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Table of Contents

Frontmatter

1. Grundlagen zu pflanzlichen Rohstoffen

Zusammenfassung
Zum Einstieg in das Werk erhalten Sie nachfolgend einen grundlegenden Überblick über Einteilungen und Produktmöglichkeiten aus pflanzlichen Rohstoffen und somit eine kurze Zusammenfassung der prästudialen Unterrichtseinheiten.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

2. Physikalische Grundlagen zu Wärmedämmstoffen im Bauwesen

Zusammenfassung
Die Suche nach Pflanzenrohstoffen für den Baubereich ist auch immer die Suche nach dem idealen Baustoff. Nur, es gibt keinen Baustoff, der alles kann, der alle bauphysikalischen, ökologischen, ökonomischen und ästhetischen Kriterien erfüllt. Die Suche nach dem optimalen Baustoff ist immer eine Entscheidung für den optimalen Kompromiss, bei dem eine Auswahl von Kriterien als Entscheidungshilfe dient.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

3. Ressourcen- und Umweltschutz durch Dämmprodukte aus pflanzlichen Rohstoffen

Zusammenfassung
Der Einsatz von Pflanzenrohstoffen im Baubereich kann einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung leisten. Dieses Buch wird nicht die Inhalte nachhaltiger Entwicklung aufarbeiten, was bereits in zahllosen Publikationen geleistet worden ist. In diesem Kapitel werden die Grundlagen einer gesellschaftlich nachhaltigen Entwicklung und die Notwendigkeit für den intensiveren Einsatz von Pflanzenrohstoffen beschrieben.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

4. Flachs

Zusammenfassung
Flachs, auch gemeiner Lein genannt (Linum usitatissimum), kommt aus der Familie des Lein (linum), der Familie der Leingewächse (Linaceae). Hier wiederum sind ca. 200 Arten bekannt. Sie zählen zur Familie der Bedecktsamer (Magnoliophyra).
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

5. Getreide

Zusammenfassung
Getreide bildet in erster Linie weltweit eine der wichtigsten Nahrungsgrundlagen für Mensch und Tier. Da es allgemein strittig ist, Nahrungsmittel als Bau- oder Treibstoff industriell zu nutzen und außerdem die derzeitig einzige deutsche Produktion von Getreideschüttung außerdem stark rückgängig ist, wird dieses Kapitel lediglich auf die wichtigsten Punkte in Bezug auf Botanik und Baustoffherstellung bzw. -nutzung begrenzt. Allgemein sind die kultivierten Getreidesorten Zuchtformen der Süßgräser (Poaceae) und unterteilen sich in ca. 10.000 Arten und über 650 Gattungen. Aus botanischer Sicht stellt das Getreidekorn eine Frucht dar. Der Ursprung der Getreidekultivierung ist unbekannt. Aus historischen Schriften kann jedoch entnommen werden, dass der Getreideanbau im nahen Osten schon vor mehr als 10.000 Jahren und in Mittel- und Westeuropa vor ca. 7.000 Jahren statt gefunden hat.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

6. Hanf

Zusammenfassung
Hanf (Cannabis) zählt als Pflanzengattung zur Familie der Hanfgewächse und gilt als die älteste Nutzpflanze weltweit. Der älteste in Europa bekannte Hanffund stammt aus der Zeit um 5500 v. Chr. In China wurden Hanffunde mit einem Alter von mind. 10.000 Jahre verzeichnet. Die Pflanzengattung Cannabis besteht aus einer Art (Cannabis Sativa), zählt zur Ordnung der Roseähnlichen (Rosidae) und wird als diese in drei Unterarten aufgeteilt, welche unter sich weitere künstliche Züchtungen erfahren:
  • Cannabis Sativa subsp. Ruderalis (Ruderalhanf, Russischer Hanf, Wilder Hanf)
  • Cannabis Sativa subsp. Indica (Indischer Hanf)
  • Cannabis Sativa subsp. Sativa (Nutzhanf)
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

