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2021 | Book

Mobilität nach COVID-19

Grenzen – Möglichkeiten – Chancen

Editors: Prof. Dr. Wolfgang H. Schulz, Prof. Dr. Nicole Joisten, Christina F. Edye

Publisher: Springer Fachmedien Wiesbaden

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About this book

Fliegen, Autofahren und auf engem Raum mit Fremden U-Bahn und Busse teilen – das war bisher der Mobilitätsalltag vieler Menschen. Doch innerhalb weniger Wochen ist unsere Welt durch COVID-19 beinahe zum Stillstand gekommen. Die Pandemie offenbart systembedingte Schwächen der deutschen Verkehrspolitik und der Aktivitäten großer mobilitätsrelevanter Unternehmen. Die Veränderungen sind in sämtlichen Mobilitätssektoren zu spüren. In diesem Buch kommen Experten aus verschiedenen Bereichen zusammen, um die Entwicklungen zu analysieren, Probleme zu erörtern, aber auch Opportunitäten zu finden. Wie kann die Mobilitätsbranche trotz der Krise nach vorne blicken? Könnte sie sogar profitieren? Das Innovationspotenzial und die Chancen für Veränderungen und Innovationen sollten jetzt wahrgenommen werden, um eine agilere Basis für den Mobilitätsmarkt zu schaffen.

