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Österreich verfolgt ehrgeizige Ziele im Bereich Klimaschutz und Ressourcenschonung, die sich auch in der Weiterentwicklung des Abfallwirtschaftssystems widerspiegeln. In den vergangenen Jahren wurden schrittweise mehrere Deponierungsverbote eingeführt, um Materialien im Wertstoffkreislauf zu halten und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Beispiele hierfür sind bestimmte Bau- und Abbruchabfälle wie Gipsplatten.
Eines der nächsten Materialien, für das ein Deponierungsverbot vorgesehen ist, sind Mineralwolleabfälle bzw. künstliche Mineralfaserabfälle (KMF), deren Ablagerung ab Anfang 2027 nicht mehr zulässig sein wird. Diese Stoffgruppe ist chemisch und physikalisch heterogen und weist aufgrund ihrer faserförmigen Struktur erhebliche technische und gesundheitliche Herausforderungen auf.
Derzeit existiert in Österreich noch kein industriell etabliertes Verfahren, das den gesamten Abfallstrom unter Berücksichtigung der potenziellen Gefährdung vollständig verarbeiten kann. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in Hinblick auf das bevorstehende Deponierungsverbot, präsentiert Ergebnisse einer Umfrage unter österreichischen Sammel- und Behandlungsbetrieben für Mineralwolleabfälle und diskutiert potenzielle Recyclingoptionen im Bereich Closed-Loop- und Open-Loop-Verfahren. Ein besonderer Fokus liegt auf den Chancen, die sich für Österreich ergeben, wenn technologische Innovation, logistische Infrastruktur und politische Rahmenbedingungen erfolgreich miteinander verknüpft werden.
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
1 Einleitung
1.1 Künstliche Mineralfaser-Produkte und ihr Lebenszyklus
Mineralwolle, auch bekannt als künstliche Mineralfasern (KMF) oder international als man-made vitreous fiber (MMVF), stellt einen der bedeutendsten synthetischen Faserwerkstoffe unserer Zeit dar. Aufgrund ihrer besonderen mikrostrukturellen Beschaffenheit und chemischen Stabilität eröffnet sie ein breites Spektrum industrieller Einsatzmöglichkeiten. Ihre primäre Verwendung findet Mineralwolle im Bausektor, wo sie als hochwirksames Dämmmaterial zur Optimierung der thermischen und akustischen Gebäudeeigenschaften eingesetzt wird. Neben diesem Kernbereich kommt sie auch in zahlreichen weiteren Industriezweigen zum Einsatz, etwa in der Prozess- und Anlagentechnik, im Fahrzeug- und Schiffbau sowie in spezifischen Nischenanwendungen wie dem Garten- und Landschaftsbau.
Die industrielle Herstellung von Mineralwolle erfolgt in einem kontrollierten Hochtemperaturprozess, bei dem geeignete Materialien wie Basalt, Diabas, Eisenhüttenschlacke oder Recyclingglas bei Temperaturen über 1400 °C aufgeschmolzen werden (Širok et al. 2006). Das so entstehende viskose Schmelzgut wird in einem anschließenden Faserbildungsprozess zu feinen Fasern versponnen. Zur Stabilisierung der Faserstruktur erfolgt die Zugabe organischer Bindemittel, die nach dem Aushärten eine Dämmstoffmatrix ergeben. Je nach Weiterverarbeitung entstehen hieraus flexible Matten, formstabile Platten oder lose Schüttungen (Širok et al. 2006). Die resultierenden Produkte zeichnen sich durch eine geringe Wärmeleitfähigkeit, hohe Temperaturbeständigkeit, exzellente Schallabsorption sowie eine ausgeprägte chemische Resistenz aus (Ablaoui et al. 2023; Kim et al. 2014).
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In Europa wird Mineralwolle im Wesentlichen in zwei Kategorien unterschieden: Glaswolle und Steinwolle. Glaswolle basiert überwiegend auf Quarzsand in Kombination mit einem hohen Anteil an Altglas (z. B. aufbereiteter Glasbruch aus alten Fenstern, KFZ- oder Behälterglas), während Steinwolle vor allem aus vulkanischen Ausgangsgesteinen wie Basalt oder Diabas sowie zunehmend aus sekundären Rohstoffen gewonnen wird. Beide Materialvarianten verfügen über eine Kombination funktionaler Eigenschaften, die sie zu Schlüsselkomponenten in der modernen Baupraxis machen: eine geringe Wärmeleitfähigkeit zur effizienten Wärmedämmung, ausgeprägte akustische Absorptionseigenschaften, hohe Feuerbeständigkeit sowie eine inhärente Wasserabweisung. Diese Merkmalskombination gewährleistet nicht nur die Erfüllung technischer Anforderungen an Energieeffizienz und Sicherheit, sondern trägt auch zur ökologischen Nachhaltigkeit und Langlebigkeit von Bauwerken bei.
Darüber hinaus spielt Mineralwolle eine zentrale Rolle im Lebenszyklus von Gebäuden, insbesondere im Hinblick auf die Reduktion von Betriebsemissionen. Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) verursacht die Bauwirtschaft rund 37 % der globalen CO2-Emissionen, wenn sowohl vorleistungsbezogene Emissionen (embodied emissions) aus der Herstellung von Baumaterialien als auch Betriebsemissionen (operational emissions) aus dem Energieverbrauch berücksichtigt werden (United Nations Environment Programme and Yale Center for Ecosystems + Architecture 2023). Durch ihre hohe Dämmwirkung leistet Mineralwolle einen entscheidenden Beitrag zur Senkung der energiebedingten Emissionen über die gesamte Nutzungsdauer von Gebäuden hinweg und unterstützt damit die Umsetzung globaler Klimaschutzziele (Schaffernak et al. 2025).
