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Mehr als ein Trend?: Wie Low-Code die digitale Transformation unterstützt

  • Open Access
  • 02-09-2024
  • Einführung
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Zusammenfassung

Low-Code-Entwicklungsplattformen gewinnen zunehmend an Bedeutung in der digitalen Transformation von Unternehmen. Diese Plattformen ermöglichen es, Softwareanwendungen mit minimalem Programmieraufwand zu erstellen, wodurch die Komplexität der Softwareentwicklung reduziert und Personal aus IT-fernen Geschäftsbereichen in die Anwendungsentwicklung einbezogen wird. In diesem Grundlagenbeitrag werden die Prinzipien, Vorteile und Herausforderungen der Low-Code-Entwicklung untersucht. Es wird gezeigt, wie Low-Code-Entwicklungsplattformen Geschäftsinnovationen fördern, indem sie die Effizienz und Flexibilität der Softwareentwicklung erhöhen und eine schnellere Anpassung an Marktveränderungen ermöglichen. Unsere Analyse basiert auf umfassender Literaturrecherche und über 30 Interviews mit Vertretern aus über 20 Unternehmen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Low-Code-Plattformen nicht nur die Entwicklungszeit und -kosten reduzieren, sondern auch eine Kultur der Innovation und Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmen fördern. Darüber hinaus werden konkrete Handlungsempfehlungen vorgeschlagen, die für eine erfolgreiche Implementierung von Low-Code-Plattformen erforderlich sind. Abschließend geben wir einen Ausblick auf zukünftige Forschungsthemen, einschließlich der Integration von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning in Low-Code-Plattformen, um deren Potenzial weiter zu maximieren.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

1 Einleitung

In der heutigen digitalen Welt sind Geschwindigkeit und Effizienz der Softwareentwicklung entscheidend für den Geschäftserfolg. Traditionell erfordert die Entwicklung von Softwarelösungen umfangreiche Programmierkenntnisse und lange Entwicklungszyklen, was Unternehmen vor Herausforderungen stellt, die sich schnell an Marktveränderungen anpassen und kontinuierlich innovieren möchten (Elshan et al. 2023a). Low-Code-Entwicklungsplattformen, wie Microsofts Power Plattform, OutSystems, oder Mendix reduzieren diese Hürden, indem sie die Komplexität der Softwareentwicklung abstrahieren und einer breiteren Gruppe, einschließlich Personen ohne IT-Ausbildung oder tiefgehende Programmierkenntnisse, die Erstellung von Software ermöglichen (Carroll und Maher 2023).
Low-Code-Entwicklungsplattformen verändern die Art und Weise, wie Softwareanwendungen entwickelt und bereitgestellt werden (Prinz et al. 2021). Durch die verstärkte Nutzung grafischer Benutzeroberflächen und vorgefertigter Vorlagen minimieren sie die Komplexität der Anwendungsentwicklung und erleichtern die Erstellung digitaler Anwendungen (Iho et al. 2021; Sahay et al. 2020). Im diesem Sinne können Low-Code-Plattformen die Softwareentwicklung „demokratisieren“, indem sie die Kluft zwischen IT-Abteilungen und Geschäftseinheiten überbrücken (Binzer et al. 2024; Binzer und Winkler 2022; Krejci et al. 2021). Gegebenenfalls kann der Einsatz von Low-Code gar eine engere Zusammenarbeit zwischen IT- und Geschäftsbereichen fördern (Elshan et al. 2023c).
Ein wesentliches Merkmal der Low-Code-Entwicklung ist die Einbindung von sogenannten „Citizen Developern“ – Mitarbeitende ohne formale Ausbildung im Bereich der Softwareentwicklung, die dank Low-Code-Plattformen eigenständig digitale Lösungen erstellen können (Binzer und Winkler 2022; Lebens et al. 2021). Gleichzeitig wandelt sich die Rolle traditioneller Softwareentwickler: Sie können sich verstärkt auf komplexere IT-Projekte konzentrieren und treten im Kontext von Low-Code zunehmend als Mentoren und Unterstützer für Citizen Developer auf.
Dieser Beitrag zielt darauf ab, den aktuellen Stand der Low-Code-Entwicklung in Unternehmen umfassend zu beleuchten. Zunächst wird der Begriff Low-Code definiert und kontextualisiert (Abschn. 2). Anschließend werden die Chancen und Auswirkungen, die Low-Code-Entwicklungsplattformen für Unternehmen bieten, detailliert dargestellt (Abschn. 3). Daraufhin werden die damit verbundenen Herausforderungen für Unternehmen analysiert (Abschn. 4). Im weiteren Verlauf bietet der Beitrag konkrete Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Implementierung von Low-Code-Plattformen (Abschn. 5) und schließt mit einer Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse sowie einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Trends (Abschn. 6).
Die Erkenntnisse der folgenden Abschnitte basieren auf einer sorgfältigen Kombination aus umfassender Literaturrecherche und empirischen Daten, die durch Interviews gewonnen wurden. Unsere methodische Vorgehensweise umfasste mehrere Schritte, um eine fundierte und detaillierte Analyse sicherzustellen.
Zunächst führten wir eine umfangreiche Literaturrecherche durch, um den aktuellen Stand der Forschung im Bereich Low-Code-Entwicklung zu erfassen. Dabei wurden wissenschaftliche Artikel, Bücher und Berichte von Fachleuten und Organisationen analysiert, um ein tiefes Verständnis der Prinzipien, Vorteile, Herausforderungen und Auswirkungen von Low-Code-Entwicklungsplattformen zu gewinnen. Ergänzend zur Literaturrecherche führten wir insgesamt über 30 semi-strukturierte Interviews mit Vertretern aus mehr als 20 Unternehmen durch, die frühzeitig in Low-Code- und Citizen-Development-Initiativen investiert haben. Die Unternehmen stammten aus verschiedenen Branchen und Größenordnungen, um eine breite Perspektive zu gewährleisten. Die Interviews wurden je nach Verfügbarkeit und Präferenz der Teilnehmenden persönlich oder virtuell durchgeführt.
Die Interviewergebnisse wurden mit den Erkenntnissen aus der Literaturrecherche trianguliert, um die Validität der Ergebnisse zu erhöhen und ein umfassendes Bild der Low-Code-Entwicklung in Unternehmen zu zeichnen. Weitere Informationen und detaillierte Ergebnisse der Interviews sind unter anderem in den Beiträgen von Elshan et al. (2023a); Elshan et al. (2023c), Binzer et al. (2024) und Binzer und Winkler (2024) zu finden.

