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Diversität polarisiert. Anhand (inter-)nationaler Forschung wird hier gezeigt, dass Organisationen und Individuen von Diversität profitieren, aber nur wenige diversitätskompetent sind, weshalb es eine intersektionale Perspektive braucht. Da die Rolle von Diskriminierung und Intersektionalität für Coachings wenig beforscht ist, werden therapeutische Ansätze als Grundlage von Coachingmethoden für diese Kompetenzentwicklung vorgestellt. Nach dem kritischen Einführen basaler kultureller Kompetenzen wird ein evidenz- und theoriebasiertes Modell für intersektionalitätsinformierte therapeutische Kompetenzen für den deutschsprachigen Raum mit praktischen Implikationen für Coaching diskutiert.
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Diversität ist bunt, Diversität polarisiert: Für die einen steht es für Entfaltung und Gemeinsamkeit, für die anderen ist es Mainstream, Pinkwashing, längst überholt oder Neuland. Dieser Artikel zeigt anhand nationaler und internationaler Diversitätsforschung, dass Organisationen und Individuen von Diversität profitieren. Diversität beschreibt einen Zustand vielfältiger intra- und interindividueller Identitäten. Um Diversität gerecht zu werden, braucht es eine intersektionale Perspektive, um diesen Zustand hinsichtlich struktureller, individueller und diskursiver Verhältnisse zu analysieren und im Sinne sozialer Gerechtigkeit zu verändern.
Die Relevanz von diversitäts- und diskriminierungssensiblem Coaching, um negative Effekte für Organisationen und Individuen zu vermeiden, Erklärungsalternativen für Konflikte zu ermöglichen, sowie erste Gestaltungsansätze wurden bereits skizziert (Ahlers 2010; Hennemann 2024), wobei aufgrund der bestehenden Forschungslücke v. a. auf psychologische und therapeutische Ansätze zurückgegriffen wurde. Im vorliegenden Artikel werden mit Bezug zum Paradigma Intersektionalität (Crenshaw 1989) diese therapeutischen Ansätze für die diversitätssensible Kompetenzentwicklung von Therapeut:innen und Coaches fruchtbar gemacht. Nach dem Einführen und Diskutieren grundlegender multikultureller Kompetenzen wird das evidenz- und theoriebasierte Modell intersektionalitätsinformierter therapeutischer Kompetenzen (IITC; Saase et al. 2024a) für den deutschsprachigen Raum eingeführt. Dieses theorie- und evidenzbasierte Modell reagiert nicht nur auf die Forschungslücke im deutschsprachigen Raum, sondern liefert praktische Implikationen für die therapeutische Praxis, Ausbildung und Forschung und fördert so eine kompetenzbasierte lifelong learning-Kultur des Human Ressource Development im Berufsfeld mentale Gesundheit mit Übertragungsmöglichkeiten für diskriminierungssensibles Coaching.
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1 Psychotherapie vs. Coaching
Wenn Menschen für interpersonale – z. B. berufs- und karrierebezogene, familiäre oder psychisch-emotionale – Herausforderungen Unterstützung suchen, finden sie eine Vielzahl von analogen und digitalen Therapie- und Coaching-Angeboten. Obwohl Coaching und Psychotherapie eigene (Weiterbildungs‑)Bereiche sind, verschwimmen die Grenzen bezüglich der Themen und der eingesetzten Methoden (Amrhein und Propach 2013). Dennoch gibt es zwischen den zwei Disziplinen klare Unterschiede hinsichtlich Zielen, Zielgruppen und Wirkungsbereichen (vgl. Greif 2008). Grundsätzlich ist Coaching kein Ersatz für eine leidensdrucklindernde Psychotherapie, sondern eher eine rein ergebnisorientierte Problem- und Selbstreflexion, um die eigenen Potenziale besser zu nutzen (vgl. Greif et al. 2012). Ein weiterer Unterschied betrifft die Qualitätssicherung. In Deutschland ist die fachliche Qualifizierung lediglich bezüglich der Psychotherapie gesetzlich geregelt, was hohe Qualitätsstandards und eine Kostenübernahme durch Krankenkassen sichert.