Trotz ihrer vielfältigen Vorteile birgt Mineralwolle auch Herausforderungen, insbesondere in Hinblick auf ihre Entsorgung sowie mögliche gesundheitliche Risiken. Diese ergeben sich primär aus der faserigen Struktur des Materials. Werden während Herstellung, Verarbeitung oder Rückbau mineralischer Dämmstoffe Fasern freigesetzt, können diese – sofern sie bestimmte geometrische Kriterien erfüllen – in den menschlichen Atemtrakt gelangen. Als respirable Fasern gelten jene, die gemäß der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Länge von mehr als 5 µm, einen Durchmesser von weniger als 3 µm sowie ein Längen-zu-Durchmesser-Verhältnis größer als 3:1 aufweisen. Diese sogenannten WHO-Fasern sind aufgrund ihrer geringen Dicke in der Lage, bis in die Alveolarregion der Lunge vorzudringen. Dort hängt ihre potenzielle biologische Wirkung maßgeblich von der Biobeständigkeit ab – also der Fähigkeit der Fasern, sich in biologischen Medien nicht oder nur sehr langsam aufzulösen (Barly et al. 2019).
Während organische Fasern oftmals biologisch abbaubar sind, können mineralische Fasern über Jahre in der Lunge persistieren. Diese Eigenschaft wurde mit chronischen Entzündungsreaktionen, krankhaften Veränderungen des Gewebes (Fibrose) und in Einzelfällen mit malignen Erkrankungen wie Lungenkarzinomen und Mesotheliomen in Verbindung gebracht (WHO IARC 2002).
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Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat wiederholt die Karzinogenität von Mineralfasern bewertet. In den 1980er-Jahren stufte die IARC bestimmte Arten von Mineralwolle als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ (Gruppe 2B) ein. Grundlage waren tierexperimentelle Befunde, die Tumorbildungen nach Inhalation oder Implantation biobeständiger Fasern zeigten (International Agency for Research on Cancer 1988).
Neuere Bewertungen führten jedoch zu einer differenzierteren Risikoeinschätzung. Heute gelten Glaswolle, Steinwolle und Schlackenwolle als „nicht klassifizierbar hinsichtlich ihrer Karzinogenität für den Menschen“ (Gruppe 3), da keine hinreichenden Belege für eine krebserzeugende Wirkung beim Menschen und nur begrenzte Hinweise aus Tierversuchen vorliegen. Demgegenüber bleiben feuerfeste Keramikfasern sowie bestimmte Spezialglasfasern in der Kategorie „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ (Gruppe 2B), da hier ausreichende tierexperimentelle Nachweise für eine Karzinogenität bestehen (WHO IARC 2002).
Um gesundheitlichen Bedenken entgegenzuwirken, wurden in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte in der Produktion von Mineralwolle erzielt. Regulierungsbehörden und Hersteller haben verbindliche Standards etabliert, die insbesondere auf die Verringerung der Biobeständigkeit der Fasern abzielen. Durch gezielte Veränderungen der chemischen Zusammensetzung wie etwa die Zugabe von Aluminium- und Magnesiumoxiden konnte die Biolöslichkeit deutlich erhöht werden. Dies bedeutet, dass moderne Mineralwollefasern in biologischen Umgebungen, wie zum Beispiel in der Lunge, schneller aufgelöst und aus dem Organismus eliminiert werden. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird durch standardisierte Biolöslichkeitstests überprüft. Produkte, die die Sicherheitskriterien erfüllen, sind unter anderem am EUCEB-Label (European Certification Board for Mineral Wool Products) zertifiziert, das den Verbrauchern eine sichere Verwendung bestätigt (EUCEB 2020).
Gleichzeitig bleibt der Umgang mit älteren Mineralwolleabfällen eine bedeutende Herausforderung. Materialien, die vor 1998 hergestellt wurden, weisen häufig eine hohe Biobeständigkeit und damit ein erhöhtes gesundheitliches Gefährdungspotenzial auf. Diese Produkte werden in Österreich zwar nicht mehr hergestellt, können jedoch weiterhin aus dem Ausland importiert werden. Daher sind sie sowohl in bestehenden als auch in jüngeren Gebäuden noch vereinzelt vorhanden. Besonders bei Sanierungs‑/Renovierungs- und Abbruchtätigkeiten können freigesetzte Fasern Risiken für Bau- und Handwerksarbeiter darstellen.
Der ordnungsgemäße und sichere Umgang mit diesen Materialien erfordert strikte Arbeitsschutzmaßnahmen. Dazu zählen der Einsatz persönlicher Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken und Schutzkleidung, die Verwendung geeigneter technischer Maßnahmen sowie die Einhaltung festgelegter Entsorgungspraktiken, um eine unkontrollierte Freisetzung von Fasern in die Umwelt zu verhindern. Internationale Institutionen wie die Internationale Arbeitsorganisation und andere Regulierungsbehörden haben detaillierte Richtlinien zum sicheren Umgang und zur fachgerechten Entsorgung solcher Materialien veröffentlicht (International Labour Organization 2000).
Neben den Aspekten des Arbeitsschutzes gewinnt zunehmend auch die Nachhaltigkeit an Bedeutung. Moderne Mineralwolleprodukte leisten durch den Einsatz recycelter Rohstoffe sowie energieeffizienter Herstellungsverfahren einen Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Reduktion von Umweltauswirkungen (ROCKWOOL 2024). Eine wesentliche Herausforderung besteht jedoch weiterhin in der Entsorgung von Mineralwolleabfällen aus alten Produkten, insbesondere solcher, die vor 1998 hergestellt wurden und nicht den heutigen Sicherheits- und Umweltstandards entsprechen. Diese Materialien stellen im Rahmen von Sanierungs- und Abbruchmaßnahmen ein noch ungelöstes Problem dar, das im Kontext einer zirkulären Bauwirtschaft und der wachsenden Bedeutung nachhaltiger Gebäudestrategien künftig noch stärker adressiert werden muss.
