Skip to main content
main-content
Top

23-01-2018 | Marketingkommunikation | Im Fokus | Article

Audio Branding wird immer wichtiger

Author:
Johanna Leitherer
2:30 min reading time

Kurze Melodien genügen, um bei Menschen eine Assoziation hervorzurufen. Diese Aktivierung ist Ziel des Audio Branding, das zunehmend den Point of Sale erobert. Auch das kontaktlose Bezahlen könnte von auditiven Signalen profitieren.

Das "Dadadadida" der Telekom, den Ankunftston einer E-Mail oder die Melodie von Star Wars erkennen Konsumenten sofort und assoziieren sie zum Beispiel mit einer Marke. Je öfter die Melodien erklingen, desto vertrauter werden sie dem Rezipienten. Zusätzlich zu visuellen Markenzeichen entstehen auf diese Weise unverkennbare "Audiologos". Daran möchte die Kreditkartengesellschaft Visa nun anknüpfen. Ein neues "Software Development Kit" soll den kontaktlosen Bezahlvorgang mit auditiven und sensorischen Signalen anreichern. 

Editor's recommendation

2018 | OriginalPaper | Chapter

Location-based App und Smartphone Commerce

Das Smartphone wird überwiegend außer Haus und zunehmend für lokale Zwecke genutzt. Diese betreffen sowohl die lokale Suche als auch die Kaufvorbereitung für den stationären Einkauf. Lokale Services im App und Smartphone Commerce wie unter anderem Location-based Services, Multi-Channel-Services, situationsadäquate oder auch kontextsensitive Dienste mit Lokalisierungsfunktion sind darauf ausgerichtet.


Die Innovation startet derzeit als Pilotprojekt in den USA, bevor sie nach einigen Monaten der Testphase weltweit eingeführt werden soll. Dass auch der globale Bedarf an auditivem und sensorischem Branding hoch ist, zeigt eine von Visa durchgeführte Studie. Über 80 Prozent der Befragten gaben darin an, dass sinnliche Technologien wie diese ihr Verhältnis zur Marke und zum Händler positiv beeinflussen. Der Sicherheitsaspekt steht dabei klar im Fokus. 

Audio Branding zur Sicherheit

Kommt es zu einer Bezahltransaktion, sendet das mit der Kreditkarte vernetzte Smartphone oder Wearable ein bestimmtes Feedback-Signal aus. Das kann sowohl auditiv als auch haptisch, zum Beispiel mittels Vibration, passieren. Konsumenten bekommen dann nicht nur ihre Zahlungen bestätigt, sondern fühlen sich auch vor kriminellen Übergriffen besser geschützt. 

Die beim kontaktlosen Bezahlen eingesetzte Nahfeldkommunikation (NFC) gilt zwar als besonders sicher, da Kreditkarten oder Smartphones nur mit einer Entfernung von bis zu vier Zentimetern ausgelesen werden können. Dennoch gibt es Konsumenten ein besseres Gefühl zu wissen, dass ihre Kartendaten nicht unbemerkt im Menschengedränge gehackt werden können. Kunden wiegen sich also dank der vom Anbieter entwickelten Technologie in Sicherheit, was die Markenbindung nachhaltig stärkt. Somit dienen Bestätigungssignale auch als Markenbestätigung. 

Neue Branding-Chancen am Pos

Neben Audio Branding, das direkt beim Kunden ansetzt, gibt es viele weitere Anwendungsgebiete am Point of Sale (Pos). "Aufgrund der stetig anwachsenden Möglichkeiten, Kontaktpunkte auch auditiv zu gestalten, rückt Sound als Branding-Element immer mehr in den Fokus", bestätigt Springer-Autor Professor Jörn Redler im Kapitel "Store Branding" seines Buchs "Die Store Brand" (Seite 183). 

Vertraute und wohlklingende Sounds rufen Gefühle hervor, die Kaufentscheidungen deutlich beeinflussen können. Gleichzeitig verwandeln sie den Einkauf in ein unterhaltsames Freizeit-Event. "Als Bausteine der Erlebnisvermittlung werden im Laden daher beispielsweise abgestimmte Musik und eingespielte Töne eingesetzt. Akustische Spotlights ("Stimme aus dem Nichts") können als emotionale hörbare Brücken zwischen Ladenumgebung, Markenidee und Produkt fungieren", erklärt Redler im Kapitel "Store Brand Management: Gestaltung des Ausdruckssystems" desselben Buchs (Seite 256). 

Supermärkte als Best Practice

Die großen Supermarktketten und selbst Discounter preschen auf diesem Gebiet ganz besonders voran, indem sie ein eigenes Laden-Radio entwickelt haben. Bekannte Musikstücke, die der Unterhaltung dienen, werden in Abständen von Informationen zu bestimmten Angeboten unterbrochen. Sie schließen mit dem wohlbekannten Audiologo des Lebensmitteleinzelhändlers ab. Darüber hinaus hält das Supermarkt-Radio die Ladenbesucher mit Nachrichten zum aktuellen Tagesgeschehen auf dem Laufenden, was die Verbindung zur Außenwelt schafft. 

Audio Branding lebt auch von der Kommunikation mit dem Ladenpersonal. Einige Läden haben beispielsweise das "Du" als Teil ihres Markenzeichens etabliert. Passend dazu verlaufen Unterhaltungen mit dem Kunden hier betont freundschaftlich ab. Einige stationäre Läden haben darüber hinaus bestimmte Begrüßungen und Verabschiedungen eingeführt.

Related topics

Background information for this content

Image Credits