2 Was ist «Low-Code»?

In den letzten Jahren hat sich „Low-Code“ als eine neue Klasse von Softwareentwicklungsumgebungen etabliert (Bock und Frank 2021). Low-Code-Entwicklungsplattformen bieten zahlreiche Vorteile, darunter die Nutzung von Cloud-Umgebungen, automatische Code-Generierung sowie deklarative und grafische Abstraktionen, um voll funktionsfähige Anwendungen zu erstellen (Sahay et al. 2020). Im Gegensatz zur traditionellen Softwareentwicklung, die detaillierte manuelle Programmierung erfordert, ermöglicht Low-Code die Erstellung von Anwendungen mit minimalem Programmieraufwand. Benutzer können visuelle Entwicklungsumgebungen nutzen, um Anwendungen durch das Ziehen und Ablegen von Komponenten (Drag-and-Drop) zu entwickeln, was den Bedarf an manuellem Codieren erheblich reduziert (Carroll et al. 2021).
Low-Code-Plattformen zeichnen sich durch vorgefertigte Komponenten und Vorlagen aus, die häufig verwendete Funktionen und Prozesse abdecken (Elshan et al. 2023a, b). Diese vorgefertigten Bausteine beschleunigen die Entwicklung, da Benutzer auf bewährte Komponenten zurückgreifen können, anstatt jedes Element von Grund auf neu zu erstellen. Eine zentrale Funktion von Low-Code-Plattformen ist die automatische Code-Generierung, bei der Benutzer die Funktionalitäten und Geschäftslogik visuell definieren, während die Plattform den entsprechenden Code im Hintergrund generiert. Dies spart Zeit, reduziert Fehler und ermöglicht eine schnellere Bereitstellung von Anwendungen.
Ein anschauliches Beispiel aus unserer Forschung zeigt, wie ein Citizen Developer mithilfe von Microsoft PowerAutomate und PowerApps eine App entwickelt hat, die die Koordination von Feedback und internen Anfragen optimiert. Diese App bietet eine benutzerfreundliche Oberfläche, über die Anfragen zentral eingereicht und verwaltet werden können. Dadurch wurde der Citizen Developer, der im Geschäftsbereich angesiedelt ist, selbst zu einem Entwickler, der intern als Ansprechpartner für die App fungierte. Die Anwendung sorgt dafür, dass Anfragen zentral gesammelt werden und erleichtert dem Team, den Überblick zu behalten und schnell auf diese zu reagieren.
Ein weiteres Beispiel ist die Verwendung von der OutSystems-Plattform durch ein Unternehmen, um den Onboarding-Prozess neuer Mitarbeiter zu digitalisieren und zu automatisieren. Diese Plattform ermöglichte es, den zuvor papierbasierten Prozess effizienter zu gestalten und die Zufriedenheit der neuen Mitarbeiter zu erhöhen. Neue Mitarbeiter können nun über eine zentrale App ihre persönlichen Daten eingeben, Schulungsunterlagen abrufen und ihre Fortschritte verfolgen. Dies hat den Onboarding-Prozess nicht nur beschleunigt, sondern auch die Fehlerquote reduziert und die Zufriedenheit der neuen Mitarbeiter erhöht.
Obwohl Low-Code-Plattformen heute weit verbreitet sind, handelt es sich oft um weiterentwickelte Produkte mit einer längeren Marktgeschichte, die nun unter dem Begriff „Low-Code“ vermarktet werden (Bock und Frank 2021; Frank et al. 2021). Ein zentrales Problem dabei ist die Heterogenität dieser Plattformen, die sich erheblich in Funktionsumfang, Anwendungszweck und eingesetzten Technologien unterscheiden.
Plattformanbieter aus verschiedenen Bereichen bewerben Low-Code-Lösungen, die von der Geschäftsprozessautomatisierung, wie bei Appian (2024), bis hin zu umfassenden Applikationsentwicklungsplattformen wie Microsoft Power Platform (2024), OutSystems (2024) und Mendix (2024) reichen. Neben diesen bekannten Plattformen existieren über 100 weitere (Bratincevic et al. 2024), darunter weniger bekannte wie smapOne (2024) und BRYTER (2024). Low-Code-Plattformen lassen sich dabei in zwei Kategorien einteilen: solche, die für Citizen Developer geeignet sind, und solche, die sich eher an professionelle Entwickler richten (Novales und Mancha 2023). Darüber hinaus gibt es allgemeine Plattformen und domänenspezifische Plattformen, die für spezifische Anwendungsbereiche optimiert sind (Novales und Mancha 2023).
Daher gilt, dass die Nutzung von Low-Code-Plattformen unterschiedliche Kenntnisse erfordert, abhängig von der Zielgruppe:
  • Citizen Developer benötigen keine tiefgehenden Programmierkenntnisse, sondern sollten ein grundlegendes Verständnis von Geschäftsprozessen und Datenmanagement haben. Mit einfachen Schulungen können sie produktive Anwendungen erstellen.
  • Professionelle Entwickler profitieren von den automatisierten Funktionen der Plattformen und der Möglichkeit, bei Bedarf manuellen Code einzufügen, um komplexere Anwendungen schneller zu entwickeln.
Trotz der zahlreichen Vorteile, die Low-Code-Plattformen bieten, gibt es auch zahlreiche Herausforderungen (Elshan et al. 2023a; Käss et al. 2023a; Khorram et al. 2020). Dazu gehören technische Einschränkungen, Integrationsprobleme mit bestehenden IT-Systemen und Sicherheitsbedenken (siehe Abschn. 4). Zudem erfordert die erfolgreiche Implementierung von Low-Code-Plattformen ein effektives Change-Management, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden die notwendigen Fähigkeiten und das Wissen erwerben, um diese Tools effektiv zu nutzen (Binzer und Winkler 2024; Carroll und Maher 2023; Prinz et al. 2022).
Abschließend lässt sich festhalten, dass die Heterogenität der Low-Code-Plattformen eine einheitliche Definition ihrer Funktionalitäten erschwert. Wir definieren Low-Code als einen Entwicklungsansatz, der es ermöglicht, digitale Lösungen mit minimalem manuellem Programmieraufwand zu erstellen, und sehen Low-Code-Plattformen als benutzerfreundliche, visuelle Softwareentwicklungsumgebungen, die viele Aspekte der Code-Generierung und Anwendungsentwicklung automatisieren.

