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10-12-2015 | Innovationsmanagement | Im Fokus | Article

Das kreative Selbstvertrauen der Mitarbeiter aktivieren

Author:
Lukas Rütten
4 min reading time

Mitarbeiter sollen kreativ sein und sich voll einbringen. Gleichzeitig herrscht in vielen Unternehmen eine Null-Fehler-Kultur. Führungskräfte müssen häufig erst Innovationsfreiräume schaffen, so Springer-Autor Lukas Rütten.

Es ist kein Wunder, dass Mitarbeiterkreativität als brisantes Thema unter Führungskräften gilt. Mitarbeiter mit ihren individuellen Hintergründen sowie ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen sind die zentrale Ressource für mehr Kreativität und Innovation. Für die wirtschaftliche Einführung von nutzenbringenden Neuerungen und für die erfolgreiche Umsetzung betrieblicher Veränderungen ist ein starkes kreatives Selbstvertrauen unverzichtbar. Veränderung und Wandel sind ständige Begleiter jedes Unternehmens und bedeuten fortlaufende Optimierung und Entwicklung – kreativ sein ist da ein Muss. Doch wie können Sie als Führungskraft das kreative Selbstvertrauen Ihrer Mitarbeiter fördern?

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Kreative Mitarbeiter

Wegweiser für Führungskräfte zu mehr Kreativität und Innovation

Mitarbeiterkreativität ist einer der wichtigsten Faktoren für mehr Innovation im Betrieb. Das kreative Selbstvertrauen der Mitarbeiter zu fördern wird in Zukunft eine der wichtigsten Aufgaben für Führungskräfte sein: Fertigkeiten des innovativen D


Innovationsstruktur entwickeln

Eine förderliche Innovationsstruktur wurzelt in einem starken Innovationsteam. Um ein geeignetes Zusammenspiel von individueller Kreativität und Teamkreativität zu ermöglichen, bietet es sich an, Innovationsvorhaben als Projekte zu strukturieren. Ebendies ermöglicht es Ihnen und Ihren Teammitgliedern, beidhändig die bisherigen Routinetätigkeiten weiter auszuführen und, während der Arbeit am Projekt, Kreativität statt Routine walten zu lassen. Setzen Sie ein solches Projektteam heterogen und möglichst interdisziplinär zusammen. Das regt das Einnehmen unterschiedlicher Perspektiven an, ermöglicht einen Spurwechsel im eigenen Denken und führt so zu mehr Kreativität. Eine Faustregel für die geeignete Teamgröße lautet dabei: so viele Mitglieder wie nötig, so wenige wie möglich.

Innovationsfreiräume etablieren

Im laufenden Projekt werden sich Ihre Mitarbeiter an unterschiedlicher Stelle verschieden stark einbringen. Für bestimmte Aufgaben und Teilabschnitte in einem kreativen Prozess gibt es persönliche Präferenzen. Diese sind abhängig von Persönlichkeitsmerkmalen und kognitiven Stilen. Jeder wird also an unterschiedlicher anderer Stelle mehr oder weniger intensiv mitwirken. Dies zu akzeptieren, bedeutet Teilhabe an kreativen Prozessen zu ermöglichen – und eben nicht zu erzwingen. 


Als Führungskraft sind Sie jedoch in Sachen Freiräume noch weitergehend gefragt: Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitern nicht nur frei von Zwängen, sondern auch offen für zügelloses Denken und experimentierendes, spielerisches Ausprobieren und Handeln zu sein. Kreativität und Innovation brauchen Freiräume. Leben Sie Innovationsfreude vor. Zeigen Sie Vertrauen in Ihre eigene Kreativität und die Ihrer Mitarbeiter. Richten Sie Ihr Führungsverhalten an Ihren Mitarbeitern aus und nicht an den Aufgaben. Sorgen Sie für günstige Arbeitsbedingungen. Kreativitätsförderliche Normen und Werte, die Sie dabei leiten können, sind Innovationsorientierung, Qualitätsorientierung, Effizienzfokussierung, Fehlertoleranz, Risikofreude und Offenheit für neue Erfahrungen.

