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20-07-2022 | M&A-Management | Im Fokus | Article

Unabhängigere CFOs schließen bessere M&A-Deals ab

Author: Angelika Breinich-Schilly

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Eine Übernahme kann ein lukratives Geschäft sein, von dem ein Unternehmen langfristig profitiert. Doch manche Firmenkäufe werden zu teuer bezahlt. Laut einer aktuellen Studie verhindern selbstbewusste CFOs mit breitem Know-how häufig solche unwirtschaftlichen Deals. 

Für Mergers & Acquisitions (M&A), also Firmenübernahmen und -beteiligungen, braucht das Management nicht nur das richtige Gespür, sondern auch gutes Verhandlungsgeschick. Chief Financial Officer (CFO), die neben ihrer Finanzexpertise noch auf ein umfassendes fachübergreifendes Wissen zurückgreifen, möglichst unabhängig von ihrem Chief Executive Officer (CEO) agieren und über hohes Ansehen im Vorstand verfügen, haben meist ein glückliches Händchen bei Übernahme-Deals. Ihnen gelingen meist günstigere Abschlüsse als solchen Finanzchefs mit niedrigem Status und großer Abhängigkeit von der Geschäftsleitung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zweier Professoren der WHU – Otto Beisheim School of Management. 

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Fusionen und Akquisitionen

Fusionen und Akquisitionen stellen Unternehmenszusammenschlüsse und -übernahmen dar. Dafür wird häufig auch der englische Begriff Mergers and Acquisitions (M&A) verwendet. Hierbei wird das zu erwerbende Unternehmen, das auch als Zielunternehmen oder Target bezeichnet wird, von einem anderen Unternehmen gegen Kaufpreiszahlung und/oder im Tausch gegen Anteile des Käuferunternehmens als Ganzes oder in Teilen erworben.

Erfahrene Generalisten sparen Kosten im M&A-Geschäft

Für die jüngst veröffentlichte Analyse haben Ayse Karaevli und Serden Özcan mehr als 1.900 Firmenübernahmen in den USA untersucht. Die Forscher identifizierten die genannten Attribute, die ein CFO mitbringen sollte, um die Gefahren eines unwirtschaftlichen Deals für sein Unternehmen abzuwenden. Finanzchefs, die über diese Merkmale ganz oder teilweise verfügten, sparen häufig "einen deutlichen Teil des Preisaufschlags auf den eigentlichen Marktwert des Übernahmeobjekts ein", lautet das Kernergebnis. Da das globale M&A-Volumen 2021 erstmals die Schwelle von fünf Billionen US-Dollar überschritten hat, werde es künftig immer mehr auf diese zentralen Charakteristika ankommen.

Vor allem die Generalisten unter den Finanzexperten schließen den Forschern zufolge deutlich bessere Firmenübernahmen ab. "Durch ihre Erfahrungen in nicht-finanzorientierten Bereichen und die Arbeit in anderen Organisationen, Branchen oder Ländern konnten sie neue Perspektiven bei M&As einbringen und hatten ein besseres Verständnis für das Management insgesamt", heißt es zur Begründung. 

Finanzchefs brauchen breite Kompetenzpalette

Welche Kompetenzen ein moderner CFO heute für seine Tätigkeit mitbringen muss, fasst Michael Rauch, Leiter des Finanzbereichs der Compugroup Medical, in einem Interview mit der Zeitschrift "Controlling & Management Review" (Ausgabe 4 | 2022) zusammen: 

In der Vergangenheit war das Profil des CFOs stärker fachlich orientiert. Aber auch heute noch bilden Themen wie ordnungsgemäße Buchführung, das Accounting, ein gewisses Verständnis im Finanz- und Treasury- sowie im Steuerbereich, Finanzierungsrechnung und Investitionsverhalten die Basis. Zum Anforderungsprofil eines modernen CFOs gehören also auf jeden Fall ein Zahlen- und analytisches Verständnis. Zusätzlich sollte er eine gewisse IT-Affinität haben und sich in Prozesse hineindenken können, um stets Unternehmensabläufe umgestalten zu können. […] Aber auch das zwischenmenschliche Element darf nicht fehlen. Für die Führungs- und Steuerungskompetenz braucht ein CFO Soft Skills, die er sich meist während seiner Laufbahn angeeignet hat."

Hierzu gehört für Rauch auch eine starke Kommunikationskompetenz, um den Dialog mit den verschiedenen Stakeholdern eines Unternehmens gestalten zu können, sowie eine "persönliche ethisch-moralische Integrität". 

Unabhängigkeit sorgt für einen kritischeren Blick

Laut der WHU-Studie ist zudem ein hoher Grad an Unabhängigkeit des Finanzchefs vom CEO eine wichtige Voraussetzung für bessere Geschäfte. CFOs, die vom Vorstand und nicht direkt vom CEO bestimmt wurden, trauten sich öffentlich realistischere Einschätzungen der geplanten Firmenübernahme zu und betrachteten die oft optimistischen Annahmen der Unternehmensleitung kritischer. Ein hoher Status im Vorstand erlaube dem CFO eine selbstbewusstere eigene Meinung und sorge so für eine stärkere Machtbalance zwischen ihm und dem CEO. 

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