1.2 Status quo Mineralwolleabfälle Österreich und Europa
Der europäische Markt für Wärmedämmstoffe ist von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Die Freedonia Group prognostiziert für den europäischen Dämmstoffmarkt im Zeitraum 2023–2028 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Nachfrage von rund 3 %. Bis 2028 soll der Markt ein Volumen von etwa 6,6 Mio. t und einen Wert von rund 23,7 Mrd. US-Dollar erreichen (Freedonia Group 2024). Diese Schätzung bezieht sich auf den gesamten Dämmstoffmarkt Europas, einschließlich verschiedener Materialarten und Anwendungsbereiche. Die European Insulation Manufacturers Association (EURIMA) konzentriert sich hingegen auf Wärmedämmstoffe aus Mineralwolle und schätzt den Umsatz dieses Teilmarkts auf rund 10 Mrd. € im Jahr 2023, mit einem erwarteten Anstieg auf etwa 13 Mrd. € bis 2027 (EURIMA 2023).
Das Marktwachstum wird durch mehrere Faktoren getrieben: die Verschärfung brandschutztechnischer Vorschriften, steigende Anforderungen an Energieeffizienz sowie die Kosteneffizienz von Mineralwolldämmstoffen. Mit einem Anteil von 58 % dominiert Mineralwolle weiterhin den europäischen Dämmstoffmarkt (EURIMA 2023). Die Industrie ist dabei stark regional verankert: Über 70 Produktionsstätten in 21 Ländern beschäftigen fast 25.000 Menschen und profitieren von der Nähe zu den Absatzmärkten, was Transportwege verkürzt und die lokale Wertschöpfung stärkt (EURIMA 2023).
Ein differenziertes Bild zeigt der österreichische Markt. Nach Angaben des Verbands Gebäudehülle + Dämmstoff Industrie 2050 (GDI 2050) gingen die jährlichen Dämmstoffverkäufe seit 2021 um 1,9 Mio. m3 zurück. Besonders betroffen waren alternative Dämmstoffe wie Zellulose, Schafwolle und Hanf. Dieser Rückgang wurde auf eine anhaltende „Krise im Immobiliensektor“ zurückgeführt, die dazu geführt hat, dass viele Hausbesitzer ihre Sanierungsprojekte verschoben haben (Demacsek 2024). Mineralwolle konnte ihre Marktstellung jedoch behaupten: Im Jahr 2022 entfielen auf sie 39,7 % (2,36 Mio. t) des gesamten österreichischen Dämmstoffmarkts von 5,94 Mio. t (Demacsek 2024). Dieser Anteil blieb seit 2016 weitgehend stabil und schwankte zwischen 39 % und 42 % (Demacsek 2018, 2020, 2021, 2023, 2024).
Parallel zur steigenden Nutzung im Bauwesen und der maximalen Lebensdauer von Gebäuden bzw. dem Renovierungs‑/Sanierungsbedarf, wächst das Aufkommen an Mineralwolleabfällen (vgl. Abb. 1). Obwohl ihr Anteil am gesamten Bau- und Abbruchabfall nach Gewicht weniger als 0,2 % beträgt, stellen ihre physikalischen Eigenschaften eine erhebliche Herausforderung an das Abfallmanagement dar: geringe Dichte (20–200 kg/m3), hohes Volumen, ausgeprägte Elastizität und geringe Komprimierbarkeit erschweren Transport, Entsorgung und Deponierung (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie 2024; Sattler et al. 2020).
Abb. 1
Beispiele verschiedener Erscheinungsformen von Mineralwolleabfällen – a gemischte Mineralwolleabfälle bei der Anlieferung in einer Behandlungsanlage, b Sammlung von Mineralwolleabfällen nach Renovierungsarbeiten, c Mineralwolleabfälle im Leichtverpackungsabfall
Prognosen gehen davon aus, dass das Abfallaufkommen in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird. So wurden in der Europäischen Union im Jahr 2010 etwa 2,25 Mio. t Mineralwolleabfälle erzeugt; bis 2030 soll dieser Wert auf 2,82 Mio. t anwachsen (Väntsi and Kärki 2014; Yap et al. 2021). Die Schätzungen dieser Studien beruhen auf modellierten Gesamtabfallmengen, die aus Bau- und Abbruchabfalldaten abgeleitet wurden. EURIMA gibt demgegenüber für das Jahr 2035 ein jährliches Aufkommen von rund 0,57 Mio. t Mineralwolleabfällen in der EU an (EURIMA 2022). Diese Angabe beruht auf branchenspezifischen Erhebungen zu tatsächlich erfassten Abfallströmen. Die Abweichungen zwischen den Quellen sind auf die unterschiedlichen methodischen Ansätze und Systemgrenzen zurückzuführen. Im Zuge der europäischen Renovierungswelle wird erwartet, dass das tatsächliche Abfallaufkommen künftig zunimmt. Damit rückt das Abfallmanagement zunehmend in den Fokus, insbesondere im Kontext von Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Baupraxis.
In den vergangenen Jahren hat das Aufkommen von Mineralwolleabfällen in Österreich deutliche Schwankungen erfahren. Daten aus dem Bundes-Abfallwirtschaftsplan (BAWP) zeigen, dass die jährlichen Mengen zwischen 300 t im Jahr 2013 und 22.563 t im Jahr 2021 variierten (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie 2024). Nach Schätzungen der Wirtschaftskammer Österreich belief sich die jährliche Entstehung von Mineralwolleabfällen im Jahr 2018 auf etwa 20.000 bis 30.000 t, was insbesondere den zunehmenden Einfluss von Sanierungsmaßnahmen und Abbruchprojekten widerspiegelt (Wirtschaftskammer Tirol 2018).
