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01-08-2017 | Multichannel-Vertrieb | Im Fokus | Article

Verbund bietet Zalando & Co. die Stirn

Author: Johanna Leitherer

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Internetshops wie Zalando dominieren den Vertrieb von Schuhmode. Ein Verbund will der Online-Konkurrenz jetzt mit vereinter Kraft eine Suchmaschine entgegensetzen, um den stationären Handel zu retten.

Online gesichtet, offline gekauft: Anfang August bringt die Verbundgruppe Sabu Schuh-Verbund eG gemeinsam mit seinen 850 Mitgliedern und über 1.300 Schuhgeschäften die neue Online-Lösung www.sabu.de an den Start. Dort können Kunden Einzelhändler in ihrer Umgebung ausfindig machen, das derzeit verfügbare Sortiment begutachten und Schuhe per Mausklick reservieren. Anprobe und Kauf finden dann idealerweise ganz traditionell im Laden vor Ort statt, aber auch E-Commerce ist angedacht.  

Editor's recommendation

2017 | Book

Die Neuerfindung des stationären Einzelhandels

Kundenzentralität und ultimative Usability für Stadt und Handel der Zukunft

Dieses Buch geht auf die besonderen Herausforderungen an den stationären Handel im digitalen Zeitalter ein. Anliegen von Gerrit Heinemann ist es vor allem, die lokalen Händler wachzurütteln und ihnen einen Weg aufzuzeigen, wie sie sich neu erfinden können.


Da andere stationäre Ketten wie beispielsweise Saturn bereits den Sprung ins Online-Geschäft geschafft haben, bietet das Konzept durchaus Potenzial - und im Zeitalter der Digitalisierung streng genommen die einzige Chance, um die Läden vor dem Aussterben zu bewahren. Denn laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom verzichten 65 Prozent von 1.166 befragten Personen über 14 Jahren auf den persönlichen Kundenkontakt im Laden und besuchen stattdessen lieber einen Online-Shop. 54 Prozent tun das, gerade weil sie die dort gegebene Anonymität schätzen. Als weitere ausschlaggebende Gründe für das Online-Shopping nennen die Befragten die größere Auswahl (85 Prozent) und günstigere Preise (86 Prozent). Die Zahlen spiegeln das wider, was sich bereits vor Jahren angekündigt hat. Trotzdem schaffen es einige stationäre Händler nicht, rechtzeitig oder überhaupt auf die digitalen sowie gesellschaftlichen Umwälzungen zu reagieren. "Vor allem bei Spielwaren, Medien/Büchern, Unterhaltungselektronik und Bekleidung ist der stationäre Handel von der Entwicklung stark betroffen. In diesen Bereichen kam es bereits zu Flächenreduzierungen, Formatverkleinerungen und Filialschließungen", bilanziert Springer-Autor Gerrit Heinemann in seinem Buch "Die Neuerfindung des stationären Einzelhandels" (Seite 19). Im Bereich Bekleidung und Schuhe geht Heinemann davon aus, dass sich die Situation weiter verschärfen wird. 

Kunden fordern "SoLoMo"-Barrierefreiheit

Konkurrierende Internetshops wie Zalando setzen den stationären Handel zusätzlich unter Druck, so schnell wie möglich am digitalen Wandel teilzunehmen. Alleine im Jahr 2016 erzielte der Online-Riese einen Jahresumsatz von 3,6 Milliarden Euro. Ständig neue Innovationen wie beispielsweise die Influencer-Plattform "Collabary" oder der Outlet-Shop "Zalando Lounge" sorgen dafür, dass das Unternehmen auch in anderen digitalen Bereichen der Fashionszene eine Vorreiterposition behält.
Angesichts dessen ist die Entscheidung des SABU Schuh-Verbund eG, das stationäre Geschäft mit digitalen Lösungen zu verbinden, nur folgerichtig, auch wenn es schwierig werden wird, gegen die etablierten Online-Shops anzukommen. "Die Zukunft gehört Multi-Channel-Händlern, die verstehen, welche Bedürfnisse ihre Kunden im Internet und in der Filiale haben, und diese auf allen Kanälen bedienen können", erklärt Heinemann auf Seite 32.

Kunden wünschen sich also mediale Barrierefreiheit. Während der Anprobe im Laden vernetzen sie sich gerne sozial, posten Bilder unter Angabe des Standortes oder holen auf ihrem Smartphone weiterführende Informationen zu den Produkten ein. "SoLoMo" (Sozial, Lokal, Mobil) bezeichnen Fachleute diese Entwicklung. "Insofern werden neue Verkaufsformen entstehen, die es im englischsprachigen Handel schon gibt, und zwar die sogenannten "No-Line-Systeme", in denen die Grenzen zwischen Online und Offline verschwinden werden", schreibt Heinemann (Seite 41). Das Verschwimmen der Grenzen ermöglicht es Kunden, ihren Einkauf online vorzubereiten und stationär durchzuführen - oder umgekehrt. So gesehen hat also auch das Online-Geschäft Bedarf an stationären Lösungen, die das bieten, was virtuell nicht möglich ist. Und somit bestätigt sich einmal wieder, dass Agilität das A und O des Vertriebserfolges von morgen ist.

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