3 Chancen und Potenziale von Low-Code für Unternehmen

Low-Code-Entwicklungsplattformen bieten das Potenzial tiefgreifende Auswirkungen auf die Unternehmenskultur zu haben, indem sie neue Möglichkeiten bieten Geschäftsinnovationen voranzutreiben und die Zusammenarbeit zwischen IT-Abteilungen und Geschäftseinheiten zu verbessern. Im Folgenden beschreiben wir diese Potenziale und die Chancen, die sich für Unternehmen ergeben. Wie in Abb. 1 zu sehen, können sowohl Geschäftsbereiche (das „Business“) als auch IT-Abteilungen (die „IT“) von Low-Code-Plattformen profitieren.
Abb. 1
Implikationen von Low-Code für Unternehmen
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3.1 Implikationen für die Geschäftsbereiche

Ein wesentliches Merkmal von Low-Code Entwicklungsplattformen ist ihre Zugänglichkeit für Citizen Developer. So können Mitarbeitenden ohne tiefgehende IT-Kenntnisse eigene leichtgewichtige Softwarelösungen entwickeln (Binzer und Winkler 2022; Lebens et al. 2021). Diese Zugänglichkeit fördert nicht nur Kreativität und Innovationsbereitschaft, sondern entlastet auch die IT-Abteilungen, die sich dadurch auf komplexere und strategisch wichtigere Projekte konzentrieren können (Krejci et al. 2021). Gleichzeitig ermöglicht die Einbindung von Mitarbeitenden aus verschiedenen Geschäftsbereichen die Entwicklung von Anwendungen, die besser auf die spezifischen Bedürfnisse ihrer Abteilungen abgestimmt sind.
Es überrascht daher nicht, dass immer mehr Unternehmen wie Shell (Carroll und Maher 2023), Volvo (Novales und Mancha 2023) oder BASF (2022) eigene Citizen Development-Initiativen mit tausenden von Citizen Developern etablieren und ausbauen. Allerdings existiert keine einheitliche Definition für den Begriff „Citizen Developer“, da verschiedene Typen von ihnen anzutreffen sind (Binzer und Winkler 2023). Einige entsprechen der ursprünglichen Gartner-Definition (Gartner 2024), wonach es sich um Mitarbeitende ohne formale IT-Ausbildung handelt, die mithilfe von Low-Code-Tools eigene Softwarelösungen entwickeln. Andere hingegen ähneln eher dem Profil von Power Usern, die bereits über ein grundlegendes Verständnis von Datenkonzepten und IT verfügen und daher besonders gut geeignet sind, digitale Lösungen zu erstellen, ohne tiefgehende Programmierkenntnisse zu besitzen. Die Befähigung (von vielen Unternehmen als „Empowerment“ oder „Enablement“ bezeichnet) dieser unterschiedlichen Citizen Developer bietet Unternehmen vielfältige Chancen, die im Folgenden näher erläutert werden.
Durch die Einbindung von Citizen Developern wird das Innovationspotenzial innerhalb eines Unternehmens erheblich erweitert (Elshan et al. 2023c; Iho et al. 2021; Krejci et al. 2021). Citizen Developer bringen ihre „Geschäftsperspektiven“ und ihr spezifisches Fachwissen aus ihren jeweiligen Abteilungen ein, was möglicherweise zu innovativeren Ideen und Lösungsansätzen führt. Außerdem sind sie in der Lage, Anwendungen zu entwickeln, die möglicherweise zu klein für die Entwicklung durch zentrale IT-Abteilungen sind (Binzer et al. 2024), wodurch Nischenprobleme mit Lösungen angegangen werden können, die direkt auf ihre eigenen spezifischen Bedürfnisse oder die ihrer entsprechenden Abteilungen zugeschnitten sind. Hierdurch können Unternehmensprozesse effizienter gestaltet und die Abhängigkeit von langen Entwicklungszyklen durch die zentralen IT-Abteilungen aufgelöst werden. Da mehr Mitarbeiter mithilfe von Low-Code die Entwicklungskapazität von Software in ihren Unternehmen erweitern, erhöhen Unternehmen somit auch ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit (Binzer und Winkler 2022).
Ein weiterer Vorteil der Einbindung von Citizen Developern ist die Ermöglichung agiler und iterativer Entwicklungsprozesse (Rafi et al. 2022). Citizen Developer nutzen die Vorteile von Low-Code-Plattformen, um schnell Prototypen zu erstellen, Feedback zu sammeln und Anwendungen iterativ zu verbessern. Dies führt zu einer schnelleren Markteinführung und einer höheren Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Marktanforderungen (Varajão 2021). Die Möglichkeit, schnell zu iterieren und sich nahezu in Echtzeit an Feedback anzupassen, erhöht die Reaktionsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erheblich.
Citizen Development-Initiativen bieten Unternehmen die Chance, die digitale Kompetenz ihrer gesamten Belegschaft zu steigern. Durch gezielte Schulungs- und Weiterbildungsprogramme können Mitarbeitende grundlegende sowie fortgeschrittene digitale Fähigkeiten erlernen und vertiefen. Technische Schulungen sollten die wesentlichen Funktionen der Low-Code-Plattformen abdecken, wie die Bedienung der Benutzeroberfläche, die Nutzung vorgefertigter Komponenten, die Integration mit anderen Systemen und Sicherheitsaspekte der Anwendungsentwicklung. Ergänzend zu den technischen Schulungen sind auch Schulungen zu Best Practices in der Softwareentwicklung und im Projektmanagement essenziell (Elshan et al. 2023a, c). Diese sollten Themen wie Anforderungsanalyse, Designprinzipien, Testverfahren und Dokumentation umfassen, um sicherzustellen, dass die entwickelten Anwendungen von hoher Qualität sind und den organisatorischen Standards entsprechen. Zudem ist es wichtig, ein grundlegendes Verständnis für Datenmanagement, Cybersicherheit und digitale Transformation zu vermitteln.
Zusätzlich kann die Einführung von Mentorenprogrammen Citizen Developer gezielt unterstützen. Erfahrene Softwareentwickler fungieren dabei als Mentoren, die bei technischen Fragen beraten, konstruktives Feedback geben und sicherstellen, dass die entwickelten Anwendungen den Qualitätsstandards entsprechen. Diese Programme fördern den Wissensaustausch und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Organisation und tragen dazu bei, dass Citizen Developer kontinuierlich ihre Fähigkeiten ausbauen und qualitativ hochwertige Lösungen entwickeln.

