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Die Bewältigung der globalen Herausforderungen im Bereich der Kunststoffabfälle hat in den letzten Jahren zunehmende Aufmerksamkeit auf sich gezogen, insbesondere im Kontext der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen (UN). Kunststoffabfälle sind zu einem integralen Bestandteil der Diskussion über nachhaltige Entwicklung geworden und haben direkte Auswirkungen auf mehrere SDGs. Hier werden SDG 6 (Sauberes Wasser und Sanitärversorgung), SDG 7 (Bezahlbare saubere Energie), SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden), SDG 12 (Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster) sowie SDG 14 (Leben unter Wasser) von zahlreichen Studien am häufigsten genannt. Die Kunststoffindustrie (inkl. der Abfallwirtschaft) ist ein wichtiger Wirtschaftssektor; gleichzeitig bringen enorme Umweltschäden wirtschaftliche Verluste mit sich. So zeigt sich zum Beispiel, dass die Auswirkungen von Kunststoffabfällen die terrestrischen und aquatischen Ökosysteme erheblich beeinträchtigen. Kunststofflittering (Makroplastik), Mikro- und Nanoplastikemissionen bedingen negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit (Mikroplastik wurde im Blut von Menschen nachgewiesen) sowie auf die Fauna, wobei hier noch Forschungsbedarf besteht. Zudem ist durch die Kunststoffproduktion auch ein Beitrag zum Klimawandel gegeben. Eine sachgerechte (getrennte) Kunststoffabfallsammlung sowie eine nachhaltige Kunststoffbewirtschaftung, wie die Reduzierung des Kunststoffverbrauchs, um das Produktionsvolumen und Kunststoffemissionen aus Prozessströmen, dem Recycling und der Abfallentsorgung zu verringern, können eine positiven Beitrag zur SDG-Zielerreichung leisten.
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
1 Einleitung
In der heutigen globalisierten Welt sind Kunststoffe allgegenwärtig und spielen eine entscheidende Rolle in unserem täglichen Leben. Allerdings gehen mit ihrer weitverbreiteten Verwendung auch erhebliche Umweltauswirkungen einher (Sharma et al. 2023). Diese reichen von der Verschmutzung von Meeresökosystemen bis hin zur Gefährdung der biologischen Vielfalt (Sharma et al. 2023; De Souza Machado et al. 2018).
Kunststoffe sind aufgrund der Materialeigenschaften ein wichtiger Werkstoff und strategisch bedeutend für die europäische Wirtschaft, mit Anwendungen in nahezu jedem Sektor, einschließlich der Automobilbranche, dem Bauwesen, der Verpackungsindustrie, dem Gesundheitswesen, den erneuerbaren Energien und Konsumgütern (Plastics Europe 2023a). Nach einer Stagnation im Jahr 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie erhöhte sich die weltweite Kunststoffproduktion wieder auf 390,7 Mio. Tonnen im Jahr 2021, mit einer Jahresproduktion von rund 57,2 Mio. Tonnen in Europa (Plastics Europe 2022). Im Jahr 2020 wurden 29,5 Mio. Tonnen Post-Consumer-Kunststoffabfälle gesammelt (Plastics Europe 2022), wobei nur rund 34,5 % recycelt und 42,3 % thermisch verwertet bzw. 23,3 % deponiert werden. Zusätzlich wird ein nicht genau quantifizierbarer Teil gelittert, das bedeutet, Abfälle werden achtlos in der Natur oder an öffentlichen Plätzen weggeworfen. Neben dem Littering-Problem rückten in letzter Zeit auch andere Umweltauswirkungen von Kunststoffen in die öffentliche Wahrnehmung. Zum einen die fast ausschließliche Herstellung der Basischemikalien aus Öl und zum anderen der hohe Energiebedarf chemischer Prozesse (Orth et al. 2022). Auch bedingen Kunststoffabfälle Risiken für die menschliche Gesundheit – Mikroplastik wurde sogar im Blut von Menschen nachgewiesen (Bundesverband Meeresmüll 2020). Die steigende Verwendung fossiler Ressourcen führt unweigerlich zu einem auch wissenschaftlich belegten Beitrag von Kunststoffen zum menschengemachten Klimawandel (Orth et al. 2022). Kunststoffabfälle sind in terrestrischen und aquatischen Ökosystemen allgegenwärtig und die Produktion und Ansammlung von Kunststoffen in der Umwelt erfolgen in einem beispiellosen Tempo. Zugleich haben die Vereinten Nationen durch die Sustainable Development Goals (SDGs) einen klaren Rahmen für nachhaltige Entwicklungsziele geschaffen, die auch den verantwortungsbewussten Umgang mit Kunststoffen betreffen (Vereinte Nationen 2015). SDGs geben den Weg und die Grundsätze für eine nachhaltige Entwicklung vor. Die SDGs sind globale Ziele, die von den Vereinten Nationen festgelegt wurden, um bis 2030 eine nachhaltige Entwicklung auf sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Ebene zu fördern. Die 17 Ziele, die jeweils in Unterziele gegliedert sind, decken, wie in Abb. 1 gezeigt, unterschiedliche Bereiche ab, darunter Armutsbekämpfung, Geschlechtergleichstellung, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion sowie Maßnahmen zum Klimaschutz. Die Verantwortung für die Einhaltung der SDGs liegt nicht nur bei den Regierungen, sondern erstreckt sich auch auf Unternehmen, die Zivilgesellschaft und individuelle Bürgerinnen und Bürger. Eine wirksame Umsetzung erfordert eine koordinierte Anstrengung auf globaler und lokaler Ebene. Die SDGs bieten nicht nur Leitlinien für nationale politische Entscheidungsträger:innen, sondern fordern auch Unternehmen dazu auf, ihre Geschäftspraktiken im Einklang mit nachhaltigen Prinzipien zu gestalten. Indem sie eine ganzheitliche Perspektive auf ökonomische, soziale und ökologische Belange fördern, spielen die SDGs eine zentrale Rolle bei der Bewältigung globaler Herausforderungen, darunter auch bei Umweltproblemen in Bezug auf den Umgang mit Kunststoffabfällen (Vereinte Nationen 2015).
