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25-04-2018 | Mensch-Maschine-Interaktion | Interview | Article

"Wir brauchen bei Sprachassistenten eine neue, smarte Generation"

Author: Peter Pagel

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Sprachsteuerung ist ein viel diskutiertes Thema. "Wirtschaftsinformatik und Management" sprach mit John Grøtting, Group Design Director bei der Innovations- und Designberatung Fjord über den gegenwärtigen Stand der Technik sowie Chancen und Möglichkeiten im Unternehmensumfeld.

Wirtschaftsinformatik und Management: Haben Unternehmen die Vorteile digitaler Sprachassistenten bereits erkannt und adaptiert? Wo und wie nutzen Unternehmen Voice-UI-Systeme aktuell?

John Grøtting: Unternehmen aller Branchen setzen heute schon Sprachassistenten ein oder bereiten sich darauf vor. Ich sehe aktuell zum Beispiel viele Lösungen fürs Backoffice. Aber auch in den Fabriken kommt Sprachsteuerung zum Einsatz, um Maschinen leichter zu bedienen oder abzuschalten. In Japan nutzen Kliniken Sprachassistenten, um die Bettenbelegung in Echtzeit zu planen und Notfälle besser delegieren zu können. Aber in den meisten Unternehmen befinden wir uns noch in der "Command-and-control"-Ära, weil die meisten Assistenten heute nur einfachste Befehle ausführen können. Hier sind Ausprobieren, Testen und Verbessern gefragt. Denn Sprachassistenten werden unser Verhalten und ganze Geschäftsmodelle viel stärker verändern, als man das jetzt vielleicht vermutet.

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01-04-2018 | Spektrum

„Um wirklich schlaue Systeme zu schaffen, muss die Sprachsteuerung mit Künstlicher Intelligenz und Big- Data-Analyse verknüpft werden“

Sprachsteuerung ist ein viel diskutiertes Thema. Wir sprachen mit John Grótting, Group Design Director bei der Innovations- und Designberatung Fjord über den gegenwärtigen Stand der Technik sowie Chancen und Möglichkeiten im Unternehmensumfeld.


Woran hapert es beim Einsatz von Voice-UI-Systemen? Was muss sich ändern, damit der Durchbruch gelingt?

Wir stehen noch ganz am Anfang. Die Phase, in der wir uns gerade bewegen, vergleiche ich gern mit dem MS-DOS-Zeitalter bei PCs: Die Menüführung ist oft wenig nutzerfreundlich. Ähnlich wie erst Windows den flächendeckenden Einsatz von Computern möglich gemacht hat, brauchen wir auch bei Sprachassistenten eine neue, smarte Generation. Hinzu kommt, dass wir uns als Nutzer über die vergangenen Jahrzehnte an visuelle Menüführung gewöhnt haben und erst einmal lernen müssen, ganz natürlich mit Sprachsteuerung umzugehen. Wenn sich Sprachassistenten aber erst einmal flächendeckend durchgesetzt haben, werden wir sie kaum noch als solche wahrnehmen, weil sie ganz selbstverständlich in viele Produkte integriert sind.

Wie verändern Voice-UI-Systeme etablierte Geschäftsmodelle?

Stellen Sie sich vor, man würde alle Anwendungen an Ihrem PC oder Mac in einer einzigen Benutzeroberfläche bündeln. Genau diese Rolle wird künftig Sprachsteuerung übernehmen. Das bedeutet aber auch, dass die Entwickler sich für unternehmensübergreifende dynamische Partnerschaften öffnen und geeignete Schnittstellen zu allen anderen Anwendungen schaffen müssen. Nur so entsteht ein Wertschöpfungsnetz, bei dem jede einzelne Applikation nicht nur einen isolierten Mehrwert schafft, sondern auch das System im Ganzen intelligenter und nützlicher werden lässt. Für Unternehmen und Marken ergibt das aber eine ganz neue Herausforderung: Wenn eine einzige Stimme für mehrere Unternehmen „spricht“, ist es schwierig, als Marke unverwechselbar zu bleiben.

Wie können Unternehmen VUI-Systeme in ihre Wertschöpfungsketten integrieren?

Alle Teile der Wertschöpfungskette sind betroffen. Ganz entscheidend wird in meinen Augen die intelligente Verknüpfung mit komplexen Datenmengen sein. Um wirklich schlaue Systeme zu schaffen, muss die Sprachsteuerung mit Künstlicher Intelligenz und Möglichkeiten zur Big-Data-Analyse verknüpft werden. Ein gutes System erlaubt es dann, via Spracheingabe offene Fragen zu stellen und liefert komplexe und im Idealfall auch überraschende Antworten. Je stärker wir Daten und Sensoren von unterschiedlichen Partnern miteinander verknüpfen können, umso besser sind die Systeme.

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Wirtschaftsinformatik und Management (2/2018) hier in der digitalen Fachbibliothek von Springer Professional. 

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