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2022 | Book

Medienkulturwissenschaft

Eine Einführung

Authors: Oliver Ruf, Patrick Rupert-Kruse, Lars C. Grabbe

Publisher: Springer Fachmedien Wiesbaden

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About this book

Der Band erklärt die Entstehung, Entwicklung und inhaltliche Breite der Medienkulturwissenschaft. Deren Felder werden ebenso demonstriert wie Forschungsfragen entworfen. Ein spezielles Augenmerk liegt auf interdisziplinären Verhältnissen, etwa zur Kommunikations- und Literaturwissenschaft. Zudem wird aus dieser Perspektive die Historie von Einzelmedien vorgestellt und ausgewählte Phänomene mit der medienkulturwissenschaftlichen „Brille“ skizziert. Dadurch kann die Geschichte und Philosophie der Medienkulturwissenschaft ebenso diskutiert werden wie deren Anwendungsfälle sowie ihre Positionen innerhalb eines Medienstudiums mit starkem Praxisbezug, bei dem die Theorien und Ästhetiken der Medien nicht außer Acht gelassen werden.

Table of Contents

Frontmatter
1. Einleitung
Zusammenfassung
Ein Einführungsbuch in die Medienkulturwissenschaft kommt nicht umhin, den Mittelpunkt des zu behandelnden Themas aus einer bestimmten Überzeugung heraus zu präsentieren, um zentrale Argumentationslinien und Schwerpunkte auswählen zu können, Entwicklungen zusammen zu fassen und Tendenzen wieder zu geben, die den Leser:innen in erster Linie eines geben sollen: Ein Gespür für das, wovon Medienkulturwissenschaft eigentlich handelt. Mit diesem spezifischen Blickwinkel einher gehen naturgemäß Entscheidungen, die Dinge auswählen, die das Eine hervorheben und das Andere abschwächen, wiederum Anderes auch bei Seite lassen, die also selektieren. Mit welcher ‚Brille‘ hier auf das Gebilde der Medienkulturwissenschaft geblickt wird, erklärt das folgende einleitende Kapitel. Zugleich werden im Zuge dessen die wesentlichen Begriffe und Kontexte – die Diskurse des Medien-Begriffs wie der betroffenen Wissenschaft schlechthin – ansatzweise angerissen, die dann im weiteren Verlauf des Buches eine eingehende Explikation erfahren.
Oliver Ruf, Patrick Rupert-Kruse, Lars C. Grabbe
2. Zur Entwicklung der Medienkulturwissenschaft
Zusammenfassung
Die Entstehung ebenso wie die Erfolgsgeschichte der Medienkulturwissenschaft ist mit Prozessen einer Etablierung als wissenschaftliches Fach eng verbunden. Entsprechende Formate der Wissenschaftlichkeit finden sich in der Beschäftigung bzw. bei der Untersuchung und Erforschung von medialen Erscheinungen bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in unterschiedlichen Versionen und Richtungen. Eine eigentliche Struktur erhält die allgemeine Medienwissenschaft erst Mitte der 1970er-Jahre, die dann eine bestimmte disziplinäre Form nach und nach ausbildet. Das Bemerkenswerte besteht hierbei darin, dass die Medienwissenschaft als Hilfswissenschaft gestartet ist und mittlerweile einen Wissenschaftsbereich markiert, ohne den das Wissenschaftssystem an vielen Stellen nicht mehr denkbar ist. Medienkulturwissenschaft markiert hier einen Ausgangspunkt, um sich über eine durch Medien konstituierte Gesellschaft wissenschaftlich zu äußern.
Oliver Ruf, Patrick Rupert-Kruse, Lars C. Grabbe
3. Mediengeschichte
Zusammenfassung
Medienwissenschaft behandelt mit einem besonderen Augenmerk die historischen Zusammenhänge einzelner Medien und Mediengattungen. Dadurch wird verstehbar, wie ein bestimmtes Medium im jeweils spezifischen zeitgenössischen Kontext aufgekommen ist, welchen Wandlungen es unterliegt und in welche Richtung sich sein Wachstum bzw. auch sein potenzieller Niedergang im Abgleich mit weiteren Medien bewegt. Mediengeschichte kann, wie es hier vorgeschlagen wird, mit der Geschichte der Schrift und des Schreibens einsetzen, Bilder, Telegrafie und Telekommunikation skizzieren, Hörfunk, Film und Fernsehen umreißen, um bei Neuen Medien anzugelangen. Mediengeschichte ist dabei, wie deutlich werden kann, das notwendige Vehikel, um das Wesen von Medien zu begreifen; sie ist eine der wesentlichen Voraussetzungen medienkulturwissenschaftlicher Tätigkeit.
Oliver Ruf, Patrick Rupert-Kruse, Lars C. Grabbe
4. Medien und …
Zusammenfassung
