Skip to main content
main-content
Top

About this book

Dieses Lehr- und Übungsbuch zum konstruktiven Leichtbau behandelt die Berechnungsgrundlagen im Fahrzeug- und Maschinenbau. Dabei wurde besonderer Wert auf eine praxisorientierte Darstellung gelegt. Es führt methodisch in die Arbeitstechniken und konstruktiven Fragestellungen ein. Ziel des Buches ist es, besondere Prinzipien und Analogien herauszustellen, um dem Leser geeignete Problemlösungsansätze an die Hand zu geben. Auf Grund der vielen Übungsbeispiele ist es sehr gut zum Selbststudium geeignet. Viele Hinweise zur praktischen Umsetzung lassen es auch für den Ingenieur zu einem verlässlichen Ratgeber werden. Für die 11. Auflage wurden einige Kapitel überarbeitet, z. B. wurde die Systematisierung des Leichtbaus bezüglich Strategien, Methoden und Prinzipe erweitert und bei den Faserverbundkunststoffen die Auslegungs- und Berechnungsmethoden ergänzt, so dass das Buch weiter den ak­tuellen Stand der Technik wiedergibt.

Table of Contents

Frontmatter

1. Zielsetzung des Leichtbaus

Zusammenfassung
Mit der Höherentwicklung der Technik steht verstärkt die bessere Effizienz mechanischer Systeme im Vordergrund. Leichtbau gewinnt daher als Entwicklungsstrategie immer mehr an Bedeutung. Ziel ist es, unter gegebenen Randbedingungen, eine Struktur mit minimalem Eigengewicht sowie bestimmter Lebensdauer und Zuverlässigkeit zu realisieren. Die damit verbundenen Probleme betreffen die Wahl einer zweckgerechten Bauweise, leichter Werkstoffe und deren Fügetechnik, einer möglichst exakten Auslegung sowie letztlich die Realisierung in einer fortschrittlichen Herstelltechnologie. Dies alles ist noch überlagert durch den Kostenaspekt, so dass eine Extremlösung oft nicht verwirklichbar ist und insofern zwischen technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein Kompromiss anzustreben ist.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

2. Problemstruktur des Leichtbaus

Zusammenfassung
Wie bereits herausgestellt, kann Leichtbau kein Selbstzweck nur des Fortschritts halber sein. Aufwand und Nutzen müssen stets in einem wirtschaftlichen Verhältnis zueinanderstehen, sodass Leichtbaumaßnahmen lohnend erscheinen, wie der heutige Trend zur Elektromobilität zeigt. Diesbezüglich gilt es, alle Leichtbaumaßnahmen auch unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten zu bewerten. Hilfreich ist hier vielfach die Erstellung eines Gewichts- und Kostenmodells, welches parameterielle Abhängigkeiten zwischen dem Strukturgewicht, den Herstellkosten und dem Nutzwert darzustellen vermag. Optimallösungen können erfahrungsgemäß jedoch nur mit einem holistischen Ansatz erreicht werden.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

3. Methoden und Hilfsmittel im Leichtbau

Zusammenfassung
In vielen Entwicklungsprojekten bestätigte sich immer wieder, dass Leichtbau zu den theoretischsten Disziplinen der Ingenieurwissenschaft zu zählen ist. Gewöhnlich verteilen sich die Zeitanteile bei typischen Projekten etwa wie folgt:
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

4. Leichtbau-Methoden und -Strategien

Zusammenfassung
Der Entwicklungsprozess von Produkten muss alle neuen Anforderungen infolge bestehender und neuer Gesetze, Sicherheitsanforderungen und Kundenwünsche wie Komfortverbesserungen im Lastenheft berücksichtigen. Bei Produktaufwertungen und Nachfolgeprodukten sind häufig gestiegene Anforderungen aus diesen Bereichen einzubeziehen. Als Beispiel sei hier die Entwicklung von Fahrzeugkarosserien genannt. Zum Vorgängermodell steigt zunächst das Gewicht infolge höherer Crashsicherheit, Fußgängerschutzanforderungen, steifere Schweller und Akustikmaßnahmen für mehr Komfort an. Die dann angewendeten bekannten und bereits erfolgreich eingesetzten Gewichtsminimierungslösungen reichen oft nicht aus, um das im Lastenheft formulierte Gewichtsziel zu erreichen.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

