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About this book

In diesem Band wird systematisch und theoretisch angeleitet die alltägliche, gesellschaftliche Weitergabe von Wissen über die Shoah durch digitale Praktiken untersucht. Diese stellen die Grundlage für ein innovatives Analysemodell von Online-Erinnerungskulturen dar, das entlang populärer und medienkünstlerischer Beispiele entwickelt wird. Dabei werden Fragen nach nor-mativen Aushandlungen, Formen von Zeugenschaft sowie transnationale digitale Handlungs-routinen aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive unter dem Begriff der (Re-)Konfigurationen neu zusammengefasst.

Table of Contents

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Einleitend wird das systematische und theoretisch angeleitete Vorgehen zur Untersuchung der alltäglichen, gesellschaftlichen Weitergabe von Wissen über die Shoah durch digitale Praktiken entlang der Fragestellung der Arbeit entwickelt. Neben einem ersten, allgemeinen Begriffsverständnis (Gedächtnis, Erinnerung, Vergessen, Erinnerungskulturen) sowie einer Reflektion von Begriffen (Auschwitz, Holocaust und Shoah) wird der Begriff der (Re-)Konfigurationen in Anlehnung an Norbert Elias Figurationen dargelegt. Mit diesem werden medienvermittelte soziale Prozesse in Erinnerungskulturen in der Studie untersucht.
Mathias Scheicher

Kapitel 2. Figurationen: Theorie(n) des Gedächtnisses

Zusammenfassung
Die Theorie(n) des Gedächtnisses sind durch Diskurse, Vielfalt und Interdisziplinarität bestimmt und werden in der Studie auf kulturwissenschaftliche Ansätze reduziert. Die in Online-Medien veränderte Organisation von Wissen und die damit einhergehenden diskursiven Potentiale werden entlang anschlussfähiger Konzepte ergänzend betrachtet. Diese bilden die Grundlage für ein prozesshaftes Analyse-Modell. Innerhalb der Gedächtnis-Konzepte werden weiter anschlussfähige transnationale Verschiebungen oder eine Ethik der Erinnerung (Zeugenschaft) diskutiert, mit der die vernetzenden Strukturen in Online-Medien konzeptualisiert und untersucht werden.
Mathias Scheicher

Kapitel 3. Konzeption der Studie

Zusammenfassung
Anhand von praxistheoretischen Skizzen wird der methodische Zugang der Studie erläutert. Medienpraktiken sind dabei sowohl für die Generierung und die Weitergabe von Wissen, als auch für den Zugang zum Feld zentral. Dies wird ausgehend von einer ersten Offenheit entlang der Fallauswahl der Studie reflektiert und schematisch in einer ersten Systematik zur Analyse von Online-Erinnerungskulturen verdichtet.
Mathias Scheicher

Kapitel 4. Konfigurationen: Praxis

Zusammenfassung
Die Weitergabe von Wissen über die Shoah wird durch visuelle Praktiken bestimmt. Ausgehend von den sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie (Pierre Bourdieu) sowie gegenwärtigen theoretischen Diskursen – beispielsweise zu Selfies – wird dies in verschiedenen Erinnerungsperformances (Kirstin Frieden) in der Alltagskommunikation und populärer Kultur sowie Kunst in unterschiedlichen Analysen betrachtet. Die analysierten, heterogenen Konfigurationen sind entlang verschiedener Community-Plattformen – Instagram, YouTube, Facebook, Twitter sowie Niantic – strukturiert. Im Ergebnis zeigt sich unter anderem anhand unterschiedlicher Ausprägungen eine zunehmende Hybridisierung des prozesshaften Erinnerungsraums.
Mathias Scheicher

Kapitel 5. (Re-)Konfigurationen: Theorie und Analyse

Zusammenfassung
Die untersuchten Praktiken haben den Blick auf transnationale, gefilterte und kuratierte Narrationen sowie (vornehmlich durch Reisen) geprägte Bildrepertoires der Erinnerung an die Shoah sowie die Verschiebungen von Wissensordnungen eröffnet, die durch Plattformen präfiguriert werden. Gedächtnistheoretisch ist damit künftig ein prozessorientierter Zugriff mit dem analytischen Konzept der „Online-Erinnerungskulturen“ möglich. Das im Theorie-Praxis-Wechselverhältnis innerhalb der Studie entwickelte Analysemodell wird folglich für künftige Systematisierungen des diskursiven Raums von Online-Erinnerungskulturen erweitert und reflektiert, um visuelle Narrationen – zwischen privater und öffentlicher Erinnerung – zu thematisieren.
Mathias Scheicher

Kapitel 6. Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassung
Der theoretische Erkenntnisgewinn zu einer alltäglichen, gesellschaftlichen Weitergabe von Wissen über die Shoah durch digitale Praktiken wird hinsichtlich der Merkmale von Online-Erinnerungskulturen strukturiert zusammengefasst. Die verschiedenen Konfigurationen werden im Zusammenhang zwischen digitalen und transnationalen Handlungsroutinen, normativen Aushandlungspraktiken und Zeugenschaft resümierend betrachtet.
Mathias Scheicher
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