Zudem sind für den Erfolg von Innovationsprozessen eine klare und umfassende Information und Kommunikation wichtig – sowohl innerhalb des Innovationsteams wie auch mit Außenstehenden. Auch an dieser Stelle sind Sie beim Schaffen geeigneter Rahmenbedingungen und Möglichkeiten sowie als aktives Vorbild gefragt. Wenn Sie für mehr Kommunikation unter Ihren Mitarbeitern sorgen und diese umfassend und regelmäßig zu Relevantem informieren, erhöhen Sie den Informationsaustausch. Kreativität, Lernen sowie Toleranz und Offenheit gegenüber unkonventionellen Ideen nehmen dadurch zu.

Innovationsfähigkeit ausbauen

  • Offenheit für neue Erfahrungen zahlt sich aus. Stellen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern in regelmäßigen Abständen bestehendes Wissen infrage. Aktualisieren Sie es bei Bedarf. Wissen besitzt begrenzte Gültigkeit. Dies gilt sowohl für Fachwissen als auch für kreativitätsrelevantes Wissen, also Kreativitätstechniken, Denkwerkzeuge, Denkprinzipien, kreative Mindsets, kreative Prozesse wie Creative Problem Solving und Design Thinking etc.
  • Wissen ist die wichtigste Grundlage für neue Ideen. Um Kreativitätswissen auszubauen, ist es hilfreich, Kreativitätstrainings in Anspruch zu nehmen. Achten Sie darauf, dass die Trainingsinhalte nicht nur anschaulich und einprägsam rübergebracht werden, sondern auch wissenschaftlich fundiert sind. Ein Kreativitätstraining sollte selbstgesteuertes Lernen fördern und praxis- und umsetzungsorientiert aufgebaut sein.
  • In Sachen "Innovationsbereitschaft wecken“ ist weniger oft mehr. Machen Sie Schluss mit ungeeigneten Anreizsystemen. Geld und materielle Anreize, bewirken leider oft das Gegenteil dessen, wofür sie eingesetzt werden. Setzen Sie stattdessen auf Feedback und Anerkennung, um Ihre Mitarbeiter zu mehr Kreativität zu führen. Sie sind Ihre wichtigsten Instrumente für mehr kreatives Selbstvertrauen und Innovationshandeln.

Kreative Prozesse nutzen

Was jetzt noch fehlt, ist das Machen. Die Orientierung an einem kreativen Prozess hilft, den konkreten Ablauf für Ihr gesamtes Innovationsteam zu konkretisieren. Nutzen Sie für Ihr Innovationsvorhaben ein geeignetes Prozessmodell, zum Beispiel das Creative Problem Solving:

  1. Vision erkunden,
  2. Situation einschätzen,
  3. Herausforderungen formulieren,
  4. Ideen erkunden,
  5. Lösungen formulieren,
  6. Akzeptanz erkunden,
  7. Plan formulieren.

Kreative Prozesse sollten zielorientiert sein und zugleich Raum für Spontaneität zulassen. Mithilfe von im jeweiligen Prozessschritt geeigneten Kreativitätstechniken und Denkwerkzeugen kann man Kreativsitzungen effektiver gestalten und schneller zu besseren Ideen, tragfähigen Lösungen und nützlichen Neuerungen gelangen.

Fazit: Kreativ sein ist ein Muss. Das kreative Selbstvertrauen Ihrer Mitarbeiter zu fördern ist schon mit kleinen Schritten möglich. Setzen Sie geeignete Rahmenbedingungen für Kreativität und Innovation. Entwickeln Sie eine stabile Innovationsstruktur, schaffen Sie Innovationsfreiräume, bauen Sie Innovationsfähigkeit aus und wecken Sie Innovationsbereitschaft. Kreatives Selbstvertrauen zu entwickeln heißt, Ihre Mitarbeiter sollen und dürfen, können und wollen kreativ sein.

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