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About this book

Die Beiträge des Sammelbandes beschäftigen sich mit dem Verstehen der politischen Realität. Dabei werden unterrichtspraktische Wege aufgezeigt, die Verstehensprozesse bei Lernenden ermöglichen sollen. Die Aufgabe von Lehrenden ist es jedoch nicht nur, das Verstehen anzubahnen, sondern auch die tatsächlich ablaufenden Verstehensvorgänge zu rekonstruieren. Deshalb stellen die Autoren auch Aspekte der Rekonstruktion politischen Verstehens vor.

Table of Contents

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Politikdidaktik als die Wissenschaft vom Lehren und Lernen in der politisch-gesellschaftlichen Domäne beschäftigt sich traditionell mit drei Arbeitsbereichen. Erstens mit der Philosophie des Faches und dazu vor allem mit der politischen Theorie, mit soziologischen und ökonomischen Gesellschaftsanalysen sowie mit den Klassikern der Politikdidaktik. In diesem Bereich wird unter Berücksichtigung (nicht Übernahme) dieser Bezüge die normative Orientierung des politischen Bildungsprozesses geklärt.
Carl Deichmann, Michael May

Verstehen initiieren

Frontmatter

„Bürgerexistenz und Freiheitsordnung“: Existenzphilosophische Erkundungen im Dienste der politischen Bildung

Zusammenfassung
„Why should anyone obey anyone else?“ (Berlin 1978, S. 148) Folgen wir dem britischen Ideengeschichtler Isaiah Berlin, so führt die Frage nach der Gehorsamsbereitschaft der Menschen in das Zentrum des Politischen. Wenn wir diese Warum- Frage nach den Motiven des Gehorsams stellen, so fragen wir nicht danach, warum Menschen gehorchen.
Alexander Gantschow

Internationale politische Situationen analysieren und beurteilen können

Zusammenfassung
Die folgenden Beispiele zeigen, in welcher Weise internationale Entwicklungen die Alltagsdiskussionen, aber auch konkrete Alltagsbedingungen der Bürger in der globalisierten Welt immer stärker bestimmen.
Carl Deichmann

Bild- und Symbollesekompetenz als grundlegende Aufgaben der politischen Bildung

Zusammenfassung
Symbolik gehört zur Politik wie das Amen zur Kirche (vgl. u.a. Pross 1974). Dies ist für die Antike ebenso belegbar (vgl. u.a. Zanker 1987) wie für Mittelalter (vgl. u.a. Althoff 2003) und Neuzeit (vgl. u.a. die Ausstellungen der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1998, 2004, 2008). Gerade weil politische Symbole – z.B. die Nationalsymbole Flagge und Hymne – so allgegenwärtig sind, muss Marion G. Müllers These, dass „[es sich] mit dem Visuellen verhält […] wie mit der Politik: Jeder meint, etwas von dem Thema zu verstehen […]“ (2003, S. 9), Ausgangspunkt fachdidaktischer Überlegungen sein.
Thomas Goll

Politische Bildung im Dokumentartheater1

Zusammenfassung
Die weltweite Finanzkrise brachte in vielen Staaten tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Veränderungen, bisweilen auch politische Verwerfungen mit sich. Die Finanzkrise war durch das Platzen der Immobilienblase im Jahre 2008 und der daraus entstandenen Bankenkrise entstanden und ging in der Folge mit einer weltweiten Wirtschaftskrise und – insbesondere in den südeuropäischen Staaten – mit einer Staatsschuldenkrise einher, welche schließlich auch die gemeinsame europäische Währung erfasste.
Ingo Juchler

Fächerübergreifende Verstehenskonzepte im Bereich Politik/Wirtschaft

Zusammenfassung
„Fächerübergreifender Unterricht ist der didaktische Oberbegriff für alle Unterrichtsversuche, bei denen verschiedene Fachperspektiven systematisch zur Lösung eines Problems so miteinander vernetzt werden, dass ein thematisch-inhaltlicher Zusammenhang erkennbar wird und eine Problemlösung oder Problemlösungsalternativen aus verschiedenen Blickwinkeln heraus entwickelt werden.“ (Mögling 2009, S. 121)1 Hierbei stehen fächerübergreifende Perspektiven gleichsam im Zentrum der Forschungs-/Erkenntnisinteressen der hermeneutischen Politikdidaktik und dienen im besonderen Maße der Förderung hermeneutischer Kompetenzen, indem sie einen interdisziplinären Beitrag für das Deuten und Sinnverstehen der Realität in der politischen Bildung leisten (GPJE 2014).
Steffen Markus Piller

