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13-01-2021 | Innovationsmanagement | Gastbeitrag | Article

So gelingt der Aufbau neuer digitaler Unternehmen

Author:
Felix Staeritz
5 min reading time

Ob etablierte Konzerne im aktuellen Wirtschaftsklima überleben, hängt davon ab, ob es ihnen gelingt, digitale Innovationen erfolgreich zu entwickeln. Sechs Faktoren entscheiden darüber, ob die Geschäftsidee im Markt überzeugt. 

Die anhaltende Pandemie hat die Weltwirtschaft in einen volatilen Zustand versetzt. Auch wenn die Geschehnisse Unternehmen unterschiedlich stark treffen, so ähneln sich die daraus resultierenden wirtschaftlichen Herausforderungen. In einer sich rasant wandelnden globalen Umwelt ändern sich auch die Geschäftsmodelle. Wer zukünftig erfolgreich sein will, muss daher innovativ sein – und zwar schnell und nachhaltig. Das gelingt Konzernen aber nur, wenn sie radikal umdenken im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten.

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Digitale Transformation in der Unternehmenspraxis

Mindset – Leadership – Akteure – Technologien

Unternehmen, die die digitale Transformation erfolgreich bewältigen, gibt es das richtige Mind- und Skillset, werden ein passender Führungsstil und eine Kultur der Offenheit gelebt, Rollen sinnvoll ausgefüllt, handeln Akteure adäquat und werden innovative Technologien und Tools genutzt.

Doch Konzerne und Großunternehmen verfügen aufgrund ihrer massiven Größe, der beachtlichen Anzahl an Mitarbeitern und der involvierten Stakeholder oft über eine ungünstige Struktur für Innovationen. Und der Vorstand beteiligt sich ob mangelnder Kapazitäten selten aktiv an der Innovationsentwicklung. Zudem fehlen die richtigen Talente und ihre richtige Motivation wie Incentivierung, um digitale Geschäftsideen rasch wie erfolgreich zu konzipieren, umzusetzen und zu skalieren.

Corporate Venture Building für mehr Innovationen

Aber auch Start-ups fällt es oft schwer, transformative Ideen in ein nachhaltiges und wirkungsvolles Geschäftsmodell umzusetzen. Ihnen fehlen im Gegensatz zu den Konzernen Netzwerke, Expertise oder Kapital. Die Lösung: Willige Gründer sollten sich mit passenden Konzernen zusammenschließen. Arbeiten Konzerne und Gründer Hand in Hand, merzen sie ihre jeweiligen Defizite aus und ihre Stärken entfalten ihre ganze Tragweite, um Innovationen rasch und nachhaltig zu entwickeln und zu skalieren.

Corporate Venture Building (CVB) kann dabei helfen, in hochkomplexen und streng regulierten Bereichen wie Klima und Gesundheit, Innovationen zu entwickeln und zu skalieren. Sechs Faktoren entscheiden dabei darüber, ob Konzern-Assets in den Aufbau neuer digitaler Geschäftsmodelle einfließen und gleichzeitig erfolgreiche Digital-Gründer diese Unternehmen agil aufbauen können.

Engagement des Vorstands

Innovation beginnt mit einer Beteiligung des Konzernvorstands. Die Gründer der neuen Digital-Unternehmen müssen über direkten Zugang zu diesem verfügen. Denn Innovation ist nicht ein Prozess, der von heute auf morgen vollzogen wird. Konzernvorstände und Digitalgründer müssen sich langfristig engagieren und zu dem eingeschlagenen Weg bekennen. Daher sollte der eigene Vorstand nicht nur auf dem Papier involviert sein, sondern sich aktiv in den Innovationsprozess einbringen. Dadurch sichern sich Entrepreneure als operativ treibende Kraft hinter den neuen digitalen Geschäftsmodellen eine kontinuierliche Unterstützung.