Psychotherapie wird in diesem Artikel als Ursprungsdisziplin bzw. Vorbild von Coaching verstanden, da Coaching auf psychotherapeutischer Forschung und Praxis aufbaut – so wurden z. B. die Wirkfaktoren der Psychotherapie auf das Coaching übertragen (ebd.).
2 Diversität und Inklusion als Wettbewerbsvorteil
Diversität und Inklusion (D&I) bieten Wettbewerbsvorteile durch ökonomische und innovative Vorteile. Eine quantitative Studie zeigte anhand von 1000 großen Unternehmen aus 15 Ländern höhere Rentabilität von Unternehmen mit geschlechtsspezifischer sowie ethnischer und kultureller Vielfalt auf der Führungsebene und systematischen, geschäftsorientierten D&I-Ansätzen (McKinsey&Company 2020). Nach dieser Studie stelle jede Form von Diversität, z. B. in sozialen Kategorien wie Race, Ethnizität, Ability, Gender, sexueller Orientierung, Neurodiversity, Experience (wie global mind-set und cultural fluency), einen Wettbewerbsvorteil dar, z. B. durch besseres Top Talent Recruitment, bessere Entscheidungsfindung sowie gesteigerte Kund:innenorientierung, Mitarbeitendenzufriedenheit und Erträge (ebd.). Eine weitere quantitative Studie der Boston Consulting Group aus dem deutschsprachigen Raum schlussfolgert, dass Innovation Diversität und Inklusion benötigt (Lorenzo et al. 2017). Erste Leuchtturmprojekte fördern bereits Talente mit (potenziellen) Diskriminierungserfahrungen, z. B.
Mentor:innenprogramme wie TENT für geflüchtete Frauen und LGBT*IQ (Stiftung Tent Partnerships for Refugees, in Kooperation mit DaMigra e.V.),
Postkoloniale Netzwerke wie neue deutsche Organisationen (ndo) für mehr Sichtbarkeit, Teilhabe und Chancengleichheit (Stiftung Mercator),
Karrierefördernde Projekte wie IMAGE – Inklusion von Migrantinnen für mehr Anerkennung, Gleichberechtigung und Effizienz (Bundesministerium für Bildung und Forschung),
Programme für Führungskräfte wie das LGBT+Leadership Programme und Women in Leadership Programme (ESCP Business School Berlin),
Karriereerhalt wie die Stayonboard-Initiative für Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften, um durch das zweite Führungspositionen-Gesetz eine Mandatsniederlegung bei Mutterschutz, Elternzeit oder Krankheit zu verhindern.
Dennoch sind Diskriminierungen Teil der Arbeitswelt mit Auswirkungen auf die gesamte Berufstätigkeit – vom Bewerbungsprozess und Onboarding über Talentmanagement und Personalentwicklung hin zu konkreten Arbeitsbedingungen, Mitarbeitendenzufriedenheit oder Arbeitsverhältnisbeendigungen (vgl. Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2013; Festing 2021) und sind so auch häufig Anlass für Coaching oder Therapie. Daher müssen Coaches und Therapeut:innen eine Kompetenz in Bezug auf Diversität, Diskriminierungen und Intersektionalität entwickeln.
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3 Intersektionalität als hilfreiche Perspektive für Therapie und Coaching
Intersektionalität (Crenshaw 1989) als Paradigma hat den Ursprung in der Schwarzen Frauen Bewegung der U.S.A. (vgl. Combahee River Collective 1977). Es analysiert soziale Ungerechtigkeit anhand miteinander interagierender sozialer Positioniertheiten auf individueller, struktureller und diskursiver Ebene. So führen (zugeschriebene) Zugehörigkeiten nicht immer zu denselben Diskriminierungs- und Privilegierungserfahrungen, sondern sind abhängig von der Zugehörigkeitskombination sowie dem geo-politischen Kontext. Eine junge weiße lesbische Frau mit 3 Kindern und einer chronischen Erkrankung erlebt in Deutschland z. B. Sexismus am Arbeitsplatz anders als eine junge heterosexuelle Schwarze Frau ohne Kinder und ohne chronische Erkrankung.
