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26-11-2019 | Personalentwicklung | Infografik | Article

Karrierefrauen sind im Handel rar vertreten

Author:
Eva-Susanne Krah
2:30 min reading time

Die Diskussion um die Frauenquote reißt in Management, Wirtschaft und Gesellschaft nicht ab. Dass sie immer noch ihre Berechtigung hat, zeigen Zahlen aus dem Handel und dem Konsumgütersektor. 

Nur rund jede fünfte Führungsposition in den Management-Etagen von Handels- und Konsumgüterunternehmen ist mit einer Frau besetzt. Auch im Topmanagement von zugehörigen Branchenverbänden sind mit 14 Prozent weniger weibliche Führungskräfte in oberen und mittleren Leitungsfunktionen vertreten als in anderen Wirtschaftszweigen. Anders sieht es in wissenschaftlichen Einrichtungen und Forschungsinstitutionen rund um Handel und Konsumgüter aus. Hier nehmen Frauen immerhin 30 Prozent der leitenden Positionen ein. Dabei zeigt sich: 

  • Je größer das Unternehmen, desto kleiner der Anteil der weiblichen Mitarbeiter in Managementpositionen. In Betrieben ab 50 Millionen Euro Umsatz beträgt er nur noch 16 Prozent.  
  • In Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten rutscht die Frauenquote in der Führungsriege ab auf 16 Prozent. 
  • In Politik und Behörden bekleiden Frauen mit knapp 30 Prozent häufiger leitende Positionen als in der Wirtschaft.
  • Der Frauenanteil ist unabhängig von der Rechtsform einer Gesellschaft - lediglich in Genossenschaften haben mit zwölf Prozent eine niedrige Frauenquote in Top-Positionen.

Diese Ergebnisse gehen aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers hervor. Im August 2019 wurden für die Analyse rund 92.000 deutsche Unternehmen sowie 200 Behörden, 480 Verbände und knapp 50 wissenschaftliche Institute aus dem Handel und der Konsumgüterbranche herangezogen.

Frauen punkten vor allem in Fachfunktionen 

"Wie viele Frauen erfolgreich in die Führungsetage aufsteigen, hängt stark vom fachlichen Thema ab. In Finanzen, Personal oder Marketing steigen Frauen häufig auf, während Vertrieb, Logistik, Datenverarbeitung und technische Leitung nach wie vor männlich dominierte Funktionen sind", erklärt Dr. Stephanie Rumpff das starke Gefälle bei Top-Jobs für Managerinnen in einzelnen Bereichen. Ausgeglichener scheint das Bild in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu sein. Dort übernehmen mit 43 Prozent deutlich mehr Chefinnen das Ruder. Ähnlich sieht es im Finanzwesen aus: Hier sind 40 Prozent der Leitungsjobs weiblich besetzt.

Drei Stolpersteine auf dem Weg an die Spitze

Im Buch "Chefsache Frauen II" von Peter Buchenau nennt Springer-Autorin Lena Stocker so genannte "Glass Ceilings", eine Art gläserne Decke mit unsichtbaren Hürden - als Grund dafür, warum weibliche Mitarbeiter bei ihrem Aufstieg auf der Karriereleiter stocken. Diese Hindernisse seien in vielen Fällen die Ursache für "das Steckenbleiben im unteren und mittleren Management", schreibt sie im Kapitel "Karriereplanung, Aufstieg, Führung – was Frauen erfolgreich macht". Vor allem drei verschiedene Einstellungen der Männer im Management, die stark an bekannte Stereotype erinnern, erschweren Frauen Stocker zufolge den Eintritt in hohe Positionen: 

  • Männer, die konservative Ansichten vertreten, lehnen die Frau aufgrund ihres Geschlechts als Teil des Managements ab. 
  • Männer, die der emanzipierten Grundhaltung unterliegen, gehen beim Management von harter geschäftlicher Tätigkeit aus, denen Frauen nicht gewachsen sind und deren Spielregeln auf der Führungsebene sie nicht umsetzen können.
  • Für den dritten Typus Mann ist das Geschlecht nicht ausschlaggebend, um eine Führungskraft zu rekrutieren. Es gibt aber aus seiner Sicht schlicht keine Frau, die die gewünschten biografischen und persönlichen Qualifikationen für eine Führung erfüllt.

Um trotzdem voranzukommen, zählt für Frauen nicht nur in Handel und Konsumgütersektor besonders ein intelligentes Networking, etwa in den sozialen Medien, und der fachliche Austausch. 

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