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23-05-2016 | Leadership | Im Fokus | Article

Verschlafen Dax-Konzerne die Digitalisierung?

Author:
Michaela Paefgen-Laß
3 min reading time

Smart Factory, Industrie 4.0, Big Data oder Internet der Dinge lauten die Buzzwords der digitalen Transformation. Unternehmen, die sich dem Wandel stellen, haben nicht nur neue Vokabeln zu lernen.

Deutschland hinkt der Digitalisierung hinterher, warnte zu Jahresbeginn die "Welt" mit Bezug auf das Gutachten 2016 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI). Gerügt wurde vor allem der deutsche Mittelstand, der der Erhebung zufolge den Zukunftsmarkt Digitalisierung schlicht weg verschlafe. Mittelständler zeigten sich im internationalen Vergleich innovationsschlaff und investitionsträge. Die unausweichliche digitale Transformation verlangt unterdessen nach offensiven Strategien, staatlicherseits und unternehmensintern. Doch nicht nur Bürokratie und KMUs lassen digitale Strategien vermissen. Auch Großkonzerne zucken zum Thema noch weitgehend mit den Schultern, wie eine aktuelle Studie zeigt.

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Großkonzerne halten Top-Thema klein

Um den Status quo der digitalen Transformation bei Telekom, Lufthansa und Co zu ermitteln, bediente sich das Forschungsprojekt "Wie haltet ihr es mit der Transformation" von Julian Kawohl, Professor für Strategisches Management an der Berliner Hochschule für für Wirtschaft und Technik (HTW), eines einfachen Instrumentes: Der Analyse von Geschäftsberichten aller 30 Dax-Konzerne. Mehr als 6.000 Fundstellen, in denen es um Transformationsprozesse geht, hat Kawohl ausfindig gemacht.

Doch dem Wissenschaftler ging es um die präzise Kommunikation. Deshalb suchte er innerhalb der Themenfelder Strategie, Mitarbeiter, Digitalisierung und Leadership nach definierten Schlüsselbegriffen zum Thema Transformation. Es blieben 212 Textpassagen übrig und die Erkenntnis, dass Großkonzerne nicht nur "gehörige Transformationsaktivitäten vor sich haben", sondern diese auch noch deutlich kommuniziert werden müssen. Spitzenreiter der Studie war die Deutsche Telekom mit 25 Fundstellen, gefolgt von Deutsche Bank AG (24) und Commerzbank AG (17). 

Häufigkeit der Fundstellen nach Transformationssegmenten:

  • Technologie: 49 (23,1 %)
  • Strategie 115 (54,2 %)
  • Mitarbeiter 32 (15,1 %) 
  • Leadership 16 (7,5 %)

Transformation braucht den ganzheitlichen Blick

Die Auswertung zeigt, dass Unternehmen ihre Transformationsaktivitäten vor allem auf strategische Prozesse fokussieren, dazu gehören die Positionierung in Markt und Wettbewerb. Wenig Aufmerksamkeit wird dem Aufgabenbereich digital Leadership gewidmet. Was umso mehr erstaunt, als dass Transformation nur gelingen kann, wenn sie ganzheitlich angegangen wird und neben den betriebswirtschaftlichen, auch die weichen Unternehmensfaktoren berücksichtigt. Dies sind die Mitarbeiter, die den Wandel tragen, weil sie den Visionen der Führungskräfte Vertrauen schenken. 

"Ganze Wertschöpfungsketten werden durch digitale Technologien, teils evolutionär, teils disruptiv, verändert. Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert", schreiben die Springer-Autoren Dieter Schwer und Jan Christian Sahl über die "Die digitale Transformation der Industrie" (Seite 39). Vom Top-Management erwartet Springer-Autorin Doris Kappe sich dem digitalen Wandel im Unternehmen mit ganzheitlichem Blick zu stellen.

Wer Mitarbeiter auf allen Ebenen für eine neue Zukunft motivieren und auf Einstellungen wirken will, ist mehr Leader als Manager. Zur Führung in Zeiten der digitalen Transformation stellt die Autorin fest: "Zu keiner Zeit können Firmen ohne Manager auskommen, die alles perfekt zu organisieren verstehen. In Umbruchsphasen ist allerdings in der Tat ein Leader vonnöten, der die Menschen zusammenschweißen und auf eine neue Richtung einschwören kann" (Seite 14).

Nachhaltige Transformationsprozesse verlangen nach dreigeteilten Managementteams:

  • Der Leader: ist strategischer Visionär, Treiber, Motivator und Stratege
  • Der Manager: sorgt für die operative Umsetzung der Themen
  • Der Change Manager: kümmert sich um die Verhaltessteuerung im Unternehmen

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