Die einzigartigen sozialen Positioniertheiten führen nicht nur zu einer Vielfalt von Identitäten (vgl. Bamberg et al. 2021) mit damit einhergehenden Kombinationen aus Diskriminierungs- und Privilegierungserfahrungen, sondern auch zu einer Diversity von Wissensweisen (Wekker et al. 2016), auch Pluriversity genannt (Mbembe 2016), durch situiertes Wissen (Haraway 1988).
Diskriminierungs- und Privilegierungserfahrungen beeinflussen nicht nur ganz allgemein die mentale Gesundheit, sondern auch konkrete mentale Prozesse wie Entscheidungs‑, Wahrnehmungs- und Bewertungsprozesse und damit Gefühle und Haltungen – Themen, die für Therapie bzw. Coaching eine entscheidende Rolle spielen. Eine intersektionale Betrachtung ermöglicht es, in Therapie und Coaching die jeweiligen Lebensrealitäten mit Bedürfnisse sowie Stärken, Ressourcen und Resilienzen besser zu verstehen, gesellschaftlich einzubetten und zu nutzen. Darüber hinaus erlaubt eine intersektionale Perspektive, die Passung zwischen Therapeut:in bzw. Coach und Patient:in bzw. Coachee zu analysieren, z. B. hinsichtlich der Auswirkungen (un)geteilter Identitätsdimension und vermuteter (un)geteilter Ungleichheitserfahrungen, um therapeutische und Coaching-Methoden anzupassen. Für den therapeutischen Kontext wurde gezeigt, dass intersektionalitätsinformiertes Denken und Handeln die therapeutische Beziehung stärkt durch das Gefühl, als Patient:in in allen Facetten der Identität wahrgenommen zu werden, was weniger Minderheitenstress (Meyer 2003), Stereotye Threat (Steele und Aronson 1995), (Healthy) Cultural Mistrust (Sue et al. 1992; Whaley 2001) oder internalisierte Unterdrückung (David 2013) ermöglicht. So kann insgesamt der Therapieerfolg erhöht werden, da die therapeutische Beziehung hierfür ein Schlüsselfaktor ist (Grawe 1998; Flückiger et al. 2015).
4 Berufliche Kompetenzen
Die Rolle beruflicher Kompetenzentwicklung auf Grundlage eines Kompetenzmodells wächst sowohl in der Unternehmenswelt (Kauffeld und Albrecht 2021; Kauffeld und Paulsen 2018) als auch in der Psychotherapie (Kaslow et al. 2007; Rodolfa et al. 2013). Metaanalytisch wurde berufliche Kompetenz als robuster Prädiktor für Therapieerfolg gezeigt (Zarafonitis-Müller et al. 2014), weshalb von einer Übertragbarkeit auf den Coachingerfolg ausgegangen wird. Nach Kauffeld und Albrecht (2021, S. 1) beschreiben berufliche Kompetenzen notwendige Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissensbestände sowie Erfahrungen von einer Person, eines Teams oder einer Organisation, um konkrete Arbeitsaufgaben handlungs- und reaktionsfähig zu bewältigen.
Im Folgenden wird zu beruflichen intersektionalitätsinformierten Kompetenzen für Therapeut:innen hingeführt, um adäquat auf Diversität und Diskriminierungen zu reagieren und dies auf den Coachingkontext zu übertragen.
