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4. Künstliche Intelligenz fühlt, lernt und denkt (noch) nichts

  • 2020
  • OriginalPaper
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Zusammenfassung

In seinem Buch „Wie die Welt in den Computer kam“ zeichnet der Autor David Gugerli den Prozess der Repräsentation von Realität nach, die technologisch im Computer bis heute umgesetzt wird. Der Anspruch der IT-Branche war schon immer, die ganze Welt im Computer abzubilden, die aber immer eine rechnergestützte Wirklichkeit darstellt. Das galt schon für den im Jahr 1951 von dem amerikanischen Computerhersteller Remington RAND vorgestellten „Universal Automatic Computer“ (UNIVAC). Der Name ist hier Programm. Sollte doch nichts Geringeres als die gesamte Welt in den Computer. Der Werbespot um den UNIVAC, in dem ein Remington-RAND-Rechner die Welt umarmt und diese in seinen digitalen Rechenraum hineinzog [GUG], bringt es deutlich zum Ausdruck. In dem Werbespot wurde behauptet, die Rechenmaschine könnte alle Prozesse, die mit Daten und Problemen zu tun haben, erledigen. Dies musste sogleich erläutert, aufgezeigt und erzählt werden. Die Premiere der Abbildung der Welt in der Maschine war mit einem Narrativ verbunden und dies ist bis heute so geblieben. Mit dem Aufkommen des Internets und der zunehmenden Vernetzung der Welt veränderten sich die Rahmenbedingungen für die Erfassung rechnergestützter Wirklichkeit. Die technologischen Entwicklungen schreiten immer schneller voran und enteilen mitunter dem menschlichen Verständnis. Jede technologische Weiterentwicklung ist nicht selbsterklärend und erfordert ein begleitendes Narrativ. Das notwendige Narrativ liefert bereitwillig die Silicon-Valley-Avantgarde. Das digitale Plattform-Ökosystem von Google ist angetreten, „alle Informationen dieser Welt zu organisieren“ [CON]. Hier tritt wieder in Erscheinung, was den ersten Computer schon begleitet hat: der Anspruch, alle Informationen zu organisieren. Dass dies überhaupt nicht möglich ist, weil Google nur die indexierten Internetseiten im offenen Internet verarbeitet und als Suchtreffer repräsentiert, wird unterschlagen. Kein Zugriff auf das Darknet, Unternehmensdaten, Daten des militärisch-industriellen Komplexes usw. Die Ideologie aus dem Silicon Valley suggeriert, alle Informationen zu organisieren und quasi die gesamte Welt digital zu repräsentieren. Dazu sind sie nicht in der Lage, nehmen uns aber scheinbar die Mühe ab, uns Gedanken über die Unzulänglichkeiten technologischer Wirklichkeitsrepräsentation zu machen.
„Ich habe Angst, Dave.
Dave, ich verliere den Verstand.
Ich kann es fühlen.“
(„2001 – Odysee im Weltraum“)

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Title
Künstliche Intelligenz fühlt, lernt und denkt (noch) nichts
Author
Michael Jaekel
Copyright Year
2020
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-28569-2_4
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