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About this book

Das weitgehende Fehlen umfassender Abhandlungen zum Thema Operationelle Risiken, insbesondere im deutschsprachigen Raum, in Verbindung mit einer stei­ genden Nachfrage seitens Praxis und Wissenschaft haben uns dazu veranlasst, un­ sere langjährigen, teils gemeinsam in Banken und der Bankberatung gemachten Erfahrungen in dieser Form zu Papier zu bringen. Das Ziel des vorliegenden Bu­ ches ist es, einen Abriss des aktuellen Stands dieser Disziplin, wesentlicher offener Punkte und Lösungsansätze zum umfassenden Management und Controlling Ope­ rationeller Risiken zu geben. Da sich eine Best Practice noch nicht durchgängig in allen Bereichen herausgebildet hat, muss sich die Darstellung auf einige Haupt­ strömungsrichtungen beschränken, ohne damit ausschließen zu können, dass zu­ künftig weitere Ideen zu Verschiebungen der Herangehensweise an das Thema führen. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde dabei so gewählt, dass die Inhalte und Implikationen der neuen Eigenkapitalvereinbarung des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (Basel 11) sowie des Richtlinienentwurfs der Neuregelung der EU­ Kapitaladäquanzrichtlinie (CAD 3) berücksichtigt werden. Dieses Buch wäre nicht möglich gewesen ohne die direkte oder indirekte fachliche und moralische Unterstützung aus der Operational Risk-Community. Besonderer Dank gilt unseren Ehefrauen für das mehrfache kritisch-konstruktive Korrekturle­ sen des Werkes und insbesondere die Zeit, die kaum dem Familienleben zugerech­ net werden konnte. Dank gilt insbesondere auch all denen, die uns in Projekten, Seminaren und Veröffentlichungen eine Vielzahl an fachlichen Diskussionen er­ möglicht haben. All dies ist in der einen oder anderen Form in dieses Buch einge­ flossen. Verbleibende Fehler liegen selbstverständlich in der Verantwortung der Autoren.

Table of Contents

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Erhebliche realisierte Verluste (Barings, Orange County etc.) haben das Gebiet „Operational Risk“ bzw. „Operationelle Risiken“ (teilweise nicht immer synonym auch als „Betriebsrisiken“, „Operative Risiken“ bzw. „Operationale Risiken“, oft kurz auch als „OpRisk“ bezeichnet) sowohl in Finanzinstituten als auch bei der Bankenaufsicht etwa seit Mitte der 1990er Jahre in den Fokus gerückt (siehe hierzu beispielsweise [Risk 1998] oder [BBA 1999]). Damit wird eine Disziplin institutionalisiert, die in anderen Sektoren, etwa dem produzierenden Gewerbe, dem Militär oder der Luft- und Raumfahrt, schon seit einigen Jahrzehnten etabliert ist. Auch die Finanzbranche hat sich implizit mit Operationellen Risiken seit ihrem Bestehen auseinandergesetzt, allerdings nicht unter einem spezifischen, einheitlichen und umfassenden Organisations- und Methodenrahmen. Im Folgenden wird unter Operationellen Risiken, soweit nicht ausdrücklich kenntlich gemacht, die „Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten“ (Übersetzung der Deutschen Bundesbank zu [BIS 2004]) verstanden.
Thomas Kaiser, Marc Felix Köhne

2. Gründe für das Management Operationeller Risiken

Zusammenfassung
Eine Vielzahl von Gründen hat Finanzinstitute, insbesondere Banken, dazu veranlasst, sich intensiv mit dem Thema Operationelle Risiken zu beschäftigen. Einerseits gehören hierzu betriebswirtschaftliche Überlegungen, andererseits regulatorische Rahmenbedingungen. Während die ersten Banken, die vor ca. zehn Jahren erste Versuche unternommen haben, das Thema innerhalb ihres Risikomanagements zu etablieren, ausschließlich von ökonomischen Erwägungen getrieben wurden, hat die große Mehrheit der Banken das Thema erst mit dem ersten Baseler Konsultationspapier 1999 „entdeckt“. Es ist unbestreitbar, dass regulatorische Regelungen erfüllt werden müssen. Das Risiko der Nichterfiillung ist gleichbedeutend mit dem Risiko einer Erhöhung des regulatorischen Kapitals, also letztendlich der Eigenkapitalkosten bis hin zur Einstellung des Geschäftsbetriebs. Dessen ungeachtet sollte jede so umfassende Veränderung im Risikomanagement einer Bank mit Auswirkungen in alle Bereiche auch von ökonomischen Aspekten getrieben werden. Die Umsetzung eines umfassenden Frameworks zum Management und Controlling Operationeller Risiken nur regulatorisch zu begründen, hieße, ihr volles Potenzial nicht zu nutzen. Trotzdem fällt die ökonomische Begründung für die Verbesserung eines Risikomanagements immer schwer, während die regulatorische ohne Alternative ist. Im Folgenden wird versucht, die Rahmenbedingungen und den Nutzen beider Aspekte adäquat darzustellen.
Thomas Kaiser, Marc Felix Köhne