5 Learnings aus der Psychotherapie: intersektionalitätsinformierte therapeutische Kompetenzen
5.1 Die Rolle von Diskriminierungen für Therapie
Besonders für den deutschsprachigen Raum besteht im Therapiekontext ein starker Bedarf nach intersektionalitätsinformierten therapeutischen Kompetenzen. Gründe dafür sind u. a.:
Diskriminierungen als Risikofaktoren für psychische Störungen (vgl. Carter 2007; Meyer 2003; Schütteler und Slotta 2023),
Wissensmangel hiesiger Therapeut:innen bzgl. (Mehrfach‑) Diskriminierungen – gezeigt in mixed-method Studien mit Patient:innen (Afrozensus 2020; Castro Varela et al. 2012) und in quantitativen Studien mit Therapeut:innen (Krammer et al. 2024; Saase et al. 2024b),
Diskriminierungsstrukturen in hiesigen Therapien, therapeutischen Konzepten, Arbeitsplätzen und Aus- und Weiterbildungen – gezeigt in diversen Literaturreviews, Erfahrungsberichten und empirischen Studien (Saase 2019; Saase et al. 2024a; Saase, Namdiero-Walsh et al. im Druck).
5.2 Kulturelle Kompetenzen als Ausgangspunkt
In langer Tradition werden therapeutische kulturelle Kompetenzen beschrieben, um Globalisierungs- und Migrationsprozesse adäquat zu berücksichtigen. Dabei variieren Definitionen stark und entwickeln sich stetig weiter.
Kulturelle Kompetenzen wurden bereits seit den 1980er-Jahren für klinische Fachkräfte und Organisationen erforscht (vgl. Cross et al. 1989) und sind auch heute relevant (Alizadeh und Chavan 2016) – unter Verwendung verschiedenster Begriffe wie interkulturell, transkulturell oder multikulturell. Kulturelle therapeutische Kompetenzmodelle (z. B. Lee und Boykins 2022; Malott und Schaefle 2015; Sue et al. 1992) beziehen sich häufig auf Herkunft, Ethnie(n) und Nationalität(en). Grund dafür könnte sein, dass ein Negieren von Rassismus laut einer Meta-Analyse mit geringeren multikulturellen Kompetenzen einhergeht (Yi et al. 2023) und sich negativ auf das Therapiesetting auswirken kann, z. B. durch Vertrauensverlust, Mikroaggressionen, Therapieabbrüche und psychische Belastungen für rassismuserfahren(d)e Patient:innen (vgl. Aronson et al. 2013; Afrozensus 2020; Chang und Berk 2009; Ogunyemi et al. 2020; Spanierman et al. 2021).
Andere, eher an Social Justice orientierte Kompetenzmodelle (z. B. Maxey 2021; Ratts et al. 2016; Saase et al. 2024a) fokussieren verschiedenste soziale Ungleichheiten unter Berücksichtigung der (De‑)Konstruktion und Mehrdimensionalität sozialer Differenzkategorien sowie ihrer interaktiven Dynamik zwischen Therapeut:innen und Patient:innen.
Ein weiteres Konzept betont eine Kompetenzlosigkeitskompetenz (Mecheril 2008), wobei interkulturelle Kompetenzen aufgrund essenzialistischer Kulturkategorien, also der Annahme, dass soziale Kategorien biologisch fundiert seien, kritisiert werden. Mecheril (2008) betont für Fachkräfte die Rolle der Akzeptanz des eigenen Nicht-Wissens, da Angebotaufsuchende selbst die Expert:innen der eigenen Erfahrung seien.
Trotz Kritik am essenzialistischen Kulturbegriff und des Trends, multikulturelle und Social Justice-Kompetenzen zusammenzudenken (vgl. Ratts et al. 2016; Saase et al. 2024b, a), kommt kulturellen Kompetenzen in einer globalisierten Arbeitswelt weiter eine entscheidende Rolle zu. Gründe dafür sind:
lange Forschungstradition zu kultureller Kompetenz (vgl. Cross et al. 1989).
Grundlage neuer Konzepte wie Cultural Intelligence (CQ) – wird als entscheidender Vorteil für Arbeitnehmende verhandelt und in interkulturellen Managementkursen computerbasiert trainiert (Schumacher und Festing 2023).
Bevölkerungsdemografien: In Deutschland hatte 2022 jede vierte Person einen Migrationshintergrund (Destatis 2022).
