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15-01-2021 | IT-Prozessmanagement | Im Fokus | Article

Digitale Prozesse sind das Gaspedal im Controlling

Author:
Angelika Breinich-Schilly
3 min reading time

In sich verändernden Märkten, deren Innovationen zudem durch die Corona-Pandemie angetrieben werden, müssen Manager aufgrund einer verlässlichen Datenbasis Entscheidungen treffen. Diese muss das Controlling auf Abruf liefern. Digitale Tools machen es möglich.

"Schnell Entscheidungen treffen zu können ist in der aktuellen Situation ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Unternehmen. Hierzu müssen die relevanten Informationen möglichst auf Knopfdruck verfügbar gemacht und ausgewertet werden. Die Digitalisierung der Steuerungsinstrumente ist daher ein wichtiger Baustein", erläutert Maren Hartmann vom Beratungsunternehmen Horváth & Partners. 

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Bereiche der Digitalisierung

IT-Systeme haben sich zu einem kritischen Erfolgsfaktor von Unternehmen entwickelt, und die Geschäftsprozesse sind in mehr als 90 Prozent der mittleren und großen Unternehmen IT-gestützt. Die IT-Systeme sind modular aufgebaut, decken alle wesentlichen Unternehmensfunktionen ab und sind über eine gemeinsame Datenbasis integriert.

"Die Darstellung der dezentralen Wertschöpfungsketten sowie die Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Kennzahlen auf den verschiedenen Führungsebenen mit Ergebnisverantwortung stellt hohe Ansprüche an das [...] Controlling und die dazugehörige Tool-Landschaft. Laufende Veränderungen, die zum Konzernalltag gehören, stellen eine weitere Herausforderung dar", erläutert Ivo Gerig im Buch "Die Digitalisierung der Controlling-Funktion" (Seite 212). Anhand von praktischen Beispielen der Siemens Gebäudetechnik beschreibt der Springer-Autor die Entwicklung von verschiedenen Applikationen sowie deren Anwendung im Controlling und im Management Self Service-Bereich.

Controlling muss verlässliche Daten liefern

"Innovation im Produkt- und Dienstleistungsangebot, sich wandelnde Märkte sowie Mergers & Acquisitions-Aktivitäten erfordern immer wieder Anpassungen der Organisationsstrukturen und der daraus abgeleiteten Verantwortlichkeiten", skizziert Gerig die größten Herausforderungen  und führt aus: 

Unabhängig von der organisatorischen Aufstellung muss sich das Management zu jedem Zeitpunkt im Rahmen von Dialogen sowie bei der Entscheidungsfindung auf die Zahlenbasis verlassen können, die ihm von der Controlling-Abteilung bereitgestellt wird."

Für die nötigen Grundlagen sorgen laut Hartmann eine Automatisierung der Prozesse oder die Nutzung performanter Systeme, um aus der Datenflut relevante Informationen zu generieren. "Angesichts der in vielen Unternehmen angespannten Lage geht es hier aktuell um eine Digitalisierung in angemessenem Kosten-Nutzen-Verhältnis", so die Senior Project Managerin. 

Das bedeute, dass vor allem die Digitalisierungsprojekte vorangetrieben werden, die entweder Aufwand reduzieren oder einen wirklichen Mehrwert für die Steuerung des Unternehmens bieten. Das geschehe zum Beispiel, "indem die Modellierung von Zukunftsszenarien unterstützt wird, um auf dieser Basis die richtigen Maßnahmen anzustoßen".

Digitalisierung im strategischen Controlling

Stephan Abée, Silvio Andrae und Ralf B. Schlemminger beschreiben die digitale Entwicklung im strategischen Controlling anhand von insgesamt sieben Ansätzen:

"Diese Digitalisierungsansätze verschaffen den Controllern die Möglichkeit, noch stärker die von den Facheinheiten entwickelten Strategievorschläge zu plausibilisieren und eigene Impulse zu setzen", so Abée, Andrae und Schlemminger. Schließlich werde am Ende des Planungsprozesses das strategische Controlling an seinem Output gemessen. "Nämlich an tragfähigen, gut begründeten und verständlichen Strategie(anpassungs)entwürfen, die im Rahmen eines effzienten Verfahrens – auch angesichts kürzer werdenden Investitionszyklen – immer schneller der Geschäftsführung zur Entscheidung vorgelegt werden (müssen)", so die Autoren auf Seite 20.

Performance-Management etablieren 

Außerdem müssen die Unternehmen Hartmann zufolge ein konsequentes Performance-Management etablieren, um dem steigenden Kostendruck zu begegnen. Die Rolle des CFOs werde gerade in diesen Zeiten noch wichtiger. Nicht nur als "kaufmännisches Gewissen", sondern auch als Schnittstelle und Moderator zwischen den verschiedenen Unternehmensfunktionen und Teams, so die Digitalexpertin. Denn das Gros der Herausforderungen müsse bereichsübergreifend angegangen werden. 

Hierzu hätten sich Mitarbeiter aufgrund der Corona-Krise zuletzt auf neue Arbeitsweisen und Kommunikationswege einstellen müssen. "Die Unternehmenskultur ist neben den richtigen Prozessen und Werkzeugen ein kritischer Erfolgsfaktor: Offenheit und schnelle Entscheidungswege sind eine Voraussetzung dafür, in einem sich schnell ändernden Umfeld immer wieder aufs Neue gut aufgestellt zu sein", so Hartmann.

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