Abb. 1
Sustainable Development Goals (Vereinte Nationen 2019)
Hinsichtlich der Kunststoffabfälle gibt es auch seitens der Europäischen Union Vorgaben. Neben Vorgaben zur Verringerung der Auswirkungen bestimmter Einweg-Kunststoffprodukte auf die Umwelt (Richtlinie 2019/904/EU 2019), sind spezifische Recyclingziele einzuhalten. Die Mitgliedsstaaten sollen beispielsweise bis Ende 2025 mindestens 65 Gewichtsprozent aller Verpackungsabfälle recyceln. Für Kunststoffverpackungen gilt als Recyclingziel eine Mindestgewichtsvorgabe von 50 Gewichtsprozent bis 2025 bzw. 55 % bis 2030 (Richtlinie 2018/852/EU 2018). Gemäß der Einschätzung der Europäischen Umweltagentur besteht die potenzielle Gefahr, dass zehn Mitgliedstaaten die bis 2025 festgelegte Zielvorgabe von 65 % für das Recycling von Verpackungsabfällen nicht erreichen könnten. Österreich zählt nicht zu diesen, allerdings identifizierte die Europäische Umweltagentur Österreich als eines von neunzehn Ländern, bei denen die Gefahr besteht, dass die materialspezifische Zielvorgabe für Kunststoffabfälle nicht eingehalten wird (Europäische Kommission 2023). Für eine erfolgreiche Transformation zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Kunststoffen ist es notwendig, sämtliche Hebel entlang der Wertschöpfungskette zu nutzen (Plastics Europe 2023b).
Die Erreichung der Ziele, sowohl jener, die in den Nachhaltigkeitszielen der UN formuliert wurden als auch jener der europäischen Union hinsichtlich Recycling, hängen nicht zuletzt auch von der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ab. Einen Beitrag dazu kann jedenfalls ein entsprechender wissenschaftlicher Diskurs liefern. Diese Literaturstudie soll einen Überblick über die Bedeutung von Kunststoffabfällen im Kontext der SDGs geben und die aktuelle Wahrnehmung und Diskussion in der wissenschaftlichen Gemeinschaft hervorheben.
2 Materialien und Methoden
Basierend auf einer systematischen Literaturrecherche wurden aktuelle Forschungsbereiche und behandelte Themen im Spannungsfeld SDGs und Kunststoffabfälle identifiziert. Für die Literatursuche wurden Artikel ab dem Jahr 2015 berücksichtigt. Nachdem eine Überblicksanalyse mittels BOKU:Lit-search, Web of Science und Scopus die meisten Treffer für die Scopus-Datenbank ergab, wurden die weiteren Analysen mithilfe von Scopus durchgeführt. Dabei wurde nach folgenden Schlüsselwörtern gesucht: „SDG“ AND „waste“ bzw. „SDG“ AND „plastic“ und in einem dritten Schritt wurde mit der Suche nach „SDG“ AND „plastic waste“ der Fokus auf das eigentliche Thema gelegt. Zusätzliche Suchbefehle wie „Sustainable Development Goals“ brachten keine merkliche Verbesserung des Ergebnisses und wurden nicht weiter berücksichtigt. Zusätzlich wurde eine bibliometrische Analyse mittels Vosviewer durchgeführt (vgl. Ball und Tunger 2005; van Eck und Waltman 2014), um mittels Schlagwortsuche die relevanten Forschungsfelder zu identifizieren. Nachdem sich die Publikationslandschaft als extrem divers darstellte, wurde in einem weiteren Schritt für jene SDGs, für die mehr als acht Publikationen im Zusammenhang zwischen einzelnen SDGs und „plastic waste“ vorlagen, im Detail analysiert, welche Themen hier relevant sind.
3 Ergebnisse und Diskussion
3.1 Stand der Forschung zu SDG und Kunststoff und/oder Abfall
Mittels bibliometrischer Auswertungen konnten neben den zu erwartenden Forschungsfeldern zu Plastik (inkl. Mikroplastik) weitere Cluster zu Forschungsbereichen wie Energie (inkl. Abfallverbrennung, Emissionen oder Energieeffizienz), Wasser (mit Wasserqualität oder Wasserverschmutzung), Abfall (inkl. Lebensmittelabfall) und Mensch (inkl. Gesundheit) identifiziert werden (Abb. 2). Die Themen in Studien, die sich mit SDG und „waste“ generell beschäftigen, sind vielfältig und kreisen ebenso um Bereiche wie Energie, Wasser und Treibhausgasemissionen. Die Analyse nach Schlüsselwörtern in Publikationen, die sich mit SDGs und „plastic waste“ beschäftigen, zeigt keine klaren inhaltlichen Cluster.
Abb. 2
Ergebnis der Schlüsselwortsuche SDG und „plastic“ mit einem definierten Minimalauftreten der Schlüsselwörter von 20
Insgesamt ist aber erkennbar, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema stetig zunimmt (Abb. 3). Im Jahr 2018 wurden lediglich 3 Publikationen im Zusammenhang mit SDGs und Kunststoffabfällen veröffentlicht, 2021 waren es bereits 80 und 2023 widmeten sich 172 Publikationen diesem Thema.