Mit Blick in die Zukunft ist davon auszugehen, dass der geplante Anstieg der Sanierungsraten im Rahmen der österreichischen #mission2030-Strategie die Menge an Mineralwolleabfällen weiter erhöhen wird. Besonders umfassende energetische Sanierungen, die mehrere Effizienzmaßnahmen kombinieren, dürften diesen Trend verstärken. Politische Initiativen wie die Lockerung der Kreditvergaberichtlinien und die Reaktivierung von Fördermitteln im Zuge des Sanierungsbonus-Programms sollen private Eigentümer dazu bewegen, aufgeschobene Sanierungsvorhaben wieder aufzunehmen. Da Österreich das Ziel verfolgt, die Sanierungsrate bis 2030 auf 2 % zu verdoppeln, ist in den kommenden Jahren mit einem signifikanten Anstieg des Abfallaufkommens zu rechnen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit innovativer und effizienter Lösungen für die Abfallbewirtschaftung von Mineralwolle (Schaffernak et al. 2025).
Die Entsorgung von Mineralwolleabfällen unterliegt auf europäischer Ebene den Vorgaben des Europäischen Abfallverzeichnisses (EAV), das spezifische Abfallcodes für Dämmmaterialien und asbesthaltige Bauabfälle vorsieht. Die Klassifizierung erfolgt dabei nach Materialzusammensetzung und Gefährdungspotenzial. Relevante Abfallcodes sind in der Kategorie 17 06 „Dämmmaterial und asbesthaltige Bauabfälle“ zusammengefasst.
EAV-Code 17 06 01: Dämmmaterialien, die Asbest enthalten, darunter Asbestpappen, Rohrisolationen, Dichtungsringe, Asbesttücher und ähnliche Produkte. Aufgrund ihrer krebserregenden Eigenschaften stellen diese Stoffe erhebliche Gesundheits- und Umweltgefahren dar und erfordern eine besonders sorgfältige Handhabung und Entsorgung.
EAV-Code 17 06 03: Dämmmaterialien, die gefährliche Stoffe enthalten, beispielsweise Sandwichplatten aus Polyurethan (PUR) und Phenolharzschaum, Dämmungen von stationären Kühlanlagen sowie PUR-Rohrdämmungen.
EAV-Code 17 06 04: Nicht gefährliche Dämmmaterialien, die weder Asbest noch andere Schadstoffe enthalten. Diese Kategorie umfasst brennbare Kunststoffe (Dämmmaterialien) wie expandiertes (EPS) und extrudiertes Polystyrol (XPS) sowie mineralische Dämmstoffe wie Stein- und Glaswolle. Mineralwolleabfälle dieser Klasse stellen den größten Anteil der Bauabfälle dar.
In Österreich erfolgt eine weitergehende Differenzierung von Mineralwolleabfällen gemäß der Abfallverzeichnisverordnung 2020 (Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie 2020).
Hierbei werden folgende nationale Abfallschlüsselnummern für Mineralwolle unterschieden:
31416: Nicht gefährliche Mineralwolleabfälle, darunter KMF, Steinwolle, Glaswolle und deren Gemische.
31437: Gefährliche Mineralwolleabfälle, die gesundheitsgefährdende Faserstoffe (z. B. Asbest) enthalten.
31430: Kontaminierte, aber nicht gefährliche Mineralwolleabfälle, die keine gefährlichen Faserstoffe aufweisen, jedoch durch andere Stoffe (z. B. Kleber, Beschichtungen oder Staub) verunreinigt sind.
Diese detaillierte nationale Einteilung ermöglicht eine präzisere Zuordnung der Abfälle und erleichtert die Auswahl/Umsetzung geeigneter Behandlungs- und Entsorgungsmaßnahmen.
KMF-Abfälle mit gefahrenrelevanten Fasereigenschaften dürfen in Österreich ausschließlich in Asbest-Kompartimentsabschnitten von Baurestmassen‑, Reststoff- oder Massenabfalldeponien abgelagert werden. Gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 der Deponieverordnung 2008 müssen derartige Abfälle gebunden oder in Kunststoff verpackt – beispielsweise in reißfesten und staubdichten Säcken („Big-Bags“) – deponiert werden. Die Verpackung hat Angaben zur Abfallart zu enthalten sowie den deutlich sichtbaren Hinweis „kann Faserstäube freisetzen“. Zusätzlich ist die entsprechende Abfallschlüsselnummer auf der Verpackung anzubringen.
KMF-Abfälle ohne gefahrenrelevante Fasereigenschaften wurden zu rund 96 % abgelagert, während der verbleibende Anteil exportiert bzw. in einem Zementwerk stofflich verwertet wurde. Verunreinigte Mineralfaserabfälle wurden im Jahr 2023 in einer Abfallverbrennungsanlage mit Rostfeuerung thermisch behandelt (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft 2025).
Insgesamt zeigt sich, dass die derzeitige Entsorgungspraxis in Österreich noch stark deponieorientiert ist. Angesichts der steigenden Abfallmengen infolge erhöhter Sanierungsaktivitäten sowie der europäischen Zielvorgaben zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung gewinnt die Entwicklung alternativer Verwertungsstrategien zunehmend an Bedeutung. Forschungs- sowie industrielle Initiativen konzentrieren sich daher verstärkt auf die stoffliche Verwertung von Mineralwolleabfällen, insbesondere auf Verfahren zur Rückgewinnung von Fasermaterialien und Silikaten sowie auf die Substitution primärer Rohstoffe in industriellen Prozessen.
