Skip to main content
main-content
Top

About this book

Der Autor analysiert Defizite der Personalführung in Wissenschaft und Praxis, erläutert führungstheoretische Grundlagen und gibt einen kritischen Überblick über die wesentlichen konzeptionellen Ansatzpunkte und Theorien der Führung. Er stellt sein in der Praxis erprobtes Modell der Komplementären Führung vor, das führungstheoretisch unter anderem an Aufgabenmodelle der Führung, das Führen als Dienstleistung und den Shared-Leadership-Ansatz anknüpft. Wesentliche Bezugspunkte sind die Zielvorstellung des sich selbst führenden Mitarbeiters, kompensatorische Mechanismen bei Ausbleiben dieser Selbststeuerung sowie eine aktive Rolle der Personalfunktion im Führungsgeschehen. Die Komplementäre Führungstheorie ist anwendungsorientiert und bietet eine schlüssige konzeptionelle Basis für betriebliche Führungsmodelle. Das Vorgehen bei der Entwicklung und Einführung solcher Modelle wird beschrieben und mit Projektempfehlungen hinterlegt. Das Buch richtet sich an alle führungstheoretisch Interessierten, speziell aber an HR-Fachleute und Führungskräfte, die das Führen in Organisationen gestalten und nach überzeugenden theoretischen Grundlagen für ihre Arbeit suchen. Für die zweite Auflage wurde es vollständig überarbeitet und stark erweitert.

Table of Contents

Frontmatter

Teil I Probleme, Ansatzpunkte und Grundlagen

Frontmatter

1. Zum Stand der Dinge in Theorie und Praxis

Zusammenfassung
Organisationale Führung hat keinen guten Ruf. „Führungskräfte-Bashing auf dem Höhepunkt“ heißt es im Editorial einer Personalzeitschrift (Pichler 2012); dort wird verwiesen u. a. auf die Bildzeitungs-Schlagzeile „Ist Ihr Chef ein Idiot?“, die Stern-Titelgeschichte „Irrsinn Büro“ und den Bestseller „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ (Wehrle 2011). Derartige Veröffentlichungen begleiten uns durch die Jahre; soeben wurde mit dem Buch Mad Business (Bartussek und Weyergraf 2015) nachgelegt. Letztlich reicht es aber aus, mit offenen Ohren den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen oder sich mit Mitarbeitern verschiedener Organisationen zu unterhalten, um zu erkennen, dass beim Thema Führung etwas im Argen liegt. In jedem Falle besteht eine gewisse Diskrepanz zwischen der allenthalben – insbesondere in der Managementliteratur – anzutreffenden (Selbst-)Beweihräucherung der Führungs-Zunft und den erschreckend kritischen Einschätzungen, die viele Mitarbeiter mit schöner Regelmäßigkeit in Befragungen aller Art zum Ausdruck bringen. Sicher gibt es auch kompetente Führungskräfte und gute Führung, allen gegenteiligen Bemühungen zum Trotz aber ganz offenbar auch sehr große Führungsmängel.
Boris Kaehler

2. Führungstheoretische Grundlagen und konzeptionelle Vorüberlegungen

Zusammenfassung
Führung lässt sich definieren als zielbezogene Einflussnahme (Rosenstiel 2014, S. 3). Ausführlicher: „Führung ist der Prozess der Beeinflussung anderer, damit diese verstehen, was getan werden muss und wie es getan wird und darin einwilligen, sowie der Prozess der Ermöglichung individueller und kollektiver Anstrengungen zur Erreichung gemeinsamer Ziele“ (Yukl 2013, S. 23; eigene Übersetzung).
Boris Kaehler

3. Kritische Würdigung etablierter Führungstheorien

Zusammenfassung
Wer, als Personalverantwortlicher oder Lehrender, schon einmal damit befasst war, Führung in Organisationen zu gestalten bzw. zu vermitteln und dafür nach theoretischen Grundlagen gesucht hat, wird sich im vorstehenden Zitat vermutlich wiederfinden. Aus Rezipientensicht steht die schiere Masse einschlägiger Veröffentlichungen ganz einfach im Widerspruch zu ihrem eher beschränkten Erklärungswert. Freilich soll das Tucholsky-Zitat die etablierten Führungstheorien keineswegs pauschal abwerten. Viele von ihnen beruhen auf scharfsinnigen Überlegungen, die meisten werden seit Jahrzehnten empirisch untersucht und immer weiter verfeinert. Sie behandeln jeweils bestimmte Ausschnitte des Gesamtphänomens Führung aus bestimmten Perspektiven und tragen damit zum Gesamtbestand des verfügbaren Wissens bei. Die Tatsache, dass sie weder einzeln noch in Summe ein umfassendes Verständnis und vor allem keine systematische Gestaltung funktionierender Personalführung ermöglichen, darf nicht dazu verleiten, die wichtigen theoretischen Impulse zu ignorieren, die in ihnen durchaus enthalten sind. Sehr treffend benutzt Kieser (1995) für Organisationstheorien die alte Metapher von den Blinden und dem Elefanten: Jeder von ihnen ertastet nur ein Körperteil – Bauch, Ohr, Bein, Rüssel, Schwanz – und beschreibt den Elefanten anschließend aus seiner eingeschränkten Perspektive entweder als Mauer, Fächer, Baumstamm, Schlange oder Seil.
Boris Kaehler