3.2 Implikationen für die IT-Abteilung

Die wachsende Verbreitung von Low-Code-Plattformen beeinflusst auch die Rolle traditioneller Softwareentwickler (Viljoen et al. 2024). Obwohl professionelle Entwickler Low-Code-Technologien oft mit Skepsis betrachten und deren Einführung mitunter Widerstand auslösen kann (Käss et al. 2023b), bieten diese Plattformen auch Chancen. Einige Unternehmen legen den Fokus darauf, Low-Code erfolgreich in IT-Abteilungen zu integrieren und die Akzeptanz innerhalb dieser Teams zu fördern (Binzer und Winkler 2024).
Die zunehmende Etablierung von Citizen Development-Initiativen ermöglicht es professionellen Entwicklern, sich auf strategische und komplexe Projekte zu konzentrieren (Rokis und Kirikova 2022). Dies führt zu einer effizienteren Nutzung der Entwicklerressourcen und einer höheren Qualität der entwickelten Lösungen. Indem sich Entwickler von Routineaufgaben lösen und in strategischere Rollen übergehen, können sie die Qualität der im gesamten Unternehmen entwickelten Lösungen gezielt verbessern. Dabei liegt ihr Fokus verstärkt auf der Architektur und dem Design von IT-Systemen, die langfristige strategische Ziele unterstützen (Siemon und Kedziora 2023).
Erste Studien zeigen, dass die Entwicklung voll funktionsfähiger digitaler Lösungen durch Low-Code zwei- bis dreimal schneller realisiert werden kann als mit traditionellen Softwareentwicklungsmethoden (Trigo et al. 2022). Geschwindigkeit und Effizienz zählen zu den wesentlichen Vorteilen der Low-Code-Entwicklung. Durch den Einsatz von Drag-and-Drop-Tools und visuellem Programmieren lässt sich die Entwicklungszeit erheblich verkürzen (Pinho et al. 2023). Dies erlaubt es Unternehmen, schneller neue Anwendungen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, was besonders in Branchen mit schnellen Innovationszyklen und hohem Wettbewerbsdruck von Vorteil ist (Luo et al. 2021). Die schnelle Bereitstellung von Anwendungen ermöglicht es Unternehmen zudem, rascher auf Kundenfeedback zu reagieren und Anpassungen vorzunehmen, was die Benutzerzufriedenheit und -bindung steigern kann.
Professionelle Entwickler übernehmen zunehmend auch die Rolle von Mentoren und Unterstützern für Citizen Developer. Sie stellen sicher, dass die von Citizen Developern entwickelten Lösungen den organisatorischen Standards entsprechen und helfen bei der Bewältigung technischer Herausforderungen, die über die Fähigkeiten der Citizen Developer hinausgehen (Viljoen et al. 2024). Diese Mentorenrolle erfordert eine sorgfältige Balance zwischen der Förderung von Innovationen und der Aufrechterhaltung von Qualitäts‑, Compliance- und Sicherheitsstandards. Um dies zu gewährleisten, müssen Unternehmen klare Governance-Richtlinien und entsprechende Unterstützungsstrukturen bereitstellen, die sicherstellen, dass die Anwendungen den Unternehmensanforderungen entsprechen. Dies umfasst die Überprüfung von Code, die Durchführung von Sicherheitstests und die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen.
Die neuen Strukturen und das veränderte Rollenverständnis bieten zudem die Möglichkeit, die oft bestehenden Spannungen zwischen IT und Business zu verringern. Häufig sind Mitarbeiter aus den Geschäftsbereichen mit der internen IT-Abteilung unzufrieden, es bestehen Missverständnisse, oder langwierige Abstimmungsprozesse sind keine Seltenheit (Hoogsteen und Borgman 2022). Low-Code kann hier eine Kultur der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Lernens fördern. Während Citizen Developer Low-Code-Plattformen zum Großteil eigenständig nutzen, um digitale Lösungen für ihre Probleme zu entwickeln, können sie auch enger mit professionellen Entwicklern zusammenarbeiten. Dieses Modell, oft als „Fusion Development“ bezeichnet, integriert beide Seiten in den Softwareentwicklungszyklus. Professionelle Entwickler konzentrieren sich dabei auf komplexe Aufgaben wie das Backend und die Integration in andere Systeme, während Citizen Developer für die Erstellung passender grafischer Benutzeroberflächen verantwortlich sind. Diese Zusammenarbeit führt zu technisch robusten und zugleich geschäftlich relevanten Lösungen (Elshan et al. 2023a). Diese Art der Zusammenarbeit erfordert jedoch ein hohes Maß an Kommunikation und Koordination, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind und die entwickelten Lösungen den höchsten Standards entsprechen.
Ein weiterer bedeutender Vorteil ist die Reduzierung von Kosten (Käss et al. 2022). Während die traditionelle Softwareentwicklung oft hohe Investitionen in spezialisiertes Personal und Infrastruktur erfordert, reduzieren Low-Code-Plattformen diese Kosten erheblich, da sie den Bedarf an umfangreichen Programmierkenntnissen minimieren und den Entwicklungsprozess effizienter gestalten (Arora et al. 2020). Dies eröffnet auch kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit, ihre digitalen Transformationsprojekte voranzutreiben, ohne das Budget zu überlasten. Kosteneinsparungen ergeben sich zudem durch die Verringerung der Abhängigkeit von externen Dienstleistern und die effektivere Nutzung interner Ressourcen.