2 Deponierungsverbot von Mineralwolleabfällen: Österreich als Sonderfall
Der Umgang mit Bau- und Abbruchabfällen in Österreich ist sowohl im europäischen Rechtsrahmen als auch in einem detaillierten nationalen Regelwerk verankert. Auf EU-Ebene bildet die Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG den zentralen normativen Bezugspunkt. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, mindestens 70 % der nicht gefährlichen Bau- und Abbruchabfälle (bezogen auf das Gewicht) einer Vorbereitung zur Wiederverwendung, einem Recycling oder einer sonstigen stofflichen Verwertung zuzuführen (European Parliament and the Council 2008). Darüber hinaus fördert die Richtlinie den selektiven Rückbau sowie die getrennte Erfassung wesentlicher Materialfraktionen, um eine möglichst hohe Qualität der Recyclingprodukte zu gewährleisten. Ergänzend dazu beschränkt die Deponierichtlinie 1999/31/EG die Ablagerung unbehandelter Abfälle und verpflichtet die Mitgliedstaaten, recycelbare und biologisch abbaubare Fraktionen gezielt von der Deponierung auszuschließen (The Council of the European Union 1999).
In der praktischen Umsetzung zeigen sich europaweit unterschiedliche Strategien:
In Frankreich ist die getrennte Erfassung mehrerer Materialströme, etwa Metalle, Holz und Gips, auf Baustellen verpflichtend (L’Assemblée nationale et le Sénat 2021; Le Premier ministre 2020). Spanien verlangt über das „Real Decreto 105/2008“ die Erstellung projektbezogener Abfallwirtschaftspläne und die Trennung gefährlicher von nicht gefährlichen Fraktionen, soweit dies technisch und wirtschaftlich zumutbar ist (Ministerio de la Presidencia 2008). Die Niederlande gehen noch weiter: Das „Besluit stortplaatsen en stortverboden afvalstoffen“ untersagt die Deponierung zahlreicher recycelbarer oder brennbarer Materialien und macht damit die Deponierung de facto zur ultima ratio (Ministerio de la Presidencia 2008; Ministerie van Economische Zaken en Klimaat 1995).
Auf dieser europäischen Grundlage hat Österreich eines der umfassendsten nationalen Systeme zur Regelung von Bau- und Abbruchabfällen etabliert. Ein zentraler Bestandteil ist die Recycling-Baustoffverordnung (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 2015), die seit 2016 in Kraft ist. Ihr Ziel ist „die Förderung der Kreislaufwirtschaft und Materialeffizienz, insbesondere die Vorbereitung zur Wiederverwendung von Bauteilen und die Sicherstellung einer hohen Qualität von Recycling-Baustoffen, um das Recycling von Bau- oder Abbruchabfällen im Sinne unionsrechtlicher Zielvorgaben zu fördern“. Im Fokus steht die Vorbereitung zur Wiederverwendung von Bauteilen und die Sicherstellung einer hohen Qualität der erzeugten Recycling-Baustoffe, um die unionsrechtlichen Zielvorgaben nachhaltig zu erfüllen. Die Verordnung sieht eine generelle Pflicht zur Getrenntsammlung an der Quelle vor: Gefährliche Fraktionen wie Asbest, teerhaltige Materialien oder Mineralfasern müssen von nicht gefährlichen Fraktionen wie Ziegel, Beton, Holz, Metallen und Kunststoffen getrennt werden. Ist eine Trennung vor-Ort technisch oder wirtschaftlich nicht möglich, muss diese in nachgeschalteten Behandlungsanlagen erfolgen.
Die Deponieverordnung (BGBl. II Nr. 39/2008) ergänzt dieses Regelwerk, indem sie bestimmte Abfallströme schrittweise von der Ablagerung ausschließt. So ist etwa die Deponierung künstlicher Mineralfasern ab dem Jahr 2027, mit eng definierten Ausnahmen, untersagt. Eine solche Ausnahme gilt beispielsweise für Abbruchvorhaben, bei denen insgesamt maximal 3 t KMF-Abfälle (einschließlich Verbundstoffe) anfallen; diese dürfen weiterhin deponiert werden (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) 2021).
Zusammengenommen positionieren diese Vorschriften Österreich als Vorreiter in Europa: Durch verbindliche Vorgaben sowohl zur Getrenntsammlung auf Baustellen als auch zu gezielten Deponierungsverboten werden die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft konsequent in der Bauwirtschaft verankert. So führt etwa die progressive Verschärfung von Deponierungsverboten – wie im Fall der schrittweisen Einschränkung der Ablagerung bestimmter Fraktionen, darunter KMF – zu einem erhöhten Innovationsdruck in Forschung, Planung und industrieller Praxis. Die Notwendigkeit, bislang deponierte Materialien anderweitig zu verwerten, stimuliert die Entwicklung neuer Aufbereitungs- und Verwertungswege, beispielsweise durch spezialisierte Sortiertechnologien, thermische oder chemische Behandlungsverfahren sowie den Einsatz als Sekundärrohstoff in der Baustoffproduktion.
Auf diese Weise entsteht ein dynamisches Wechselspiel zwischen Rechtsetzung und technischer Entwicklung, in dem gesetzliche Anforderungen als Katalysator wirken, um praktikable und effiziente Lösungen hervorzubringen. Österreich demonstriert damit exemplarisch, wie eine vorausschauende Umweltgesetzgebung nicht nur ökologisch motiviert sein kann, sondern zugleich als Motor für Innovation und technische Weiterentwicklung fungiert, die eine ressourceneffiziente und ökologisch tragfähige Bauwirtschaft erst ermöglicht.