Teil II Theorie der Komplementären Führung

Frontmatter

4. Das Kernmodell – Funktionen, Aufgaben, Akteure

Zusammenfassung
Im Kapitel wird das Kernmodell der Komplementären Führung vorgestellt. Sein erstes Element bilden die beiden komplementären Führungsfunktionen: Die Unterstützungsfunktion besteht darin, den Mitarbeitern zu helfen, ihre Arbeitsleistung zu erbringen; die Ordnungsfunktion besteht darin, die Leistungserbringung der einzelnen Mitarbeiter zu reglementieren und zu beaufsichtigen. Das zweite Modellelement bilden die komplementären Führungsaufgaben. Personalführung besteht demnach aus diversen Aufgaben, die sich in acht Kategorien zusammenfassen lassen. Das dritte Element des Kernmodells sind die komplementären Führungsakteure. Personalführung obliegt mehreren Hauptakteuren: Dem Mitarbeiter, seinen Kollegen, der Führungskraft, der oberen Führungskraft und dem Personalbetreuer. Das vorrangige Führungsprinzip sollte die Selbstführung des Mitarbeiters sein. Da nicht alle Mitarbeiter dies immer tun, wirken die anderen Akteure nach einem bestimmten Mechanismus als kompensatorische Instanzen.
Boris Kaehler

5. Die Führungsaufgaben im Einzelnen

Zusammenfassung
Gegenstand dieses Kapitels ist das im Zusammenhang mit dem Kernmodell bereits eingeführte Aufgabenelement der Komplementären Führungstheorie (vgl. Kap. 4).
Boris Kaehler

6. Die Umsetzungselemente

Zusammenfassung
Das in Kap. 4 vorgestellte Kernmodell der Komplementären Führung mit seinen drei Elementen – Funktionen, Aufgaben, Akteure – beschreibt die grundlegenden Aspekte und Mechanismen der Personalführung in Organisationen.
Boris Kaehler

Teil III Implementierung in der Praxis

Frontmatter

7. Entwicklung betrieblicher Führungsmodelle

Zusammenfassung
Zur Entwicklung und Implementierung betrieblicher Führungsmodelle empfiehlt sich ein projekthaftes Vorgehen in fünf Phasen. Phase 1 ist die Erstellung eines Modellentwurfs. Phase 2 besteht aus der Festlegung des eigentlichen Führungsmodells. Phase 3 beinhaltet die Anpassung der Führungsinfrastruktur. Phase 4 umfasst die Kommunikation und Schulung des Modells. Phase 5 schließlich bezeichnet die Umsetzung im Führungsalltag. Organisationen, die den Aufwand für eine vollständige Neueinführung bzw. Überarbeitung des Führungsmodells scheuen, sollten einzelne Komponenten der Komplementären Führung implementieren, um wenigstens die gröbsten Missstände abzustellen und Teilverbesserungen zu erreichen.
Boris Kaehler

8. Führungskräfte im Fokus

Zusammenfassung
Das Kapitel thematisiert die sieben Modellelemente der Komplementären Führungstheorie im Hinblick auf Führungskräfte. Dabei wird u. a. auch näher auf ihre Rolle der Führungskraft als kompensatorische Instanz eingegangen, die einzugreifen hat, wenn – und nur wenn – Mitarbeiter Selbstführungsdefizite zeigen. Auch die Besonderheiten der Führungsarbeit oberer Führungskräfte werden thematisiert. Das Gegenstück zu diesen Führungsstrukturen bilden Aspekte wie Dilemmata, Machtsicherung und Mikropolitik. In einem gesonderten Abschnitt wird schließlich die Auswahl, Entwicklung und Beurteilung von Führungskräften behandelt.
Boris Kaehler

9. Die Rolle der Personalfunktion

Zusammenfassung
Die Personalabteilungen (synonym: „Personalfunktion“, „HR-Funktion“, „HR“) vieler Organisationen befinden sich seit geraumer Zeit in einer Phase der Selbstfindung. Um die Jahrtausendwende herum wurden vielerorts großflächige Restrukturierungen mit dem Ziel einer Verschlankung, Effizienzsteigerung und stärkeren strategischen Ausrichtung durchgeführt.
Boris Kaehler

Backmatter

Additional information

Premium Partner

    Image Credits