Konzern-Assets aktivieren und nutzen

So wichtig die Unterstützung durch den Konzernvorstand ist, so sehr hängt Innovation auch von den bestehenden Konzernassets ab – und ihren tatsächlichen Mehrwert für die neuen digitalen Geschäftsmodelle. Innovationen finden nicht im luftleeren Raum statt. Sie beruhen auf unterstützenden, bereits entwickelten Technologien, Expertise und Kapital. Allzu oft versuchen Organisationen das Rad neu zu erfinden, anstatt Assets – also die Vermögenswerte, die sie bereits besitzen –, zu aktivieren und zu nutzen. Vorhandene Ressourcen klug einzusetzen, ist der Schlüssel, um Innovationen effizienter und damit erfolgreicher voranzutreiben. 

Ein gutes Team und die richtigen Anreize

Für erfolgreiche digitale Innovationen ist ein Team mit den richtigen Fähigkeiten und Erfahrungen ausschlaggebend. Die Innovatoren von heute schätzen die Zusammenarbeit mit den richtigen Menschen und Unternehmen genauso sehr wie die richtige Idee. Gerade in der Anfangsphase ist es daher wichtig, engagierte Akteure zusammenzubringen, die das gleiche Ziel vor Augen haben. Um dieses Team entsprechend zu motivieren, sollten sie durch Anreize incentiviert werden. Die Digitalunternehmer erhalten daher nicht einfach ein fixes Jahressalär, sondern übernehmen Verantwortung und partizipieren am gemeinsamen Erfolg.

Den Unternehmenskern verstehen

Ein weiterer Faktor für erfolgreiche Innovation sind interne Champions. Diese besitzen ein tiefes Verständnis der Konzern-Strukturen wie Prozesse und spielen als Mediator eine wesentliche Rolle für die Integration eines neuen digitalen Geschäftsmodells. Denn erfolgreiche Innovation ist eine Art Joint Venture zwischen einer Organisation und neuen externen Talenten. Damit die beiden Kulturen zueinander finden, müssen beide Einheiten verzahnt werden. Das zentrale strukturelle Puzzlestück für diesen beiderseitige Informations- und Kommunikationsfluss ist das "Entrepreneurial Growth Board", das Konzern-Führungskräfte mit den treibenden Kräften der neuen Ventures zusammenbringt und so erst den Zusammenhalt der beiden Einheiten möglich macht.

Arbeiten auf Augenhöhe

Die externen Ideengeber und einstigen Digital-Gründer, maßgeblich für die Entwicklung der Innovation verantwortlich, müssen im Vorstand Gehör geschenkt und die Möglichkeit bekommen, Ideen und Herausforderungen auf Augenhöhe zu diskutieren. Sie müssen als gleichberechtigte Partner behandelt werden. Konzernvorstände können von den Ideengebern keine Zauberei erwarten, ohne ihnen im Gegenzug die Autonomie und Entscheidungsgewalt zu geben, die sie selbst gewohnt sind. Eine erfolgreiche Unternehmensinnovation ist ein kollaboratives Projekt in Form von geteilter Mitsprache, Verantwortung und Kontrolle zwischen dem Konzern und den Ideengebern. 

Eine strategische Ausrichtung und wirkungsvolle Cases

Innovation um der Innovation Willen ist selten von Erfolg gekrönt. Nur wenn Klarheit darüber besteht, was eine Organisation erreichen will und die gesamte Unternehmensstrategie darauf ausgerichtet ist, sind Innovationsinitiativen langfristig erfolgreich. Auch wenn Agilität wichtig ist, müssen Konzerne eine Grundportion Geduld und Zeit mitbringen und dies den beteiligten Personen von Beginn an auch entsprechend vermitteln.

Wenn Unternehmen globale Innovationen unter Berücksichtigung dieser sechs Schlüsselerfolgsfaktoren angehen, sind die Aussichten auf strategisch relevante Erfolge höher. Damit ist es möglich, eine Idee bis hin zur gewinnbringenden digitalen Plattform und ihrer Skalierung jenseits des aktuellen Kerngeschäfts zu entwickeln sowie die neuen digitalen Unternehmen in die strategischen Ziele eines Konzerns einzubetten.

Vor allem aber müssen Konzerne ihre bisherigen Ansätze neu ausrichten. Neben Geschwindigkeit braucht es die richtige Führungsstruktur und die besten Talente. Es ist jetzt an der Zeit, mutig zu sein und Innovationen anders zu gestalten als in den vergangenen Jahrzehnten.

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