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21-06-2018 | Mobile Banking | Im Fokus | Article

Apps müssen heute Multi-Banking-fähig sein

Author:
Barbara Bocks
3:30 min reading time

Einige Geldhäuser in Deutschland tüfteln aktuell an ihren digitalen Produkten. Wie die Apps der traditionellen Banken im Vergleich zur digitalen Konkurrenz abschneiden und was die Apps mittlerweile so können.

Kaum eine Woche vergeht ohne Nachrichten zu Apps von deutschen Banken. So bieten beispielsweise die Sparkassen seit Anfang Juni die digitale Zahllösung "Kwitt" zusammen mit den Volks- und Raiffeisenbanken an. Onlinebanking-Kunden mit Banking-App aus beiden Säulen können damit nach Aktivierung der App Beträge mit ihrem Smartphone zahlen. Der Vorteil von modernen Banking-Apps für Kreditinstitute und Kunden liegt laut Hakan Eroglu, Senior Manager bei der Unternehmensberatung Accenture, im Bereich Financial Services mit Schwerpunkt Zahlungsverkehr, klar auf der Hand. "Innovative Banking Apps ermöglichen eine völlig digitale, reibungslose und schnelle Kontoeröffnung mit einer innovativen Kundenerfahrung", erklärt der Experte gegenüber Springer Professional.

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"Ein Muss ist mittlerweile die Multi-Banking-Fähigkeit der App. Das heißt, der Kunde kann in seiner Banking-App auch Konten von anderen Bankinstituten einsehen und Zahlungen auslösen", so Eroglu weiter. Diese Funktion geht laut des Experten in der Regel mit einem Finanzplaner einher, der sämtliche Banktransaktionen analysiert und zum Beispiel Vorschläge zur Ausgabenoptimierung und Sparplänen macht. Seit Mitte Juni können auch die Kunden der Fidor Bank über Fidor Pay kontaktlos bezahlen. Nutzer mit Girokonto und der "Debit Mastercard Digital" des Instituts erhalten können über die Banking-App des Instituts kontaktlos nach Eingabe einer PIN zahlen. Die Zahlungen werden dann mit dem Girokonto verrechnet.

Auslandszahlungen über die App möglich

"Führende Digitalbanken ermöglichen ihren Kunden auch Auslandszahlungen in Fremdwährungen über einen Drittanbieter durchzuführen, seine Versicherungen zu optimieren und zu verwalten, sich von sogenannten Robo Advisorn in der Vermögensverwaltung beraten zu lassen oder Kredite über eine Crowdfunding-Plattform zu beantragen", erklärt Eroglu weiter. Agile Challenger Banken, also in der Regel voll digitale Banken mit einer Mobile Banking App auf dem Smartphone, setzen Eroglu zufolge Standards bei der Erfahrung für den Kunden. Als Beispiele dafür nennt er Revolut, N26, Starling Bank und Monzo, die eine europäische Banklizenz besitzen und auch zum Teil in Deutschland ihre Dienste anbieten.

Dass traditionelle Kreditinstitute die digitalen Wettbewerber auf dem Schirm haben, war nicht immer so. "Vor vier Jahren hat uns kein Kreditinstitut ernst genommen", erzählt Valentin Stalf, Gründer und Chef von N26, im Bankmagazin-Gespräch der September-Ausgabe 2017. "Von zehn Häusern, die wir auf der Suche nach einem Bankpartner angerufen haben, sind acht nicht ans Telefon gegangen", so Stalf weiter. Inspirieren lässt sich Stalf "primär von Unternehmen, die nicht im Retailbanking tätig sind, wie Spotify oder Facebook. Auch von Firmen aus der Musik- oder der Reisebranche können wir viel lernen." Die Adaption neuer Technologien wird laut Stalf künftig immer schneller gehen. Als Beispiel nennt er in dem Gespräch den Nachrichtendienst "Whatsapp": "Je mehr Menschen eine neue App nutzen, umso mehr ältere kommen dazu".

Deutsche Banken Vorreiter beim Open Banking

Traditionelle deutsche Geldhäuser waren laut Eroglu im Ländervergleich bereits mit der Open-Banking-Schnittstelle FinTS weit vor dem Inkrafttreten von PSD2 Vorreiter im Bereich Multi-Banking. Allerdings holen Eroglu zufolge ausländische Banken aus West- und Südeuropa und Skandinavien auf und setzen Innovationen schneller um. Nicht nur die Funktionen, sondern auch die Kundenerfahrung mit innovativer Menüführung und der "Look & Feel" spielen hier eine große Rolle. Diese Banken bauen laut Eroglu bereits stark an digitalen Ökosystem-Plattformen, um den Kunden in ihren Umgebungen zu halten und an den Umsätzen mitzuverdienen.

Allerdings stoßen Banking-Apps zumindest bei amerikanischen Verbrauchern auch an ihre Grenzen. Diese bevorzugen weiterhin Filialen, sobald es um tiefer gehende und komplexe Finanzangelegenheiten geht. Das hat eine Studie des Finanzexperten Celent im Auftrag von Samsung mit 2.500 amerikanischen Verbrauchern herausgefunden. Mehr als drei Viertel der Verbraucher geben an, dass sie in den vergangenen zwei Jahren mindestens eine Filiale besucht haben, um eine Transaktion durchzuführen.

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