland, zu besuchen und Herrn Dr. Heinz Sebiger kennenzulernen. Aufgrund vielfältiger Gemeinsamkeiten der beiden im Jahre 1966 gegründeten Unternehmen, wie dem Geschäftszweck der Unterstützung der Steuerberater, der damaligen Nutzung des gleichen Datenverarbeitungsverfahrens aber auch einer identischen Managementphilosophie hat sich ein langfristiger, gegenseitiger Austausch entwickelt, der sich über Jahrzehnte hinweg intensiviert hat und auch weiterhin von beiden Seiten gelebt wird.

Masaharu Iizuka

47. Deutschland wird nur mit Mühe digital – die DATEV ist es schon lange

Ein Autozulieferer möchte irgendwo auf der Welt einen anderen kaufen, weil sich die Welt der Mobilität digitalisiert. Und Bosch, der vielleicht namhafteste deutsche Autozulieferer, übernimmt ein Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens mit dem Namen „Bosch Siemens Haushaltsgeräte“ nun vollständig. Der Grund: Man will dort seinen Teil eben nicht nur zur Digitalisierung der Mobilität, sondern auch zu derjenigen der privaten Haushalte beitragen. So werden große Unternehmen – auch wegen der Digitalisierung, der Vernetzung von Maschinen und Gegenständen im „Internet der Dinge“ – immer größer. Sie können gar nicht anders, wenn sie sich von amerikanischen Technologiekonzernen wie Google, Apple oder Amazon nicht den Schneid abkaufen lassen wollen. Was aber macht der kleine oder mittelgroße Betrieb, der Handwerker zum Beispiel, der sich am Samstagabend durch seinen Papierkram wühlt? Auch er wird nicht darum herumkommen, seine Geschäftsprozesse viel weiter zu digitalisieren, als er es bisher vielleicht nur im Rechnungswesen getan hat.Davon will und kann die DATEV aus Nürnberg, die genossenschaftlich organisierte, solide und nachhaltig erfolgreiche Datenverarbeitungsorganisation der steuerberatenden Berufe, profitieren. Ihre Angebote weiten sich deshalb schon seit einiger Zeit mit einer Portion Weitsicht zum Beispiel auf das elektronische Dokumentenmanagement und daraus abgeleitete Funktionen aus. Der Steuerberater, also der Eigentümer der DATEV, wird so zum vertrauensvollen Begleiter der Digitalisierung des Geschäfts seiner Mandanten. Das sind interessante Perspektiven für den steuerberatenden Berufsstand. Somit gilt für alle Beteiligten, dass manche neue Kompetenz erworben werden muss, um in der digitalen Welt zu bestehen: Große und kleine Unternehmen müssen heute die Weichen stellen, um morgen nicht aus der digitalen Kurve zu fliegen. Es gibt Menschen, die den Deutschen dabei helfen, den Flug aus dieser Kurve zu vermeiden. Dieter Kempf ist so einer.

Carsten Knop

48. Die DATEV mit Prof. Kempf an der Spitze: Wichtiger Impulsgeber für die Metropolregion Nürnberg

Die DATEV mit Prof. Kempf an der Spitze hat den Strukturwandel der Metropolregion Nürnberg hin zu einem modernen High‐Tech und Dienstleistungsstandort in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich mitgestaltet und dabei den Namen „Nürnberg“ in die Welt hinausgetragen. Nicht zuletzt durch vielfältige Engagements im kulturellen, wissenschaftlichen, sportlichen und sozialen Bereich ist die Stadt Nürnberg der DATEV und ihrem Vorstandsvorsitzenden zu großem Dank verpflichtet.

Ulrich Maly

49. Vom Lochstreifen in die Cloud

Das Rechenzentrum – Herzstück der DATEV – hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Drei Jahre nach Gründung der DATEV betrieb die Genossenschaft bereits ihr eigenes Rechenzentrum, um das stetig steigende Volumen an Buchungen verarbeiten zu können. Während anfangs noch mit maschinellen Datenträgern wie Lochstreifen gearbeitet wurde, entwickelte sich das Rechenzentrum im Laufe der Jahre immer mehr zu einer digitalen Datendrehscheibe. Heute steht das Rechenzentrum für höchste Datensicherheit, mobile Cloud‐Services und modernste technische Ausstattung. Das an das Rechenzentrum angeschlossene Druck‐, Logistik‐ und Servicezentrum rundet das Angebot für Steuerberater und Mandanten ab.