Abb. 3
Publikationsintensität zu SDGs in Zusammenhang mit „plastic waste“ von 2015 bis 31.01.2024
Die Bandbreite der SDGs erstreckt sich von „Keine Armut“ (SDG 1) über „Hochwertige Bildung“ (SDG 4) bis zu „Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster“ (SDG 12) oder „Leben unter Wasser“ (SDG 14). Nicht alle SDGs sind gleichermaßen relevant für die mit Kunststoffen, Abfällen bzw. speziell Kunststoffabfällen zusammenhängenden Fragestellungen. Für alle drei Bereiche konnten unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Skalenniveaus SDG 6 (Sauberes Wasser und Sanitärversorgung), SDG 7 (Bezahlbare saubere Energie), SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden), SDG 12 (Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster) und SDG 14 (Leben unter Wasser) am häufigsten in Publikationen nachgewiesen werden, wobei vor allem für das SDG 14 die hohe Relevanz von Kunststoffabfällen im Vergleich zur eher untergeordneten Häufigkeit von Abfall an sich auffällt (siehe Abb. 4). Auf der linken Seite der Grafik ist die Anzahl an Publikationen in Zusammenhang mit den einzelnen SDGs und dem Schlüsselwort „plastic waste“ zu sehen, wo über 50 Publikationen SDG 14 zuzuordnen sind. Entsprechend mehr Publikationen sind im mittleren Teil der Grafik (SDG und „plastic“) zu erkennen. Am häufigsten wurden Publikationen zu SDG 12 mit 130 und SDG 14 mit 127 gefunden. Annähernd 600 Publikationen wurden zu SDG 6 und „waste“ veröffentlicht.
Abb. 4
Publikationsintensität nach SDGs für den Zeitraum 2015 bis 31.01.2024
Von untergeordneter Bedeutung mit jeweils weniger als acht Publikationen (bei „SDG“ und „plastic waste“) wurden SDG 1 (keine Armut), SDG 4 (hochwertige Bildung), SDG 5 (Geschlechtergleichstellung), SDG 10 (weniger Ungleichheit), SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) sowie SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) identifiziert. Diese SDGs wurden in der nachfolgenden detaillierten Auseinandersetzung nicht mehr berücksichtigt. Der Fokus der folgenden Ausführungen liegt auf Kunststoffabfällen in Zusammenhang mit allen relevanten SDGs (> 8 Publikationen bei „SDG“ und „plastic waste“), wobei auch Auswirkungen der Kunststoffindustrie selbst beschrieben werden. SDG 2 wird auch im Detail behandelt, da es bei der Suche nach „SDG“ und „waste“ als relevant eingestuft werden kann.
Kunststoff kann negative Auswirkungen auf die Bodengesundheit haben und als Folge die Lebensmittelproduktion beeinflussen. Die Freisetzung von Mikroplastik und die damit einhergehende Belastung des Bodens mit Schadstoffen kann einen geringeren Ernteertrag bedingen. Obwohl ein großer Teil des freigesetzten Mikroplastiks aus landwirtschaftlichen Praktiken selbst entstammt (Bodor et al. 2024; Umweltbundesamt 2023), tragen die unsachgemäße Deponierung und die Entsorgung von Kunststoff in der Natur ebenso zu einer Verschlechterung der Bodengesundheit bei (Bodor et al. 2024). So konnte eine Studie des Umweltbundesamts zeigen, dass sich auf Böden, die für Freizeitaktivitäten genutzt werden, erhöhte Mengen PET und Polystyrol befanden, die von gelitterten Lebensmittel- und Getränkeverpackungen stammen könnten (Umweltbundesamt 2023). Der Wissensstand über die Auswirkungen von Kunststoff auf terrestrische Ökosysteme ist noch nicht ausreichend untersucht, doch eine Studie von Zhang et al. (2020) konnte zeigen, dass eine Verschmutzung des Bodens mit Kunststoff negative Auswirkungen auf den Ernteertrag, die Pflanzenhöhe, das Wurzelwachstum, die Wasserinfiltrationsrate des Bodens, den organischen Bodenstoffgehalt sowie den verfügbaren Phosphor im Boden hat. Insbesondere kann Polysterol-Mikroplastik das Wachstum von Favabohnen mindern. Bei Winterzwiebeln konnte gezeigt werden, dass Polyamidgranulat den Wassergehalt der Zwiebeln verdoppeln kann, während Polyesterfasern, Polyethylentherephtalat- und Polypropylenpartikel diesen verringerten (De Souza Machado et al. 2019). Gerade in Ländern des globalen Südens, in denen Nahrungsmittelknappheit herrscht und es keine geregelte Abfallsammlung gibt, führt dies zu Problemen (Heidkamp et al. 2021). Kunststoffemissionen in Böden stellen nicht nur eine Bedrohung für die Bodengesundheit, die Bodenfruchtbarkeit und die Pflanzenproduktion dar, sondern auch für die Ernährungssicherheit und die menschliche Gesundheit (Kumar et al. 2021). Eine getrennte Kunststoffabfallsammlung kann dabei helfen, die unsachgemäße Entsorgung von Kunststoffabfällen in der Natur zu bekämpfen und somit zu einer verbesserten Ernährungssicherheit beitragen (Bodor et al. 2024).
Wichtige Expositionsquellen von Kunststoffbestandteilen sind die Aufnahme kontaminierter Lebensmittel, das Auslaugen von Kunststoffbestandteilen aus Kunststoffverpackungen und das Einatmen von Mikroplastik in Form von Fasern und Staub in der Luft (Cook und Halden 2020).
Unter anderem aufgrund fehlender oder nicht geregelter Sammelmöglichkeiten, der Deponierung oder des Litterings kann Makroplastik in terrestrische und marine Umgebungen gelangen und sich zu Mikropartikeln und Nanopartikeln zersetzen. Daneben gibt es andere Quellen für Mikroplastik, wie z. B. Reifenabriebe, welche in Böden oder Oberflächengewässer immittieren, womit Gummipartikel sowie möglicherweise adsorbierte Co-Schadstoffe (z. B. Schwermetalle) in die menschliche Nahrungskette gelangen können (Hüffer et al. 2019; Kole et al. 2017; Sieber et al. 2020).
