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03-06-2016 | M&A-Management | Im Fokus | Article

Worauf es bei Fusionen ankommt

Author:
Andreas Nölting
2:30 min reading time

Die ökonomischen Rahmendaten für Fusionen sind gut. Doch mehr als die Hälfte aller Fusionen scheitern. Häufig sind eine falsche Strategie und schlechte Kommunikation schuld.

Es wäre eine Übernahme für den Investmentbanker den schillernden Begriff 'Mega-Merger' gefunden haben: Der Leverkusener Dax-Konzern will den US-Saatgutriesen Monsanto kaufen. Die Amerikaner werden an der Börse mit stattlichen 42 Milliarden Dollar bewertet, Bayer ist nahezu doppelt so schwer. Analysten taxieren den Preis inklusive Schulden für Monsanto auf bis zu 65 Milliarden Euro. Der Merger würde die Deutschen zum größten Saatguthersteller der Welt machen.

Wie Bayer machen es weltweit viele andere Konzerne. Sie kaufen sich Wachstum durch Übernahmen – auch ihrer Konkurrenten. Einer Studie der Berater von A.T. Kearney zufolge gab es im vergangenen Jahr allein in der globalen Konsumgüter- und Handelsbranche weltweit Fusionen und Übernahmen im Umfang von 365 Milliarden Dollar – eine Steigerung im Vergleich zu 2014 von immerhin 26 Prozent.

Der Druck für das Wachstum kommt auch von den Kapitalmärkten. "Die Unternehmen müssen wachsen, um die Erwartungen von Analysten und Investoren zu bedienen", sagt der Kearney-Consultant Mirko Warschun. Neben organischem Wachstum setzten gerade auch deutsche Konzerne immer öfter auf Fusionen und Übernahmen.

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Die Bedingungen für Merger sind momentan sehr gut. Fremdkapital gibt es zu historisch günstigen Bedingungen und Börsianer mögen in der Regel Übernahmen, was sich positiv auf den Aktienkurs auswirken kann. Und doch ist jede Übernahme ein gewagtes Manöver, denn mehr als die Hälfte aller Fusionen scheitern – meist an zu unterschiedlichen Firmenkulturen, größenwahnsinnigen Managern, fehlenden Synergien oder schlicht einer falschen Strategie.

M&A-Prozesse strategisch planen

Die Strategieplanung gilt als Beginn vieler M&A-Prozesse. "Da strategische Überlegungen immer grundsätzlicher Natur mit einer hohen Relevanz für die weitere Unternehmensentwicklung sind, kommt diesen Überlegungen im Rahmen von M&A eine erfolgsbestimmende Rolle für das Gesamtunternehmen zu“, schreiben die Springer Autoren Kai Lucks und Reinhard Meckl im vierten Kapitel ihres Buches "Internationale Merger & Acquisitions". Es seien vor allem zwei strategische Fragen, die das Management beantworten müsse:

  • Ist M & A die strategisch sinnvolle Entwicklungsvariante?
  • Wie ist M & A strategisch sinnvoll durchzuführen?

Mindestens ebenso wichtig wie die passende Strategie ist die richtige Kommunikation nach innen und außen. Das Top-Management müsse die Pläne selbst kommunizieren, schreibt Friedemann W. Nerdinger im dritten Kapitel "Mergers & Acquisitions: Grundlagen für die Führung in Fusionen“ des Springer Buches "Die Zukunft der Führung": "Dabei ist es besonders wichtig, die möglichen zukünftigen Entwicklungen aufzuzeigen, da sich sonst schnell unkontrollierbare Gerüchte verbreiten." Eine Fusion sollte eben gekonnt kommunikativ begleitet werden, wolkige Visionen und unklare Statements können dem Projekt nur schaden.

Die geplante Übernahme von Monsanto allerdings haben die Bayer-Verantwortlichen bisher noch nicht glücklich kommuniziert. Medien und Politiker fürchten, dass Bayer so der umstrittenen Gentechnologie hierzulande Auftrieb verleihen könnte. Der Bayer-Aktienkurs sank rapide. Kein gutes Vorzeichen für das Gelingen einer Fusion. 

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