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16-04-2019 | Personalentwicklung | Im Fokus | Article

Brexit bringt Jobmarkt am Finanzplatz Frankfurt in Schwung

Author:
Marco Hermle
3 min reading time

Noch steht nicht fest, ob, wann und wie Großbritannien die Europäische Union verlassen wird. Trotz vieler Nachteile könnte es mit Blick auf die Finanzindustrie aber auf Personalseite auch Vorteile geben, meint Gastautor Marco Hermle.  

Anfang April prognostizierte der Verband der Auslandsbanken in Deutschland, dass bedingt durch den Brexit in den nächsten zwölf bis 18 Monaten bis zu 5.000 neue Stellen in den Mitgliedsinstituten geschaffen werden könnten. Viele unmittelbar vom Brexit betroffene Banken befinden sich schon jetzt in einer akuten Phase der Umstrukturierung und stellen bereits neue Mitarbeiter ein – sowohl im Front, Middle oder Back Office als auch im mittleren Senior Management. Vor allem in den Bereichen Compliance, Risk, Audit, Regulatory, Controlling und IT ist die Nachfrage nach Spezialisten am größten.

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Der BREXIT und andere "Unfälle" – tiefere Ursachen und Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft

Die britische Bevölkerung stimmte mehrheitlich für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Premierminister David Cameron, der sich häufig kritisch über die Europäische Union geäußert hatte, bekam die Quittung für seine Politik. Das Brexit-Referendum ist Symptom einer tiefgreifenden Krise der globalen Ordnung. 


Da der Markt aber bei weitem nicht so viele Experten bereithält, wie von den Finanzinstituten gefragt sind, können die Wenigen mit ihren Pfunden wuchern. Sprich: Während der Wettbewerb um die besten Talente steigt, können diese sich ihren Traumjob aussuchen und entsprechend höhere Gehälter fordern. Dabei rückt der Finanzplatz Frankfurt im internationalen Kontext vermehrt in den Blickpunkt. Gerade hier sind, ausgelöst durch den Brexit, viele spannende Herausforderungen und interessante Projekte zu erwarten, die es ohne den Austritt der Briten in Frankfurt vermutlich nicht geben würde.

Frankfurt bietet viel Infrastruktur

Die Vorzüge der Mainmetropole liegen auf der Hand: Eine bestehende Finanzinfrastruktur (Sitz der Europäischen Zentralbank), viele dort ansässige Noten- und Staatsbanken aus aller Welt, eine moderne ÖPNV-Infrastruktur, kurze Wege und geringere Lebenshaltungskosten als etwa in Paris. Hinzu kommt, dass in Frankfurt bereits seit einigen Jahren Büroräumlichkeiten stark ausgebaut werden und man für einen möglichen Banker-Ansturm durchaus gerüstet ist.

Kurz- und mittelfristig wird die Nachfrage auf dem Finanz-Arbeitsmarkt Frankfurt, nicht nur durch den Brexit, sondern auch aufgrund der Digitalisierung, sehr hoch sein. Neue Jobs entstehen voraussichtlich verstärkt im Middle-Senior-Management. Der Markt ist jedoch derart überhitzt, dass es auch in Zukunft darauf ankommen wird, die richtigen Spezialisten zu finden, die sowohl das richtige Anforderungsprofil haben als auch das notwendige Know-how mitbringen.

Banken stehen in Konkurrenz zu Fintechs

Derzeit suchen Banken bereits händeringend nach IT-Fachkräften, die nicht nur die Technik verstehen, sondern auch das Finanzgeschäft und seine Tücken. Das Bankwesen hat aber große Schwierigkeiten geeignete IT-Kandidaten für sich zu gewinnen. Es werden bevorzugt Interim Business und Freelancer Kandidaten gesucht und weniger Kandidaten in Festanstellung, da sich die Infrastruktur oftmals im Ausland befindet. Die Geldhäuser lagern ihre IT in andere Regionen aus und müssen nicht zwangsläufig in Frankfurt sitzen. Ein weiterer Punkt ist die in vielen Geldhäusern etablierte, sehr traditionelle Infrastruktur, wobei IT dort keinen großen Stellenwert besaß und noch immer nicht besitzt.

Fintechs fällt es deutlich leichter IT-Fachkräfte an Land zu ziehen, da sie oftmals viel flexibler aufgestellt sind. Sie sind für Bewerber schlicht interessanter als traditionelle Geldhäuser. Diesen lastet ein angestaubtes Image an uns sie haben enormen Nachholbedarf in ihren Prozessen rund um das Thema "Employer Branding". Denn die Marke und das Image des jeweiligen Finanzinstituts sind nach wie vor ausschlaggebende Faktoren für potenzielle Mitarbeiter.

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