Mikroplastikpartikel können über die Nahrungskette, insbesondere durch den Verzehr von Muscheln und Krustentieren, in den menschlichen Körper gelangen. Dort kann das Mikroplastik Entzündungen im Verdauungstrakt auslösen. Nanopartikel können sich im menschlichen Gewebe anreichern, was potenzielle negative Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem und das Fortpflanzungssystem mit sich bringt (Waring et al. 2018). Die genauen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind noch nicht ausreichend erforscht, allerdings deuten einige Studien darauf hin, dass aufgenommene Kunststoffe mögliche negative Effekte wie Entzündungen im Körper auslösen können (Hwang et al. 2020). Kunststoffe bedingen nicht nur direkte negative Auswirkungen, sondern es können sich Spurenelemente an Kunststoffoberflächen adsorbieren, welche die menschliche Gesundheit gefährden (Kumar et al. 2021).
Doch nicht nur über die Nahrungskette können Kunststoffe eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen. So werden bei einer offenen Verbrennung von Kunststoffen Dioxine, Furane und andere Schadstoffe freigesetzt, die Atemprobleme verursachen können (Velis und Cook 2021).
3.4 SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
Mikroplastik aus unterschiedlichen Quellen sowie nicht gesammelte Kunststoffabfälle, die in Gewässer gelangen, sich dort zersetzen und zu Mikroplastik werden, können zur Wasserverschmutzung beitragen. Mikroplastik kann in Trinkwasserquellen gelangen, die Wasserqualität beeinträchtigen und langfristig die menschliche Gesundheit negativ beeinflussen (WHO 2019). Mikroplastik ist in der Umwelt allgegenwärtig und wurde in Meerwasser, Abwasser, Frischwasser, Lebensmitteln, Luft und Trinkwasser, sowohl Flaschen- als auch Leitungswasser, nachgewiesen. Mikroplastik gelangt auf verschiedene Weise in Süßwasserumgebungen, vor allem über Oberflächenabfluss und Abwasser, aber auch aus Mischwasserüberläufen, Industrieabwasser und aus der Abfallwirtschaft (WHO 2019).
Die Implementierung eines effizienten Sammelsystems für Kunststoffabfälle würde dazu beitragen, die Verschmutzung von Wasserquellen zu reduzieren. Dies ist ein wichtiger Schutzmechanismus, um die Qualität und Sicherheit von Trinkwasser für die Bevölkerung, gerade in Ländern des globalen Südens, in denen der Zugang zu sauberem Trinkwasser oftmals nicht gegeben ist, zu gewährleisten (Angnunavuri et al. 2023; WHO 2019).
Ein effizientes Sammelsystem kann nicht nur zu dem Unterziel 6.1. „(…) einwandfreies und bezahlbares Trinkwasser für alle“, sondern auch zu dem Unterziel 6.3. „(…) Wasserqualität verbessern (…)“ einen Beitrag leisten (Angnunavuri et al. 2023; Vereinte Nationen 2015). Die Verringerung der Menge an Kunststoffabfällen, die in Gewässer gelangt, trägt zur Verbesserung der Wasserqualität bei, denn Kunststoffe können verschiedene schädliche Chemikalien freisetzen, wenn sie zerfallen und durch die Begrenzung dieser Verschmutzung wird das Risiko für die menschliche Gesundheit und für die Ökosysteme verringert (Angnunavuri et al. 2023). Auch die Erreichung des Unterziels 6.6. „(…) Ökosysteme schützen (…)“ kann durch die Implementierung eines Sammelsystems begünstigt werden, da die Verschmutzung durch Kunststoffabfälle ein großes Problem für wasserverbundene Ökosysteme darstellt (Thompson et al. 2009). Wenn das Ausmaß von Emissionen von Kunststoffpartikeln in die Umwelt in der derzeitigen Geschwindigkeit anhält, könnten innerhalb eines Jahrhunderts weitreichende Risiken im Zusammenhang mit Mikroplastik für aquatische Ökosysteme entstehen (WHO 2019).
Die Energiegewinnung aus Kunststoffabfällen ist eine bevorzugte Option gegenüber der Deponierung. Allerdings führt die Verbrennung von Kunststoffabfällen zu Emissionen von Treibhausgasen und anderen Luftschadstoffen (Kumar et al. 2021). In Österreich wurden im Jahr 2020 rund 76 % der Kunststoffabfälle thermisch verwertet und somit ihr Energiegehalt genutzt (BMK 2023). Die Frage der Verbrennung (Energierückgewinnung) von Kunststoff wird laufend diskutiert. Kritiker:innen argumentieren, dass hohe öffentliche Investitionen eine weitere Entwicklung des Recyclings behindern (Schlüter und Rosano 2016). Andererseits argumentieren Befürworter:innen angesichts der Komplexität des Kunststoffrecyclings und der Risiken des Downcyclings für die Vorteile der gleichzeitigen Verbrennung von Kunststoffen in Kombination mit Recycling (Schlüter und Rosano 2016). Denn auch bei hohen Recyclingquoten verbleibt ein Rest, der nicht wirtschaftlich recycelt werden kann und verbrannt werden muss.
Das chemische Recycling von Kunststoffabfällen zu Kraftstoffen durch Pyrolyse hat in den letzten Jahren Aufmerksamkeit erregt. Dabei wird der Kunststoffabfall, der mechanisch nicht wirtschaftlich verwertet werden kann, zu einem Rohstoff, der zu Öl oder Wachs umgewandelt werden kann. Das chemische Recycling hat das Potenzial, Treibhausgasemissionen und andere Schadstoffe im Vergleich zur Verbrennung von Abfall erheblich zu reduzieren (Kumar et al. 2021). Öle und Wachse können zu Treibstoffen umgewandelt werden. Pyrolyseöl kann auch fossile Rohstoffe wie Naphtha bei der Herstellung von Ethylen und Propylen ersetzen, die für die Polymerisation von Polyolefinen wie HDPE, LDPE und PP wichtig sind. Die Pyrolyse eröffnet daher Möglichkeiten, die Vermarktung von nicht recyceltem Kunststoff zu verbessern und die Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffverpackungsindustrie zu fördern, indem die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen verringert wird (Kusenberg et al. 2022). Da die Kosten für Pyrolyseöl geringer sind als die für Biokraftstoffe oder Diesel, kann somit der Zugang zu bezahlbarer Energie erleichtert werden (Kumar et al. 2024). Chemisches Recycling ist allerdings energieintensiv und aktuell gibt es keine Technologie, die eine positive Nettoenergiebilanz aufweist, selbst dann nicht, wenn die entstandenen Öle zur Energiegewinnung verbrannt werden (Rollinson und Oladejo 2020). Ob sich Pyrolyse als nachhaltige Alternative zur Abfallverbrennung oder Mitverbrennung durchsetzen wird, hängt damit von den technologischen Weiterentwicklungen ab.
