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Wenn Chefs nichts von HR verstehen

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Personalabteilungen sind der verlängerte Arm der Geschäftsleitung. Als solcher gelten sie als Business Partner für wichtige strategische Veränderungen. Dumm nur, dass viele Vorstände keinen blassen Schimmer von HR-Aufgaben haben.

Personalmanagement beinhaltet mehr, als einen Arbeitnehmer von A nach B zu verschieben. Daher ist HR-Expertise im Management auch so wichtig.


Der Fachkräftemangel und die damit zusammenhängenden Baustellen sind nur eines von vielen Problemen, das Personalabteilungen derzeit besonders fordert. Doch trotz der Brisanz für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, hat das Human Resources Management in Dax-Unternehmen nicht den Stellenwert, den es haben sollte. 

Das geht aus einer Analyse des Jobsportals Indeed hervor. Demnach verfügen von den 40 börsennotierten Firmen gerade einmal 14 über einen Personalvorstand. Also verantwortet in zwei von drei Dax-Unternehmen niemand ausschließlich HR-Themen. 

HR-Vorstand oft in Doppelfunktion

Auch beim Blick auf die Besetzung von Vorstandsposten bleiben Personalthemen eher auf der Strecke. So wird in 25 Unternehmen der HR-Bereich einem anderen Vorstandsposten zugeordnet - also quasi nebenbei mit betreut.

"Dass Human Resources im Vorstand von Dax-Unternehmen als Teilgebiet behandelt wird, passt nicht zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt. Es kann sogar dazu führen, dass Personalaspekte bei strategischen Entscheidungen weniger berücksichtigt werden", sagt Frank Hensgens, Indeed-Geschäftsführer DACH.

Zu wenig HR-Expertise auf Vorstandsebene

Von der Zahl eigenständiger Personalvorstände einmal ganz abgesehen, fehlt es auch am nötigen HR-Know-how. Laut der Analyse haben nur 14 Entscheider bereits entsprechende Erfahrungen gesammelt. Fünf weitere können zumindest teilweise Wissen auf diesem Gebiet vorweisen. Bei 20 allerdings fehlt es an jeglicher HR-Expertise im Lebenslauf. 

Auch mangelt es an der entsprechenden Ausbildung im Top-Management. Lediglich zwei der 14 HR-Vorstände haben ein HR-Studium absolviert, nur fünf der 39 Vorstände, die das Personalwesen verantworten, hatten wenigsten im Studium HR-Bezug, 15 weitere immerhin teilweise. Zusammenfassend kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass das Gros der Vorstände mit HR-Verantwortung kein entsprechendes Studium mitbringen. Die meisten stammen aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Recht oder anderen Disziplinen.

Top-Manager haben keine Ahnung von Recruiting

Besonders schlecht qualifiziert sind die Manager für eine der dringlichsten HR-Aufgaben derzeit: dem Recruiting. Nur sieben Entscheider in Dax-Konzernen bieten explizite Erfahrung für die Personalgewinnung. 23 Vorstände und damit fast zwei Drittel aller börsennotierter Unternehmen fehlt Know-how, um im War for Talents bestehen zu können. 

Tim Verhoeven, Leiter des Talent Intelligence Teams bei Indeed, bezeichnet diesen Status Quo als "bedenklich". "Schließlich wird es in Zeiten des demografischen Wandels nicht nur wichtig sein, Mitarbeitende zu binden, sondern vor allem, neue zu akquirieren - wenn das Angebot sinkt und der Wettbewerb zunimmt. Es ist daher essentiell, dass HR nicht nur im Vorstand verankert, sondern auch gut besetzt wird."

Mehr Frauen als Männer im Personalvorstand

Auf einem Gebiet fallen die HR-Dax-Vorstände allerdings positiv aus dem Rahmen, und zwar beim Frauenanteil. Beim Personalwesen handelt es sich um eines der wenigen Ressorts auf Vorstandsebene, das im Dax überwiegend mit Frauen besetzt ist. So treffen 20 Frauen auf 19 Männer. Das weibliche Geschlecht bringt auch die nötige Qualifikation für die Funktion mit. So sind elf der 14 Managerinnen mit nachgewiesener Personalerfahrung weiblich.

Auch bei der Recruiting-Expertise machen die Frauen einiges wett. Alle sieben Vorständinnen verfügen dabei über Kenntnisse. "Human Resources können eine Schlüsselrolle dabei spielen, Frauen in Top-Level-Positionen zu fördern. Ihre Recruiting-Expertise bietet zugleich eine Antwort auf den Fachkräftemangel", resümieren die Studienautoren.

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