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28-06-2018 | Mobile Payment | Nachricht | Article

Genossenschaftsbanken und Sparkassen trotzen Google Pay

Author:
Angelika Breinich-Schilly
2 min reading time

Während sich die Commerzbank für eine Kooperation mit Google entschieden hat, sprechen sich die Sparkassen via Twitter gegen diese Option aus. Sie lancieren lieber eine eigene App. Auch die genossenschaftliche Bankengruppe geht einen anderen Weg.

In Kürze wollen die Sparkassen mit der "Mobiles Bezahlen"-App an den Start gehen, heißt es in dem Tweet. "Unsere Kunden können dann ihre Sparkassen-Card oder Sparkassen-Kreditkarte digital mit ihrem NFC-fähigen Android-Smartphone nutzen." Wie es weiter heißt, sei man grundsätzlich auch an Apple Pay interessiert, was auch iPhone-Besitzern das mobile Bezahlen an der Kasse ermöglichen würde. Allerdings wird dieser Dienst derzeit in Deutschland noch nicht angeboten.

Genossenschaftsbanken gehen eigenen Weg

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken haben ebenfalls eine eigene Lösung gefunden: Neben der Girocard werden auch die institutseigenen Kreditkarten ins Smartphone integriert. Das ermögliche den Kunden ab August 2018 das kontaktlose Bezahlen mit dem Handy. Seit dem 6. Juni bieten diese Möglichkeit bereits die beiden Pilotbanken VR Bank Hessenland und Volksbank Mittelhessen. Die Bankengruppe rechnet damit, zum Jahresende 2018 insgesamt 15 Millionen kontaktlose Girocards und 800.000 kontaktlose Kreditkarten an ihre Kunden ausgegeben zu haben. Seit 2017 sei jede neu ausgegebene physische Bankkarte NFC-fähig. Die Vollausstattung aller über 27 Millionen genossenschaftlicher Girocards mit der kontaktlos-Funktion werde im Jahr 2020 abgeschlossen sein.

Während die Volks- und Raiffeisenbanken davon sprechen, dass sich die kontaktlosen Transaktionen gut entwickeln, ist der Zahlungsexperte des EHI Retail Institute, Horst Rüter, beim Mobile Payment vorsichtiger. Das mobile Bezahlen sei in Deutschland noch ein "zartes Pflänzchen", betonte er in einem Video des EHI. Ein Vergleich mit Ländern wie China, das in diesem Bereich schon weiter ist, sei nur schwer möglich. Das Land mit seinem Massenmarkt sei erst spät zum bargeldlosen Bezahlen gekommen und habe sich direkt die Möglichkeiten des mobilen Bezahlens erschlossen.

"Der deutsche Verbraucher muss sich noch umgewöhnen"

In Deutschland herrsche historisch bedingt das kartenbasierte Verfahren vor. "Die Umgewöhnung des Verbrauchers vom kartengestützten hin zum mobilen Bezahlen braucht noch ein wenig", meint Rüter. Auch sei die Akzeptanz im deutschen Handel noch gering. Mobile Payment würde vom Handel vor allem als Kleinbetragslösung angesehen. In Zukunft sei aber denkbar, dass etwa Kioske eine bevorzugte Zielgruppe des mobilen Bezahlens werden.

So wundert es auch nicht, dass sich große Institute wie Postbank, Deutsche Bank, ING Diba, Sparda-Bank oder auch die Targobank noch nicht zu Google Pay geäußert haben. Zudem haben auch Anbieter wie Paypal oder das Punktesammelsystem Payback bereits ihren Eisen im Feuer.

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Source:
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