Bedeutungsvielfalt des Kulturbegriffs jenseits ethnischer Bezüge: Beispielsweise wird von queer(en) Kultur(en) gesprochen (Dima 2023; Gössl 2021) oder von einer geteilten Kommunikationskultur unter neurodivergenten Menschen, z. B. auf dem autistischen Spektrum (Kokemoor 2016). Die ursprüngliche Wortherkunft von Kultur stammt aus der Landwirtschaft, des Urbarmachens und Erschaffens von Hochkultur(en) und führte zu vielfältigen Alltagsbegriffen von Diskussionskultur, Populärkultur oder Fankultur hin zu Unternehmenskultur. Dabei sind viele Typologien und Kulturtheorien entstanden (vgl. Reckwitz 2006).
Eine Möglichkeit, um der Kritik am essenzialistischen Kulturbegriff zu begegnen, bietet die Transformation von einer Kultur- zur Kollektivtheorie (vgl. Hansen 2022; Rathje 2022). Statt eines eindimensionalen, geschlossenen Kulturbegriffs mit Diskriminierungspotenzial, wie z. B. der ethnisierende Kulturbegriff, werden intra- und transkollektive Gemeinsamkeiten, Mehrfachzugehörigkeiten, zugehörigkeitsunabhängige Fähigkeiten, z. B. Talente, Verhaltensweisen und Eigenschaften, sowie unauflösbare Spannungen zwischen Homogenisierungs- und Heterogenisierungsprozessen fokussiert (Rathje 2022). Als Kulturträger zählen Kollektive nach Hansens (2022) Kollektivtheorie. Die Kollektivarten, Basiskollektive (z. B. aufgrund zufälliger Gemeinsamkeiten, wie Augenfarbe), Sozialkollektive (z. B. aufgrund gemeinsamer politischer Ziele in einem Bündnis) und Dachkollektive (z. B. Staaten, Regionen oder Religionen, oft verbunden mit Zugehörigkeitsromantisierungen und Exklusionsängsten), unterscheiden sich durch ihren Grad an Kollektivität, also dem Potenzial für gemeinsame Aktivität (vgl. Rathje 2022). Kurz: „Niemand ist dann Teil irgendeiner Kultur, wir alle sind stattdessen Teil zahlreicher Kollektive und erlangen dadurch Vertrautheit mit unzähligen kulturellen Ausdrucksformen“ (Rathje 2022, S. 41). Die Kollektivtheorie nach Hansen (2022) könnte auch genutzt werden, um einige der oben beschriebenen empirisch belegten Vorteile von Diversität für Unternehmen zu erklären. So fördert Heterogenität Konflikte, und diese fördern kollektivbezogene Aktivitäten, was z. B. den Unternehmenszusammenhalt stärken kann (Rathje 2022).
Im Folgenden wird das IITC-Modell (Saase et al. 2024a) beschrieben, das multikulturelle Kompetenzen und Social Justice-Kompetenzen unter Verwendung eines kritisch-dynamischen Kulturbegriffs zusammendenkt, um Diversität und Diskriminierungen im Therapiekontext konstruktiv zu adressieren.
5.3 Das IITC-Modell intersektionalitätsinformierter therapeutischer Kompetenzen
Das umfassende IITC-Modell (Saase et al. 2024a) basiert auf empirischen Daten und zwei theoretischen generischen Kompetenzmodellen und bringt Implikationen für therapeutische Praxis, Ausbildung und Forschung sowie für Personalentwicklung von weiteren Gesundheitsexpert:innen, insbesondere für den deutschsprachigen Kontext. Das IITC-Modell enthält sowohl Fach‑, Methoden‑, Sozial- und Selbstkompetenzen als auch Verhaltensweisen, Kenntnisse, Fertigkeiten, Fähigkeiten und andere Merkmale (englisch KSAOs), sodass es mit verschiedensten Kompetenztypologien (vgl. Kauffeld und Paulsen 2018) kompatibel ist. Einen Überblick über das Modell gibt Abb. 1.