Table of Contents

Frontmatter
Kapitel 1. Die Theorie der institutionellen Rollenmodelle – der Restrukturierungsansatz für Unternehmen zur Bewältigung der COVID-19 Krise
Zusammenfassung
Die Theorie der Institutionellen Rollenmodelle (IRM) ist ein dynamisches Organisationsmodell, welches zwei Ziele verfolgt: einerseits die Reduzierung von Unsicherheiten für alle beteiligten Akteure und andererseits die Entwicklung eines Vertrauensverhältnisses, die Etablierung einer diskriminierungsfreien Kooperationsdynamik und die Verfolgung gemeinsamer Interessen. Das IRM bedient sich aus drei unterschiedlichen Disziplinen: Die Institutionenökonomik, die Systemtheorie sowie die Systemdynamik. Die Vernetzung dieser drei Disziplinen führt unweigerlich zu einem komplexen Gebilde, das jedoch zwingend notwendig ist, um die Systemkomplexität der zu untersuchenden Organisation adäquat erfassen zu können. Zu den grundlegenden Bestandteilen des Modells gehören die Elemente „Rollen und Funktionen“, „Akteure“ und „Regeln“. Diese drei Elemente werden anhand einer Zahlenkodierung bewertet und in die algorithmische Kalkulation einbezogen. Das aus den Kalkulationen resultierende Ergebnis bietet eine optimale Grundlage, um ein Organisationssystem effektiv, effizient und diskriminierungsfrei zu strukturieren. Dies ermöglicht Organisationen in den unterschiedlichsten Themengebieten, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Ziel dieses Beitrages ist die Anwendung der Theorie der Institutionellen Rollenmodelle auf die Themengebiete der Digitalisierung, der Künstlichen Intelligenz, des maschinellen Lernens sowie der Innovationsförderung.
Wolfgang H. Schulz, Oliver Franck, Stanley Smolka
Kapitel 2. Von Hundert auf Null – Die COVID-19-Pandemie und die Luftfahrt
Zusammenfassung
Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Luftfahrtbranche im Allgemeinen sowie auf die deutsche Luftfahrtbranche im Spezifischen. Hierzu wird zunächst die historische und gegenwärtige Bedeutung der Luftfahrtbranche als maßgeblichem wirtschaftlichem Wachstumsmotor innerhalb einer globalisierten Welt erklärt, um darauf aufbauend die gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen der durch COVID-19 bedingten Stilllegung des Flugverkehrs empirisch zu analysieren. Dabei wird vor allem darauf eingegangen, welche Art von Gegenmaßnahmen die Luftfahrtbranche im Kontext der Stilllegung des Flugverkehrs ergriffen hat, um mit dieser katastrophalen Situation den bestmöglichen Umgang zu finden. Abschließend wird dargelegt, wie sich der Re-Start der Luftfahrtbranche vollzogen hat und welche neuartigen Herausforderungen für Fluggesellschaften, Flughäfen und Reiseveranstalter entstanden sind, die es in dieser Form vor der COVID-19 Pandemie nicht gegeben hat. Schlussendlich wird ein Ausblick gegeben, in welchem die positiven Potenziale für Veränderungen der Luftfahrtbranche aufgegriffen und ausgedeutet werden.
Claus-Dieter Wehr
Kapitel 3. COVID-19 und die Auswirkungen auf die Mobilität – Eine Analyse mit Echtzeitdaten
Zusammenfassung
Die vergangenen Dekaden sind von stetig wachsenden Verkehrsmengen geprägt worden. Das Resultat sind verstopfte Städte und Autobahnen, unter denen das Klima leidet und die Bestrebungen nach einem Wandel der Mobilität verstärken. Durch die COVID-19-Pandemie ist die Notwendigkeit jedes Weges hinterfragt und das öffentliche Leben zum Reallabor geworden. Echtzeitdaten ermöglichen die zeitnahe Analyse dieser Veränderungen. Über alle Verkehrsmittel hinweg hat die Anzahl der Wege stark abgenommen. Die größten Anteilsverluste sind bei den öffentlichen Verkehrsmitteln zu sehen. Die Pandemie macht durch flexibles Arbeiten und Home-Office-Lösungen das tägliche Pendeln überflüssig und verhindert, dass die Verkehrsmengen rasch auf das Vorkrisenniveau zurückkehren. Der Krise kann positiv abgewonnen werden, dass sie in manchen Bereichen als Innovationstreiber fungiert. Abzuwarten bleibt, welchen langfristigen Einfluss die aktuellen Verhaltensänderungen auf die Mobilität nach COVID-19 haben werden.
Roman Suthold, Matthias Krusche
Kapitel 4. Staus auflösen, realistisch bleiben – Städtische Mobilität für morgen
Zusammenfassung
