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Wie exzellente Mitarbeiterkommunikation gelingt

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Angestellte in deutschen Top-Start-ups sind mit der Mitarbeiterkommunikation zufriedener als Beschäftigte in Dax-30-Konzernen. Denn die Jungunternehmen gehen die interne Kommunikation oft anders an.
 

Die größten Herausforderungen der internen Kommunikation sind die Erreichbarkeit und das unterschiedliche Nutzungsverhalten der Beschäftigten – gerade auch in Zeiten des mobilen Arbeitens. 


Mitarbeiterzeitungen, Rundbriefe, E-Mail-Newsletter, Intranet – das sind die Klassiker der internen Kommunikation. Doch mit der fortschreitenden Digitalisierung sind längst weitere Kanäle für die Mitarbeiterkommunikation hinzugekommen. Seit dem Schub, den das mobile Arbeiten durch die Corona-Pandemie erhalten hat, zeigt sich erst recht, wie wichtig sie für eine schnelle und transparente interne Kommunikation sind. Und da haben die digitalaffinen Start-ups klar die Nase vorn, wie eine Analyse des Software-Anbieters Unily belegt: Die in punkto Mitarbeiterkommunikation am besten bewerteten Start-ups Coach Hub, Quantilope und Finn Auto liegen mit jeweils 4,8 von fünf möglichen Sternen weit vor den Dax-30-Konzernen.

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Nur 2,8 Sterne für Auto1 und Delivery Hero

Im Schnitt erzielten die 30 untersuchten Start-ups eine Bewertung von vier Sternen für den internen Informationsaustausch in ihrer Firma. Der Mittelwert bei den 30 Dax-Unternehmen lag hingegen nur bei 3,5 Sternen. Die bestplatzierten Dax-Unternehmen sind SAP (4,3), Infineon (3,9) und Beiersdorf (3,8). Am schlechtesten unter den betrachteten Start-ups schneiden das Fintech-Unternehmen N 26 (3,1) und Auto 1 (2,8) ab. Bei den Dax-30-Konzernen landen Vonovia (3,1) und der Dax-Neuling Delivery Hero (2,8) auf den letzten Plätzen.

Diese Ergebnisse basieren auf der Analyse von mehr als 48.500 Bewertungen von Mitarbeitenden der Dax-30-Konzerne und der 30 wichtigsten deutschen Start-ups auf der Plattform Kununu in der Kategorie "interne Kommunikation". Stichtag war der 21.Januar 2021.

Plötzlich hat die Mitarbeiterkommunikation Priorität

Ein Grund, warum die Beschäftigten der Dax-Unternehmen die interne Kommunikation im Schnitt schlechter beurteilen, dürfte in dem seit der Corona-Pandemie gestiegenen Bewusstein für die Wichtigkeit der internen Kommunikation liegen – und der Erfahrung, dass hier Verbesserungsbedarf besteht. So tun sich traditionelle Firmen zum einen oft schwer mit den digitalen Kommunikationskanälen. Zum anderen sind sie teilweise in einer Unternehmenskultur verhaftet, deren Kommunikationsgepflogenheiten gerade jüngere Mitarbeitende unbefriedigend finden. Auch das typische Firmen-Intranet, das vorwiegend verlautbart, statt die Beschäftigten in die Kommunikation einzubeziehen, hilft da wenig weiter.

Unternehmen müssen auf starke Kollaborationswelten und ein kraftvolles Content Management-System setzen, die digitalen Arbeitsabläufe intuitiv und einfach gestalten und alle Arbeitnehmer:innen, ob Desktop- oder Frontline-Worker, gleichermaßen einbinden und erreichen.“ Kevin Hähnlein, Digital Workplace Lead der Region DACH bei Unily. ​