In einem mehrstufigen Prozess wurden zunächst in einer qualitativen Studie mit 40 Expert:innen aus allen Stufen des deutschen therapeutischen Ausbildungsprozesses intersektionalitätsinformierte Kernkompetenzen ermittelt. Neben vielfältigen Positioniertheiten wurden explizit Schwarze, weibliche Therapeutinnen rekrutiert, um die Ursprünge des Intersektionalitätsparadigmas wertzuschätzen. Folgende Gütekriterien wurden betrachtet: gute Intercoder‑/Interrater-Reliabilität (K = 0.77/K = 0.69), positives Ethikvotum (Nr. FD6FPDZEC5EOCY91006), Inhaltsvalidität, kommunikative Validation, Triangulation, reflektierte Subjektivität, Überprüfbarkeit, Angemessenheit, Bestätigbarkeit und Übertragbarkeit.
Im zweiten Schritt wurden die gefundenen Kernkompetenzen mit zwei US-Kompetenzmodellen verglichen und so geclustert. Einerseits wurde das Cube Model (Rodolfa et al. 2005) genutzt, das anhand eines Würfels die notwendigen dependenten Kompetenzen für die psychologischen Professionen auf 3 Ebenen beschreibt (Foundational Competency Domain, Functional Competency Domain, Stages of Professional Development) und dabei die Rolle von Diversität im Sinne interpersonaler und kultureller Kompetenz betont. Andererseits wurde das Modell für Multicultural and Social justice Counseling Competencies (MSJCC; Ratts et al. 2016) mit einem fluiden und erweiterten Verständnis von multikulturell, z. B. Einschluss von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität, herangezogen. Das MSJCC (ebd.) ist ein zweidimensionales, hierarchisches Phasenmodell: (1) therapeutische Selbstreflexion, (2) Verständnis der Weltsicht und der sozialen Kontexte der Patient:innen. Es berücksichtigt die privilegierten und marginalisierten Positioniertheiten von Therapeut:innen und Patient:innen sowie ihre interaktive Dynamik (ebd.). In beiden US-Modellen sind alle Kompetenzbereiche beeinflusst von (sich weiterentwickelnden) Wissensständen, Fertigkeiten, Verhaltensweisen, Haltungen und Einstellungen.
Im Ergebnis präsentiert das IITC-Modell 10 Kompetenzbereiche und 42 Kompetenzkomponenten entlang drei Kompetenzdomänen (Foundational Domain, Functional Domain, Stages of Professional Development) unter Berücksichtigung von Wissen, Fertigkeiten, Haltungen/Einstellungen, Verhaltensweisen sowie sozialen Positioniertheiten von Therapeut:innen und Patient:innen und ihren Wechselwirkungen (s. Abb. 2).
Abb. 2
Details des IITC-Modells (nach Saase et al. 2024a)
Abb. 1 und 2 verdeutlichen, dass die sechs basalen Kompetenzbereiche der Foundational Domain, die darauf aufbauenden drei Kompetenzbereiche der Functional Domain sowie die Art und Weise des Kompetenzerwerbs über die gesamte therapeutische Aus- und Weiterbildung (Stages of Professional Development) beeinflussen. Den Ausgangspunkt für den IITC-Erwerb bildet die therapeutische Selbstreflexion: (1) allgemeiner therapeutischer Kompetenzen durch eine intersektionale Brille (z. B. wie beeinflussen eigene Vorurteile die Empathiefähigkeit?), (2) des konkreten Ausmaßes des Erwerbs und der Performanz intersektionalitätsinformierter Kompetenzen (z. B. Ambiguititätstoleranz oder interkulturelle Kompetenz), und (3) eigener Identitätsaspekte und deren Einfluss auf den Therapieprozess (z. B. Rolle eigener sozialer Positioniertheiten, des eigenen diskriminierenden Verhaltens und diesbezügliche eigene Abwehrreaktionen).
Zusätzlich wurden im IITC-Modell bezüglich der Kompetenzen ausführliche Definitionen, Ziele, Aspekte, Verhaltens- und Fallbeispiele ermittelt, und es wurden verschiedene Formate, Materialien und Themen für die Kompetenzentwicklung vorgeschlagen. So entsteht mit dem IITC-Modell eine Handlungsorientierung für die therapeutische Aus‑/Weiterbildung und Supervision im Rahmen einer Personalentwicklungsstrategie der jeweiligen Institute und Arbeitgeber:innen.