4 Herausforderungen der Low-Code-Entwicklung

Wie beschrieben, bringt die Einführung von Low-Code-Entwicklungsplattformen zwar zahlreiche potenzielle Vorteile mit sich, jedoch stehen Unternehmen gleichzeitig vor vielen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, um das volle Potenzial dieser Technologien auszuschöpfen (Di Ruscio et al. 2022). Tab. 1 bietet eine Übersicht über die wesentlichen Herausforderungen, die grob in vier Kategorien eingeordnet werden können.
Tab. 1
Wesentliche Herausforderungen von Low-Code Entwicklungsplattformen
Kategorie
(Beispielhafte) Herausforderung
Referenzen
Technische Herausforderungen
Eingeschränkte Funktionalität der Low-Code-Plattformen
(Elshan et al. 2023a; Käss et al. 2022, 2023a, b; Novales und Mancha 2023; Prinz et al. 2022)
Begrenzte Interoperabilität und Flexibilität
(Käss et al. 2022)
Eingeschränkte Integration mit (bestehenden) Drittanbietersystemen
(Käss et al. 2022; Prinz et al. 2022)
Organisatorische Herausforderungen
Unzureichende Governance (Rollen, Prozesse, etc.)
(Elshan et al. 2023a; Käss et al. 2022; Prinz et al. 2022)
Schwierigkeiten bei der Wartung durch Citizen Developer (Citizen Maintenance)
(Binzer und Winkler 2024; Novales und Mancha 2023)
Schwierige Abschätzung der Gesamtkosten & Mangel an Unterstützung (Sponsorship)
(Binzer und Winkler 2024; Elshan et al. 2023a; Käss et al. 2022; Prinz et al. 2022)
Mangelnde Bereitschaft zur kulturellen und organisatorischen Veränderung
(Elshan et al. 2023a; Käss et al. 2022; Viljoen et al. 2024, 2023)
Ressourcen- und Wissensmangel
Fehlen von qualifizierten LCNC-Entwicklern
(Käss et al. 2022; Novales und Mancha 2023; Prinz et al. 2022)
Qualifikationslücken im Bereich Low-Code-Entwicklung
(Binzer und Winkler 2024; Novales und Mancha 2023)
Bedarf an neuen Fähigkeiten für professionelle Entwickler
(Prinz und Zimmermann 2024; Viljoen et al. 2023)
Komplexität der Entwicklung für Citizen Developer
(Binzer und Winkler 2024; Käss et al. 2022)
Sicherheits- und Qualitätsbedenken
Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Compliance und Datenschutz
(Elshan et al. 2023a; Käss et al. 2022; Novales und Mancha 2023; Prinz et al. 2022)
Risiko von ineffizienten und qualitativ minderwertigen Applikationen
(Carroll und Maher 2023)
Gefahr von Vendor Lock-In
(Elshan et al. 2023a; Käss et al. 2022; Prinz et al. 2022)
Eine der zentralen Hürden sind technische Einschränkungen: Low-Code-Plattformen bieten oft nicht die gleiche Flexibilität und Anpassungsfähigkeit wie traditionelle Softwareentwicklungs- und Programmiermethoden, was besonders bei der Entwicklung komplexer oder spezialisierter Softwarelösungen problematisch sein kann (Prinz et al. 2022). Ebenfalls dazu gehören die begrenzte Funktionalität und Portabilität von Low-Code-Plattformen sowie die eingeschränkte Integration mit Drittanbieter-Systemen und Daten (Käss et al. 2022). Unternehmen müssen sicherstellen, dass die neuen Anwendungen nahtlos mit den bestehenden Systemen kommunizieren, um Dateninkonsistenzen und Betriebsunterbrechungen zu vermeiden (Elshan et al. 2023a). Probleme bei der Integrationsfähigkeit können dazu führen, dass Anwendungen nicht optimal funktionieren oder schwer zu erweitern sind (Käss et al. 2022; Prinz et al. 2022). Zudem werden diese Herausforderungen noch verstärkt, wenn Citizen Developer ohne tiefgehende IT-Kenntnisse komplexe Logik implementieren oder Integrationsprobleme lösen, was wiederum zusätzliche Unterstützung durch die IT-Abteilung erfordert (Bernsteiner et al. 2022).
Organisatorische Herausforderungen: Hierzu zählen das Fehlen einer klaren Governance-Struktur, mangelnde Unterstützung durch Führungskräfte und die fehlende Unternehmenskultur, die Veränderungen fördert. Ohne klare Rollen, Prozesse und eine Kultur der Innovation ist es schwierig, Low-Code- und Citizen Development-Initiativen erfolgreich umzusetzen (Binzer und Winkler 2024; Elshan et al. 2023a; Prinz et al. 2022, 2024).
Ressourcen- und Wissensmangel: Ein Mangel an Low-Code-Entwicklern, fehlende Dokumentation, unzureichende Zusammenarbeit und fehlendes Wissen über die Plattformen stellen erhebliche Hürden dar. Ohne die nötigen Ressourcen und Kenntnisse können Low-Code-Projekte ins Stocken geraten (Käss et al. 2022; Prinz et al. 2022). Die Low-Code-Einführung erfordert darüber hinaus auch, dass professionelle Entwickler sich neue Fähigkeiten aneignen. Neben ihren traditionellen Programmierkenntnissen müssen sie sich mit den spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Low-Code-Plattformen vertraut machen. So gibt es beispielsweise keine allgemeine „Low-Code“ Entwicklungssprache (Sahay et al. 2020). Darüber hinaus müssen sie Fähigkeiten in den Bereichen Projektmanagement, Kommunikation und Schulung erwerben, um ihre neuen Rollen als Mentoren und Unterstützer effektiv ausfüllen zu können. Entwickler müssen lernen, wie sie komplexe technische Konzepte in einer für Citizen Developer verständlichen Weise vermitteln können und wie sie effektiv Feedback geben und Unterstützung leisten können.
Sicherheits- und Qualitätsbedenken sind ebenfalls entscheidende Faktoren, die Unternehmen im Kontext von Low-Code-Anwendungen berücksichtigen müssen (Käss et al. 2022, 2023a). Viele Unternehmen zögern insbesondere aufgrund von Sicherheits‑, Compliance- und Datenschutzbedenken, da neben den Chancen und Möglichkeiten, die Citizen Developer bieten, auch ein erhöhtes Risiko für Sicherheitslücken und Datenschutzprobleme besteht. Unternehmen sollten daher umfassende Sicherheitsmechanismen implementieren, um sicherzustellen, dass alle Low-Code Anwendungen auch den vorhandenen und erforderlichen Qualitäts- und Unternehmensstandards entsprechen. Dazu gehören Governance-Richtlinien, regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen, Schulungen für Citizen Developer sowie die Einbindung von IT-Sicherheitsexperten in den Entwicklungsprozess (Elshan et al. 2024). Zusätzlich bestehen Bedenken hinsichtlich des Risikos von Vendor Lock-Ins und der Herausforderungen bei der genauen Kostenschätzung von Low-Code-Projekten (Elshan et al. 2023a; Prinz et al. 2022).

