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20-07-2022 | Klimawandel | Im Fokus | Article

Klimakrise setzt Unternehmen unter ESG-Druck

Author: Andrea Amerland

2:30 min reading time
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Die ESG-Ziele zu erreichen, erweist sich für Unternehmen als schwerer Brocken, ergibt eine globale Studie. Gleichzeitig unterstreicht der Ukraine-Krieg, wie wichtig es ist, die Klimakrise zu meistern. Schwierigkeiten bereiten dabei Diversity, Purpose und Lieferketten.
 

Nachhaltigkeitsinitiativen als Reaktion auf die Klimakrise sehen 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland als großes Problem. Zu diesem Ergebnis kommt das "Resilience Barometer 2022", für das die Unternehmensberatung FTI Consulting mehr als 3.000 Unternehmen aus den G20-Staaten befragt hat. Rund die Hälfte der globalen Umfrageteilnehmer mit einem Mindestumsatz in Höhe von einer Milliarde US-Dollar sieht sich daher unter extremen Druck, bei den ESG-Zielen (Environment, Social, Governance) voranzukommen. In Konzernen mit 100 Millionen bis einer Milliarde Umsatz verspürt nur rund ein Drittel der Befragten diese Beslastung. 

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ESG-Ziele als Wachstumschance

Rund die Hälfte der Unternehmen hierzulande arbeitet bereits fieberhaft an nachhaltigen Lösungen, während 36 Prozent noch abwartend reagieren. Dabei habe der Ukraine-Krieg eine katalysierende Wirkung, schreiben die Studienautoren. ESG-Ziele werden nicht mehr allein als Regulations- oder finanzielles Risiko betrachtet (88 Prozent), sondern als "fundamentale Notwendigkeit", ja, sogar als Chance.

44 Prozent der Befragten in Deutschland entwickeln dementsprechend nachhaltige Produkte, um neue Geschäftsfelder zu erschließen, 42 Prozent wollen ihre Services verbessern und somit ESG-konform gestalten. Management-Ansätze für eine nachhaltige Transformation zu entwickeln, fordere insbesondere Mittelständler heraus, sagt Steffen Puhlmann, ESG-Experte bei FTI-Andersch. "Denn sie waren bisher als zumeist nicht berichtspflichtige Unternehmen weniger von Regulatorik in diesem Feld betroffen."

Wenn es um einzelne Aspekte des Wandels hin zu mehr Nachhaltigkeit geht, nennen 42 Prozent Diversität der Belegschaft als Problem, 34 Prozent sehen den Purpose, also den Zweck, als Herausforderung und 31 Prozent saubere Lieferketten. Ein Viertel (26 Prozent) beklagt Hürden beim ESG-Reporting - im internationalen Vergleich wenig. Denn in den anderen G20-Staaten bereitet 39 Prozent dieses Thema Sorgen, innerhalb der EU 37 Prozent.  

Management-Kybernetik für nachhaltiges Handeln

Wie Unternehmen die nachhaltige Transformation gelingen kann, hat Natalie Pichler untersucht. Um Organisationen klimaneutral zu entwickeln, braucht es demnach eine Synthese aus Innovations- und Systemmanagement, ist sich die Springer-Autorin sicher. In einem Aufsatz zum Thema betont sie, dass die Kombination beider Disziplinen in der betrieblichen Praxis Vorteile für das nachhaltige Handeln bringe. 

Pichler empfiehlt den kybernetischen Managementansatz als Schlüsselmethode. Dieses von Stafford Beer entwickelte Vorgehen wird auch als Lehre von der effektiven Organisation bezeichnet und will interdisziplinär Komplexität in den Griff bekommen. Der kybernetische Managementansatz erlaube es, "das System (die Organisation) ganzheitlich zu betrachten." [...] Durch diverse Kombinationen von Disziplinen werden neue, bereichsübergreifende Ideen geboren und aufgegriffen" und somit Nachhaltigkeit durch die Verankerung von Innovationmanagement gefördert. (Seite 269)

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