Skip to main content
main-content
Top

26-06-2019 | Nachhaltigkeit | Nachricht | Article

Mehr als die Hälfte der Banken investiert nachhaltig

Author:
Jan F. Wagner
2 min reading time

Nachhaltiges Investieren wird für deutsche Banken und Sparkassen immer wichtiger. Laut einer aktuellen Studie berücksichtigen 51 Prozent der Kreditinstitute entsprechende Kriterien beim Verwalten der Eigenanlagen. 

Wie die aktuelle Studie der Union Investment zeigt, legen zwölf Prozentpunkte mehr Institute ihren Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte als bei der Vorjahreserhebung vom Juni 2018. Unter den Banken, die nachhaltig investieren, gaben 64 Prozent an, "außerordentlich zufrieden" mit dieser Entscheidung zu sein. Kein Institut zeigte sich damit unzufrieden. Welche nachhaltigen Kriterien genau beachtet werden, nannte die Union Investment allerdings nicht. 

Nachhaltige Investoren meiden in der Regel geächtete Waffen wie Streubomben und Landminen. Auch die Kernenergie sowie Unternehmen, die Kinder- oder Sklavenarbeit einsetzen, stehen auf der schwarzen Liste von nachhaltigen Investoren in Deutschland. Ferner wird die Einhaltung von gewissen Umwelt- und Sozialstandards seitens der Emittenten gefordert.

Verwaltetes Vermögen von 6,5 Billionen Euro

Mit Blick auf alle Großinvestoren, zu denen neben Banken auch Versicherer, Asset Manager, Pensionskassen sowie kirchliche Anleger gehören, meinten 72 Prozent, sie würden nachhaltig investieren. Das entspricht einem Anstieg von sieben Prozentpunkten gegenüber 2018 und ist der höchste Wert seit Beginn der Umfrage, die im Jahr 2009 startete. Insgesamt nahmen an der Studie 201 Unternehmen teil. Zusammen verwalten sie ein Vermögen von 6,5 Billionen Euro.

Wie es aus der Studie weiter hervorgeht, nannten 71 Prozent der Befragten die Regulierung als Hauptgrund für den Trend zu nachhaltigen Investments. Bei den Kreditinstituten lag dieser Wert sogar bei 81 Prozent. Allerdings hat nur ein Drittel der Investoren konkret gewusst, was im Rahmen des sogenannten "EU-Aktionsplans" regulatorisch auf sie zukommt. Außerdem wussten nur 23 Prozent der Banken überhaupt von dem EU-Aktionsplan.

EU-Aktionsplan forciert nachhaltige Investments

Dieser sieht vor, dass praktisch alle institutionellen Anleger angehalten werden, nachhaltige Kriterien zu berücksichtigen. Auch sollen Bankberater und Finanzvermittler ihre Kunden ausdrücklich fragen, ob sie nachhaltige Investmentprodukte kaufen. Schließlich will die EU definieren, welche Investments als "nachhaltig" oder "grün" bezeichnet werden dürfen. Die beiden ersten Regelungen sollen bis Ende 2019 in Kraft treten, während die Klassifizierung von nachhaltigen Investments Mitte 2022 abgeschlossen werden soll.

Dazu erklärte Alexander Schindler, als Vorstand der Union Investment verantwortlich für das institutionelle Geschäft,: "Nachhaltigkeit gewinnt massiv an Bedeutung und wird zum Erfolgsfaktor für Asset Manager. Die Klimadebatte und der EU-Aktionsplan werden diese Entwicklung weiter vorantreiben." Nachhaltigkeit sei aber mehr als ein Umweltthema und müsse in ihrer ganzen Dimension "inklusive sozialer und Governance-Aspekte betrachtet werden". 

Related topics

Background information for this content

Premium Partner

    Image Credits