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23-07-2015 | Online Banking | Im Fokus | Article

Finanzwissen junger Kunden hat Lücken

Author:
Eva-Susanne Krah
3 min reading time

Junge Verbraucher interessieren sich zwar wieder mehr für Wirtschaftsthemen. Ihr Finanzwissen ist jedoch eher spärlich, zeigt eine Studie des Bankenverbands.

Rund ein Drittel von insgesamt 651 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren zeigt ein starkes oder sehr starkes Interesse an wirtschaftlichen Themen. Das ergeben Zahlen einer Jugendstudie, erstellt von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Drei Jahre zuvor interessierten sich bloß 22 Prozent der Befragten für Wirtschaftsthemen.

Als möglichen Grund für das höhere Interesse nennt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des BdB, dass die komplexen und "für viele nur schwer verständlichen Negativthemen im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise sich damals möglicherweise nachteilig auf das Wirtschaftsinteresse der jungen Generation ausgewirkt haben." Insbesondere bei bankspezifischen Themen hätten Jugendliche und junge Erwachsene noch Wissenslücken. So ergab beispielsweise ein auf sieben Wissensfragen basierender Index, dass vier von zehn Befragten schlechte oder sehr schlechte Kenntnisse in diesem Bereich haben.

Defizite bei Finanzbegriffen

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Weniger als die Hälfte der Umfrageteilnehmer wusste beispielsweise, dass die Europäische Zentralbank für die Sicherung der Preisstabilität in der Eurozone verantwortlich ist. Und rund acht von zehn Befragten kennen sich zwar bei Aktien aus. Allerdings konnten nur vier von zehn jungen Leuten den Begriff Rendite richtig erklären. Zwei Drittel beschäftigt sich gerne mit dem Thema Finanzen, nur ein Drittel macht dies aber tatsächlich regelmäßig und fast jeder Zehnte kümmert sich nie um seine eigenen finanziellen Angelegenheiten. Sicheres Online-Banking halten 53 Prozent für ein sehr wichtiges Kriterium bei der Wahl ihres Kreditinstituts. Für 43 Prozent spielt dagegen eher die Nähe der Filiale eine Rolle.

Hohe Sparquote trotz niedriger Zinsen

Jugendliche sind konsequente Sparer trotz niedriger Zinsen. Über die Hälfte der jungen Verbraucher, nämlich 53 Prozent, sparen regelmäßig Beträge ihrem Budget entsprechend an. Für 90 Prozent der jungen Befragten ist zudem eine sichere Geldanlage besonders wichtig. Gerade für die jungen Leute, die sich noch in der Ausbildung, im Studium oder in den ersten Berufsjahren befinden, ist dies auch richtig und nachvollziehbar. Der Großteil des Geldvermögens liegt allerdings auf niedrig oder gar nicht verzinsten Konten.

Für Banken ergibt sich daraus ein nicht unwesentlicher Beratungsbearf, insbesondere für junge vermögende Kunden. Aufgrund ihrer Finanzmittel sind sie besonders aussichtsreiche Kunden für die Zukunft. Dabei dürfen auch Social-Media-Kanäle in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt werden. Denn im Online-Bereich erwartet die junge Klientel mehr Kontaktkanäle und Services, so beispielsweise Onlinebanking-Funktionen, die über die Websites von Wealth-Management-Anbietern zugänglich sind. Da junge Kunden unkompliziertes Banking mögen und für neue, virtuelle Wege empfänglich sind, nutzen laut Dieter Rohrmeier, Mitautor des Buchs "Banking & Innovation 2015"große global agierende Unternehmen ihre Informationskanäle und adressieren insbesondere junge High Potentials auch auf dem angestammten Bereich der Sparkassen. Im Kapitel "Lebenswelten 2020 - Wie werden wir morgen unsere Finanzen managen?" (Seite 47-51) betont er, dass die jungen Potenzialkunden in hohem Maß preissensibel sind und sich eine hohe Eigenkompetenz zum Abschluss im Internet zutrauen. Geht es um die Anbieter von Finanzprodukten, haben die Potenzialkunden jedoch laut Rohrmeier kaum Anforderungen an Vertrauen und Kompetenz der Ansprechpartner in den Banken.

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