In den letzten Jahren hat sich die Diskussion um die städtische Mobilität nach Jahrzehnten des Stillstandes rasant entwickelt. Aus der so genannten „autogerechten“ Stadt wird durch neue Mobilität, massive Veränderung der Finanzierung und Regulierung eine mobile Stadt, die die Bedürfnisse aller Nutzergruppen nachhaltig erfüllen kann. Gleichzeitig bleiben die Pkw-Zulassungszahlen und die Anzahl der Führerscheine hoch. Der vorliegende Beitrag unternimmt den Versuch einer Bestandsaufnahme und Einordnung und versucht so die notwendigen Schritte zur Veränderung in den diversen Segmenten der Mobilität zu beschreiben. Dabei werden Mobility-as-a-Service-Konzepte, Ride Pooling sowie neue Geschäftsmodelle als Wettbewerber des klassischen Taxi- und Mietwagenverkehrs und neue On-Demand-Angebote beleuchtet, die verkehrlich noch nicht vollständig genutzt werden und auch deshalb nicht wirtschaftlich sind. Auch die klassischen Angebote des Öffentlichen Verkehrs werden auf ihre Zukunftstauglichkeit hin betrachtet. Die Bedeutung öffentlicher Finanzierung ist auch in der städtischen Mobilität hoch. Deshalb nimmt dieser Aspekt hier ebenfalls Raume ein. Im „Neuen Normal“ mit Covid19 und den Folgen für die Wirtschaft sind zwar zeitnah Unterstützungsmaßnahmen für Branchen und einzelne Unternehmen definiert worden. Dennoch werden die Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte insgesamt und insbesondere für die Kommunen dramatisch sein. Damit fehlen den Städten und Gemeinden absehbar Spielräume für notwendige Ausgaben, zum Beispiel für zusätzliche Verkehre vor Ort und die Co-Finanzierung der städtischen Verkehrsunternehmen. Aus dieser Gesamtlage ergibt sich eine neue Bedeutung der Wirtschaftlichkeit – zumal nur durch Effizienzgewinne weitere Ziele der Mobilitätswende realisiert werden können. Die Verkehrsunternehmen werden dazu eigene Beiträge leisten müssen, vor allem wenn die Fahrgastzahlen nicht nachhaltig auf Vorkrisenniveau ansteigen. Wesentlich ist deshalb auch die Frage der Finanzierung der Mobilität durch die Nutzer und ob diese künftig stärker ihren Anteil an den direkten und indirekten Kosten der Mobilität leisten oder ob bestimmte Anteile dieser Kosten vom Staat getragen werden. Die Zukunft der städtischen Mobilität entscheidet wesentlich über den Erfolg einer Mobilitätswende. Dabei kommt es besonders auf die folgenden Aspekte an: Mobilität interdisziplinär denken, konsequent am Kundenbedürfnis entlang entwickeln und leisten, die Nutzerbereitschaft durch attraktive Angebote erhöhen, Vertrauen in den Öffentlichen Verkehr in Covid19-Zeiten neu gewinnen, durch eine Reform der StVO und mehr Öffentlichkeitsarbeit die unterschiedlichen Fortbewegungsmöglichkeiten miteinander versöhnen, Kooperationen zwischen Unternehmen und Institutionen fördern, mehr innovative Ideen zulassen und pilotieren, die Rahmenbedingungen optimieren und die Regulierung reformieren.
Alexander Möller
Kapitel 5. Urbane Post-Corona-Mobilität
Resiliente Unternehmens- und Stadtentwicklung zwischen Neuer Arbeit und Neuer Mobilität und die Gesundheitsfolgen – Ein Trendcheck mit Thesen
Zusammenfassung
Pandemien und Mobilität sind – entgegen der Abstandsregel – auf das Engste verknüpft. Und dies wechselseitig: Einerseits war der Lockdown die radikalste Demobilisierung einer Weltgesellschaft. Andererseits hat die übermobilisierte Weltgesellschaft – wie nun einige Forschungen nahelegen – eine verstärkende Wirkung nicht nur auf die Verbreitung, sondern auch auf die Entstehung von Pandemien und somit indirekt auf die Mortalitätsraten. Wichtiger als Nachsorge wird nun die Vorsorge – insbesondere im urbanen Mobilitätssystem, weil fossile Individual-Mobilität in urbanen Zentren die Pandemieanfälligkeit steigert, da die Emissionen die Zahl der Vorerkrankungen erhöhen. Wie Städte und Unternehmen die kommunale und betriebliche Verkehrswende organisieren wird in diesem Beitrag mit Studien zu Veränderungsbedarfen und Beispielen illustriert – mit einem Trend- und Resilienzcheck der sogenannten Neuen Mobilität als Service (MaaS) und abschließenden Empfehlungen für eine Steuersystem-Innovation und den „Residential & Corporate Mobility Hubs“, die im Zuge der auf mittlere Sicht vermuteten Rückgänge des ÖPNV-Verkehrs im Wesentlichen auf Rad- und Mikromobilitätslösungen setzen.
Stephan A. Jansen
Kapitel 6. Mobilitätswende in Zeiten von COVID-19 – Haben ÖPNV und neue Mobilitätsformen noch eine Chance?
Zusammenfassung
Mobilität ist ein integraler Bestandteil gesellschaftlichen Lebens. Im Jahr 2020 erlebte die Welt eine radikale Veränderung. Mit dem Ausbruch von COVID-19, den damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen sowie des Umzugs vieler Arbeitsplätze in das Home Office wurde Mobilität infrage gestellt. Inzwischen sind die Menschen in den Alltag zurückgekehrt und wieder mobil. Der Modal Split ist jedoch ein anderer als vor der Pandemie, denn Fahrrad und der eigene Pkw haben deutlich an Bedeutung gewonnen. Auch der ÖPNV erholt sich – aber nur langsam. Viele der früheren Fahrgäste sind noch immer skeptisch, obwohl es bislang keine Hinweise auf Infektionsketten im ÖPNV gibt. Wenn die Mobilitätswende fortschreiten soll, bedarf es nun der Aktion. Greifbare Maßnahmen, wie die Einhaltung der Mund-Nasen-Schutzpflicht, digitale Innovationen und Kommunikation sind gleichermaßen wichtig. Dafür müssen Politik, ÖPNV und Industrie zusammenarbeiten und gemeinsam an der Zukunft der Mobilität arbeiten und experimentieren.