Was geschieht, wenn zwei oder mehrere Medien miteinander konfrontiert werden, wenn sie sich überlappen, wenn sie einander gegenüberstehen, wenn das eine in das andere Medium einwandert? Verändert das eine das andere Medium? Entsteht dabei ein neues Medium? Und was ist zu beobachten, wenn andere und ähnliche Erscheinungen als diejenigen der Medien in diese Prozesse eingebunden sind – etwa die Literatur, die Kunst oder das Design? In jedem Fall geschieht im Zuge dieser Bewegungen und Aushandlungen etwas; es ist kein Stillstand zu eruieren, sondern Handlungen, die auf Transformation respektive Negotiation hin ausgerichtet sind. Medienkulturwissenschaft interessiert sich in besonderer Weise für dasjenige, was dabei entsteht. Das ist auch einer der Gründe, warum medienkulturwissenschaftliche Fragestellungen relevant für andere Disziplinen sind. Denn damit kann das engere Gegenstandsfeld eines Faches erweitert und medienkulturell geleitet neu ‚gelesen‘ werden.
Oliver Ruf, Patrick Rupert-Kruse, Lars C. Grabbe
5. Medientheorie – Medienästhetik
Zusammenfassung
Ausgehend von einem post-modernen medienkulturwissenschaftlichen Verständnis bietet es sich an, dass die Felder der Medialität und Ästhetik noch einmal ausführlicher als zwei zentrale und eigenständige Theoriekategorien der Medienkulturwissenschaft vorgestellt werden, vor allem wenn Medialität in einem medientechnischen und technologischen Sinn und Ästhetik im Kontext einer gestalterischen Form- und Werkwahrnehmung ausgelegt wird. Die daraus ableitbaren und von vielen Medienkulturwissenschaftler:innen formulierten Medientheorien und Medienästhetiken lassen sich mit dem Wissen um die technische und technologische Bedingtheit der Medien sowie deren gestalterischer Formwahrnehmung formal und inhaltlich miteinander in Beziehung setzen. Wesen und Kern der Medien erhellen sich also im Licht entsprechender techno-analytischer und ästhetischer Bedingungen. Sie laufen, wie unterschiedliche Schulen der Medienkulturwissenschaft betonen, auf ein bestimmtes Verständnis der Medien hinaus, das die Produktion, Distribution, die kulturellen und rekursiven Einflussdynamiken und die spezifisch sensorische Wahrnehmung des Menschen – sowie die darauf bezogenen Möglichkeiten und Voraussetzungen von Technologien – notwendig zusammen denkt.
Oliver Ruf, Patrick Rupert-Kruse, Lars C. Grabbe
6. Schlusswort
Zusammenfassung
Die vorliegende Einführung in das besonders heterogene Themenfeld der Medienkulturwissenschaft hat in besonderer Weise die Auseinandersetzung mit zentralen Leitbegriffen, gängigen Kontexten und Diskursen der medienwissenschaftlichen Kulturforschung erfordert. Dabei ging es den Autoren gleichermaßen um eine wissenschaftlich-systematische wie auch eine didaktische Perspektive, um einerseits die historischen Entwicklungen der Medienkulturwissenschaft nachzuzeichnen und dieses gleichsam kartografische Unterfangen andererseits für Studierende und Forschende kohärent und nachvollziehbar auf eine grundsätzlich evolutionäre Entwicklung von Medien übertragen zu können. Medien konnten dabei weit über ihren Status als technische Artefakte hinaus und konntenzudem als kulturtechnische Modi eingestuft werden, die ihrerseits besondere Fähigkeiten und Handlungen ermöglichen und befördern. Als Themengegenstand einer (in diesem Sinne) progressiven Medienkulturwissenschaft werden Medien mithin jenseits ihrer je eigenen Technizität verstehbar, vor allem im Kontext ihrer gesellschaftlichen und zeichenhaften Dimension(en). Hier fungieren einige Medien als dominante Leitmedien (vgl. Wilke 1999) mit besonderem kulturellem Stellenwert – beispielhaft die Schrift als visueller Speicher für sprachliche Kommunikation. Wiederum andere Medienformationen werden dann verstehbar gemäß ihrer strukturellen Kennzeichnung als Funktionsträger – wie Glasfaser für den Datentransfer, DVD als Speicherformat, Buchdruck als Wissensspeicher, Bücher als Lernmedien, Fotografien als Dokumentation der Realität oder akustische sowie audio-visuelle Medien für die dynamische Sinnesadressierung und Kommunikation raum-zeitlicher Weltbezüge.
Oliver Ruf, Patrick Rupert-Kruse, Lars C. Grabbe
Backmatter
Metadata
Title
Medienkulturwissenschaft
Authors
Oliver Ruf
Patrick Rupert-Kruse
Lars C. Grabbe
Copyright Year
2022
Electronic ISBN
978-3-658-24395-1
Print ISBN
978-3-658-24394-4
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-24395-1