7. Holz

Zusammenfassung
Holz (germanisch holta) bezeichnet im umgangssprachlichen Gebrauch das feste, harte Gewebe der Sprossachsen (Stamm, Äste, Zweige) von Bäumen und Sträuchern. Aus botanischer Sicht ist das Holz das vom Kambium erzeugte, sekundäre Xylem der Samenpflanzen, womit im engeren Sinne die holzigen Gewebe von Palmengewächsen und anderen höheren Pflanzen nicht inbegriffen sind. Kennzeichnend ist die Einlagerung von Lignin in den Zellwänden. Aufgrund dessen wird Holz auch als lignifiziertes (verholztes) pflanzliches Gewebe definiert.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

8. Kokos

Zusammenfassung
Kokos als Begrifflichkeit für Produkte aus der Kokospalme (Cocos Nucifera) stammt allgemeinen Literaturangaben zufolge vom spanischen und portugiesischen Wort „Coco“ ab, welches zu Deutsch „in Nuss“ oder „Samen“ übersetzt werden kann.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

9. Kork

Zusammenfassung
Kork (Phellem) bezeichnet aus botanischer Sicht grundsätzlich die Zellschicht zwischen Epidermis und Rinde einer Pflanze. Umgangssprachlich hat sich Kork als Betitelung für den Rindenrohstoff der Korkeiche (Quercus Suber) bzw. der daraus hergestellten Produkte gefestigt. Auch korkähnliche Rohstoffe und Produkte pflanzlicher oder synthetischer Herkunft werden oftmals als Kork bezeichnet.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

10. Schilf

Zusammenfassung
Schilf als solches ist die allgemeine Bezeichnung des Schilfrohrs (Phragmites Australis), eine Art der Süßgräser (Poaceae), welche mit drei Unterarten weltweit und somit auch in Europa vorkommt. Die Begriffherkunft lässt sich auf das lateinische „scirpus“ für „Binse“ zurückleiten, welches später zum Althochdeutschen „Sciluf“ wurde und sich zum heute verwendeten Begriff „Schilf“ entwickelte.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

11. Seegras

Zusammenfassung
Seegras ist ein deutscher Oberbegriff für verschiedene grasähnliche Samenpflanzen, die in den Meeren gedeihen und zur Familie der Seegrasgewächse (Zosteraceae) gehören. Diese weltweit vorkommenden Unterwassergräser können bis zu einer Tiefe von 15 m wachsen und umfassen einige der wenigen submersen Blütenpflanzen. 2003 bedeckten Seegraswiesen beispielsweise im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer ca. 51 km2 der Gezeitenfläche, was ungefähr 90 % des Seegrasbestandes des gesamten deutschen Wattenmeeres entsprach. Die Betitelung „Zostera“ stammt ursprünglich vom griechischen Wort „zoster“ (Gürtel) ab, welches das Seegras nach dessen flachen, bandförmig erscheinenden Blättern (gürtelähnlich) benannte. Als Samenpflanze führt das Seegras die Befruchtung hydrophil aus. Die bis zu 2 mm langen, fädigen Pollenkörner verfangen sich in der Narbe der Empfängerpflanze und führen auf diese Weise eine echte Unterwasserbefruchtung durch. Im Gesamten sind bisher 12 Zosteraarten nach der APG II (Systematik der Bedecktsamer der Angiosperm Phylogeny Group) bekannt, welche zumeist in großen Gruppierungen (Seegraswiesen) wachsen.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

12. Stroh

Zusammenfassung
Stroh ist die Betitelung für gedroschene und trockene Halme und Stängel von fasrigen Feldfrüchten wie Getreide (z. B. Weizen, Gerste, Hirse, Roggen, Hafer, Dinkel) und Faserpflanzen (z. B. Reis, Flachs und Hanf).
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