Isabella Geis
Kapitel 7. Die COVID-19-Krise als Katalysator des E-Commerce – Theoretische Einbettung für Akteure der Mikromobilität
Zusammenfassung
Forciert durch die COVID-19-Pandemie erleben wir eine historische Umwälzung der systemrelevanten Leitindustrie Mobilität. Während sich für den Automobilbereich massive und nachhaltige Absatzeinbrüche abzeichnen, zeigt sich die Mikromobilität als relativ krisensicher und wachstumsfähig. Doch insbesondere bei Fahrrädern und E-Bikes gibt es strukturelle Defizite im Handel. Für Marktakteure bietet sich die Chance, strategisches Management aktiv zu betreiben und die Krise als Katalysator für eine Technisierung des Handels zu nutzen. Um die Entscheidungsbasis für eine strategische Neuausrichtung zu stärken, beleuchtet dieser Beitrag die theoretische Einbettung des E-Commerce in das strategische Management.
Bettina Arnegger
Kapitel 8. Plattform-Geschäftsmodelle – Status Quo und Potenziale des autonomen Fahrens
Zusammenfassung
Die Unternehmenslandschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der nicht nur durch die Digitalisierung, sondern auch und gerade durch SARS-CoV2 beschleunigt wird. Das, was durch die digitale Transformation sowieso schon begonnen hat, wird durch das Virus nun beschleunigt. Andere Potenziale haben sich durch das Virus erst ergeben. Bezogen auf die Mobilität in Zeiten von Corona möchte der vorliegende Beitrag eine Perspektive auf digitale Ökosysteme geben und diese auf das autonome Fahren im Allgemeinen und die Potenziale autonomer E-Fahrzeuge im Speziellen übertragen.
Patrick Ulrich, Ingo Scheuermann, Alexandra Fibitz
Kapitel 9. Scheitern der deutschen Verkehrspolitik im Falle der Lufthansa: Eine ökonomische Analyse
Zusammenfassung
Die COVID-19-Pandemie stellt nicht nur alle Sozialsysteme vor enorme Herausforderungen, sondern offenbart auch systembedingte Schwächen der deutschen Verkehrspolitik und der Aktivitäten großer Privatunternehmen. Scheinbar gesunde Großkonzerne, die in den letzten Jahren Gewinne von mehreren Milliarden Euro erwirtschaftet haben, scheitern bereits, nachdem sich einige dunkle Wölkchen der Konjunkturflaut zu verdichten begannen. Das Paradebeispiel ist der Konzern Deutsche Lufthansa. Weniger als ein Jahr bevor die COVID-19-Pandemie Europa heimsuchte, beschloss der Aufsichtsrat des Lufthansa-Konzerns, dass 10 % des Aktienkapitals des Unternehmens für Aktienrückkaufprogramme verwendet werden können. Diese liquiden Mittel fehlten fortan in der Kriegskasse für „schlechte Zeiten“. Zugleich reagierte die Bundesregierung mit staatlichen Hilfen von über 9 Mrd. EUR und hält nun 20,05 % am Lufthansa-Konzern. Statt mit staatlichen Hilfen wild zu agieren und sich als Staat in die private Eigentümerstruktur der Deutschen Lufthansa einzukaufen, sollte die Bundesregierung die Verkehrswirtschaft zur Daseinsvorsorge erklären und damit eine Grundversorgung, beispielsweise durch den Kauf von Sitzkontingenten, sowohl für den Lufthansa-Konzern als auch für den Endverbraucher und Steuerzahler sicherstellen, damit die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt – trotz der Krisensituation – stabilisiert wird und eine rasche wirtschaftliche Erholung nach der Krise erfolgen kann.
Wolfgang H. Schulz, Oliver Franck, Stanley Smolka, Vincent Geilenberg
Kapitel 10. Kann eine Krise die Mobilitätsbranche vorantreiben? – Interdisziplinäre Perspektiven der COVID-19 Krise auf die Mobilitätsbranche
Zusammenfassung
Im Januar 2020 sind wir nicht davon ausgegangen, dass uns die Pandemie in einem solchen Ausmaß beeinflussen wird. Jetzt können wir nach vorne blicken und Konzepte für die Eindämmung einer erneuten oder wiederkehrenden Pandemie entwickeln. Doch wie hat sich die Pandemie auf die Mobilitätsbranche ausgewirkt? In diesem Kapitel diskutieren die Herausgeber die Entwicklung der vergangenen Monate, sie beleuchten den Umgang von Industrie und Politik mit diesen Entwicklungen und verweisen auf die Chancen die mit der Pandemie verbunden sind.
Wolfgang H. Schulz, Nicole Joisten, Christina F. Edye
Metadata
Title
Mobilität nach COVID-19
Editors
Prof. Dr. Wolfgang H. Schulz
Prof. Dr. Nicole Joisten
Christina F. Edye
Copyright Year
2021
Electronic ISBN
978-3-658-33308-9
Print ISBN
978-3-658-33307-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-33308-9

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