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24-08-2022 | Internet | Im Fokus | Article

Richtung Metaverse in kleinen Schritten

Author: Johanna Leitherer

3:30 min reading time
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Die Entwicklung des Metaverse ist in vollem Gange und wird früher oder später wohl jedes Unternehmen beschäftigen. Das ist allerdings den wenigsten bewusst, weshalb das Thema allgemein unterschätzt wird. Aber auch die Konsumenten zeigen sich abwartend.

Noch existiert das Metaverse in seiner angestrebten Form nicht. Doch Vorläufer und Zukunftsmodelle lassen eine fundamental weiterentwickelte, mit der analogen Welt verschwimmende Form des Internets erwarten, die eine neue Ära einläuten dürfte. Ob E-Commerce, Arbeiten, Finanzen, Events oder Dating: Alles scheint im dreidimensional ausgerichteten Metaverse möglich. Der Schlüssel sind XR-Technologien, die Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed Reality miteinander verzahnen. Dass in dieser erweiterten Welt auch der Wettbewerb zwischen Unternehmen eine wesentliche Rolle spielen wird, liegt auf der Hand.

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Ein Stück Metaversum für jedes Unternehmen

Technologien wie die virtuelle oder erweiterte Realität halten Einzug in unseren Alltag. Die Anwendungsfälle sind in der Industrie genauso vielfältig wie in der Unterhaltungsbranche. 

Aktuell sind es vor allem die großen Tech-Konzerne wie Amazon und Meta (Facebook), die das Metaverse an vorderster Front vorantreiben wollen. Die breite Masse der Unternehmen in Deutschland fühlt sich von dem neuen Schlagwort aktuell aber noch wenig betroffen. Das legt zumindest eine aktuelle Studie der Universität der Bundeswehr München unter der Leitung des XR-Forschers Professor Philipp Rauschnabel nahe. Rund 150 deutsche Marketingmanager wurden darin zu ihrem Wissen und ihren Einschätzungen das Metaverse betreffend befragt. 

Metaverse noch weitgehend unbekannt

Mit 8,6 Prozent fühlt sich derzeit erst eine kleine Minderheit der Marketing-Führungskräfte mit dem Thema Metaverse vertraut. Auffällig ist, dass diejenigen, die sich bereits mit dem als Web 3.0 gehandelten Internet auskennen, in einem technologiegestützten Bereich arbeiten. So liegt der Bekanntheitsgrad

  • in Social-Media-Teams und der Onlinekommunikation bei jeweils rund 85 Prozent,
  • bei SEO-Spezialisten bei 50 Prozent und
  • im Online-Targeting immerhin noch bei 46 Prozent.

Der eigenen Organisation stellen die Studienteilnehmer dagegen ein besonders schlechtes Zeugnis aus: Gerade einmal drei Prozent der Belegschaft verfügt demnach über ein hohes oder sehr hohes Wissen über das Metaverse. Nach konkreten Plattformen wie Second Life oder The Sandbox befragt, die gelegentlich als Vorläufer-Form eines Metaverse diskutiert werden, liegt der Bekanntheitsgrad auf einem ähnlich niedrigen Niveau.

Marketing-Effekte werden unterschätzt

"Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass viele Manager das Metaverse als neuen Begriff für neue Virtual Reality Anwendungen betrachten. In Anbetracht dessen, was wir an Entwicklungen am Markt sehen, gehen wir davon aus, dass viele Unternehmen vom Metaverse augenscheinlich überrannt werden könnten", sagt Studienleiter Rauschnabel. Denn das Metaverse wartet in der Vision mit Eigenschaften auf, die weitaus weitreichender sind als die Türöffner-Technologien VR oder AR. Dazu zählen beispielsweise die Blockchain, Kryptowährungen oder virtuelles Eigentum durch Non-fungible Tokens (NFTs). Passend zu diesem Unwissen werden auch die Auswirkungen auf das Marketing unterschätzt:

  • Weniger als die Hälfte glauben, dass das Metaverse die Kommunikation zwischen Menschen (43 Prozent) oder 
  • das Marketing (42 Prozent) verändern wird. 
  • Gerade einmal etwas mehr als ein Drittel betrachtet das Metaverse als das "Social Media der Zukunft".

Konsumenten warten eher ab

Dabei könnten sich Unternehmen mit einfachen Mitteln an den großen Zukunftstrend herantasten, wie Rolf Illenberger vorschlägt: 

Wenn zum Beispiel die Marketingabteilung eine Virtual-Reality-App für die Vorstellung eines bestimmten Produktes erstellt hat, kann diese mit wenigen Modifikationen auch von der HR genutzt werden, um neue Mitarbeiter zu schulen und Trainings anzubieten. Wissen kann im Rahmen eines solchen "VR Hubs" optimal genutzt und erweitert, kopiert und modifiziert werden. Mit fortschreitender Nutzung entsteht so ein breiter Stack an Anwendungen, von dem alle im Unternehmen profitieren", 

schreibt der Springer-Autor im Artikel "Virtual Reality und das Metaverse: Wie Tech-Trends früh im Unternehmen ankommen", in der Zeitschrift Digitale WeltAusgabe 2/2022 (Seite 68).

Doch wie sieht es eigentlich aufseiten der Konsumenten aus? Ein Report des Hamburger Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maaß Consulting, in dem das Stimmungsbild von mehr als 4.000 deutschen Internet-Nutzern skizziert wird, kommt zu dem Resümee: Für User ist das Metaverse spannend, aber noch kein Must-have. Zwar zeigt sich rund jeder Dritte daran interessiert, die erweiterte Welt zu nutzen. Wirklicher Enthusiasmus kommt jedoch nur bei einer Minderheit von zwölf Prozent auf. Auch die Sorge, durch die Nicht-Nutzung des neuen Trends etwas verpassen zu können, betrifft lediglich ein Fünftel der Befragten.

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