5 Handlungsempfehlung für die erfolgreiche Einführung und Implementierung

Die Einführung von Low-Code-Entwicklungsplattformen und die damit verbundene Veränderung der Rollen von Citizen Developern und professionellen Entwicklern erfordert eine sorgfältige Planung und Umsetzung. Organisationen müssen sicherstellen, dass sie über die notwendigen Strukturen und Prozesse verfügen, um die Vorteile dieser neuen Entwicklungsansätze vollständig auszuschöpfen (Prinz und Zimmermann 2024). Dies umfasst die Bereitstellung von Schulungen, die Etablierung klarer Kommunikations- und Kollaborationskanäle sowie die Schaffung einer Kultur, die Innovation und kontinuierliches Lernen fördert (Viljoen et al. 2023). Basierend auf den Vorteilen und Herausforderungen der Low-Code-Entwicklung lassen sich spezifische Handlungsempfehlungen ableiten, die Unternehmen dabei unterstützen können, zu entscheiden, wann und für wen der Einsatz von Low-Code-Plattformen sinnvoll ist und wann herkömmliche Entwicklungsmethoden bevorzugt werden sollten.
Vor der Einführung einer spezifischen Low-Code-Plattform sollten Unternehmen sorgfältig die Eignung der Plattform für spezifische Projekte sowie die bestehende IT-Infrastruktur bewerten. Low-Code-Plattformen eignen sich hervorragend für die schnelle Prototypenentwicklung, Anwendungen mit begrenzter Komplexität, Automatisierung von Geschäftsprozessen und Anwendungen, die von Fachabteilungen entwickelt und genutzt werden (Krejci et al. 2021). Für hochkomplexe und spezialisierte Anwendungen, Projekte, die eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erfordern, und Anwendungen, die tiefgreifende Integration mit bestehenden IT-Systemen benötigen, sind herkömmliche Softwareentwicklungsmethoden vorzuziehen (Siemon und Kedziora 2023). Die erfolgreiche Integration von Low-Code-Plattformen in bestehende Prozesse und Strukturen ist ebenso entscheidend für deren langfristigen Erfolg (Stegmann et al. 2024). Organisationen müssen sicherstellen, dass die neuen Plattformen nahtlos in die bestehende IT-Infrastruktur integriert werden und dass die entwickelten Anwendungen mit den vorhandenen Systemen kompatibel sind. Bevor eine Low-Code-Plattform implementiert wird, sollten die bestehenden IT-Systeme und -Prozesse gründlich evaluiert werden (Prinz und Zimmermann 2024). Diese Evaluierung hilft, potenzielle Integrationsprobleme zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln, um diese Herausforderungen zu bewältigen. So sollte beispielsweise kritisch geprüft werden, ob es sinnvoll ist, einen etablierten Google-Techstack durch die Low-Code-Plattform von Microsoft zu ergänzen. Diese Evaluierung stellt sicher, dass neue Anwendungen reibungslos in die bestehende IT-Landschaft integriert werden, wodurch Dateninkonsistenzen und Betriebsunterbrechungen vermieden werden. Basierend auf der Evaluierung sollten detaillierte Integrationsstrategien entwickelt werden. Diese Strategien sollten die technische Integration der Low-Code-Plattformen mit den bestehenden Systemen sowie die Anpassung der Arbeitsabläufe und Prozesse umfassen. Es ist zudem ratsam zu prüfen, ob die vorhandene IT-Infrastruktur bereits erweiterbare Plattformen oder ungenutzte Lizenzen bietet, die genutzt werden können. Darüber hinaus ist es wichtig, den spezifischen Nutzen von Low-Code klar zu definieren: Soll Low-Code beispielsweise nur in einem bestimmten Bereich wie der Finanz- oder Rechtsabteilung eingesetzt werden, könnten spezialisierte Low-Code-Plattformen besser geeignet sein als allgemeine „general-purpose“ Lösungen. Schließlich bietet die Bewertung der IT-Landschaft die Möglichkeit festzustellen, ob Altsysteme abgeschaltet oder das Plattform-Portfolio optimiert werden kann.
Handlungsempfehlung #1
Unternehmen sollen zur erfolgreichen Einführung von Low-Code-Plattformen sowohl die Eignung der Plattform für spezifische Projekte als auch die bestehende IT-Infrastruktur gründlich bewerten, um Integrationsprobleme zu vermeiden und den optimalen Nutzen der Plattform sicherzustellen.
Die erfolgreiche Einführung und Implementierung von Low-Code-Entwicklungsplattformen in einer Organisation erfordern mehr als nur die reine Einführung der Technologie selbst. Es bedarf einer umfassenden Change-Management-Strategie, um die organisatorischen Veränderungen zu steuern, die mit der Einführung von Low-Code-Plattformen einhergehen (Carroll und Maher 2023). Ein häufiges Hindernis bei der Einführung neuer Technologien ist der Widerstand der Mitarbeitenden gegenüber Veränderungen (Li et al. 2022). Dieser Widerstand kann aus verschiedenen Gründen entstehen, wie Angst vor dem Unbekannten, Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes oder Unbehagen gegenüber neuen Arbeitsmethoden. Um diesen Widerstand zu überwinden, ist es entscheidend, die Vorteile von Low-Code-Entwicklungsplattformen klar zu kommunizieren und die Mitarbeitenden frühzeitig in den Veränderungsprozess einzubeziehen. Führungskräfte sollten eine klare Vision und die Ziele der Implementierung transparent vermitteln. Diese Kommunikation sollte durch verschiedene Kanäle erfolgen, wie bspw. Townhall-Meetings, E‑Mail-Newslettern, Intranet-Ankündigungen oder auch persönlichen Gesprächen. Unterstützend wirken Workshops, Brainstorming-Sitzungen und Feedback-Runden, um die Mitarbeitenden aktiv in den Veränderungsprozess einzubeziehen. Durch die aktive Beteiligung der Mitarbeitenden am Veränderungsprozess fühlen sie sich ernst genommen und sind eher bereit, Low-Code Plattformen zu akzeptieren und einzusetzen. Ein Netzwerk von Change Agents oder Champions kann gebildet werden, um den Wandel zu unterstützen. Diese Personen fungieren als Vermittler zwischen den Führungskräften und den Mitarbeitenden, beantworten Fragen, bieten Unterstützung und fördern eine positive Einstellung gegenüber den Veränderungen.
