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07-07-2015 | Mobile Banking | Im Fokus | Article

Herzrhythmus als Passwort

Author:
Eva-Susanne Krah
2:30 min reading time

Biometrische Daten werden im virtuellen Zahlungsverkehr immer wichtiger. Der individuelle Herzschlag soll Bezahlvorgänge im Netz sicherer machen.

Mit der stärkeren Verbreitung von E-Payment und mobile Payment sowie mobile Banking steigen auch die Anforderungen an die Sicherheit des virtuellen Zahlungsverkehrs. Der US-amerikanische Kreditkartenemittent Mastercard sucht daher nach neuen Wegen zur sicheren Authentifizierung für das Bezahlen im Internet. Neben gängigen biometrischen Verfahren, wie Fingerabdruck, Stimm- oder Gesichtserkennung per Selfie vom Nutzer testet das Unternehmen auch den individuellen Herzschlag als Verifizierungsmerkmal. Die Authentifizierung über den Herzrhythmus soll mittels eines Armbands der Firma Bionym abgewickelt werden. Das Unternehmen aus Toronto/Kanada, das im Herbst 2014 von Mastercard übernommen wurde, hat ein Smartband entwickelt, das kontinuierlich die Herzströme des Nutzers misst. Wenn Nutzer ihren Finger auf der Elektrode des Armbands platzieren, wird ein Elektrokardiogramm (EKG) erstellt. Es ist laut Unternehmen bei jedem Menschen nutzbar und kann das Passwort zur Identifizierung ersetzen.

Datenübertragung per Bluetooth

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Die generierten Daten können an Bluetooth-fähige Geräte übertragen werden. Vorteil des Herzschlags als Authentifizierungsmethode: Er soll vergleichbar einmalig und sicher wie der Fingerabdruck sein. Laut dem Nachrichtendienst CNN Money will Mastercard im Herbst vorerst mit 500 Kunden in den USA eine Testphase mit dem Verfahren starten. Der Kreditkartenanbieter kooperiert mit Anbietern wie Apple, Blackberry, Google, Microsoft und Samsung. Gerade im Zahlungsverkehr sehen Experten mehrere Trends, darunter E-Commerce und mobiles Bezahlen, wie es im Beitrag "Evolution im Kartengeschäft" von BANKMAGAZIN-Chefredakteurin Stefanie Hüthig (Ausgabe 04/2014) heißt. Kartenanbieter müssten laut Dirk Schrade, Zahlungsverkehrs-Experte bei der Deutschen Bundesbank, Lösungen entwickeln, die dem Kunden einen spürbaren Mehrwert bei Komfort, Kosten und der Sicherheit bieten.

Biometrie für mobilen Zahlungsverkehr kommt in Bewegung

Laut einer Biometrie-Studie der finnischen Vereinigung für die Finanzindustrie, Mobey Forum, legen Banken auch für mobiles Bezahlen ein hohes Tempo bei der Adaption biometrischer Passwörter vor. Von 235 befragten Teilnehmern von Finanzinstitutionen und Lösungsanbietern in Europa, Nordamerika und dem Mittleren Osten bieten derzeit bereits 22 Prozent biometrische Methoden zur Verifizierung ihrer mobilen Services an. Durch die Verbreitung von Stimmerkennung sowie Fingerabdruck- oder Irisscan könnte dieser Anteil laut Mobey Forum schon in naher Zukunft auf 65 Prozent anwachsen. Mittlerweile sind 58 Prozent der Banken bereit, bei biometrischen Verfahren zusammenzuarbeiten, um eine einheitliche Benutzeroberfläche zu schaffen. Das würde Kunden ermöglichen, möglichst viele Services mit nur einem Identifizierungsvorgang zu nutzen. Doch nicht nur zur Verifizierung der Nutzer, sondern auch für deren mobile Bankgeschäfte sind biometrische Verfahren bereits in Anwendung. So hat die spanische Caixa Bank beispielsweise eine Applikation entwickelt, mit der Banktransaktionen mittels Stimmbefehlen durchgeführt werden können.

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