5. Kriterien für die Werkstoffauswahl

Zusammenfassung
Das Spektrum der im modernen Leichtbau zum Einsatz kommenden Werkstoffe ist heute sehr groß. Traditionell wurden immer hochfeste Stähle und Aluminiumlegierungen eingesetzt. Mit den gewachsenen Anforderungen haben aber auch Magnesium- und Titanlegierungen Bedeutung erlangt. Derzeit werden gerade große Anstrengungen unternommen, mit Verbundwerkstoffen neue Anwendungen zu erschließen. Um insgesamt zu einem zweckgerechten Werkstoffeinsatz zu kommen, bedarf es eines frühzeitigen Überblicks über die Ausnutzbarkeit der verschiedenen Werkstoffe. Hierzu müssen quantifizierende Größen, Auswahlkriterien und Auswahlprozesse definiert werden.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

6. Leichtbauwerkstoffe

Zusammenfassung
Im Leichtbau gilt mittlerweilen die Philosophie, immer den richtigen Werkstoff für den richtigen Anwendungsfall (Multi-Material-Design). Dies setzt voraus, dass der Leichtbauer einen breiten Überblick über die technologisch relevanten Werkstoffe hat. Vor diesem Hintergrund wird im Weiteren ein Überblick über typische Leichtbauwerkstoffe gegeben.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

7. Gestaltungsprinzipien im Leichtbau

Zusammenfassung
Die Natur bedient sich innerhalb der Schöpfung von Pflanzen und Lebewesen vielfältig innovativer Prinzipien. So ist nachweisbar, dass biologische Bauweisen stets mit möglichst geringster Energie hergestellt werden, stets massearm und langlebig sind. Dies ist auch insofern notwendig, da der Materialaufwand jeweils mit der Stoffwechselleistung produziert wird, für die erforderliche Beweglichkeit eine günstige Massenverteilung und abgestimmte Steifigkeiten anzustreben sind.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

8. Elastizitätstheoretische Grundlagen

Zusammenfassung
Leichtbau stützt sich in großen Teilen auf die Grundlagen der Technische Mechanik bzw. Festigkeitslehre ab. Die in den weiteren Kapiteln hauptsächlich benötigten Zusammenhänge sollen in folgenden noch einmal begründet werden.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

9. Dünnwandige Profilstäbe

Zusammenfassung
Nachdem vorstehend allgemeine elastizitätstheoretische Grundlagen entwickelt worden sind, soll jetzt etwas spezieller auf typische Leichtbauelemente eingegangen werden. Ein verbreitetes Element ist dabei der dünnwandige Profilstab, der sehr viel in Rahmenkonstruktionen eingesetzt wird. Von Dünnwandigkeit kann man hierbei sprechen, wenn das Verhältnis Wanddicke zu Profilhöhe (t/2r ≤ 1/10) relativ klein ist. Im Weiteren sollen die wesentlichen Grundbeziehungen [KOS 96] für den dünnwandigen, offenen Profilstab aufgestellt werden.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

10. Torsion von Profilstäben

Zusammenfassung
Zuvor ist schon mehrfach hervorgehoben worden, dass alle dünnwandigen Profile torsionsweich sind. Insofern bedarf die Torsionsbelastung einer besonderen Betrachtung, um Steifigkeiten konstruktiv richtig nutzen zu können.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

11. Biegung offener Profilstäbe

Zusammenfassung
Zuvor ist die Torsion als kritisch für dünnwandige Profile herausgestellt worden. In vielen Anwendungen unterliegen offene, dünnwandige Profile aber einer Längs- und/oder Biege-spannung [HIB 06], weshalb auch hierfür eindeutige Auslegungskriterien existieren müssen.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

12. Schubwandträger-Profile

Zusammenfassung
Der Trend im Stahl- und Strukturleichtbau weist zu einer größeren Variabilität bei Profilträgern, die heute gerade oder gebogen sowie mit unterschiedlichen Flanschbreiten hergestellt werden. Diese Forderungen lassen sich mit der konventionellen Walztechnik nicht erfüllen, weshalb zunehmend zusammengesetzte Profile (Tailored Strips, DAVEX-Profile etc.) eingesetzt werden. Merkmale dieser Bauformen sind massive Flansche, dünne Stege und Werkstoffkombinationen, wofür der Begriff Schubwandträger geprägt wurde. Dies charakterisiert die Kraftverteilung in Schub und Zug/Druck.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