Handlungsempfehlung #2
Unternehmen sollen zur erfolgreichen Einführung von Low-Code-Entwicklungsplattformen eine umfassende Change-Management-Strategie entwickeln und die Mitarbeitenden frühzeitig in den Veränderungsprozess einbeziehen, um Widerstände abzubauen und eine positive Einstellung gegenüber den neuen Technologien zu fördern.
Sicherheits- und Compliance-Anforderungen sind ebenfalls wesentliche Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle Low-Code-Anwendungen den erforderlichen Sicherheitsstandards entsprechen. Als konkrete Handlungsempfehlung sollten Unternehmen spezifische Sicherheitsrichtlinien für die Entwicklung und den Betrieb von Low-Code-Anwendungen entwickeln und diese konsequent durchsetzen. Dazu gehört die regelmäßige Durchführung von Sicherheitsüberprüfungen, bei denen Schwachstellen in den Anwendungen identifiziert und behoben werden. Darüber hinaus ist es unerlässlich, umfassende Schulungsprogramme für Citizen Developer einzuführen, die nicht nur die grundlegende Nutzung der Plattformen abdecken, sondern auch sicherheitsrelevante Best Practices vermitteln. Unternehmen sollten sicherstellen, dass diese Schulungen verpflichtend sind und regelmäßig aktualisiert werden, um auf neue Bedrohungen und Entwicklungen in der IT-Sicherheit zu reagieren. Zusätzlich wird empfohlen, ein System zur kontinuierlichen Überwachung und Bewertung der Sicherheitspraktiken einzuführen, um sicherzustellen, dass die entwickelten Anwendungen langfristig sicher und konform bleiben. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um Sicherheitsrisiken zu minimieren und die Integrität und den Schutz der Unternehmensdaten zu gewährleisten.
Handlungsempfehlung #3
Unternehmen sollen zur erfolgreichen Einführung von Low-Code-Plattformen spezifische Sicherheitsrichtlinien entwickeln, regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen durchführen und verpflichtende Schulungsprogramme für Citizen Developer einführen, um sicherzustellen, dass alle Anwendungen den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen und langfristig sicher und konform bleiben.
Ein entscheidender Aspekt bei der Einführung von Low-Code-Plattformen ist die Förderung einer Innovationskultur innerhalb der Organisation. Unternehmen sollten diese Gelegenheit nutzen, um gezielt eine Kultur der Innovation und des kontinuierlichen Lernens zu etablieren. Führungskräfte spielen hierbei eine zentrale Rolle, indem sie die Nutzung von Low-Code-Plattformen aktiv unterstützen und die Bedeutung von Innovation als Kernstrategie betonen. Als konkrete Handlungsempfehlungen sollten Unternehmen öffentliche Anerkennung für innovative Projekte fördern, da dies Sichtbarkeit für erfolgreiche Initiativen schafft und Mitarbeitende ermutigt, eigene Ideen einzubringen (Käss et al. 2023a). Ebenso ist es wichtig, Ressourcen für Innovationsinitiativen bereitzustellen, denn durch gezielte Investitionen in Zeit, Budget und Infrastruktur können Innovationen effektiv unterstützt werden (Krejci et al. 2021). Ein weiteres zentrales Element ist die Schaffung eines Umfelds, das Experimente und Risikobereitschaft fördert. Innovation gedeiht in einem Umfeld, in dem Mitarbeitende ermutigt werden, neue Ansätze auszuprobieren, ohne Angst vor Misserfolg (Elshan et al. 2023c). Finanzielle Anreize, Karrieremöglichkeiten und andere Formen der Anerkennung spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle, da sie Mitarbeitende motivieren, kontinuierlich neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Schließlich sollten Unternehmen Innovationsworkshops, Hackathons und regelmäßige Brainstorming-Sitzungen organisieren, um den offenen Austausch von Ideen zu fördern und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit zu stärken. Durch die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen können Unternehmen nicht nur eine Innovationskultur etablieren, sondern auch eine Kultur der Veränderung und des kontinuierlichen Lernens anstoßen, die langfristig zu einem Wettbewerbsvorteil führt.
Handlungsempfehlung #4
Unternehmen sollen zur erfolgreichen Einführung von Low-Code-Plattformen eine Kultur der Innovation und des kontinuierlichen Lernens fördern, indem sie öffentliche Anerkennung für innovative Projekte bieten, gezielt Ressourcen bereitstellen, ein experimentierfreudiges Umfeld schaffen, finanzielle Anreize sowie Karrieremöglichkeiten bieten und regelmäßige Innovationsworkshops und Brainstorming-Sitzungen organisieren.