3.6 SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Die Kunststoffindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Allerdings kann ein nicht sachgemäßes Management von Kunststoffabfällen ein inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum beeinträchtigen. Laut Branchenprofil der Wirtschaftskammer Österreich waren in Österreich 2022 rund 18.750 Personen im Fachverband Kunststoffverarbeiter beschäftigt und es konnten rund 4,042 Mio. EUR Umsatzerlöse erzielt werden (WKO 2023). Dies zeigt die hohe Bedeutung der Kunststoffindustrie in Österreich. Die Kunststoffindustrie ist mit einem Anteil von 47,5 % auch ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Chemieindustrie (35,7 % Kunststoffwaren und 11,8 % Kunststoffe in Primärformen) (Inmann 2022).
Die Verbesserung der Abfallwirtschaft bietet generell eine Chance für wirtschaftliches Wachstum und Infrastrukturaufbau (Liu et al. 2018). Allerdings können wirtschaftliche Verluste durch Umweltschäden und Kosten für Aufräumarbeiten aufgrund von unsachgemäßer Handhabe von Kunststoffabfällen und Littering erheblich sein. Schätzungen zeigen, dass Regionen im asiatisch-pazifischen Raum jährlich Kosten von etwa 1,2 Mrd. US-Dollar aufgrund von Schäden durch Meeresabfälle erwachsen könnten (McIlgorm et al. 2011). Auch die Tourismusbranche leidet unter der Verschmutzung durch Kunststoffabfälle. Tourist:innen werden durch die Verschmutzung, besonders von Meeresplastik abgeschreckt und meiden diese Destinationen. Dadurch werden weniger Einnahmen erzielt, worunter das Wirtschaftswachstum leidet (Qiang et al. 2020).
Die Implementierung eines effizienten Systems zur getrennten Sammlung von Kunststoffabfällen erfordert jedoch eine entsprechende Infrastruktur. Diese kann den Ausbau von Sammelstellen, Recyclinganlagen und Transportmöglichkeiten für Kunststoffabfälle umfassen. Durch diese Infrastrukturentwicklung wird nicht nur eine nachhaltige Abfallbewirtschaftung gefördert, sondern es entstehen auch Arbeitsplätze und neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Mit einer höheren Sammelquote steigt auch die Anzahl der Jobs in der Abfallwirtschaft. Länder, die höhere Recyclingraten aufweisen, haben mehr Beschäftigte pro Tonne behandeltem Abfall (Albizzati et al. 2024).
Besonders in Ländern, in denen es keine geregelte Abfallsammlung gibt, wird die informelle Abfallsammlung oft von armen oder marginalisierten Bevölkerungsgruppen durchgeführt, die diese Arbeit verrichten müssen, um zu überleben (Medina 2000). Die ohnehin niedrige Stellung dieser Menschen in der Gesellschaft wird durch Ausbeutung und niedrige Erlöse für die gesammelten Materialien weiter verschlechtert. Oft muss die ganze Familie diese Arbeit verrichten, was dazu führen kann, dass Kinder die Schule nicht besuchen können, wodurch ihre Chancen auf eine bessere Zukunft zunichtegemacht werden. Es hat sich gezeigt, dass die Eingliederung dieser Menschen in den formellen Abfallsektor nicht nur ihre Arbeitsbedingungen und ihre Gesundheit verbessert, sondern auch ökonomische Vorteile für die Gesellschaft hat (Wilson et al. 2006).
3.7 SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
Obwohl Kunststoffabfälle oft als Belastung angesehen werden, ist Kunststoff ein wichtiger Rohstoff mit zahlreichen chemischen Herstellungsprozessen und diversen Anwendungen, welche laufend weiterentwickelt und adaptiert werden. Innovationen sind in vielen Sektoren notwendig, z. B. Bau, Mobilität, Gesundheit, Verpackungen, Landwirtschaft, Elektrotechnik, Sport, Haushaltgeräte (Plastics Europe 2023a). In der Baubranche nimmt die Einarbeitung von Kunststoffabfällen in Beton zur Herstellung von Fliesen, Ziegeln, Straßenpflaster usw. deutlich zu (Kumar et al. 2021), was wiederum für die Kreislaufwirtschaft eine Herausforderung sein kann. Hinsichtlich der Behandlung von Kunststoffabfällen bieten chemische und biologische Methoden zur Verwertung von Kunststoffabfällen vielversprechende Wege (Hinton et al. 2022), denn mechanisches Recycling allein kann Kunststoffabfälle weder vollständig behandeln noch verwerten. Die Herstellung von Kunststoff ist für 6 % des weltweiten Erdölverbrauchs verantwortlich (Plastics Europe 2021). Alternativen zu konventionellem Kunststoff sind biogene und/oder biologisch abbaubare Kunststoffe. Derzeit machen biobasierte Kunststoffe jedoch nur etwa 2 % der gesamten Kunststoffproduktion aus, doch es gibt große Chancen für Innovationen, um herkömmliche Kunststoffe zu ersetzen (Kumar et al. 2021).
