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19-03-2020 | Mobilitätskonzepte | Infografik | Article

Nachhaltige Mobilität verdrängt Privat-Pkw in Metropolen

Author:
Christiane Köllner
2:30 min reading time

Bis 2030 wird umweltfreundlicher Verkehr in den größten Städten der Welt die Regel sein, prognostiziert eine aktuelle Studie. Private Autofahrten sollen im nächsten Jahrzehnt um zehn Prozent zurückgehen. 

Das Jahr 2030 ist der globale Wendepunkt für nachhaltige Mobilität in den größten Städten der Welt. Das geht aus einer neuen Analyse der Kantar-Studie "Mobility Futures" hervor, die auf dem UN-Habitat World Urban Forum vorgestellt wurde und für die über 20.000 Stadtbewohner in 31 Städten weltweit zu ihren aktuellen Mobilitätserfahrungen und ihren gewünschten Verkehrsmitteln befragt wurden. Die Studie des Marktforschungsinstituts umfasste auch eine Reihe von Gesprächen mit 53 Mobilitätsexperten aus 14 Ländern. 

Laut Studie sollen die privaten Autofahrten in den größten Städten der Welt im nächsten Jahrzehnt um zehn Prozent zurückgehen. "Der Aufstieg der Sharing Economy, der Multimodalität und der autonomen Fahrzeuge sowie die Alterung der Weltbevölkerung werden den Bedarf, ein Auto zu besitzen, verringern", heißt es in einer Mitteilung zur Studie. Die stärkere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie mehr Rad- und Fußgängerverkehr würden diesen Rückgang ausgleichen. "Die Bürger steigen auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel um, was bis 2030 für 49 Prozent aller Fahrten innerhalb der Städte gilt", so die Studie. Dem stünden dann 46 Prozent Autonutzung gegenüber. Aktuell werde das Auto noch für 51 Prozent aller Fahrten genutzt. Die restlichen fünf Prozent sollen auf Taxen und Mitfahrgelegenheiten sowie auf andere Verkehrsmittel wie Fähren entfallen.

Fahrradnutzung wächst am schnellsten

Dem Fahrrad wird bis 2030 ein Anstieg von 18 Prozent prognostiziert. Damit wachse die Fahrradnutzung im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln am schnellsten. Zu Fuß zu gehen und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sollen um 15 Prozent beziehungsweise sechs Prozent zunehmen. "Tausende von Infrastrukturprojekten auf der ganzen Welt, wie zum Beispiel der Ausbau von Radwegen und Fahrrad-Sharing-Systemen, Fußgängerprojekte und Verbesserungen des öffentlichen Verkehrs tragen zu diesem neuen Mobilitätsverhalten bei", so die Studie.

In diesem Zusammenhang prognostiziert Kantar, dass die Menschen in den 31 untersuchten Städten mit bis zu 36,7 Millionen Bewohnern in den nächsten zehn Jahren ihr Mobilitätsverhalten verändern werden. Demnach werde Manchester die größte Verlagerung der Verkehrsnutzung erleben, gefolgt von Moskau und São Paulo.

Technologiekompetenz versus Vertrauen der Bürger

Kantars Untersuchungen ergaben ferner, dass 40 Prozent der Menschen weltweit offen für innovative neue Mobilitätslösungen sind; aber nicht alle Städte seien für eine Transformation der Mobilität bereit. Die Städte mit der höchsten Technologiekompetenz sind demnach Amsterdam, London und Los Angeles. Das habe eine Analyse verschiedener Faktoren wie die digitale Zahlungsinfrastruktur, die Offenheit für Sharing-Modelle und autonome Fahrzeuge sowie dem Bruttoinlandsprodukt ergeben.

Auch die Städte, die am besten auf die nachhaltigere Zukunft der Mobilität vorbereitet seien, sehen sich allerdings mit fehlendem Vertrauen der Bürger in die Fähigkeit ihrer Gemeinde konfrontiert. Das könnte den Fortschritt behindern. Berlin, Amsterdam und New York würden alle diese deutliche Kluft zwischen der Bereitschaft der Städte zur Veränderung und dem Vertrauen der Bürger zeigen.

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