3 Aktuelle Entwicklungen
3.1 Vorbereitung der Unternehmen auf das bevorstehende Deponierungsverbot für Mineralwolleabfälle
Vor dem Hintergrund der beschriebenen rechtlichen Entwicklungen, insbesondere des ab dem Jahr 2027 wirksam werdenden Deponierungsverbots für Mineralwolleabfälle, stellt sich die Frage, wie sich Unternehmen der österreichischen Entsorgungs- und Baustoffwirtschaft auf diesen bevorstehenden Systemwandel vorbereiten. Um den gegenwärtigen Stand der betrieblichen Praxis und der strategischen Anpassungsprozesse besser zu erfassen, wurde im Rahmen des von der FFG geförderten Forschungsprojekts BitKOIN eine branchenbezogene Umfrage durchgeführt. An dieser beteiligten sich 30 Unternehmen (Krobatschek 2025) aus unterschiedlichen Regionen Österreichs (vgl. Abb. 2), die in der Sammlung, Behandlung oder Verwertung von Mineralwolleabfällen tätig sind. Die erhobenen Daten liefern wertvolle Einblicke in den Grad der betrieblichen Vorbereitung sowie in Strategien und technische Lösungsansätze, die derzeit in der Praxis diskutiert oder bereits umgesetzt werden, um auf die kommenden regulatorischen Anforderungen zu reagieren.
Abb. 2
Geografische Verteilung der 30 österreichischen Unternehmen, die an der Umfrage zu Mineralwolleabfällen teilgenommen haben. Dargestellt sind Sammel- und Behandlungsbetriebe aus allen Regionen Österreichs. Kartengrundlage: Landesamt für Vermessung und Geoinformation Vorarlberg & Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (2025)
Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass der Vorbereitungsstand der Unternehmen auf das ab 2027 geltende Deponierungsverbot für Mineralwolleabfälle stark variiert (siehe Abb. 3). Etwa ein Drittel der teilnehmenden Betriebe (33 %) verfolgt aktiv technologische Alternativen und prüft insbesondere Recyclingverfahren oder andere, z. B. stoffliche und thermische Behandlungsoptionen. Rund 20 % setzen auf Kooperationen mit externen Partnern, darunter spezialisierte Recycler, Behandlungsanlagen oder größere Bau- und Entsorgungsunternehmen, um Synergien bei der Entwicklung und Implementierung neuer Lösungen zu nutzen. Eine kleinere Gruppe von 7 % setzt ihre Hoffnung vor allem auf politische oder regionale Maßnahmen, wie etwa Übergangsfristen, Ausnahmeregelungen oder gezielte Förderprogramme. Nur 3 % der Befragten vertrauen primär auf marktorientierte Ansätze.
Abb. 3
Ergebnisse der Umfrage zu den Vorbereitungsstrategien österreichischer Unternehmen im Hinblick auf das ab 2027 geltende Deponierungsverbot für Mineralwolleabfälle. Die Darstellung zeigt den Anteil der Unternehmen mit konkreten Maßnahmen, Kooperationsstrategien, politischen Erwartungen oder ohne vorbereitete Pläne
Besorgniserregend ist, dass mehr als ein Viertel der Unternehmen (27 %) bislang keine konkrete Strategie zur Bewältigung des bevorstehenden Deponierungsverbots entwickelt hat. Diese Gruppe signalisiert einen mangelnden Handlungs- und Informationsstand, der auf Unsicherheiten hinsichtlich technologischer Optionen, wirtschaftlicher Tragfähigkeit oder rechtlicher Anforderungen hinweist.
Insgesamt offenbart die Erhebung einen deutlichen Unterstützungsbedarf, sowohl im Bereich der Technologieentwicklung als auch bei der Wissens- und Netzwerkbildung. Um den Übergang zu nachhaltigen und rechtskonformen Entsorgungs- und Verwertungspfaden zu gewährleisten, sind gezielte Förder- und Kooperationsinitiativen erforderlich, die Forschung, Wirtschaft und öffentliche Hand miteinander verknüpfen. Nur so kann der regulatorische Impuls des Deponierungsverbots seine innovationsfördernde Wirkung vollständig entfalten und den Aufbau einer zukunftsfähigen Kreislaufwirtschaft im Bereich der Mineralwolleabfälle nachhaltig unterstützen.
3.2 Behandlungsmethoden von Mineralwolleabfällen
International werden verschiedene technologische Ansätze erprobt, die darauf abzielen, Mineralwolleabfälle in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen, den Einsatz primärer Rohstoffe zu reduzieren und gleichzeitig Umweltbelastungen wie etwa durch Emissionen oder Deponieraumbeanspruchung zu minimieren (Seebacher 2019; Schaffernak et al. 2025). Grundsätzlich lassen sich diese Verfahren in zwei Hauptkategorien gliedern:
Closed-Loop-Recycling, bei dem die mineralischen Bestandteile nach entsprechender Aufbereitung wieder in den ursprünglichen Produktionsprozess der Mineralwolleherstellung eingebracht werden. Diese Variante erfordert meist eine besonders reine Fraktionierung und Aufbereitung, bietet jedoch das größte Potenzial für eine echte Kreislaufschließung.
Open-Loop-Recycling, bei dem die aufbereiteten Mineralwolleabfälle in andere Produkt- oder Materialanwendungen überführt werden, beispielsweise bei der Anwendung in zementösen Systemen, bzw. in anderen alternativen Bindemittelsystemen oder als Bergversatz. Dieses Verfahren ermöglicht eine stoffliche Verwertung außerhalb des ursprünglichen Produktionskontexts.