SDG 11.6 erwähnt ausdrücklich die Abfallbewirtschaftung; „(…) die negativen Pro-Kopf-Umweltauswirkungen von Städten verringern, unter anderem durch besondere Berücksichtigung der Luftqualität sowie der kommunalen und anderen Abfallbewirtschaftung“ (Vereinte Nationen 2015). Eine nachhaltige Gestaltung von Städten beginnt mit einer funktionierenden Abfallsammlung, welche eine bedeutende kommunale Dienstleistung ist, die mit hohen Ausgaben verbunden ist. Nur mit einer entsprechenden Abfallwirtschaft kann eine nachhaltige Stadtentwicklung erfolgen. Schlechtes Kunststoffmanagement kann zu Hygienerisiken und Luftverschmutzung beitragen und sich negativ auf Tourismus und die allgemeine Lebensqualität auswirken (WHO 2019). Vor allem in Ländern des globalen Südens ist die (offene) Verbrennung von Kunstoffen eine Hauptquelle der Luftverschmutzung. Siedlungsabfälle, die Kunststoffe enthalten, werden verbrannt, wodurch giftige Gase wie Dioxine, Furane, Quecksilber und polychlorierte Biphenyle in die Atmosphäre freigesetzt werden (Verma et al. 2016).
Neben negativen Auswirkungen, die schon in anderen SDGs beschrieben wurden, kann eine unsachgemäße Entsorgung von Kunststoffabfällen auch die städtische Infrastruktur wie Regenwasserentwässerung und Abwassersysteme (vgl. SDG 6) verstopfen (Kumar et al. 2021). Daher ist es von entscheidender Bedeutung, die Infrastruktur in Städten für den angemessenen Umgang mit Abfällen aller Art, einschließlich Kunststoff, von der Sammlung bis zum Recycling zu verbessern. Mit Kunststoffabfällen verbundene Risiken werden ansonsten weiter zunehmen und sich auf das Leben und den Lebensunterhalt der Menschen in städtischen und ländlichen Gebieten auswirken (Kumar et al. 2021). Auch das für nachhaltige Städte immer interessanter werdende Urban Mining (Stadt als Rohstoffquelle) kann externe Umwelteffekte minimieren, da Kunststoffabfälle in potenzielle anthropogene Ressourcen umgewandelt werden (Tejaswini et al. 2022).
Während bei den meisten anderen SDGs zwar in der Literatur ein Bezug zu Abfällen und deren Auswirkungen hergestellt werden kann, werden diese in SDG 12 explizit erwähnt, wie etwa im Unterpunkt 12.5: „Bis 2030 das Abfallaufkommen durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung deutlich verringern“ (Vereinte Nationen 2015). Derzeit fehlen vor allem Anreize zur Kunststoffabfallvermeidung, obwohl dies im Einklang mit der Europäischen Abfallhierarchie höchste Priorität haben sollte. Um Kunststoffe nachhaltig zu bewirtschaften, müssen die Kunststoffproduktion minimiert und die nachhaltige Produktion und der reduzierte Verbrauch von Kunststoffen gefördert werden. Vor allem erfolgt die Produktion der meisten Kunststoffprodukte mit hohem Energiebedarf und Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Ausland, und dort vor allem in ärmeren Regionen. Die weltweite Kunststoffproduktion betrug im Jahr 2021 390,7 Mio. Tonnen, von denen lediglich rund 57,2 Mio. Tonnen in Europa produziert wurden (Plastics Europe 2022).
Eine ordnungsgemäße Sammlung von Kunststoffabfällen ist ein wesentlicher Bestandteil der Bemühungen, SDG 12 zu erreichen. Doch auch wenn der Kunststoffabfall getrennt gesammelt wird, ist das noch kein Garant dafür, dass er auch recycelt wird. So kann eine Kunststoffart wie Polystyrol zwar theoretisch recycelt werden, wird es aber oft nicht, da darauf spezialisierte Recyclinganlagen selten sind (Mahmoudi und Parviziomran 2020).
SDG 12.8 soll sicherstellen, dass „(…) Menschen überall über einschlägige Informationen und das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung verfügen“ (Vereinte Nationen 2015). Durch die Verwendung eines Symbols aus drei Pfeilen und einer Zahl („Recyclingsymbol“), die die Art des Kunststoffes angibt, wird den Verbraucher:innen vermittelt, dass diese Abfälle recycelt werden können und auch werden. Gerade bei Kunststoffen mit der Nummer 7, die „andere“ Kunststoffe kennzeichnet, ist dies aber meist nicht der Fall (Novakovic et al. 2023). Im Gegenteil, diese Kunststoffarten können die Qualität der recycelten Kunststoffe reduzieren, da sie schwierig zu trennen sind (Mahmoudi und Parviziomran 2020). Insgesamt verringert das Recycling von Kunststoff den Bedarf an neu produziertem, und senkt dadurch den Bedarf an Erdöl (Hossain et al. 2022). Dies trägt zur Erreichung von Unterpunkt 12.2. bei, denn Erdöl ist eine natürliche und nicht erneuerbare Ressource, welche laut 12.2. nachhaltig und effizient bewirtschaftet werden soll (Vereinte Nationen 2015). Ein ganzheitlicher Ansatz zur Reduzierung der Umweltauswirkungen von Kunststoffen umfasst nicht nur das Recycling, sondern auch die Abfallvermeidung, z. B. durch Verzicht, Mehrweg oder die Nutzung von Alternativen zu Kunststoffprodukten.
Der Lebenszyklus von Kunststoff, von der Produktion bis zur Entsorgung, ist durch erhebliche Treibhausgasemissionen gekennzeichnet, die eine bedeutende Umweltgefahr darstellen (Sharma et al. 2023). Die Extraktion und der Transport fossiler Brennstoffe, die entscheidend für die Herstellung von Kunststoff-Rohmaterial sind, tragen zu direkten Methan- und Kohlendioxidemissionen bei (Alhazmi et al. 2021). Allein in den USA beläuft sich dieser Abschnitt des Lebenszyklus von Kunststoff auf geschätzte 12,5 bis 13,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, wobei mit der damit verbundenen Landzerstörung in der Gas- und Ölproduktion zusätzliche Emissionen einhergehen (Hamilton und Feit 2019; Sharma et al. 2023).