5.4 Implikationen des IITC-Modells für Coaching
Wissenschaftliche Grundlagen aus der Psychologie (Webers 2015) und der Psychotherapie (Greif et al. 2012) wurden vielfach auf den Coaching-Kontext übertragen. Im Folgenden wird das IITC-Modell (Saase et al. 2024a) für Coaching nutzbar gemacht.
Das IITC-Modell ist eine Antwort auf die Forderungen vom Wissenschaftsrat, mehr kulturelle, soziale und historische Kontexte in psychotherapeutische Forschung, Lehre und Transfer einzubeziehen (Wissenschaftsrat 2018) sowie der American Psychological Association (APA), soziale Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Privilegien in Forschung, Ausbildung und Praxis zu thematisieren (Bergkamp et al. 2022; Clauss-Ehlers et al. 2019), insbesondere innerhalb der eigenen disziplinären Strukturen (APA 2021). Weiterhin ist das IITC-Modell ein erster Schritt zur Umsetzung der APA-Empfehlungen für Psychologie und Psychotherapie zur Definition, Messung und Regulierung von Kompetenzen in Ausbildung, Training sowie wissenschaftlicher und therapeutischer Praxis (Kaslow et al. 2007; Rodolfa et al. 2013), insbesondere für den deutschsprachigen Kontext. Jedes Coaching, das sich auf psychologisch-psychotherapeutische Erkenntnisse stützt, sollte deshalb auch diesen diversitätssensiblen Empfehlungen Rechnung tragen.
Da die deutsche krankenkassenfinanzierte psychotherapeutische Versorgung staatlich geregelt ist und die therapeutische Lizenz über zertifizierte Weiterbildungen regelmäßig erneuert werden muss, ist das IITC-Modell v. a. für das klassische top-down Kompetenzmanagement ausgelegt, kann jedoch für die vielfältigen, flexiblen Coaching-Qualifizierungsprogramme auch für ein agiles Kompetenzmanagementsystem adaptiert werden. Inhaltlich bietet das IITC-Modell besonders deshalb ein gutes diversitätssensibles Kompetenzmodell auch für Coaches, da die IITC-Kompetenzkomponenten genutzt werden können, um die sieben Coaching-Wirkfaktoren (Greif et al. 2012) aufzugreifen und mit intersektionalitätsinformierten Verhaltensbeispielen zu beschreiben. Besonders die Kontrollierbarkeit des IITC-Modells ermöglicht ein Qualitätsmanagement beim Kompetenzerwerb von Coaches. So wird ein intersektionalitätsinformiertes Kompetenzmanagement möglich: Den APA-Empfehlungen (Kaslow et al. 2007) folgend, werden die einzelnen Domänen, Bereiche und Komponenten messbar und dadurch regulierbar und trainierbar. Beispielsweise gibt es für die Selbstreflexion von Identitätsaspekten bereits Messinstrumente. Operationalisiert als Bewusstsein für Soziale Ungleichheiten, kann dieser Bereich des IITC-Modells im deutschsprachigen Raum mit der adaptierten Awareness of Privilege and Oppression Scale‑2 (aAPOS‑2; Krammer et al. 2024) gemessen werden. Die aAPOS‑2 Skala wurde im Deutschsprachigen Raum bereits quantitativ genutzt, um das Bewusstsein für soziale Ungleichheiten bei (zukünftigen) Therapeut:innen und um Trainingseffekte zu messen (Saase et al. im Druck). Zukünftige Studien könnten dies für Coaches und Coachingeffekte testen.
