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31-10-2023 | Künstliche Intelligenz | Im Fokus | Article

Deutsche Firmen sind zumindest theoretisch im KI-Fieber

Author: Annette Speck

2:30 min reading time

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Zwei Drittel der deutschen Firmen halten Künstliche Intelligenz für die wichtigste Zukunftstechnologie. Doch deren Einsatz ist für gut die Hälfte der Unternehmen (noch) kein Thema. 

Nicht zuletzt der Hype um das KI-Texttool Chat GPT hat das Thema Künstliche Intelligenz in den letzten Monaten erheblich gepusht. So erhöhte sich der Anteil der Unternehmen, die KI einsetzen, innerhalb des letzten Jahres von neun auf 15 Prozent. Und eine deutliche Mehrheit von 68 Prozent sieht Künstliche Intelligenz auch als Chance für das eigene Unternehmen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 605 Unternehmen im Juni/Juli diesen Jahres.

Größtes KI-Potenzial im Bereich Text und Sprache

Vor allem in punkto Text und Sprache wird KI immer mehr zugetraut: 84 Prozent der Befragten sehen dabei in der eigenen Firma großes Potenzial für KI im Bereich Textanalyse und -verständnis. Häufig genannt werden auch Spracherkennung (74 Prozent) und generative KI zur Erstellung von Texten, Bildern oder auch Musik (70 Prozent). Von generativer KI versprechen sich die Unternehmen primär Unterstützung bei Berichten, Übersetzungen und sonstigen Texten (82 Prozent).

Generative KI wird bisher kaum genutzt

Tatsächlich setzen allerdings bislang lediglich zwei Prozent der Befragten generative KI zentral in ihrem Unternehmen ein. 13 Prozent geben an, dies zu planen. Mehr als ein Drittel der Firmen hat sich indessen noch gar nicht damit beschäftigt. Dreiviertel der Befragten gehen zudem davon aus, dass die Beschäftigten ihrer Firma für die Arbeit keine generative KI nutzen. Nur in einem Prozent der Betriebe ist die Nutzung hingegen weit verbreitet. In ebenso wenigen Firmen gibt es dazu Regeln.

Wirtschaft ist uneins über generative KI

Darüber hinaus belegt die Bitkom-Befragung auch, wie zwiespältig die deutsche Wirtschaft das Thema generative KI beurteilt. So glauben 42 Prozent, dass Unternehmen, die generative KI einsetzen, einen Wettbewerbsvorteil haben. Gleichzeitig sagen 51 Prozent der Befragten, dass generative KI zwar spektakulär aussehe, aber im Unternehmen nur wenig Nutzen bringe.

Ferner ist knapp ein Drittel überzeugt, dass der Einsatz generativer KI dazu führen werde, dass ihr Unternehmen Personal entlässt. Demgegenüber meinen jeweils 29 Prozent, generative KI helfe dabei, den Fachkräftemangel zu bewältigen und mache die Beschäftigten produktiver.

Unterschiedliche Bewertung von Vorteilen und Risiken

Aufschlussreich ist, inwiefern Unternehmen, die bereits mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, die Technologie anders beurteilen als Nicht-Nutzer. KI-Nutzer heben beispielsweise deutlich öfter die gestärkte Wettbewerbsfähigkeit, die Vermeidung menschlicher Fehler, beschleunigte Prozesse und die Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen hervor. Als größte Risiken nennen KI-Nutzer gegenüber Nicht-Nutzern derweil vermehrt Fehler bei der Programmierung und Haftungsverpflichtungen bei Schäden.

Politik soll Klarheit schaffen

Die Befragung fördert auch zutage, mit welchen Hemmnissen sich Unternehmen, die sich aktiv mit dem Einsatz von generativer KI befassen, herumschlagen. Zuvorderst sind dies Regulierungsfragen wie Datenschutz und rechtliche Einschränkungen/Unklarheiten. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst erklärt daher: "Eine entscheidende Bedeutung kommt der neuen Datenstrategie der Bundesregierung zu. Die Datenstrategie muss den dringend notwendigen Paradigmenwechsel beim Umgang mit Daten einleiten, damit wir das Potenzial von Daten für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen, aber auch für den Einsatz neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz wirklich nutzen können."

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