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In einer Zeit, in der die digitale Transformation alle Bereiche der Wirtschaft durchdringt, gleichzeitig aber ein Mangel an IT-Fachkräften herrscht1, gewinnen Technologien zur effizienten Softwareentwicklung zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Untersuchungen von Forrester Research zeigen, dass der Markt für Low-Code- und Digital-Process-Automation-Plattformen im Jahr 2023 ein Volumen von etwa 13,2 Mrd. US-Dollar aufwies. Forrester prognostiziert ein Wachstum bis 2028 auf ein Volumen von bis zu 50 Mrd. US-Dollar2. Gartner kommt zu ähnlichen Einschätzungen3. Diese Zahlen verdeutlichen die steigende Relevanz des Themas für Unternehmen unterschiedlicher Größe.
Die Begriffe „Low-Code“ und „No-Code“ haben im Zuge dessen in den vergangenen Jahren erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen. Der Begriff „No-Code“ erschien erstmals im Jahr 2006 in den Suchergebnissen von Google4, während der Begriff „Low-Code“ im Jahr 2014 von Forrester geprägt wurde5. Beide Konzepte beschreiben Technologien, die die Erstellung von ganzen Anwendungen oder Anwendungskomponenten mit keinem oder minimalem Programmieraufwand ermöglichen.
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Ein wesentlicher Aspekt des Low-Code/No-Code-Paradigmas ist die Figur des „Citizen Developers“. Hierbei handelt es sich um Mitarbeitende, die über keine formale IT-Ausbildung verfügen, jedoch häufig als Autodidaktinnen und Autodidakten Anwendungen in Unternehmen entwickeln. Das beschriebene Phänomen birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Einerseits kann es zu einer unerwünschten „Schatten-IT“ führen, andererseits bietet es die Möglichkeit, innovative Ideen direkt aus den Fachabteilungen in die IT-Landschaft zu integrieren. Low-Code/No-Code-Technologien können hier einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie einen geordneten Rahmen für sogenannte „Business Managed IT“6 schaffen und somit die oft vorhandene Kluft zwischen IT-Abteilung und Fachbereichen überbrücken. Ob die Einführung von Low-Code‑/No-Code-Plattformen zu einer „Demokratisierung der IT“ führen wird, die es jedem ermöglicht, Software zu entwickeln und zu betreiben, ist allerdings – nicht nur angesichts der hohen Preise einiger dieser Plattformen – fraglich. Muss sie aber auch nicht, denn allein die Verbreiterung des Zugangs für eine größere Zielgruppe, die außerhalb professioneller Programmiererinnen und Programmierer liegt, sowie die Steigerung der Effizienz letzterer mag bereits einen erheblichen Beitrag zur Linderung des eingangs beschriebenen Fachkräftemangels leisten.
Die Beiträge in diesem Schwerpunktheft beleuchten die vielfältigen Aspekte von Low-Code/No-Code aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive. Sie adressieren zentrale Fragen, wie Citizen Development in Unternehmen eingeführt und umgesetzt werden kann, welche Phasen dabei unterschieden werden und mit welche Herausforderungen Mitarbeitende dabei rechnen müssen. Des Weiteren wird ein Ansatz vorgestellt, der Unternehmen bei der Bewertung hilft, ob eine bestimmte Low-Code/No-Code-Plattform für die Implementierung betrieblicher Softwareanforderungen geeignet ist. Die Frage der Eignung stellt sich allerdings nicht nur bei Citizen Development, sondern auch in der professionellen Softwareentwicklung, die mit Low-Code/No-Code sehr viel effizienter erfolgen kann, aber nicht unter allen Umständen. Darüber hinaus werden Erfahrungen zum Einsatz von Low-Code/No-Code in speziellen Nutzungskontexten geteilt, z. B. bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen, der Erzeugung von digitalen Zwillingen oder beim automatisierten Treffen fachlicher Entscheidungen unter Nutzung Künstlicher Intelligenz. Der abschließende Beitrag des Schwerpunktheftes zeigt auf, dass sogar Low-Code-Plattformen für die Entwicklung von Modellierungswerkzeugen existieren und wie diese funktionieren.
Die Beiträge des Schwerpunktheftes sind damit ausgehend vom Citizen Development hin zur professionellen Softwareentwicklung mittels Low-Code/No-Code geordnet und werden in den vorgestellten Nutzungskontexten zunehmend spezifischer.
Wie bei HMD-Heften üblich wird auch dieses Schwerpunktheft mit einer Auswahl von Beiträgen außerhalb des Schwerpunkthemas und zwei Buchbesprechungen abgerundet.
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An dieser Stelle möchten wir unseren Dank gegenüber allen Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe zum Ausdruck bringen, die Engagement gezeigt haben, um ihr Wissen mit uns und Ihnen zu teilen. Dadurch sind wertvolle Einblicke in den aktuellen Stand und mögliche zukünftige Entwicklungen von Low-Code/No-Code im Unternehmenseinsatz möglich geworden. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine spannende Lektüre und hoffen, dass Sie neue Erkenntnisse aus den Beiträgen ziehen und einige Impulse für sich aufgreifen, mitnehmen und weitertragen können.
Susanne Strahringer und Markus Westner
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