Verstehen rekonstruieren

Frontmatter

Politische Selbstbilder rekonstruieren

Zusammenfassung
„(...) dass es so etwas wie eine fundamentale Art des In-die-Welt-Gestelltseins für Subjekte gibt, die räumliche und körperliche, soziale, emotionale und kognitive Aspekte gleichermaßen umfasst und doch zugleich nicht nur kultur- und gesellschaftsabhängig ist, sondern darüber hinaus neben der Geschlechterdifferenz vielleicht auch Schichten- und Altersdifferenzen aufweist“ (Rosa 2013, S. 377–378).
Marie Winckler

„Es ist doch scheißegal“

Zusammenfassung
In der Literatur werden für Diskurse, Diskursivität oder diskursive Auseinandersetzungen vielfältige Zusammenhänge festgestellt und postuliert. Diskursivität (subjektive Wirksamkeit von Diskursen) hängt mit der politischen Identität zusammen (Biedermann und Oser 2006, S. 129). Diskursive Auseinandersetzungen und politische Diskussionen im Schulunterricht wirken sich auf die politische und zivilgesellschaftliche Beteiligung aus (Shah et al. 2009, S. 108; Westphal et al. 2008, S. 93) und sollen zur Teilnahme an autonomen Öffentlichkeiten und am politischen System befähigen (Fleming und Murphy 2010; Englund 2010; Joldersma und Deakin Crick 2010). In der Auswertung der IEA-Studie für die Schweiz wird unter offenen Diskursen „[...] eine auf Argumentation und Gegenargumentation beruhende Form der Kommunikation“ (Biedermann 2003, S. 163) verstanden.
Alexander Lötscher

Literatur und politische Bildung

Zusammenfassung
Ingo Juchler schlägt als Lehrstück für die politische Bildung den Auszug „Der Großinquisitor“ aus dem Roman „Die Brüder Karamasow“ von Fjodor Dostojewskij vor, der im zaristischen Russland des 19. Jahrhunderts spielt.
Dorothee Suchomel, Michael May

Rekonstruktionen kontrollieren

Frontmatter

Emotion und Kognition in der Politischen Bildung

Zusammenfassung
Emotionen sind in den vergangenen 40 Jahren zu einem zentralen Thema in den Lebens-, Geistes- und Sozialwissenschaften avanciert. Einige Protagonisten der Emotionsforschung sprechen selbstbewusst von einer „emotiven Wende“. Die Konstatierung immer neuer „Wenden“ ist im Wissenschaftsdiskurs seit dem „linguistic turn“ zu einer Masche geworden, die zu Recht Skepsis hervorruft. Nicht alle als „turn“ verkauften Forschungsmoden verdienen auch diesen Namen.
Florian Weber

Vom Nutzen der dokumentarischen Methode

Zusammenfassung
Ob Bundestag, Landesparlament oder Gedenkstätte – außerschulische Lernorte gelten in der Praxis politischer Bildung als etabliertes Mittel der Unterrichtsgestaltung. Das bestätigen Besucherzahlen, die verschiedene politische Institutionen veröffentlichen. Beispielsweise berichtet der Thüringer Landtag von ca. 15 000 Besuchern pro Jahr, von denen etwa zwei Drittel auf Schüler entfallen (Thüringer Landtag 2014 a; b). Vor allem Exkursionen zu politischen Institutionen im engeren Sinn bringen gewisse Schwierigkeiten mit sich.
Benjamin Moritz

Subjektivität im Forschungsprozess

Zusammenfassung
Winfried Marotzki (2009, S. 21) plädiert für die „Notwendigkeit gesteigerter Re-flexivität“ in der (wissenschaftlichen) Auseinandersetzung mit professionellem Handeln, da Professionalisierung einen permanenten Prozess darstellt. In meiner Dissertation rekonstruiere ich auf Basis von narrativen Interviews die Handlungsorientierungen, die der Unterrichtspraxis von Politiklehrer/innen zugrunde liegen.
Stefanie Kessler

Backmatter

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