Beide Bereiche sind mit spezifischen technischen, wirtschaftlichen und logistischen Herausforderungen verbunden, etwa in Bezug auf die Erfassung heterogener Abfallströme, die Entfernung organischer Bindemittel oder die Sicherstellung der Materialqualität für die Wiedereinspeisung. Ihre Weiterentwicklung stellt somit einen zentralen Hebel dar, um die Vorgaben des Deponierungsverbots nicht nur zu erfüllen, sondern zugleich Innovationen in Richtung einer geschlossenen Stoffkreislaufwirtschaft im Mineralwollesektor voranzutreiben.
Für die Abb. 4, 5 und 6 wurden die verschiedenen Recycling- und Verwertungsverfahren anhand der in Tab. 1 dargestellten Daten (vgl. Supplementary Material) nach drei zentralen Kriterien bewertet:
Eignung für unterschiedliche Abfallströme, darunter alte Mineralwolle (MW), kontaminierte MW sowie MW-Abfälle mit unbekannter chemischer Zusammensetzung.
Wirtschaftliche Machbarkeit, unter Berücksichtigung von Energieaufwand, Investitionsbedarf und potenziellen Kostenvorteilen.
Aktueller Entwicklungsstand, operationalisiert über die Technology Readiness Levels (TRL) von etablierten Verfahren bis hin zu Labor- oder Konzeptstadien (European Commission 2012).
Abb. 4
Vergleich der Recyclingoptionen Bergversatz, Mörtel- und Betonanwendungen, Sekundärzumahlstoff (SZS) und Geopolymere für Mineralwolleabfälle. Die Bewertung erfolgte hinsichtlich der Eignung für unterschiedliche Abfallströme (alte Mineralwolleabfälle, kontaminierte Abfälle, Abfälle mit unbekannter chemischer Zusammensetzung), der wirtschaftlichen Machbarkeit sowie des technologischen Entwicklungsstands (TRL-basiert)
Vergleich der Recyclingoptionen Blähton und leichte Zuschlagstoffe, keramische Baustoffe, Holzwerkstoffplatten und Schaumglas für Mineralwolleabfälle. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Kriterien: Eignung für verschiedene Abfallströme, wirtschaftliche Machbarkeit und technologischer Entwicklungsstand
Vergleich der Recyclingoptionen Polymerverbundwerkstoffe, Absorptionsmaterialien, Primärproduktion als Sekundärrohstoff und zementgebundene Briketts für Mineralwolleabfälle. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Kriterien: Eignung für verschiedene Abfallströme, wirtschaftliche Machbarkeit und technologischer Entwicklungsstand
Die Punktevergabe erfolgte auf einer Skala von 1 bis 9: Verfahren, deren Einsatz für einen spezifischen Abfallstrom nachweislich geeignet ist, erhielten die Höchstbewertung von 9 Punkten, während nicht geeignete Technologien mit 1 Punkt bewertet wurden. Verfahren, die prinzipiell einsetzbar sind, jedoch eine aufwendige Vorbehandlung erfordern, beispielsweise die Herstellung von Geopolymeren oder die Nutzung als Sekundärzumahlstoff (SZS) in der Zementindustrie, wurden mit mittleren Werten (5 Punkte) klassifiziert.
Die wirtschaftliche Machbarkeit wurde nach einem vergleichbaren Prinzip bewertet: Prozesse mit klaren Kostenvorteilen oder Synergien, etwa die Brikettierung innerhalb bestehender Produktionsanlagen, erhielten hohe Punktzahlen, während Verfahren mit hohem Energiebedarf oder unsicherer Wertschöpfung niedriger eingestuft wurden.
Der Entwicklungsstand wurde analog zu den TRL-Stufen bewertet, von vollständig etablierten Verfahren (TRL 9) bis hin zu Konzepten im Labormaßstab (TRL 1–3).
Eine detaillierte Übersicht der einzelnen Verfahren sowie die vollständige Bewertungsmethodik sind in den ergänzenden Tabellenmaterialien dokumentiert (vgl. Tab. 2, Supplementary Information), um Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Klassifikationen sicherzustellen.
Die Bewertung der Recyclingoptionen für Mineralwolleabfälle zeigt, dass neben den etablierten Closed-Loop-Verfahren wie der Kupolofenrückführung und zementgebundenen Briketts vor allem Open-Loop-Ansätze ein großes Potenzial haben. Dazu gehören die thermochemische Behandlung zu Sekundärzumahlstoffen und die Herstellung geopolymergebundener Baustoffe. Beide Verfahren wurden in Bezug auf ihre technische Eignung für unterschiedliche Abfallströme mit mittleren bis hohen Bewertungen eingeschätzt, wobei Geopolymere besonders für kontaminierte Mineralwolle geeignet erscheinen.
Auch Schaumglas und bestimmte Open-Loop-Anwendungen, beispielsweise in Mörtel- und Betonanwendungen, stellen aufgrund ihrer soliden Machbarkeit und des mittleren Entwicklungsstands interessante Ansätze dar, sind jedoch bislang noch nicht großtechnisch umgesetzt. Verfahren wie die Nutzung von Mineralwolle in Polymerverbundwerkstoffen oder Holzwerkstoffplatten erhielten dagegen nur niedrige Bewertungen, sowohl hinsichtlich ihrer Eignung für heterogene Abfallströme als auch bezogen auf die wirtschaftliche Machbarkeit, und erfordern daher weiterhin grundlegende Forschungs- und Entwicklungstätigkeit.
Insgesamt lassen die Ergebnisse den Schluss zu, dass Geopolymere und SZS als strategische Forschungsschwerpunkte gelten können, da sie bei erfolgreicher Weiterentwicklung nicht nur die Deponierungsmenge signifikant reduzieren, sondern auch einen beitragenden Effekt zur Ressourcenschonung im Bausektor erzielen könnten.