Die Raffination und Produktion sind äußerst energieintensiv und tragen ebenfalls erheblich zur Kohlendioxidbelastung bei. Im Jahr 2015 wurden durch die Produktion von PE-Kunststoffen zwischen 184,3 und 213 Mio. Tonnen Kohlendioxid freigesetzt (Royer et al. 2018). Zukünftige Prognosen weisen auf eine mögliche Steigerung dieser Emissionen um 34 % bis 2030 hin, wenn die derzeitige Produktionsrate beibehalten wird (Bienkowski 2019). Das macht es umso wichtiger, den Bedarf an neuem Kunststoff zu senken. Eine Untersuchung der schwedischen Umweltschutzbehörde ergab, dass recycelte Kunststoffe im Vergleich zu neuem Material je nach Polymerart etwa 1 bis 1,5 kg CO2 pro kg Kunststoff einsparen können. Eine getrennte Sammlung von Kunststoffabfällen ist unabdinglich, um recycelte Kunststoffe erzeugen zu können und dadurch die Treibhausgasemissionen der Kunststoffproduktion zu senken (Stenmarck et al. 2018). Auch die Entsorgung von Kunststoff, und vor allem die Verbrennung von Kunststoff, trägt zur Freisetzung großer Mengen Treibhausgase und giftiger Chemikalien bei, die eine Rauchgasreinigung nach dem Stand der Technik deutlich reduzieren kann. Obwohl die thermische Verwertung von Kunststoff auch zur Energiegewinnung dient (Cudjoe und Wang 2022), setzt die Verbrennung einer Tonne Kunststoff fast eine Tonne Kohlenstoffdioxidmissionen frei. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit eines Recyclingsystems für Kunststoffabfälle zur Bekämpfung des Klimawandels (Verma et al. 2016).
Die zunehmende Verschmutzung mariner Lebensräume durch Kunststoff nach dem Konsumende stellt eine Gefahr dar. Bis 2040 könnte jährlich eine Menge von 23 bis 37 Mio. Tonnen Kunststoffabfall in Ozeanen landen (Sharma et al. 2023). Die langanhaltende Präsenz von Kunststoff im Ozean führt nicht nur zur Freisetzung schädlicher Treibhausgase, sondern stört auch dessen Funktion als natürliche Kohlenstoffsenke (Sharma et al. 2023). Der Biofilm, der sich aufgrund der hydrophoben Oberfläche von Kunststoff bildet, sorgt für eine Änderung der Viskosität und Auftriebseigenschaften der Mikroplastikpartikel. Dies führt dazu, dass das Mikroplastik auf den Meeresgrund sinkt. Die Fähigkeit abzusinken, stört die Verteilung von organischem Kohlenstoff und hat somit negative Auswirkungen auf den Kohlenstoffhaushalt der Ozeane (Kaiser et al. 2017).
Kunststoff trägt auch zur Versauerung des Meeres bei. Bei der Degradation von Kunststoff kommt es zur Freisetzung von gelöstem organischem Material, das die Biogeochemie der Ozeane verändert. Eine Studie von Romera-Castillo et al. (2023) konnte in Laborexperimenten zeigen, dass die Zersetzung von Kunststoffen zu einem Sinken des pH-Werts des Meerwassers führen kann, vor allem, wenn der Kunststoff, wie oft bei unsachgemäß entsorgtem Kunststoffabfall, bereits gealtert ist. Besonders in Küstenregionen, in denen sich große Mengen an Kunststoffabfällen sammeln, könnte dies zu einem Absinken des pH-Werts des Meerwassers um bis zu 0,5 Einheiten führen (Romera-Castillo et al. 2023). Diese pH-Wert-Veränderung kann die Überlebensfähigkeit, das Wachstum, den Stoffwechsel und die Fortpflanzungsfähigkeit von Meerestieren negativ beeinflussen (Hu et al. 2022). Zusätzlich birgt Kunststoffabfall viele Gefahren für Meerestiere, die sich in den Abfällen verheddern können. Das Verheddern in Kunststoffabfällen führt in den meisten Fällen zum Tod der Tiere, da diese durch den Abfall in ihrer Bewegung eingeschränkt werden, was oft dazu führt, dass sie ertrinken, keine Nahrung mehr zu sich nehmen oder nicht mehr vor Prädatoren flüchten können (Kühn et al. 2015). Eine weitere Gefahr der Kunststoffabfälle besteht darin, dass die Tiere diese Abfälle mit Nahrung verwechseln und zu sich nehmen, was zu negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit und bis zum Tod führen kann (Roman et al. 2022).
Während die Auswirkungen des Verhedderns in Kunststoff eher erforscht sind, sind die Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik deutlich weniger bekannt, womöglich, weil diese Auswirkungen weniger sichtbar sind (Taylor-Brown et al. 2019). Doch genau diese Mikro- und Nanoplastikpartikel scheinen eine größere Gefahr darzustellen als größere Kunststoffpartikel (George et al. 2024). Green-Ojo et al. (2024) konnten nachweisen, dass Kunststoffadditive in Konzentrationen, die bereits in der Natur vorkommen, die reproduktiven Fähigkeiten das Paarungsverhalten und den Paarungserfolg von Flohkrebsen negativ beeinflussen. Auch bei anderen Meereslebewesen konnten negative Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik beobachtet werden, wie Verhaltensänderungen, eine Störung des Stoffwechsels oder ein vermindertes Wachstum (Wang et al. 2021).
Das Vorkommen von Mikroplastik im Boden beeinträchtigt die Nährstoffkreisläufe und hat negative Auswirkungen auf Bodenorganismen wie Regenwürmer und Springschwänze (De Souza Machado et al. 2018). Insbesondere wirkt sich die Kunststoffverschmutzung auf Bodenmikroben aus, was zu einem Verlust terrestrischer Biodiversität und einer Beeinträchtigung der Kohlenstoffspeicherung im Boden führt. Dies führt zu einer drastischen Beeinträchtigung der Bodenfruchtbarkeit, was sich auf die Ernteerträge und die weltweite Nahrungsmittelversorgung auswirken kann (Kumar et al. 2021). Während es zu der Menge und den Auswirkungen von Kunststoff auf marine Ökosysteme zu wenig empirische Daten gibt, ist die Datenlage für terrestrische Ökosysteme noch spärlicher. Dies ist vor allem deswegen problematisch, da erste Studien darauf hindeuten, dass jährlich 4‑ bis 23-mal mehr Kunststoff in terrestrische Ökosysteme gelangt als in maritime Ökosysteme (Horton et al. 2017).