Robert Mayr

50. Wege zur Gewinnung geeigneten IT-Nachwuchses am Beispiel der DATEV eG

Im Zuge eines immer stärker wahrgenommenen „war for talents“, der unter anderem auf dem allseits zu beobachtenden demografischen Wandel beruht, ist der klassische Weg der Stellenausschreibung in der Zeitung bis hin zum Bewerbungsgespräch zwischen Fachabteilung, Vertreter des Personalbereiches und Bewerber für die Personalgewinnung von Unternehmen nicht mehr hinreichend zielführend. Erschwerend kommen sich weiterentwickelnde Technologien, neue Markt‐ und Wettbewerbssituationen sowie sich stetig ändernde Anforderungsprofile an die Belegschaft hinzu. Die Unternehmen im Allgemeinen, insbesondere aber IT‐Unternehmen mit ihren hochtechnologischen Produkten, müssen daher ihren Personalbeschaffungsprozess stetig anpassen, weiterentwickeln und neu definieren – beginnend bei der Arbeitgebermarke über Personalmarketing, spielerische Recruiting‐Events bis hin zum Onboarding. Neben allgemeinen Aspekten zeigt der Artikel spezielle Überlegungen und Vorgehensweisen der Nürnberger DATEV eG auf.

Matthias Nitsche, Tobias Wagner

51. Vom Gründervater zum Manager: Ein Beispiel für eine gelungene Stabübergabe und Unternehmensentwicklung

Jedes Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter und Manager sind ohne ihre Mitarbeiter gar nichts wert. Bei DATEV konnte sich in der Gründungsphase, weil sich die Führungsspitze dessen bewusst war, so etwas wie der DATEV‐Geist entwickeln. Die Mitarbeiter identifizierten sich mit den Werten und Zielen des Unternehmens. Ob es ein Poststreik war, der die Auslieferung der Auswertungen gefährdete, eine Gesetzesumstellung, die umfangreiche, zeitkritische Programmänderungen erforderte, oder auch ein selbst verschuldetes Problem: Wenn es ernst wurde, halfen alle Mitarbeiter aus allen Bereichen mit, damit die Kunden zufrieden gestellt werden konnten. Ein solcher, wichtiger Unternehmenswert ist bei einem Wechsel an der Spitze immer gefährdet. Bei DATEV ist es gelungen, bei der Stabübergabe Wandel und Kontinuität sinnvoll miteinander zu verbinden: Ein Lehrbeispiel!

Siegbert Rudolph

52. Die OS/2-Story

Die 80er Jahre brachten für die Welt der Datenverarbeitung, durch die Einführung des Personal‐Computers mit dem Betriebssystem MS‐DOS, dramatische Veränderungen. Der Markterfolg dieses Systems war gewaltig. Bald jedoch zeigten sich die Grenzen des Betriebssystems, das die Möglichkeiten der immer leistungsfähiger werdenden Prozessoren nicht ausnutzen konnte. Große Erwartungen waren daher an das neue Betriebssystem OS/2 gerichtet. Dieses wurde gemeinsam von IBM und Microsoft entwickelt.Das überraschende Ende dieser Zusammenarbeit stellte viele Unternehmen vor schwierige strategische Entscheidungen. Welche Herausforderungen dies für DATEV bedeutete und welche tragende Rolle Dieter Kempf dabei spielte, davon handelt die folgende Story.

Wolfgang Schumacher

53. Mehrwert eines Lebensabschnitts

„Viele gute Produkte, ein attraktiver Preis“ – damit wirbt die DATEV für ihr so genanntes Mehrwert‐Angebot. Herr Prof. Dieter Kempf trägt seit 1992 entscheidend zu diesem Mehrwert bei: Der Gewinn konnte in diesem Zeitraum gesteigert werden, Gerangel wurde beendet und Sachliches wieder in den Fokus gerückt. Im Lebensabschnitt von 2002 bis 2014 haben der Autor dieses Textes und Prof. Kempf gemeinsam die Geschicke der DATEV gelenkt – der eine als Mitglied und später als Vorsitzender des Aufsichtsrats, der andere als Vorstandsvorsitzender. In diese Zeit fallen diverse Satzungsänderungen, die das Erscheinungsbild der DATEV, wie es heute ist, entscheidend geprägt haben. Diese Änderungen wiederum wurden nicht zuletzt von Prof. Kempf entscheidend vorangetrieben. Die wichtigsten aus den Jahren 2002 bis 2011 sollen im Folgenden kurz dargestellt werden, um seinen „Mehrwert“ für die DATEV zu veranschaulichen.

Reinhard Verholen
Additional information

Premium Partner

    Image Credits