6 Fazit und Ausblick
In Übereinstimmung mit internationalen Forschungsergebnissen (vgl. Orlinsky 2009; Rodolfa et al. 2005, 2013; Waltz et al. 1993) bekräftigen die empirischen Ergebnisse des IITC-Modells (Saase et al. 2024a) soziale Positioniertheiten und (kulturelle) Diversitätssensibilität als starke Einflussfaktoren für den Therapieprozess. Relevant erscheint die Verwendung eines kritischen und offen-dynamischen Kulturbegriffs auch jenseits ethnisierender Bezüge. Für ein intersektionalitätsinformiertes Kompetenzmanagement im Coaching bietet das vorgestellte IITC-Modell einen Grundstein mit mess- und trainierbaren Kompetenzen sowie detaillierten Fallbeispielen. Ein intersektionalitätsinformiertes Coaching:
ermöglicht allen Beteiligten neue diversitätssensible Perspektiven und einen reflektierteren problem- und lösungsorientierten Umgang z. B. mit Konflikten in internationalen Teams ohne stereotype Zuschreibungen,
hilft, Diskriminierungen im Coaching Prozess selbst zu vermeiden, und
hilft, den empirisch-belegten ökonomischen Vorteil von Diversität in Unternehmen zu nutzen.
In einem Coaching mit Führungskräften könnte entsprechend der Kollektivtheorie (Hansen 2022) nach Gemeinsamkeiten im Team gesucht werden, um dabei zu unterstützen, Potenziale für gemeinsame Aktivitäten und effektives Arbeiten zu generieren. Auch wenn die gecoachte Führungskraft eigene Marginalisierungserfahrungen mitbringt, können intersektionalitätsinformierte Coaches die Coaching-Wirkfaktoren (Greif et al. 2012) optimieren, z. B. durch eine Coaching-Beziehung mit weniger cultural mistrust.
Weitere Forschung ist nötig, um diese intersektionalitätsinformierten Coaching-Kompetenzen in Unternehmen zu implementieren und messbar, trainierbar zu machen. Besondere Aufgabe wäre die detaillierte Beschreibung der verschiedenen Alignments (Kauffeld und Paulsen 2018), der benötigten Verknüpfungen für ein erfolgreiches intersektionalitätsinformiertes Kompetenzmanagement. Gerade für Coaching-Akademien sind Vertical Alignments (Audenaert et al. 2014), die Verknüpfung von Organisationsstrategie und Kompetenzmodell, relevant z. B. durch intersektionalitätsinformierte Leitbilder. Auch relevant für eine intersektionalitätsinformierte Coaching-Ausbildung sind Constructive Alignments (Biggs und Tang 2011), um die Lehr-Lernziele, die sich aus dem IITC-Kompetenzmodell ergeben, mit der Lehr-Lernaktivität (Ausbildungsinhalt und -situation) und der Prüfung abzustimmen. So kann eine systematische Analyse, Planung, Implementierung und Kontrolle (Kauffeld und Albrecht 2021; Kauffeld und Paulsen 2018) in den konkreten Organisationen, z. B. Ausbildungsinstituten, gelingen.
Herausfordernd bleibt es, die Entwicklung und Implementierung der intersektionalitätsinformierten Kompetenzen für die digitale Arbeits- und Ausbildungswelt umzusetzen. Dabei gilt es auch Privilegierungs- und Diskriminierungserfahrungen zu berücksichtigen, die entlang sozialen Positioniertheiten im Zusammenhang mit first/technical digital divide als auch second/social digital divide stehen (vgl. Lucht und Saase 2022).
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Hinweis des Verlags
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Sabrina Saase
Dipl.-Psych., PhD. cand. (agender/genderfluid) Health & Well-being Manager an der internationalen Hochschule ESCP Berlin inklusive therapeutischer Beratung, Diversity, Equity & Inclusion, Gesundheitsstrategie sowie Tätigkeiten in Psychotherapie, Psychiatrien, Vereinte Nationen, NGO’s, Bildungsarbeit, Hochschullehre, wissenschaftlichen Beiräten, Mentor:innenprogrammen. Mitglied des Institute for Intersectionality Research and Policy (Simon Fraser University, Vancouver, Canada), des Netzwerks OxPeace (Oxford Network of Peace Studies) sowie des Netzwerks Therapie-intersektional. https://orcid.org/0009-0006-1698-5897.
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