Mikroplastik kann etwa die Verdunstung von Wasser in Lehmböden erhöhen (Wan et al. 2019). Auch die Bodenfauna kann durch Mikroplastik beeinflusst werden, denn die mikrobielle Zusammensetzung auf der Oberfläche der Kunststoffpartikel ist deutlich weniger vielfältig als jene im umliegenden Boden. Ebenso konnte in einer Studie gezeigt werden, dass Mikroplastik, das im Boden gealtert ist, negative Auswirkungen auf die Reproduktionsfähigkeiten sowie auf das Darmmikrobiom von Regenwürmern hat (Ding et al. 2024). Song et al. (2019) konnten nachweisen, dass PET-Mikrofasern die Nahrungsaufnahme von Schnecken negativ beeinflussen und auch zu oxidativem Stress führen können. Da Kunststoff neben der Ausbringung als Mulchfolie oder über die Düngung mit Kompost oder Klärschlamm unter anderem aufgrund von unsachgemäßer Entsorgung in die Umwelt gelangen kann, kann ein Sammelsystem für Kunststoffabfälle dazu beitragen, die negativen Auswirkungen von Kunststoff auf terrestrische Ökosysteme zu verhindern (Bläsing und Amelung 2018).
4 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
Kunststoffabfälle stellen eine zunehmende globale Herausforderung dar, die weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt, die menschliche Gesundheit und das Wirtschaftssystem hat. Basierend auf einer bibliometrischen Analyse lässt sich feststellen, dass Kunststoffabfälle in Zusammenhang mit den formulierten Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen in der Literatur bereits eine bedeutende Rolle in verschiedenen Themenfeldern spielen, darunter Energie, Wasser, Abfall und Mensch. Studien haben gezeigt, dass Kunststoffabfälle nicht nur die Umweltverschmutzung von limnischen und marinen Ökosysteme erhöhen (SDG 6 und 14), sondern auch die Umstellung auf saubere Energiequellen erschweren (SDG 7). Darüber hinaus beeinträchtigt ein unsachgemäßer Umgang mit Kunststoffabfällen die Lebensqualität in städtischen Gebieten und behindert die Entwicklung nachhaltiger Städte und Gemeinden (SDG 11). In Bezug auf den Cluster Mensch zeigen Forschungsarbeiten die potenziellen Gesundheitsrisiken durch die Exposition gegenüber Kunststoffabfällen und deren Chemikalien.
Einerseits sind Kunststoffe ein wichtiger Werkstoff und für die Wirtschaft von großer Bedeutung, mit Anwendungen in nahezu jedem Sektor. Andererseits sind die Auswirkungen vielfältig. Im Kontext der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen werden basierend auf einer Literaturstudie insbesondere die Ziele 6, 7, 11 und 14 mit einer hohen Relevanz eingestuft. Die negativen Auswirkungen beginnen häufig mit einer nicht sachgerechten Entsorgung von Kunststoffabfällen. Gelitterte Kunststoffe (und in Folge Mikro- und Nanoplastik) beeinflussen die Bodengesundheit, den Ernteertrag, die Pflanzenhöhe, das Wurzelwachstum, die Wasserinfiltrationsrate des Bodens sowie den organischen Bodenstoffgehalt. Vor allem Mikroplastik ist in der Umwelt allgegenwärtig und wurde in Meerwasser, Abwasser, Frischwasser, Lebensmitteln, Luft und Trinkwasser nachgewiesen. Kunststoffabfälle können und werden für die Energiegewinnung thermisch verwertet; auch wird das chemische Recycling von Kunststoffabfällen zu Kraftstoffen durch Pyrolyse als Zukunftsthema (ergänzend zum mechanischen Recycling) immer wieder genannt. Hinsichtlich der ökonomischen Auswirkungen ist die Kunststoffindustrie einerseits ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, andererseits werden durch ein nicht sachgemäßes Kunststoffmanagement die wirtschaftlichen Verluste durch Umweltschäden und die Kosten für Aufräumarbeiten immer höher. Nur mit einer gut funktionierenden Abfallwirtschaft kann eine nachhaltige Stadtentwicklung erfolgen – schlechtes Kunststoffmanagement kann wiederum zu Hygienerisiken und zur Luftverschmutzung beitragen. Hinsichtlich des Klimawandels zeigt sich, dass Kunststoff entlang des gesamten Lebenszyklus erhebliche Treibhausgasemissionen mit sich bringt. Vor allem SDG 14 (Leben unter Wasser) wurde häufig in Publikationen genannt und zeigt, dass die zunehmende Verschmutzung mariner Lebensräume durch Kunststoffabfälle von großer Relevanz ist. Allein bis 2040 könnte jährlich eine Menge von 23 bis 37 Mio. Tonnen Kunststoffabfall in Ozeanen landen. Aber auch das Leben an Land wird durch Kunststoffverschmutzung beeinträchtigt, was zu einem Verlust terrestrischer Biodiversität führen kann.
Die vorliegende Literaturstudie zeigt, dass die Rolle von Kunststoffabfällen im Kontext der SDGs und deren Wahrnehmung im wissenschaftlichen Diskurs eine komplexe und multidimensionale Problematik darstellt, die eine integrierte und koordinierte Herangehensweise erfordert. Die Identifizierung von effektiven Maßnahmen zur Reduzierung, sachgerechten (getrennten) Sammlung, Recycling und ordnungsgemäßer Entsorgung ist von entscheidender Bedeutung, um die angestrebten Ziele der nachhaltigen Entwicklung zu erreichen und die negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft zu minimieren.
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