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07-01-2016 | Leitzins | Im Fokus | Article

Stück für Stück raus aus dem Margentief

Author:
Eva-Susanne Krah
2:30 min reading time

Die Niedrigzinsphase macht den Instituten noch länger zu schaffen. Welche Strategien jetzt greifen sollen.

Für die Mehrzahl der Kreditinstitute könnte das neue Jahr 2016 noch einmal stabile Erträge ausweisen. Doch der Zinshammer aus der Niedrigzinsphase wird viele Geldhäuser spätestens ab dem Jahr 2017 einholen, wenn die Auswirkungen des Zinstiefs in ihren Bilanzen sichtbar werden. Führungskräfte in Kreditinstituten beurteilten schon im April 2015 die Zukunft des Bankgeschäfts skeptisch: Ertragsrückgänge in traditionellen Geschäftsbereichen erkennen viele für sich nicht nur als vorübergehendes, sondern eher als mittel- bis langfristiges Problem. Das belegt die Studie „Banken und Zukunft 2015“ von IBM, Fraunhofer IAO und Commerzbank.

Damals schätzten beispielsweise 58 Prozent der Befragten aller Bankengruppen die eigene Geschäftsentwicklung bis zum Jahr 2019 als negativ ein. Der Start der US-Zinswende durch die US-amerikanische Notenbank Fed im Dezember 2015 wird laut Experten der Branche das europäische Zinsgefüge absehbar nicht wesentlich positiv verändern, die Niedrigzinsphase könnte noch länger andauern. Wichtig sei nun, dass die Fed ihren Kurs beibehalte, damit der Ausstieg aus dem Nullzinsumfeld zunächst in den USA und später auch im Euro-Raum gelinge, kommentierte Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), seinerzeit die Entscheidung der Fed.

Wege aus dem Zinstief

Mit welchen Strategien Banken und Sparkassen sich aus der Margenbaisse kämpfen wollen, beschreibt Bankmagazin-Autor Stefan Terliesner in seinem Titelbeitrag "Banken wappnen sich gegen das Margentief" in der Januarausgabe von Bankmagazin (Seite 12-17). Er glaubt, dass es im kommenden Jahr für die Geldhäuser "richtig ungemütlich" werden könnte. Sparkassen und Genossenschaftsbanken versuchten gegenzusteuern und den Schwund ihrer Zinsarbitragemöglichkeiten "so gut es geht auszugleichen", schreibt er. Einige Maßnahmen sind teils schon am Markt sichtbar, so beispielsweise

  • die Ausweitung des Provisionsgeschäfts,
  • das Ende von Gratis-Leistungen,
  • Erhöhungen der Gebühren und
  • optimierte Vertriebs- und Kostenstrukturen bei Verwaltung, Zweigstellen und Personal.

Die gute Konjunkturentwicklung in Deutschland hat einzelnen Instituten Rückenwind verliehen. So hätte der DSGV zum Ablauf des ersten Halbjahres 2015 neue Höchstwerte in der privaten Baufinanzierung und im Firmenkundengeschäft bei den Sparkassen angegeben, weiß Terliesner.

Firmenkunden machen Freude

Ein Hoffnungsschimmer für die Geldinstitute ist die wachsende Bedeutung des Geschäfts mit Unternehmen. Der "Firmenkundenstudie 5.0" der Beratungsgesellschaft Zeb zufolge liegt der Erlös in diesem Segment nach Refinanzierungskosten für den deutschen Markt seit 2010 mit jährlich rund 27 Milliarden Euro stabil. Dabei gewinnen die Ertragsanteile aus dem Kreditgeschäft messbar an Gewicht. Der Wert kletterte im gleichen Zeitraum von 46 auf 55 Prozent. Zwar geraten auch im Firmenkundengeschäft die Gewinnspannen unter Druck, wie Terliesner beobachtet. Doch die niedrigen Zinsen bewirkten, dass Unternehmen sich häufiger Geld von ihrer Bank für Finanzierungen leihen. Bis zum Jahr 2020 sagt Zeb ein Wachstum des Firmenkundenmarktes von 5,5 Prozent voraus, wenn Konjunktur und ZInsniveau gleich bleiben. Der Bereich gilt nach Einschätzung der Zeb-Experten als Chancenfeld in der Krise. Während das Einlagengeschäft unter Druck stehe, würden insbesondere im variablen Kreditgeschäft mit mittelständischen Kunden höhere Margen erzielt, erklärt dazu Jens Sträter, Zeb-Partner in Hamburg. Lohnenswerte Perspektiven gibt es also durchaus für die Geldhäuser.

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