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08-07-2020 | Leadership | Im Fokus | Article

Wandel der Finanzbranche fordert neue Arbeitsstrukturen

Author:
Angelika Breinich-Schilly
3:30 min reading time

Mitarbeiter im Finanzbereich halten ihren Job trotz der schlechten Wirtschaftsaussichten laut einer aktuellen Befragung für relativ sicher. Dennoch warten auf sie und ihre Führungskräfte einschneidende Veränderungen.  

Weltweit gehen 62 Prozent der Fachkräfte für Finanzdienstleistungen für die nächsten zwölf Monate von einer Verschlechterung der Wirtschaftslage aus. Dennoch glauben 57 Prozent, dass sie trotz der trüben Aussichten ihren Arbeitsplatz in den nächsten sechs Monaten behalten werden. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle "Selby Jennings Job Confidence Index". Für diesen wurden weltweit rund 900 Experten für Finanzdienstleistungen im Zeitraum von März bis Mai 2020 im Auftrag des Finanz-Personaldienstleisters Selby Jennings online befragt.

Editor's recommendation

2020 | Book

New Leadership im Finanzsektor

So gestalten Banken aktiv den digitalen und kulturellen Wandel

Dieses Buch wird Fach- und Führungskräften des Finanzsektors neue Einblicke in die Situation ihrer Branche geben. Denn traditionelle Strukturen und bisherige Wertschöpfungsketten müssen in der aktuellen Umbruchphase zukunftsfähig verändert werden.

Insgesamt zeigt die Erhebung aber eine eher negative Tendenz, was die Jobaussichten in der Branche betrifft. So äußerten sich 49 Prozent im Hinblick auf den aktuellen Arbeitsmarkt im Finanzbereich negativ. Und 47 Prozent gaben an, zumindest nicht von einer Verbesserung der Situation in den kommenden zwölf Monaten auszugehen. Dennoch plant ein Drittel, den Arbeitsplatz innerhalb von sechs Monaten zu wechseln. Dabei sind für 70 Prozent der Umfrageteilnehmer jedoch berufliche Aufstiegsmöglichkeiten die wichtigste Motivation und nicht eine höhere Vergütung. Mit einem steigenden Salär rechnen ohnehin rund 40 Prozent der Befragten.

Die Arbeitswelt der Banken ist im Wandel

Auch wenn sich die Beschäftigten und Fachkräfte der Finanzbranche trotz der aktuellen Krise eher optimistisch zeigen, müssen sie doch in Zukunft mit einschneidenden Veränderungen ihres beruflichen Alltags rechnen. Schließlich beeinflussen veränderte Rahmenbedingungen und neue Wettbewerber wie Fintechs den Finanzsektor nachhaltig und zwingen den Instituten neue Technologien und Geschäftsmodelle auf, die völlig andere Arbeitsstrukturen verlangen.

Der Finanzsektor ist im Umbruch: Alte, traditionelle Strukturen und bisherige Wertschöpfungsketten müssen in der neuen Marktsituation überdacht und zukunftsfähig verändert werden. Erodierende Profitabilität und zunehmender Wettbewerb verstärken den Handlungs- und Veränderungsdruck auf etablierte Banken. Denn die Digitalisierung ist mehr als nur die technologische Weiterentwicklung. Leadership, Organisationsentwicklung und Personalmanagement müssen auf einen notwendigen Kurswechsel geprüft werden, um die Zukunftsfähigkeit sicherzustellen", beschreibt Corinna Pommerening die aktuelle Lage der Banken im einleitenden Kapitel ihres Buches "New Leadership im Finanzsektor" (Seite 2).

Digitalisierung beeinflusst die Veränderungsprozesse nachhaltig

Der Springer-Autorin zufolge steht die komplexe Arbeitswelt des Finanzsektors vor großen Herausforderungen: Die Digitalisierung verändert die Anforderungen an den Arbeitsplatz essenziell und Mitarbeiter müssen für die Veränderungsprozesse mobilisiert werden. Die technischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren zeigt sie in folgender Übersicht:

Sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen, dafür müssen laut Pommerening viele Hebel umgelegt werden. "Ziel dabei ist, die gesamte Organisation fit für eine digitale Zukunft zu machen. Nur so kann die Zukunftsfähigkeit sichergestellt werden. Doch es sind nicht nur die digitalen Lösungen oder Produkte, die zum Erfolg des Wandels beitragen: Es sind die kulturellen Veränderungen, die von den Menschen in einer Organisation getragen und gelebt werden", schreibt die Springer-Autorin. Um die Transformation erfolgreich zu gestalten, komme der Führungskraft als einer der wichtigsten Schnittstellen im Unternehmen eine besondere Bedeutung zu.

Erfolgreicher Wandel hängt von Führungskräften ab

"In unserem digitalen Zeitalter befindet sich die Führungskraft im Finanzsektor tatsächlich im Mittelpunkt von vier wesentlichen Quadranten: Den ersten Bereich bilden die Kunden, den zweiten die Mitarbeiter, den dritten die Prozesse und Strukturen. Die Geschäftsmodelle bilden den vierten Abschnitt", führt die Springer-Autorin aus. In diesem Spannungsfeld müsse die Führungskraft Einflussfaktoren aufgreifen, bewerten, Ableitungen treffen und anschließend Maßnahmen initiieren. 

Auf Seite 4 schreibt sie: "Für das Geschäftsmodell eines Unternehmens aus dem Finanzsektor, welches aus einem analogen Zeitalter kommt, kann das bedeuten, Grundlegendes zu hinterfragen:

  • Wo hat die Bank, die Arbeitswelt oder das eigene Umfeld Handlungsbedarf?
  • Welche Geschäftsfelder sind nicht zukunftsfähig?
  • Welche neuen Ideen sind diskussionswürdig?
  • Wo müssen Maßnahmen kurzfristig initiiert oder auch mittelfristig umgesetzt werden?“

Als zentralen Einflussfaktor nennt Pommerening den Megatrend Digitalisierung. Dieser verändere sowohl das finanzwirtschaftliche Gesamtsystem als auch sämtliche Unternehmensbereiche einer Bank. Ihr Rat lautet (Seite 6):

Um als Führungskraft im Finanzsektor diese Umbruchphase mitentscheiden und mitgestalten zu können, ist es unabdingbar, sich mit neuen Wettbewerbern und neuen Technologien vertraut zu machen. Ein Verständnis für verändertes Kundenverhalten und Anwendungsszenarien ist eine wesentliche Voraussetzung für eine zukunftsorientierte Transformationsstrategie."

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