Es fehlt an (personellen) Ressourcen

Doch wie packt man die interne Kommunikation an, um sie digitaler und zufriedenstellender zu gestalten? Hinweise liefert die Studie "Benchmarking Digitale Mitarbeiterkommunikation 2020" der Universität Leipzig und des App-Anbieters Staffbase. Hierfür wurden von Oktober 2019 bis Februar 2020 mehr als 370 Kommunikationsverantwortliche zu den Herausforderungen und Erfolgsfaktoren der digitalen Mitarbeiterkommunikation befragt. Und das sind die wichtigsten Studienbefunde:

  • Die größte Herausforderung sehen die Befragten in der Erreichbarkeit der gesamten Mitarbeiterschaft und ihrem unterschiedlichen Nutzungsverhalten. Zudem fehle es an Ressourcen für die interne Kommunikation. 
  • Häufig decken sich die von den Kommunikatoren präferierten Themen nicht mit den Inhalten, die bei den Mitarbeitenden besonders beliebt sind.  
  • Die Quellen für die Themenfindung haben einen positiven Einfluss auf die Beliebtheit der Themen bei den Beschäftigten und den Erfolg der Mitarbeiterkommunikation. Vor allem in Führungskräften und Mitarbeitenden anderer Abteilungen steckt Potenzial als Ideengeber.
  • Die Content-Erstellung durch nicht-professionelle Kommunikatoren erhöht die Authentizität und animiert andere Organisationsmitglieder zur Interaktion. Das birgt aber neue Herausforderungen für die Kommunikationsverantwortlichen. 
  • Moderne Plattformen wie Social Intranets, Mitarbeiter-Apps und Digital Signage beeinflussen den Erfolg der digitalen, internen Kommunikation signifikant positiv. Aber die größte Reichweite haben in den meisten Organisationen immer noch E-Mails.
  • Die Evaluation der digitalen Mitarbeiterkommunikation wird vielfach stiefmütterlich behandelt.

Exzellenzfaktoren für herausragende digitale Mitarbeiterkommunikation

Anhand der Befragungsergebnisse hat das Forschungsteam fünf Exzellenzfaktoren identifiziert, die herausragende von durchschnittlicher digitaler Mitarbeiterkommunikation unterscheiden:

Das zeichnet exzellente digitale Mitarbeiterkommunikation aus

1. Investition in Mitarbeiter für die digitale Mitarbeiterkommunikation

2. Nachfrageorientierte Priorisierung von Themen

3. Intensive Nutzung besonderer Gestaltungsformen wie Videos, Visualisierungen und Storytelling

4. Nutzung moderner Plattformen, insbesondere Mitarbeiter-Apps und Social Intranets

5. Datengestützte und systematische Evaluation der digitalen Mitarbeiterkommunikation

Quelle: “Benchmarking Digitale Mitarbeiterkommunikation 2020“, Universität Leipzig/Staffbase

Bei aller Begeisterung für den Nutzen neuer medialer Lösungen sollte allerdings nicht vergessen werden, dass die Inhalte Priorität haben. Und dafür sei nicht nur journalistisch-professionelles Know-how erforderlich, sondern auch eine klare Positionierung aller internen Medien, betont Kristin Engelhardt in dem Buchkapitel “Kulturwandel in der Internen Kommunikation“. (Seite 2)

Interne Kommunikation strategisch angehen

Die Kommunikationsberaterin und Springer-Autorin Andrea Montua geht noch einen Schritt weiter und rät zu einer “Strategie als Kompass jeder Internen Kommunikation“. Schließlich müsse die interne Kommunikation das große Ganze ebenso im Blick haben, wie die operative Umsetzung von Maßnahmen und die Tools.

Montua zufolge beinhaltet die strategische Planung der Mitarbeiterkommunikation folgende Aspekte (Seite 33):

  • Orientierung an den Unternehmenszielen und der Vision des Unternehmens
  • Kenntnis der Zielgruppen und ihrer Bedürfnisse
  • Abstimmung des Medienmixes und der Inhalte auf diese Bedürfnisse
  • Definition der messbaren Ziele und Orientierung der Maßnahmen daran
  • Hinterfragen und Nachjustieren der Strategie

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier

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