3. Operationelle Risiken im Kontext aller Risikoarten

Zusammenfassung
Für Markt- und Kreditrisiken sind in den meisten Banken seit einigen Jahren entsprechende Organisationsstrukturen und Risikomanagementprozesse etabliert worden. Ein analoger Ansatz für Operationelle Risiken ist in meisten Häusern noch im Aufbau begriffen.
Thomas Kaiser, Marc Felix Köhne

4. Schritte des Prozesses zum Management Operationeller Risiken

Zusammenfassung
Der Prozess des Managements Operationeller Risiken basiert strukturell auf den gleichen Schritten wie im Falle von Markt- und Kreditrisiken. Besonderheiten der Operationellen Risiken, vor allem die Tatsache, dass sie nicht auf bestimmte organisatorische Einheiten konzentriert werden können, wie zum Beispiel Marktrisiko im Handelsbereich oder Aktiv-Passiv-Management, sowie ihre durch die Definition bedingte Verbreitung über das gesamte Unternehmen und zuletzt die Heterogenität des Spektrums der Einzelrisiken, führen aber dazu, dass die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Schritte des Managementprozesses von dem entsprechenden Vorgehen bei Markt- und Kreditrisiken zum Teil erheblich abweichen kann.
Thomas Kaiser, Marc Felix Köhne

5. Komponenten des Managements Operationeller Risiken

Zusammenfassung
Die Umsetzung eines funktionsfähigen Risikomanagementprozesses wie in Kapitel 4 dargestellt, erfordert die Entwicklung von Methoden und Verfahren, die organisatorisch und DV-technisch in die Bank integriert werden müssen. Auch wenn sich diese Methoden und Verfahren teilweise sehr deutlich in ihrer Konzeption und Umsetzung in einzelnen Banken unterscheiden, können alle vorzufindenden Ansätze in der im folgenden beschriebenen Struktur dargestellt werden.
Thomas Kaiser, Marc Felix Köhne

6. Umsetzung der Frameworkkomponenten und des Managementprozesses

Zusammenfassung
Die Implementierung eines vollständigen Frameworks für das Management Operationeller Risiken ist von vielen, zumeist institutsspezifischen Aspekten abhängig. Wesentlich sind dabei sind:
  • Ausgangsvoraussetzungen:
  • Organisationsstruktur und Komplexität des Finanzinstitutes,
  • bereits vorhandene Elemente des Risikomanagementprozesses und Risikokultur,
  • vorhandene IT-Umgebung.
  • Zielsetzung:
  • Gewählte Ansätze zur Umsetzung (Basel-Ansätze bzw. angestrebte Good-oder Best Practice Standards),
  • angestrebter Implementierungszeitraum, eventuell Phasenplan.
  • Ressourcen:
  • Personelle Ressourcen,
  • finanzieller Mitteleinsatz,
  • Verfügbarkeit externer Ressourcen.
Thomas Kaiser, Marc Felix Köhne

7. Ausblick

Zusammenfassung
Die konsequente Umsetzung eines umfassenden Instrumentariums zum Management und Controlling Operationeller Risiken führt zu bedeutenden Änderungen im operativen und — wenn nicht unmittelbar dann zumindest mittelfristig — auch im strategischen Bankgeschäft. Aktuelle Diskussionen zeigen, dass die inhaltliche, insbesondere die quantitative und IT-technische Dimension tendenziell überschätzt, die organisatorische und qualitative Dimension hingegen unterschätzt wird. Gerade letztere jedoch spielt angesichts der bankweiten Bedeutung eine herausragende Rolle.
Thomas Kaiser, Marc Felix Köhne

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