13. Wiesengras

Zusammenfassung
Wiesengras ist im Allgemeinen eine einkeimblättrige, krautige Pflanze mit unscheinbaren Blüten und langen, schmalen Blättern. Kurz auch als Gras betitelt, wird es zur Ordnung der Süßgrasartigen (Poales) eingruppiert. In dieser Ordnung gibt es 17 Familien (z. B. die Süßgräser (Poaceae)) mit fast 1.000 Gattungen und etwa 18.325 Arten. Insgesamt sind 300 verschiedene Grasarten bekannt, wobei nicht alle als Gras betitelten Pflanzen tatsächlich Süßgräser sind. So werden oft Sauergräser bzw. Riedgräser (Cyperaceae), Binsengewächse (Juncaceae) und auf der südlichen Erdhalbkugel auch Restionaceae als Gras bezeichnet. In Südafrika und Australien nehmen die Restionaceae in der natürlichen Vegetation die ökologischen Nischen der Süßgräser (Poaceae), Binsengewächse (Juncaceae) und Riedgrasgewächse (Cyperaceae) ein. Die Kurzbetitelung Gras stammt allgemeinen Literaturangaben zufolge von der indogermanischen Silbe „ghr“ (wachsen) ab, welche sich heute noch im Englischen „grow“ (wachsen) wiederfindet.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

14. Weitere Pflanzen für die Herstellung von Dämmstoffen

Zusammenfassung
Die Ananas (Ananas Comosus), die ursprünglich aus Südamerika stammt, ist eine krautige, perennierende, monokotyle Pflanze und gehört zur Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae), die in etwa 50 Gattungen mit einer Vielzahl von Arten aufgeteilt ist. Die Ananas unterscheidet sich von ihren Verwandten vor allem in ihrem syncarpen Fruchtstand. Die Pflanze besitzt einen kurzen, zum Teil im Boden befindlichen, keulenförmigen Stamm, der bis zu 35 cm hoch werden kann. Der Stammdurchmesser beträgt an der Basis zwischen 2 und 3,5 cm und unterhalb der Spitze ca. 5 bis 7 cm. Am Stamm wachsen 70 bis 80 sehr dicht und rosettenförmig angeordnete, halbmondförmige, starre, dunkelgrüne Blätter, die eine Länge von bis zu 1,20 m und eine Breite von bis zu 7 cm vorweisen. Der Rand der Blätter ist sägeblatt- und stachelartig, womit beim Erntevorgang eine entsprechende Verletzungsgefahr gegeben ist. Die Wurzeln der Pflanze bilden ein sehr dichtes Wurzelnetz, das bis zu 1,2 m tief in der Erde verankert ist. Somit kann die Ananaspflanze auch aus tieferen Erdschichten lebensnotwendiges Wasser aufnehmen. Aus dem Vegetationskegel des Stammes bildet sich nach etwa 10 bis 20 Monaten ein bis zu 30 cm langer Blütenstiel mit ca. 100 in 8 Spiralen um den Blütenstiel angeordneten Einzelblüten. Die Blüten sind violett bis purpurblau. Durch eine unterschiedliche Entwicklung untereinander kann sich die Blühphase bis zu 3 Monate hinausziehen. Nach erfolgter Fremdbefruchtung bildet sich die Frucht, welche wie die Pflanze selbst als Ananas betitelt wird. Der Ananasanbau erfolgt in der heutigen Zeit vor allem in Südamerika, Australien und Südafrika. Die Fasergewinnung aus Ananaspflanzen bzw. deren Blättern findet vor allem in Taiwan und auf den Philippinen statt, wo die Aufzucht im Halbschatten vollzogen wird, um eine möglichst weiche Faser zu erhalten. Fruchtstände werden hierzu in sehr jungem Stadium entfernt. Eine gleichzeitige Nutzung als Obst- und Faserpflanze wird allgemein nicht empfohlen. Die bessere Faser lässt sich von Ananaspflanzen gewinnen, die weitgehend ungenießbare Früchte aufweisen oder deren junge Fruchtstände, wie erwähnt, schon im Wachstum entfernt werden. Die Faseraufbereitung und letztendliche Nutzung der Faser ist, wenn auch in wesentlich geringerem Umfang, identisch mit der Faseraufbereitung der Agavenpflanzen. Dämmplatten für die Bauindustrie sind nach dem aktuellen Stand des Wissens noch nicht gefertigt worden, wenngleich es möglich wäre, da die Ananasfaser mit einer Festigkeit von 60 Rkm (Reißkilometer) sehr robust ist.
Gerhard Holzmann, Matthias Wangelin

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