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28-01-2021 | Leichtbau | Im Fokus | Article

BMWi stellt Leichtbaustrategie vor

Author:
Thomas Siebel
3 min reading time

Das Bundeswirtschaftsministerium will Deutschland im Leichtbau an die Weltspitze bringen. Dafür soll der Technologietransfer beschleunigt, die Ausbildung verbessert und die Kreislaufwirtschaft gefördert werden.

Nach Plänen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) soll sich Deutschland zum internationalen Leitmarkt und Leitanbieter für Leichtbautechnologien entwickeln. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sollen von der industriellen Anwendung neuer digitaler Tools, Materialien und Fertigungsverfahren profitieren und so neue Arbeitsplätze schaffen. Das BMWi rechnet mit einer "enormen" Wertschöpfung, falls es gelingt, in Deutschland vorhandene Leichtbaukompetenzen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen. Mit der nun veröffentlichten Leichtbaustrategie will das Ministerium den Technologietransfer beschleunigen und die Leichtbaukompetenzen in der Industrie stärken. Forschungsseitig soll die Kreislaufwirtschaft und die Entwicklung neuer digitaler Tools für den Systemleichtbau intensiviert werden.

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Aktuelle Ansätze in der Entwicklung und Auslegung von Leichtbaustrukturen

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Die Leichtbaustrategie stützt sich auf ein Eckpunktepapier, das von mehr als 350 Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft ausgearbeitet wurde. Sie enthält zahlreiche Absichtserklärungen, von welchen viele Anpassungen des im Mai 2020 gestarteten Technologietransfer-Programms Leichtbau (TTP LB) betreffen.

Angepasste Förderprogramme und Marketing

Im Bereich der Forschungsförderung will das BMWi mit einer Anpassung des TTP LB Start-ups und KMU den Zugang zu Fördermitteln erleichtern. Zudem sollen Förderprogramme mit Leichtbaubezug besser aufeinander abgestimmt werden, um die Entwicklung von Technologien über mehrere Technologiereifegrade (Technology Readiness Level, TRL) hinweg zu erleichtern. Zu den betreffenden Förderprogrammen gehören die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), das Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo) und die Förderung der Elektromobilität mit Leichtbaubezug.

Das BMWi will zudem das Bewusstsein für die ökonomische und ökologische Bedeutung des Leichtbaus steigern, unter anderem durch Marketingmaßnahmen und Veranstaltungen mit hoher branchenweiter Sichtbarkeit wie dem Lightweighting Summit im Rahmen der Hannover Messe.

Technologietransfer durch neue Standards und Normen

Weiterhin soll die Aus- und Weiterbildung verbessert werden. Dazu will das BMWi prüfen, ob Leichtbaukompetenzen stärker in der dualen Berufsausbildung verankert werden können, und ob ein Pool von Best-Practice-Beispielen für die schulische, universitäre und gewerbliche Aus- und Weiterbildung erstellt werden kann.

Neue Standards und Normen sollen den Technologietransfer erfolgreicher Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in marktreife Produkte beschleunigen. Die Erarbeitung von Standards für neue Materialien oder Anwendungen soll dafür unterstützt werden, beispielsweise durch eine seitens der Wirtschaft eingerichteten neutralen Stelle und, möglicherweise, durch eine Kooperation mit der DIN im Bereich Leichtbau.

Nachhaltiger Leichtbau im Fokus

Die Forschungsförderung soll insbesondere Themen des nachhaltigen Leichtbaus noch stärker in den Fokus nehmen. Dazu gehören die Recyclingfähigkeit von Fügetechniken beziehungsweise Multimaterialkomponenten sowie standardisierte Bilanzierungsverfahren. Möglicherweise soll das TTP LB dafür nachgeschärft werden, und das BMWI will prüfen, welche Branchen und Lebenszyklusphasen derzeit noch vergleichsweise umweltbelastend sind.

Mit einem inhaltlich erweiterten TTP LB könnte zudem die Digitalisierung im Leichtbau gefördert werden. Insbesondere soll der Weg für die Entwicklung branchenübergreifend einsetzbarer Entwicklungstools für den Mono- und Multimaterialbau bereitet werden. Auch die Entwicklung von KI-basierten Werkzeugen für den Systemleichtbau sowie für die Lebenszyklusanalyse soll angeschoben werden. Letzteres soll durch den Aufbau einer qualitätsgesicherten Datenbank unterstützt werden, die neben Leichtbaukonzepten und -prozessen auch Materialdaten und -modelle enthält. Noch ist nicht bekannt, wer den Aufbau der Datenbank koordinieren soll.

Zudem erwägt das BMWi eine Weiterentwicklung des Energieforschungsprogramms, um gezielt Leichtbauprodukte zu fördern, die zu höherer Ressourceneffizienz und CO2-Einsparungen beitragen.

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