13. Schubfeld-Konstruktionen

Zusammenfassung
Als ein weiteres Konstruktionselement des Leichtbaus sind Schubfelder [CZE 67] anzusehen. Vom Aufbau her werden dabei umlaufend Rahmenprofile durch Blechfelder ausgefacht. Diese Technik findet man heute noch überwiegend im Nutzfahrzeugbau, wenn ein stützendes Gitterfachwerk als Kraft aufnehmende Struktur verwandt wird. Neuere An-wendungen sind Space-Frame-Strukturen für Pkws, die in Kleinserie (z. B. E-Mobile, Audi A8/R8) gebaut werden sollen. Die Kraftaufteilung erfolgt dabei wieder so, dass die Gurte bzw. Pfosten die Längskräfte und das Blech die Schubkräfte aufnehmen.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

14. Ausgesteifte Kastenprofile

Zusammenfassung
Als Anwendung einiger der vorstehenden Betrachtungen können Kastenprofile angesehen werden. Typische Einsatzgebiete hierfür sind konventionelle Flügelkästen, Nutzfahrzeugaufbauten, Waggons-, Kran- und Manipulatorenausleger etc. Die häufigste Belastung ist dabei Biegetorsion aus exzentrischen Querkräften oder reine Torsion durch Kräftepaare. Meist kann als Abschluss eines Kastens eine feste Einspannung eines Endquerschnitts angenommen werden, die beispielsweise aus dem Übergang Ladeaufbau zum Motorwagen oder Anschluss eines Flügels am Flugzeugrumpf (s. [KAN 56]) resultiert.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

15. Energie- und Arbeitsprinzip

Zusammenfassung
Die Anwendung des Energie- und Arbeitsprinzips auf Strukturen erfolgt in der Hauptsache zur Ermittlung der Verformungen und Schnittkräfte [FAL 68]. Im Folgenden sollen die grundlegenden Beziehungen, basierend auf der Vorstellung der virtuellen Arbeit, dargelegt werden.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

16. Statisch unbestimmte Strukturen

Zusammenfassung
Um das elastomechanische Verhalten von Strukturen beurteilen zu können, muss grundsätzlich unterschieden werden, ob eine statisch bestimmte oder statisch unbestimmte Struktur gegeben ist. Bekanntlich ist eine Struktur dann statisch bestimmt, wenn sich unter Belastung alle Auflager- und Schnittkräfte allein aus Gleichgewichtsbetrachtungen bestimmen lassen. Sinngemäß ist eine Struktur statisch unbestimmt, wenn sich die Kräfte allein aus Gleichgewichtsbetrachtungen nicht bestimmen lassen, sondern weitere Bedingungen herangezogen werden müssen.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

17. Sandwichelemente

Zusammenfassung
Jede noch so differenzierte Blechbauweise kann hinsichtlich einer Eigengewichtsoptimierung durch das Verbundprinzip übertroffen werden. Der einfachste Aufbau besteht dabei in einer Kombination von leichten und festen Werkstoffen zu einem Sandwich. Durch die hierdurch mögliche Eigenschaftsvariabilität kann ein breites Spektrum an mechanischen, thermischen oder akustischen Vorgaben abgedeckt werden, weshalb Sandwichelemente im Fahrzeugbau, Bauwesen und in der Klimatechnik breite Anwendung finden.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

18. Stabilität von Stäben und Balken

Zusammenfassung
In vielen Strukturen sind Stäbe und Balken die hauptsächlichen Tragelemente. Das Tragverhalten der Gesamtstruktur ist dann oft durch das Instabilitätsverhalten [PFL 75] dieser meist dünnwandigen und schlanken Elemente gegeben. Zu den Instabilitätsfällen zählen im Wesentlichen Knicken, Kippen und Beulen, wobei Beulen speziell im nachfolgenden Kap. 19 behandelt werden soll. Bezüglich des Tragfähigkeitsnachweises in Stahlbaukonstruktionen ist hier die DIN EN 1993-1-1 maßgebend. In dieser wird anhand von Querschnittsklassen und Knicklinien der Schlankheitsgrad bestimmt und damit der Vergleich zwischen Belastung und Belastbarkeit ermittelt. Ob ein Stabilitätsnachweiserforderlich ist, kann mit folgender Formel überschlägig bestimmt werden:
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

19. Beulen von Blechfeldern und Rohren

Zusammenfassung
Bei scheibenförmigen Tragelementen kann unter Druckbeanspruchung als Instabilität Beulen auftreten. Als Folge einer anwachsenden Belastung wölbt dabei die Mittelfläche durch, um wieder in einen stabilen Gleichgewichtszustand überzugehen. Da durch Beulen zusätzliche Querkräfte und Momente hervorgerufen werden, muss zur Ermittlung der Beanspruchung von der Plattentheorie ausgegangen werden.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