6 Fazit und Ausblick

Low-Code-Entwicklungsplattformen bieten Unternehmen transformative Möglichkeiten, digitale Lösungen schneller und effizienter zu entwickeln, indem sie die Notwendigkeit umfangreicher Programmierkenntnisse reduzieren und eine breitere Beteiligung am Softwareentwicklungsprozess fördern. Es ist daher nicht überraschend, dass führende Stimmen wie die CEOs von GitHub und NVIDIA die Zukunft des „Coding“ im No-Coding sehen (Bajarin 2024).
Die Einführung von Low-Code-Plattformen bringt neben technologischen Veränderungen auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Unternehmenskultur mit sich. Während Citizen Developer das Innovationspotenzial erweitern und die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen fördern, übernehmen professionelle Entwickler strategischere Rollen und fungieren als Mentoren. Diese Veränderungen erfordern eine sorgfältige Planung und umfassende Change-Management-Strategien, um den Erfolg von Low-Code-Initiativen sicherzustellen. Trotz der vielen Vorteile, wie der Steigerung von Geschwindigkeit und Effizienz, müssen Unternehmen auch technische Einschränkungen, Integrationsprobleme und Sicherheitsbedenken berücksichtigen. Mit der richtigen Strategie können diese Herausforderungen jedoch gemeistert und die digitalen Transformationsziele erreicht werden.
Ausblickend ist zu erwarten, dass die Bedeutung von Low-Code-Plattformen weiter zunehmen wird, insbesondere durch die Integration von Künstlicher Intelligenz wie Copilot und ChatGPT. Diese Entwicklungen werden die Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit der Plattformen weiter steigern. Zukünftige Forschung sollte sich auf die Rolle der Citizen Developer und die organisatorischen Veränderungen konzentrieren, die durch deren Einbindung entstehen, wie von Binzer und Winkler (2024) gezeigt. Ebenso ist die Entscheidungsfindung, ob ein Bedarf durch Low-Code- oder traditionelle Entwicklung gedeckt wird, ein wichtiges Thema, wie Prinz et al. (2024) darlegen.
Zusammenfassend bieten Low-Code-Entwicklungsplattformen eine vielversprechende Lösung für die Herausforderungen der modernen Softwareentwicklung. Mit der richtigen Strategie können Unternehmen die Vorteile dieser Plattformen maximieren und ihre digitale Transformation erfolgreich vorantreiben. Die fortgesetzte Forschung wird dazu beitragen, das volle Potenzial dieser Technologien weiter zu erschließen.

Danksagung

Gerne möchten wir allen Interviewpartner:innen unseren herzlichen Dank aussprechen, die durch ihre wertvollen Beiträge und Einblicke unsere Forschung ermöglicht haben. Ihre Bereitschaft, ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen zu teilen, hat entscheidend dazu beigetragen, ein tieferes Verständnis der Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit der Einführung und Nutzung von Low-Code-Entwicklungsplattformen zu gewinnen.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Title
Mehr als ein Trend?: Wie Low-Code die digitale Transformation unterstützt
Authors
Edona Elshan
Björn Binzer
Publication date
02-09-2024
Publisher
Springer Fachmedien Wiesbaden
Published in
HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik / Issue 5/2024
Print ISSN: 1436-3011
Electronic ISSN: 2198-2775
DOI
https://doi.org/10.1365/s40702-024-01107-x
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