In Österreich werden derzeit sowohl von der Industrie als auch von Forschungseinrichtungen unterschiedliche Ansätze zur Verwertung von Mineralwolleabfällen verfolgt. Ein aktuelles Industrieprojekt wird von Knauf Insulation Österreich am Standort Ferndorf in Kärnten umgesetzt. Dort soll bis Ende 2026 eine Aufbereitungsanlage zur Verwertung von Dämmstoffen aus Glas‑, Holz- und Steinwolle für jährlich rund 19.500 t Mineralwolleabfälle, mit einem Investitionsvolumen von etwa 30 Mio. € entstehen (Gabriel 2025). Das Verfahren umfasst das Einschmelzen und anschließende Granulieren von Glas‑, Holz- und Steinwolle, wodurch die Materialien erneut in die Dämmstoffproduktion zurückgeführt werden können. Laut Unternehmensangaben soll das Verfahren auch Rückbaumaterialien unterschiedlicher Herkunft erfassen und damit eine vollständige Rückführung in den Produktionsprozess ermöglichen (Gabriel 2025).
Neben industriellen Aktivitäten werden auch Forschungsprojekte gefördert, die alternative stoffliche Nutzungspfade untersuchen. Ein Beispiel ist das von der FFG finanzierte Projekt BitKOIN, das in Kooperation zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen durchgeführt wird. Ziel ist die Entwicklung eines Open-Loop-Recyclingverfahrens, bei dem Mineralwolleabfälle thermochemisch aufbereitet und zu einem SZS verarbeitet werden. Das so gewonnene Material weist eine hydraulische Reaktivität auf, die mit Hüttensand vergleichbar ist, und kann in der Zementproduktion eingesetzt werden. Dadurch lässt sich der Klinkeranteil reduzieren, was zu einer Verringerung der CO2-Fußabdrucks im Zement beiträgt (Steiner et al. 2024; Doschek-Held et al. 2025, 2024a, b).
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt in diesem Kontext liegt im Christian-Doppler-Labor GECCO2, wo das Potenzial von Geopolymeren auf Basis mineralischer Reststoffe – darunter auch Mineralwolleabfälle – untersucht wird. Durch die gezielte chemische Aktivierung dieser Reststoffe sollen neue, CO2-reduzierte Bindemittelsysteme entwickelt werden, die sowohl ökologische als auch funktionale Vorteile gegenüber konventionellen Baustoffen bieten und damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft leisten (Hassan et al. 2025; Ratz et al. 2025; Steindl et al. 2025).
4 Offene Punkte und Fazit
Das geplante Deponierungsverbot für Mineralwolleabfälle in Österreich ab 2027 markiert einen entscheidenden Wendepunkt für die Bau- und Entsorgungsbranche. Während das Verbot einen wichtigen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft darstellt, bestehen weiterhin zentrale offene Fragen, etwa zur Verfügbarkeit geeigneter Recyclingkapazitäten, zur Handhabung problematischer, kontaminierter und/oder chemisch unklarer Abfälle sowie zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit neuer Verfahren. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Investitionen in innovative Technologien rechtzeitig zu planen, ohne die Kostenstrukturen für Bauherren und Entsorger aus den Augen zu verlieren.
Zur Bewältigung dieser Aufgaben werden derzeit verschiedene Closed-Loop- und Open-Loop-Verfahren entwickelt. Einige Ansätze befinden sich bereits in Pilotprojekten, andere noch im Forschungsstadium. Die praktische Effektivität und die Skalierbarkeit dieser Verfahren werden sich daher erst in den kommenden Jahren zeigen. Ein besonders kritischer Aspekt wird der Aufbau eines funktionierenden Logistiksystems sein, das die künftige Sammlung, Sortierung und Verteilung von Mineralwolleabfällen sicherstellt.
Die politische Flankierung wird dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Förderprogramme, rechtliche Klarheit und eine enge Einbindung der Bauwirtschaft sind wesentliche Voraussetzungen, um Investitionssicherheit zu gewährleisten. Zudem bedarf es klar definierter rechtlicher Rahmenbedingungen, welche die Anerkennung und Markteinführung neuer Produkte aus Recyclingprozessen unterstützen.
Insgesamt positioniert sich Österreich mit dem bevorstehenden Deponierungsverbot als Testfall für die praktische Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Das Land kann wertvolle Erfahrungen zu den technischen, logistischen und regulatorischen Herausforderungen sammeln. Eine erfolgreiche Umsetzung könnte nicht nur die Nachhaltigkeit am nationalen Markt verbessern, sondern auch als Modell für andere EU-Mitgliedstaaten dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Danksagung
Die Autor:innen danken der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft für die Förderung des Projekts BitKOIN (CO2-reduzierte Bindemittel durch thermochemische Konversion mineralwolleabfallhaltiger Reststoffkombinationen) mit der Projektnummer FO999897739 im Rahmen der FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft. Weitere Informationen zum Projekt sind in der Projektdatenbank der FFG verfügbar: https://projekte.ffg.at/projekt/4576184.
Interessenkonflikt
A. Vydrenkova, T.M. Sattler, J. Krobatschek, K. Doschek-Held, A. Krammer, R. Pomberger und K.P. Sedlazeck geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.
Hinweis des Verlags
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Mineralwolle-Deponierungsverbot und aktuelle Entwicklungen
Authors
Alena Vydrenkova, MSc
Dr. Theresa Magdalena Sattler, MSc
Jonathan Krobatschek
DI Dr. Klaus Doschek-Held
DI Anna Krammer
Univ.-Prof. DI Dr. Roland Pomberger
Dr. Klaus Philipp Sedlazeck, MSc
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