20. Konstruktive Versteifungen

Zusammenfassung
Unter konstruktiven Versteifungen sollen gezielt eingebrachte geometrische Anisotropien verstanden werden, die helfen, die Steifigkeit einer Leichtbaukonstruktion zu erhöhen. Wenn möglich soll die Versteifung ohne zusätzlichen Materialaufwand erfolgen, sodass bei konstantem Eigengewicht gleichzeitig eine Steigerung der Tragfähigkeit eintritt. Am günstigsten ist daher, wenn die Versteifung im gleichen Arbeitsgang wie das Bauteil hergestellt wird. Nach der geometrischen Form und dem Einbringverfahren unterscheidet man so:
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

21. Krafteinleitung

Zusammenfassung
Die Dünnwandigkeit von Leichtbau-Konstruktionen stellt eine Schwierigkeit bei der Krafteinleitung dar, da die örtliche Tragfähigkeit und Stabilität begrenzt ist. Jedes Einbringen von konzentrierten Kräften ist daher zu vermeiden oder durch eine besondere Gestaltung zu ermöglichen.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

22. Fügetechniken

Zusammenfassung
Einige Fügetechniken haben im Leichtbau große Bedeutung erlangt, weil zur Herstellung leichter Konstruktionen oftmals aufgelöste Bauweisen aus teils unterschiedlichen Bauelementen und Werkstoffen erforderlich sind. In diesem Sinne interessieren bei Fügungen die mechanischen Festigkeiten, die Parametergrenzwerte und das Langzeitverhalten. Meist sind jedoch die möglichen Fügetechniken (s. DIN 8593-1/8) durch die gewählte Leichtbauweise vorbestimmt.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

23. Strukturoptimierung

Zusammenfassung
Mit Strukturoptimierung (s. VDI 6224) bezeichnet man einen speziellen Optimierungsansatz. Ziel ist es gewöhnlich Bauteile hinsichtlich ihres Eigengewichtes zu minimieren. Da hiermit eine optimale Ausnutzung der Beanspruchung verbunden ist, ist dies gleichbedeutend mit einem Spannungsmaximierungsproblem
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

24. Schwingbeanspruchte Strukturen

Zusammenfassung
Viele im Stahlbau sowie alle im Fahrzeugbau und in der Luft- und Raumfahrt eingesetzten Konstruktionen werden dynamisch beansprucht. Wenn hierbei durch ein mögliches Versagen folgenreiche Schäden entstehen können, kommt dem Aspekt der Schwingfestigkeit, Bruchmechanik und der Zuverlässigkeit erhöhte Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund bedarf dann die herkömmliche Auslegung einer Erweiterung hinsichtlich eines Nutzungsdauer- und Bruchfestigkeitsnachweises. Zum Bruchfestigkeitsnachweis gehört insbesondere eine Restfestigkeitsabschätzung sowie eine Rissfortschrittsbetrachtung. In einigen Richtlinien (z. B. DIN 15 018, DIN EN 1993, FKM-Richtlinie, LTH) sind diese Nachweise bereits aufgenommen.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

25. Strukturzuverlässigkeit

Zusammenfassung
Die vorausgegangene Diskussion der Ermüdungsfestigkeit hebt auf die Analyse einer als schadenskritisch erkannten Stelle ab. Eine Leichtbaustruktur wird aber im Regelfall aus vielen Einzelteilen bestehen, sodass sich letztlich die Frage nach der Systemzuverlässigkeit stellt. Hiermit verbunden ist die Problematik der Zuverlässigkeitssimulation und -qualifizierung.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

26. Strukturakustik

Zusammenfassung
Dünnwandige Blechstrukturen stellen in vielen Anwendungen die günstigste Konstruktionslösung dar. Oftmals treten jedoch Geräuschprobleme auf, die bei dem gewachsenen Umweltbewusstsein immer weniger toleriert werden. In immer stärkerem Maße werden daher lärmarme Konstruktionen verlangt, zumal nachträgliche Lärmminderungsmaßnahmen in der Regel sehr kostspielig und nicht immer erfolgreich sind.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

27. Praxisbeispiele

Zusammenfassung
Im Folgenden werden zu den einzelnen Kapitel Beispielproblemstellungen erörtert.
Bernd Klein, Thomas Gänsicke

Backmatter

Additional information